Sonntag, 1. Mai 2011

Mauritius - Endloser Regen

28. Februar 2007, Mittwoch, zehnter Tag

Wir stehen um 8 Uhr auf, das Wetter ist unverändert. Zuerst fahren wir nach Flic en Flac, zu dem Autovermieter. Der Kerl behauptet, er hat uns schon Nachricht hinterlassen und versteht es nicht warum wir es nicht erhalten haben. Er sagt, daß die Verlängurung geht, aber dieses Auto brauchen sie und morgen müssen wir es austauschen. Dann sagt er noch, daß sie nur größeres Auto haben und deshalb müssen wir noch plus darauf zahlen, für einen Tag 1850 Rupien. Niemand spricht mehr von dem Angebot mit dem einem Tag gratis!?!? Wir sind wütend, aber wir wollen das Auto, können nichts tun. Wir fahren jetzt Richtung Mahébourg, unser Ziel ist die Blue Bay. Es ist alles grau, aber man kann auch so noch etwas von den zauberhaften Farben dieser Bucht erkennen. 


Der Regen hat aufgehört, aber die Luftfeuchtigkeit und die Wärme sind so groß, daß wir uns wie in der Sauna fühlen. Weiter nach Mahébourg fahren wir an der Küste und der Ozean hat hier sehr schöne Farben. Gegenüber liegt die kleine, rundförmige Insel, Aigrettes, wo es ein Naturreservat gibt. Man kann mit Motorboot darüber fahren. Diese Insel war auch in unseren Programmen, aber das Wetter ist leider noch immer nicht gut genug dazu. In Mahébourg fahren wir nur durch, sie ist eine richtige Armensiedlung.


Hier gießt es schon wieder. In der Nähe befindet sich irgendwo der Park Domain du Chasseur, welcher ein,  auf einem Privatgrundstück gestaltetes Naturschutzgebiet ist, mit Tieren und mit einem Urwald-Dorfmuseum. Ein Schild zeichnet in der Nähe ein anderes Grundstück, wo ylang-ylang angebaut wird und man kann es auch besuchen. Hier sind viele Schotterwege und keine Beschilderung, so liegt es nur am Glück, daß wir den Domain du Chasseur finden. Unsere Straße führt auf einer kleinen Betonbrücke über einen Bach, aber der Bach ist auf doppelt angestaut und wir müssen in ca. 30 cm tiefem Wasser, das starke Strömung hat, rüberfahren. 






Wir finden den Eingang des Grundstückes, aber es ist leider heute wegen irgendwelchen Arbeiten geschlossen. Schade. Hier könnten wir erfahren, wie schaut hier die Natur in ihrer ursprünglichen Form aus und normalerweise fahren hier in jeder halben Stunde Jeeps mit den Besuchern durch den originalen Dschungel. Es tut mir so leid. Dann fahren wir Richtung Bel Air. Entlang der Küstenstraße reihen sich erbärmlich arme Blechbuden winziger Dörfer und oft fahren wir im Mangrovenwald. Dann erreichen wir Trou d'Eau Douce, wovon die Boote nach Ile aux Cerfs fahren. Aus dem alten Fischerhafen fahren heute keine Boote. Es regnet und es will auch kein normaler Mensch in diesem Wetter auf die Insel rüber. So wie auch wir nicht.
Hiermit habe ich es demonstriert, daß wir alles versucht haben, unsere Pläne durchzuführen, aber die Auswirkungen des Zyklons, wirkten leider noch tagelang danach und überall wurden unsere Pläne über den Haufen geworfen.


                             So sieht diese bekannte Lagune von Ile aux Cerfs aus der Luft aus: 
Quelle des Bildes: www.4.bp.blogspot.com
Die Küste bei Trou d'Eau Douce





Später sehen wir das offizielle Büro des "Ile aux Cerfs Ferries". Wir halten hier an und überlegen es schon wieder, da wir es wissen, wenn wir jetzt nicht darüber fahren, dann nie mehr. Aber es hat wegen dem Wetter keinen Sinn. Unsere Entscheidung ist ein schmerzhaftes Nein. Weiterfahrend halten wir ständig Fotopausen, hier reihen sich die schönsten Küsten der Insel aneinander. An den meisten sind gar keine Menschen. Schließlich bleiben wir an dem einem Strand ein bißchen zu baden. Komische Küste ist es. Der ganze Teil, der innerhalb des Riffes liegt ist verstreut mit großen schwarzen Lavasteinen. Manchmal gibt es durchgehend lange Lavastreifen im Wasser, wo man über dem Stein weit Richtung Riff ins Meer laufen kann. Wo anders schließen die Felsen kleine Buchten ganz ab. Deren Wasser ist kristallklar, da die Wellen da nicht reinkommen und es nicht aufwühlen können. Wir schnorcheln in einem solchen Privatschwimmbecken. :-) Ich sammele hier ganz besonders schöne Muscheln. Nachher fahren wir bei Bella Mare vorbei, wo die größten Luxushotels der Insel zu sehen sind. Die Küste ist hier wunderschön, aber man kann da nicht hinkommen, da diese Hotels bewaffnete Sicherheitswächter beschützen. Dann fahren wir durch Centre de Flaq, wo es einen großen offenen Markt gibt.


Ich würde den Markt gerne anschauen, aber habe furchtbare Kopfschmerzen. Ich habe schon seit Tagen dauerhaftes Kopfweh, ich fühle, daß meine Stirnhöhle voll ist. Wir fahren nach Hause, den ganzen Tag haben wir nichts gegessen. Wir kaufen im Supermarkt ein, wo die Klimaanlagen so hirnverbrannt stark laufen, daß ich hier jedes Mal noch eine Schaufel voll auf meine Erkältung kriege. Hier gibt es ein Bufet, dort kaufen wir Gemüsereis mit Fleisch und wärmen dann zu Hause im Mikro auf. Es sind riesige Portionen und für uns zwei hat es alles nur 3 Euro gekostet! Ich gehe heute früh ins Bett, nichts hilft bei meinem Kopfweh, ich bin schon total ausgeschlagen. 

1. März 2007, Donnerstag, elfter Tag

Wir müssen wegen dem Autotausch um halb 8 aufstehen, was ohne Problem abläuft. Zuerst fahren wir nach  Pamplemousses, da schon drei Tagen vorbeigegangen sind, der Botanische Garten muß jetzt schon mit Sicherheit offen sein. Ich sinke ganz in mich, als ich die Schlösser auf den Toren sehe. Arbeiter sehe ich jetzt auch nicht. Denn was machen diese hier? Gar nichts? Ich bin nur einmal auf Mauritius. Warum machen sie es mit mir? Ich bin total traurig, kann aber nichts ändern. Heute regnet es endlich mal nicht, nur der Himmel bleibt grau. Wir fahren nach Grand Baie mit der Hoffnung, daß der Ozean nicht mehr trüb ist und wir dort auf den Meeresbodenspaziergang gehen können. Das Wasser der Bucht ist milchig hellblau. Kein gutes Zeichen. Wir fragen bei einem Programmveranstalter nach, aber natürlich geht dieses Programm nicht, denn man kann nur 10 cm weit im Wasser sehen, es hätte keinen Sinn. Ich bin schon fertig. Erst der Botanische Garten, und jetzt dies. Wir sind zwei Wochen auf dieser wunderschönen Insel und können gar nichts machen. Ich könnte schon weinen. Ich habe ein ganzes Leben lang auf meinen tropischen Traum gewartet, jetzt bin ich in meinem Traum, nur das Drehbuch ist irgendwie falsch geschrieben. Man kann nicht sagen, daß wir nicht alles getan hätten, was möglich ist, daß es an uns legen würde, daß wir so heimfahren werden, daß wir die größten Attraktionen der Insel nicht gesehen haben. Denn wir geben es nicht auf, wir sind heute schon seit vier Tagen ständig unterwegs im gießenden Regen. Wir schauen nochmal den wunderschönen Strand von Pereybere an, jetzt ist er viel schöner, als vor paar Tagen. 

Grand Baie

Pereybere



Wir essen Mittag bei dem großen Supermarkt (Super-U). Dort gibt es KFC, Pizza Hut, und einige einheimische Buffets. Zuerst voten wir aus hygienischen Gründen für den Pizza Hut, aber wir möchten lieber was örtliches essen und entscheiden uns doch für ein Buffet. M. ißt Garnelen in einer Soße, ich Hühnchen mit Gemüse in einer anderen Soße. Wir kriegen große Portionen, mit viel Reis (und mit zwei Getränken zahlen wir 400 Rupien). Es ist superlecker und ausgiebig und billig! 

Danach fahren wir nach Trou aux Biches, wo es drei freie Strände gibt, und wir bleiben ein bißchen an dem aller schönsten. Er ist der gewünschte tropische Traum: hellblaues Meer, weißer Sand, schiefe Kokuspalmen.  Wir baden hier, aber nach einer Stunde wird der Himmel leider ganz grau.   





Wir fahren jetzt schon nach Hause. Ich mache paar Fotos aus dem Auto in Port Louis:



Wir kaufen in Tamarin ein und fahren ins Villenviertel von La Preneuse. Hier sind unglaubliche prachtvolle Palaste. Auf der Straße spielen europäische blonde Kinder Ball, blonde Frauen joggen oder gehen mit ihrem Hund Gassi. Ich bin neugierig, ob diese Menschen hier nur Urlaub machen, oder hier leben? Wir fahren noch nach Flic en Flac zu tanken, da wir daß Auto mit halbem Tank zurückgeben müssen und jetzt haben wir ihn nur viertel voll. Zu Hause das übliche Program: duschen, Muscheln sammeln, Ordnung machen und auf der Terasse sitzen. Es ist total nervig, daß abends immer sternenklar wird und man denkt, es bleibt so, und dann am nächsten Tag kommt wieder Regen. Der Regen hat wahnsinnig viel Mücken aufgeweckt. In den ersten Tagen gab keinerlei, und jetzt Millionen. 

Solche Sachen hat der Sturm aus dem Ozean rausgeholt (der Flip Flop ist zum Größenvergleich): 

Die sind nicht schön, aber schon wegen der Größe interessant. Natürlich haben wir so was nicht nach Hause mitgenommen. :-)

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

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