Sonntag, 13. Februar 2011

Kofferpacken

Jetzt bin ich gerade beim Kofferpacken. Es ist jedes Mal ein bißchen die Hölle für mich. Ich hasse es und kann oft stundenlang nicht entscheiden, was ich mitnehmen will und zum Schluß wird dann doch alles zu viel...dann fängt es alles vor vorne an. :-) Morgen Nachmittag geht es nach Thailand los. Ich melde mich jetzt bis 4. März wahrscheinlich nicht. 

Samstag, 12. Februar 2011

Teneriffa 2006/Teil 4.

Heute wollten wir bis 9 Uhr schlafen, aber wir werden beide um halb 9 schon wach. Trotzdem gelingt es uns wieder so lang rumzuwursteln, daß wir erst um 10 Uhr, auf der gestrigen Route losfahren. Heute biegen wir aber nach dem Kalderaeingang nach links, auf die Cumbre Dorsal genannte Straße, welche auf dem (südliche und nördliche Inselseite trennende) Bergkamm verläuft. Es eröffnet sich wieder eine neue Welt vor uns und wir sehen den Teide schon wieder aus einem anderen Winkel. 


Zum Glück haben wir heute auch wunderbares, klares Wetter. Auf den Hängen reihen sich mehrere von Erosion zerfressene Vulkankegel. Ich bin ganz aufgeregt von deren Anblick. Bald kommen wir zu dem Sternenobservatorium von Izana. Interessantes Bild ist, wie die schneeweißen Gebäude in der dunkelen Mondlandschaft stehen. Alles wirkt ein bißchen futuristisch, als ob wir auf dem Mond wären. :-) Als wir aus dem Auto steigen, kriege ich auf dem Berg wieder Kopfschmerzen. Ich verstehe gar nicht, was es sein soll, weil wenn ich im Auto sitze, geht es weg, und wenn ich aussteige, kommt es wieder. Ganz komisch ist es.  Man kann oft von der Straße gleichzeitig auf die beiden Seiten der Insel runterschauen. Links, nördlich, Richtung Puerto ist strahlend blauer Himmel, auf der anderen Seite ist weiße Wolkendecke unter uns, zwischen den Wolken sieht man in der Ferne scharf Gran Canaria. 






Dann fahren wir im Kieferwald und nachher in einer Eukaliptusallee und später durch die Wolken. Als wir in La Laguna ankommen, sehen wir, daß über dem ganzen Anaga-Gebirge schwarzer Himmel herrscht. Sehr ärgerlich, da es dort immer schlechtes Wetter gibt, wo wir hinwollen. Nur über den Wolken gibt es einen ewig blauen Himmel. Jetzt wollen wir zum Strand Las Teresitas. Bei Santa Cruz de Tenerife scheint noch die Sonne, aber man sieht, daß über dem Strand bewölkt ist. Wir warten auf dem Strand, essen Sandwiches und fahren auf den Berg um zu fotografieren. Dort sehen wir, daß die Wolken ganz schnell in Richtung des Inneren Anaga-Gebirge rasen, so haben wir noch Hoffnung, daß in kurzer Zeit wieder Strandwetter wird. Es wird auch so und wir verbringen 3 wunderbare Stunden an diesem paradiesischen Strand, in dem goldenen Sand der Sahara, unter Palmen. Das Ozeanwasser ist hier ganz angenehm zum Baden. Dank des künstlichen Wellenbrechers, kann man hier ganz weit schwimmen, gibt es keine Strömungen. Gegen 17 Uhr fahren wir nach Hause. Heute kaufen wir wieder im Alcampo ein. Das Abendessen besteht aus einem riesigen rosaroten Fisch und aus grauen Langusten. Wir wollen jede Fischsorte ausprobieren, den es hier gibt, aber manche kaufen wir doch nicht, da ich keine Ahnung hätte, wie man sie anfertigen soll. Wir öffnen den Wein, welchen das Hotel für uns zur Ankunft auf den Tisch gestellt hat, aber er schmeckt uns nicht, ist zu trocken, wir mögen beide nur süße Weine. Dieser Wein landet im Spülbecken. :-(  Sind wieder zu faul zu spazieren. 







Am Mittwoch Morgen ist uns nicht eilig, wir fahren erst um 10:45 los. Der Himmel ist total bewölkt. Unser erstes Ziel ist Güimar. Unterwegs fängt es zu regnen an. Vor dem Museum ist der Parkplatz voll, kaum finden wir freien Platz. Der Eintritt ist 9 Euro/Person. Alles ist total niveauvoll hergerichtet. Wir verbringen hier mehr als eine Stunde. Ich habe schon früher auch die Theorie von Thor Heyerdahls Völkerwanderung über den Ozean gekannt. Ich habe die Kon-Tiki Expedition gelesen, aber hier kann man total viel über Heyerdahls Forschungen erfahren und es interessiert mich alles sehr. Hier kann man die Kopien seiner Floße sehen. Wir gehen in dem offenen Gelände auch rum und unsere Gesichter und Arme werden rot, obwohl keine Spuren der Sonne zu sehen sind. Natürlich kriege ich Kopfschmerzen. Ich weiß gar nicht ob in diesem Urlaub es einen Tag ohne gab. 




Unser nächster Zielpunkt ist La Laguna Stadt, aber da es unterwegs zu gießen anfängt, kehren wir in das große Sportgeschäft, Decathlon ein. Bei Budapest gibt es auch einen, aber dort ist er zehnmal kleiner, als hier. So ist hier die Auswahl auch viel größer. Ca. anderthalb Stunden lang dauert es, alles anzuschauen, und weil es viele Preisangebote gibt, kaufen wir auch einige Sachen. Da das Wetter nicht besser, sondern immer schlechter wird, fahren wir nachher heim. Es bleibt nichts anderes übrig wegen dem schlechtem Wetter, als Geschäfte anzuschauen, deshalb fahren wir ins Einkaufzentrum "La Villa" (wo auch der "Al Capone" ist). Es gießt furchtbar stark, heute gibt es keine Hoffnung für besseres Wetter mehr. Wir kommen um halb 8 heim und ich habe ganzen Tag pausenlos Kopfschmerzen gehabt. Heute wünsche ich mir keinen Fisch, die schwimmen langsam aus meine Ohren raus. :-) 

Es ist der letzte Tag, daß wir ein Auto haben. Wir stehen um 8 Uhr auf und kommen um 11 Uhr in Masca an. Heute war besonders großer Verkehr, mit vielen langsamen LKWs, die uns immer behindert haben. Diese LKWs lassen wahnsinnsviele Abgase aus. Wir fahren oft in einer grauen Gaswolke hinter denen.  Hier legt man wahrscheinlich  nicht so viel Wert auf Umweltschutz. 
Laut des Wandersführers braucht man gute 6 Stunden in der Mascaschlucht hin und zurück. Wir müssen abends um 8 Uhr das Auto abgeben, also war es nicht die allerklügste Idee diesen Ausflug auf den letzten Tag zu lassen. 




Die Schlucht und ihre Umgebung ist für mich eine Märchenwelt, als ob ich wohl in Südamerika wäre, ich vergleiche es immer mit Peru, obwohl ich dort noch nie war. :-) Der Pfad führt durch die Palmenhaine des Dorfes und neben dem Pfad sind hunderte von Agaven und Feigenkakteen. Die Früchte von diesen Kakteen fallen überall überreif auf den Boden und geben einen süsslich-säuerlichen, gärenden, zum Weinkeller ähnlichen Geruch aus. Die ganze Schlucht ist im Schatten, so müssen wir nicht unter der Hitze leiden. Die Umgebung ist einfach wunderschön. Die Schlucht will aber nie aufhören und uns treibt die Neugierde, wir laufen lieber schneller, daß wir bis zum Ende kommen, als wir wegen Zeitmangel irgendwo wenden müssten.   Mittlerweile (natürlich - ich wundere mich gar nicht mehr) kriege ich in Stoßwellen Kopfschmerzen, mal stärker, mal schwacher. Nach 2 Stunden schnellem Marsch hören wir schon ganz leise das Rumpeln des Ozeans. Insgesamt in 2 und dreiviertel Stunden (mit vielen Fotopausen) schaffen wir es runter bis zur Küste, wo es sich wild wellt.  






Wir erlauben uns nur 10 Minuten Erholung und gleich machen wir uns auf den Weg zurück. Zwischendurch ist die Sonne schon weiter nach oben gestiegen und scheint genau in die Schlucht rein. Die unterste Strecke ist am schwierigsten, weil man auf den großen Steinen des Bachbettes rumhupfen, oder durch Schilfgebüsch den Weg suchen muß. Der Rückweg ist insgesamt sehr anstrengend, aber wir laufen im gleichmäßigen Rhythmus und ziemlich schnell, ohne Pausen. So schaffen wir innerhalb von 2 Stunden die 600 Meter Höhenunterschied nach Masca. Währenddessen wurde es bewölkt und es fängt zu nieseln an. Auch die Luft hat sich abgekühlt. Die letzte Strecke der Schlucht ist sehr steil und es gibt sehr viele Treppen, hier sind wir kaum mehr lebendig. Keuchend kommen wir zu unserem Auto an und auf einem Zug trinken wir 2 Liter Wasser aus. Auf dem Heimweg kann ich meine Augen kaum offen halten, M. ist auch sehr KO. Letztes Mal kaufen wir in "unserem Freund, Al Capone" (Alcampo) ein :D und nachher geben wir das Auto zurück. Dann fängt es fürchterlich stark zu regnen an, so müssen wir in den "Martianez-Laden" flüchten und dort warten. Ich verwöhne meine pochenden Beine und Muskeln mit einem heißen Bad in der Wanne (was ich eigentlich aus hygienischen Gründen im Hotel nicht so gerne mache). Zum Abendessen gibt es Garnelen und Pizza. Es regnet ganzen den Abend wahnsinnig strak. Es macht mir ein bißchen Sorgen, da wir in den übrigen zwei Tagen nur baden wollen.  

Heute ist M's Geburtstag, er hat ihn noch nie im Ausland gefeiert, ich will ihm eine Massage schenken, aber schließlich will ich es auch ausprobieren, ich wurde noch nie professionell massiert. Die Massage haben wir schon zwei Tage vorher gebucht, als wir beim Heimkommen gerade vor einem Massagesalon Parkplatz gefunden haben. Es ist eigentlich direkt gegenüber unseres Hotels (hintere Seite, Carretera del Botanico, Shioki heißt es). Zwar steht auf dem Schaufenster alles auf deutsch, die zwei Angestellten sind jedoch Spanier und sprechen nicht deutsch (englisch auch nur kaum). Wir kennen uns bei Massagesorten nicht aus, wir wollen irgendwas für den ganzen Rücken und was relaxierendes. Der Mann fragt, ob wir irgendwelche Rückenprobleme haben. Wir zeigen es, was wir haben und er empfehlt was spezielles und wir gehen darauf ein. 
Also, heute um halb 11 gehen wir zur Rückenmassage. Es ist bewölkt, und hat sehr abgekühlt. Wir gehen in getrennte Räume, M. mit dem Mann, ich mit der Frau. Ich bin sehr aufgeregt, wie es wird. Die Frau kommt zu mir rein und sagt, daß ich mich nicht ausziehen, und mich auf den Rücken legen soll. Ich wundere mich. Sie meditiert erst und dann legt sie ihre beiden Hände auf meine beiden Knöchel. Sie hält sie dort paar Minuten lang und dann geht weiter so nach oben, legt ihre Hände auf die Kniee, Hüften...usw. Es wird esotherische Relaxmusik gespielt, die mich grundsätzlich furchtbar nervt, da ich solche Musik zu Hause durch Fenster schmeißen würde, ich bin wahnsinnig gespannt, mit Relaxen hat es nichts zu tun. Anfangs denke ich, es wäre nur irgendwie eine Einführung vor der richtigen Massage, aber die von mir gedachte Massage kommt nie, nur diese "Zauberei" anderthalb Stunden lang. Ich bin schon so nervös, daß ich am liebsten schon fragen würde, was los ist, aber an dem Mangel einer gemeinsamen Sprache findet meine Frage nicht statt. Manchmal fühle ich was Interessantes, weil entweder Hitze oder Stoßwellen aus der Hand der Frau strahlen. Das Zimmer ist voll mit Urkunden und Diplomen. Sie kennt sich schon gut aus. Als ich rauskomme, sitzt schon M. dort und lächelt. Ich frage ihn sofort, ob er auch solche "Zauberei" bekommen hat. Er lacht sehr, und sagt, ja.  Ich frage aber, wo die Rückenmassage geblieben ist. Und die Masseure sagen, daß es, was sie gemacht haben (Sacrocraneale Therapie) viel wirksamer ist für Probleme, als eine normale Massage. Also gut, diskutieren werden wir nicht darüber, es hat pro Person 37 Euro gekostet. Die Frau hat mir meinen Kopf wahsinnig lang angefasst, ich habe das Gefühl gehabt, sie spürt es irgendwie, daß ich immer Kopfschmerzen habe und versucht zu helfen. Es war alles total interessant und so esoterisch. Als wir von denen weggehen, äußert sich schon M., daß seine starke Schulterplatten-und Ellenbogenschmerzen, die er schon seit Wochen hat, komplett weg sind. Meine Kreuzschmerzen, was ich durch meinen Bandscheibenvorfall habe, sind genauso hier geblieben. :-)  Na ja, ich weiß es nicht, es war auf jeden Fall komisch. 

Wir gehen in das Appartment zurück, und zu unserer Überraschung steht eine Flasche Sekt mit einer Begrüßungskarte auf dem Tisch - für M's Geburtstag von der Anlage. Hut ab, es ist sehr aufmerksam von dem Hotel. Wir essen was und sehen nicht zum ersten Mal, daß alle Nachbaren ihren ganzen Tag auf dem Balkon sitzend verbringen, die Frauen lesen, die Männer saufen ganzen Tag Bier. Toller Urlaub! Dafür brauchen sie gar nicht auf Teneriffa zu reisen. So was macht mich wütend.  


Wir spazieren eine Runde und später kommt auch die Sonne heraus. Gegen 2 Uhr gehen wir zum Lago Martianez zu baden. Heute sind hier kaum Menschen. Der Himmel ist bewölkt und es ist total witzig, daß wir hier unter den grauen Wolken liegen und der Regen auf unsere Bäuche tröpfelt, währenddessen paar Meter von uns die Sonne scheint und wenn wir die Liegen dahin schieben, trocknet die Sonne die Regentropfen von unserer Haut. Es habe ich auch noch nie erlebt, daß ich im Regen mit aller Ruhe auf einer Sonnenliege liege und es macht mir nichts aus. Aber später fängt es leider richtig stark zu regnen an. Um 4:15 rennen wir schnell nach Hause. Wir kaufen für Abendessen ein, natürlich wieder Fische: halbes Kilo Garnelen, die wir mit Reis und Gemüse vorbereiten. Nach dem Abendessen öffnen wir den Sekt, und er ist sehr lecker (nicht so trocken, wie der Wein war). Wir haben es schon entschieden, daß wenn wir noch einmal auf die Insel kommen würden, dann nehmen wir unbedingt dieses Hotel. 

Der letzter Tag. Wir stellen keinen Wecker ein, und wachen um 9 Uhr auf. Es regnet. Es ist deprimierend und wir wissen gar nicht, was wir mit diesem Tag anfangen sollen. Wir wursteln nur rum und als es weniger regnet, gehen wir Richtung Altstadt spazieren. Wir schauen Geschäfte an, bummeln viel, ich entdecke immer wieder noch nicht bekannte Holzbalkone, die mir sehr gut gefallen. Wir besuchen das kleine Archeologische Museum, welches eher ein Witz ist, als Museum. Es ist in einer versteckten Strasse, kaum zu finden, und seine Ausstellung besteht ca. aus 10 Tontöpfen von den Guanchen. Der Eintritt ist 1 Euro. Als wir aus dem Museum treten, regnet es wieder stark. Unter meinem kleinen Schirm beeilen wir uns irgendwo unter ein Dach. Wir landen auf dem  Plaza del Charo in einem stilvoll eingerichteten Burger King. Wir essen was und warten, daß der Regen nachlässt. Dann spazieren wir Richtung Küstenpromenade. Aber es fängt wieder stark an. Ein letztes Mal kehren wir in den "Martianez-Laden" ein. Wir schauen alles ewig an, und als wir rauskommen, scheint die Sonne, keine Spuren mehr von Wolken. Unglaublich, daß das Wetter sich so schnell ändern kann. Wir gehen heim, packen schnell unsere Badesachen und rennen zurück zum Lago de Martianez. Kein Mensch ist dort außer uns. :-) Wir haben noch eine Stunde Sonne, aber dann kommt wieder Regen. Ich bin aber zufrieden, es war ein angenehmer Tag und ich durfte eine Stunde lang die streichelnden Strahlen der Sonne genießen. Ab morgen wartet auf uns der Winter. 



Morgen früh kommt der Bus um 4:50 Uhr uns aufzunehmen, und wir müssen heute Nacht die Uhr auf Winterzeit mit einer Stunde zurückstellen. Ich fange zu packen an, M. liest. Das letzte Abendessen kann nicht anders sein, als Doraden und Garnelen. :-) Ohh, wie sehr wird es uns zu Hause fehlen!! Neben der Natur ist es der zweite Grund für uns auf die Insel zu kommen. Jetzt beherrscht mich schon die Stimmung des Abschieds und ich bin ganz traurig, daß wir wegmüssen. Wir haben keinen Zweifel mehr, daß wir wieder kommen, und dann im Frühling. Heute gibt es auch laute Livemusik, wir gehen spät ins Bett. 

Aufstehen um 3:30 Uhr. Ein bißchen brutal. Eine Stunde später stehen wir schon bei der Rezeption, geben unsere Türkarten zurück, und bekommen die 10 Euro Kaution für den Safe. Der Regen gießt. Der Bus kommt pünktlich und hat seine Klimaanlage so stark, daß man tiefgefroren wird. Ich verbringe die Fahrt im Dämmerschlaf. Am Flughafen sind furchtbar große Menschenmassen, als wenn alle Urlauber an diesem Tag wegfliegen wollten. Wir stehen bestimmt halbe Stunde, bis wir an die Reihe bei dem Check-in kommen. Heute ist die Kontrolle sehr streng, sehr genau. Der Flug ist lang und langweilig. Unsere Koffer wurden so behandelt, daß sie im Regen total durchgenässt sind, innen ist alles naß! In München ist schönes Wetter, aber wie lang noch?

Über meine häufige Kopfschmerzen habe ich nicht so viel geschrieben, weil ich jammern wollte, sondern ich wollte damit nur sagen, daß für mich eindeutig irgendwas dort "in der Luft" war, was es verursacht hat, und es war schon sehr merkwürdig.


Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Teneriffa 2006/Teil 3.

Wir stehen um 7 Uhr auf, der Autovermieter bringt wirklich um 8 Uhr das Auto zum Hotel. Es ist "das Einheitsauto Teneriffas" :-), ein weißer, uralter Citroen Saxo. Wenn wir aussteigen, müssen wir das Kennzeichen merken, damit wir nicht in jedem Parkplatz 20 Autos ausprobieren müssen. :D Vor zwei Jahren war das selbe, aber damals war Fiat Punto das "Einheitsauto".  
Wir wollen heute eine kleinere Tour in der Umgebung von Masca machen. Ich finde, es gibt keine schönere Strecke auf dieser Insel, als aus Puerto entlang der Nordküste fahren: alles grün, atemberaubende Steilküsten, mächtige Wellen...alles zusammen, wirkt so tropisch.  




Als die Wellen auf die Felsen prallen, fliegen winzige Wassertropfen rieselnd hoch und die ganze Küste schwimmt in einem weißen Vorhang aus abertausenden winzigen Wassertröpfchen. Sehr faszinierend. Der weite Anblick in dem Hintergrund mit dem kargen, dunkelbraunen Vulkankegel - es ist für mich alles so exotisch. Ich wußte gar nicht, daß es auf der Insel außer dem Teide andere Vulkane gibt, und jetzt entdecke ich immer neue. Ich muß unterwegs ständig auf den Knopf drücken und viele Fotos schießen. Heute halten wir in Garachico nicht an. Wir tanken das Auto in Los Silos voll und fahren in die Berge rein. Dann halten wir in Los Portelas an. Ich habe nämlich eine kleinere Wanderung aus dem Wanderführer ausgesucht. Die, aus dem Buch wäre 8-stündig, von Buenavista nach Masca, aber ich habe davon nur eine ca. 2-stündige Strecke ausgewählt. Der Rother Wanderführer ist ziemlich genau und beschreibt alles sehr gut. Wir parken einfach an der Straße und laufen dann bergauf.  




Wir haben zu lang rumgewurstelt, es wird schon 10 Uhr, daß wir losgehen und die Sonne knallt schon sehr stark runter. Der erste Abschnitt nach Los Portelas ist richtig steil. Hier spüre ich erstes Mal diese komische Übelkeit mit Kopfschmerzen und Schwindel, die mich dann in den nächsten Tagen immer begleiten wird. Es ist ein ähnliches Gefühl, als ob man Sonnenstich kriegt, aber ich bin gerade erst seit paar Minuten in der Sonne und ich trage immer Mütze. Ich versuche es mit viel Flüssigkeit zu kompensieren, aber es hilft auch nicht. 
Als wir von der Teerstraße auf den Pfad kehren, sofort sind wir von Kakteen umgeben. Wir hören Hundegekläffe und Geschrei. Dann peitscht der erste Schuß, und dann immer mehr. Hier läuft eine Treibjagd. Bei dem ersten Schuß, hört mein Herz fast zu schlagen auf, ich erschrecke mich, nicht daß diese hier uns abknallen. Der Pfad ist immer steiler und das Gebüsch ist immer dichter, und wir hören die Schüsse immer näher. Die Sonne brennt gnadenlos. Wir gehen durch einen "Wald" von Agaven und Feigenkakteen. Wir haben immer ein gutes Panorama auf das Tal von El Palmar, wo der spektakulär aussehende Hügel ist, dessen Oberfläche von 3 Schlitzen aufgeteilt wird. Wir nennen ihn nur: "Der Fußabdruck von Godzilla" . :-)


Unterwegs treffen wir uns mit Ziegen und mit dem ersten Jäger. Er merkt es, daß wir total unsicher sind beim Auswählen des Pfades in einer Abzweigung, so zeigt er uns den richtigen Weg. Wir spüren aus seinen Worten die Hilfsbereitsschaft und Gütigkeit, aber wir verstehen kein Wort davon, was er sagt und er haspelt nur immer mehr auf spanisch. Wir hören ihn ohne Wort zu, und dann tun wir so, als wenn wir alles verstanden hätten, und alle unsere Spanischkentnisse zusammensammeld bedanken wir uns und verabschieden uns von ihm. Jetzt bin ich erst beruhigt, daß diese Jäger so freundlich sind. Vielleicht würden sie uns nicht für Kaninchen halten und abschießen. :-)



Als wir den Bergkamm erreichen, erschließt sich vor uns ein wunderbares Panorama, wir können gleichzeitig auf dasTal von El Palmar, und auf die Seite Richtung Masca und auf La Gomera blicken. Hier erkennen wir es, daß eine ganze Reihe von Jägern (mit Gewehren in der Hand) auf dem Kamm steht und alle Augen sich auf uns richten. Irgendwie ist es kein gutes Gefühl, ich fühle mich schon als Beute. Ab hier gehen wir schon abwärts nach Masca.  




Die Vegetation betreffend ist hier der Weg wunderbar. Die gezackten Felsmassive sind alle grünfarbig, von irgendwelchen Mosen bewachsen. Die ganze Landschaft wirkt von hier absolut so, als wenn es aus einem Indianerfilm von Peru ausgeschnitten wurde, als wenn ich nach einer Kurve in jedem Moment den Machu Picchu erblicken würde. Das ist das, was ich an dieser Insel liebe, diese Vielfalt. Gestern "Las Vegas" heute "Peru". :-) Eine schöne Weltreise! :D Wir treffen dann noch einen Jäger direkt von Angesicht zu Angesicht, er spricht zu uns, aber wir verstehen ihn nicht, und er versteht kein englisch. Aber er ist freundlich, daß spüren wir aus seinem Gerede. Die ganze Umgebung von Masca ist mit Palmenhainen umgeben. Erst bin ich so begeistert, daß ich die Palmen einzeln fotografiere, aber danach checke ich es, daß hier mehrere hunderte sein können, es wird nicht so viel Speicherplatz auf der Karte sein :D :D  Bis wir in Masca ankommen, wird schon genau 12 Uhr und es tobt die größte Mittagshitze. Am Anfang waren wir sehr begeistert, aber jetzt können wir es uns nicht mehr vorstellen, daß wir den Weg zurück nochmal zu Fuß über den Berg machen würden. Hauptsächlich weil es so heiß ist und wir sehr viel aufwärts laufen müssten.  




Nach paar Minuten Erholung und Schauen empfehle ich, daß wir mit dem Bus nach Los Portelas zurückfahren sollten. Wir finden die Haltestelle auch schnell, aber dort steht kein Fahrplan und unser Reiseführer schreibt kein Wort darüber. Tja, weiß der Geier, wie oft die Busse fahren und wir möchten noch einiges machen und nicht den halben Tag mit Warterei verbringen und in der Knallerhitze verdorren. Wir denken auch daran, daß wir entlang der Straße zurücklaufen, da es nicht steil ist, aber dafür ganz schmal, und kurvig, es ist keine gute Idee, kann gefährlich sein. Dann kommt ein Taxi und steigen seine Gäste hier aus und wir denken es wird für uns die Lösung sein. Wir fragen ihn, aber er will uns nicht mitnehmen, da er auf seine Fahrgäste warten soll, bis sie aus Masca zurückkommen. Die einzige Möglichkeit, wir müssen hier jemanden ansprechen und uns mitnehmen lassen. M. findet es peinlich und verschließt sich davon, ich forciere es aber, daß wir am Parkplatz bleiben sollen, denn alle 5 Minuten kommen und gehen Menschen aus Masca. Die meisten sind aber zu viert. Wir lauern die Leute so ab, wie ein Raubtier seine Beute und schließlich spreche ich ein Pärchen an, die gerade ihr Auto öffnen. Sie sind Schweden. Sie nehmen uns ohne weiteres mit, und wir unterhalten uns unterwegs, sie können gut deutsch, sie haben jahrelang in Deutschland gelebt. Die 8 Kilometer auf der kurvigen Straße dauern ewig und ich freue mich furchtbar, daß die Fahrt geklappt hat, da ich nicht zu viel seelische Kraft zurückzuwandern gehabt hätte. Alle unsere Erfahrungen von früheren Alpentouren erweisen sich zu wenig dazu, daß wir uns für die hierherigen Verhältnisse entsprechen sollten, wegen der mörderischen Kraft der Sonne. Nach vielen herzlichen Dankesagen setzen wir uns in unser Auto und fahren Richtung Garachico los. 



Wir halten für paar Fotos in Los Silos an, und unterwegs auch öfter bei den Bananenplantagen, bis wir Garachico erreichen. Wir wollten in den Naturlavabecken baden, aber es können wir sofort vergessen, da so riesige Wellen dahinprallen, daß man die einzelnen Becken gar nicht mehr erkennen kann. Wo die Becken sein sollten, tobt nur wild der Ozean. Das ganze Gelände ist mit Bändern gesperrt. Ich verstehe nicht, was hier abläuft, da es keinen Sturm gibt, warum der Ozean so wild ist. Die Absperrungen scheinen nicht frisch zu sein, es sieht so aus, als es für immer gesperrt wäre. Vor zwei Jahren war hier das Wasser ganz ruhig. Ein bißchen enttäuscht spazieren wir kurz im Dorf, essen ein Eis und fahren Richtung Icod de los Vinos weiter. 

In Icod haben wir auch nicht viel Glück. In der ganzen Umgebung des tausendjährigen Drachenbaumes ist Parkverbot. Wir wollten jetzt zu dem Schmetterlingshaus, aber es ist zu, wird komplett umgebaut. Vor zwei Jahren wollten wir kein Geld dafür ausgeben, und jetzt ist es zu. So spazieren wir hier auch ein bißchen. Wir gehen auf den Kirchenplatz, ich möchte von dort paar Bilder von dem Drachenbaum machen, aber die örtlichen sind sehr trickig, sie haben häßliche Fahnen auf die Steinmauer vor den Drachenbaum gestellt, daß man ihn überhaupt nicht fotografieren kann, nur so, wenn man in den Garten reingeht und Eintritt zahlt.  

Jetzt wollen wir schon nach Hause, aber unterwegs sehen wir ein Schild mit Strand darauf und wir fahren darunter. Der wunderschöne, breite, schwarzsandige Strand heißt Socorro, und liegt unter Bananenplantagen. Das Wasser wird langsam tief, aber wenigstens 2 Meter hohe Wellen kommen entgegen. Auch ein Schild macht uns auf den gefächrlichen Wellengang aufmerksam. Wir gehen nur bis zum Oberschenkel rein, und spüren schon dort die ungeheuerliche Kraft des Wassers und der zurückziehenden Wellen. Ich glaube, wenn ich hier weiter reingehen würde, werde ich in diesem Leben nie mehr rauskommen. Sowas war genug einmal im Leben (auf Korsika) zu erleben.  



Wir bleiben nach dem Geplansche in den Wellen nur so lang, bis wir in der Sonne uns trocknen. Auf dem Heimweg kehren wir in den Alcampo ein, aber da es Sonntag ist, hat er zu. Als Überlebensration kaufen wir zwei Sandwiches im Mc Donald’s und essen sie im Auto, da wir schnell weiterfahren zum "Martianez"-Laden, und Gott sei Dank hat er noch offen, sonst hätten wir nichts zum Abendessen und auch keine Getränke für den  morgigen Ausflug. Wir parken in der Tiefgarage, aber später können wir von dort kaum rauskommen. So ein idiotisches System! Zuerst bekommen wir eine Magnetkarte, aber wir wissen es nicht, daß wir es an der Kasse entwerten lassen müssen. Dann gehen wir erneut zu der Kasse und dort bekommen wir eine zweite Karte. Dann müssen wir in den Automat die eine Karte und nachher die andere reinschieben und er spuckt dann nur eine raus und die müssen wir in den Automat bei der Schränke reinschieben. Wir sind an der Grenze des Wahnsinnes, bis wir hier rauskommen.

Heute gibt es zwei kleinere Doraden, Garnelen, Pommes und Salat zum Abend. Sehr lecker. Von Doraden und Garnelen kann es uns nie genug sein. :D Wir essen uns bis zum Gehtnichtmehr voll, so müssen wir danach spazieren, sonst wird uns übel. :-) Wir spazieren gute dreiviertel Stunde bergauf im Viertel La Paz. In die von Urin stinkende Umgebung von der Küstenpromenade sehne ich mich nie mehr. Hier oben finde ich alles viel geordneter und schöner. Heute war ganzen Tag schönes, klares Wetter, nur am Nachmittag waren einige Wolken auf dem Himmel, jetzt ist er sternenklar und wir können auch den Teide sehen, was abends seltsam ist. Meine Augen brennen heute auch. Immer abends. Jetzt bin ich schon ziemlich sicher, das es die starke UV-Strahlung verursacht, obwohl ich Sonnenbrille habe (aber vielleicht nicht zu gute?). Im Hotel gibt es noch lange großen Lärm im Hof, aber irgendwie gewöhnen wir uns daran. 

Am Montag stehen wir um 8 Uhr auf. Ich habe super gut geschlafen. Typisch für uns, wir wursteln wieder so lang rum, daß wir erst um 9:45 zum Teide losfahren. Das Wetter ist kristallklar, so klaren Morgen gab es noch nie hier, keine Wolken, kein Morgendunst. Heute kann man endlos weit sehen. Unser Weg führt durch La Orotava. Ab und zu halten wir an, um das Orotavatal und Puerto zu fotografieren. Man kann auch La Palma sehen. Hier entdecke ich auch paar alte, verschleißte Vulkankegel und ich bin so aufgeregt, da mich Vulkane so faszinieren. Ich warte sehr aufgeregt auf das zweite Treffen mit dem Teide.  


Wir kommen zum Kalderaeingang an, die Sonne blendet uns, alles ist ganz anders, als es vor zwei Jahren im Winter war. Erstens gibt es keinen Schnee und dadurch zeichnen sich die starken Kontraste der vielen Farben ab, und zweitens gibt es keinen Nebel, keine Wolken, nur der dunkelblaue Himmel und um uns herum die Mischung der tausenden Schattierungen von braunen und rötlichen Farben. 
Auf der Straße erinnere ich mich daran, daß irgendwo links, ich damals interessante Felsenformen, wie zwei einander küssende Mäuse, gesehen habe, und ich möchte sie gerne nochmal finden. Und wir finden sie ganz leicht, und ich sehe darin wieder "die küssenden Mäuse" (ab jetzt heißt diese Strecke bei uns die "bei den küssenden Mäusen"). :D

Da, die küssenden Mäuse:



Mich fasziniert jede Ecke dieser Landschaft mit ihrer Schönheit. Bald kommen wir zu den Lavafeldern an, wo wir in dem selben Parkplatz anhalten, wie vor zwei Jahren. Die ausgetrockneten Natternköpfe interessieren mich am meisten wieder, aber hier in dem Moment weiß ich noch nicht, daß sie überhaupt so heißen. Nur ein bißchen später erfahre ich den Namen Natternkopf und daß sie im Frühjahr blühen. In dem Moment weiß ich sofort ganz sicher, daß ich auf die Insel im Frühling wieder zurück muß! Auf den Teide fahren wir nicht zweites Mal rauf. 

Wir fahren in Richtung der Felsengruppen des Roques de Garcias weiter. Hier erfinde ich gleich noch paar originelle Namen für die Felsen. :-) Als erstes erscheint in unserem Sichtfeld "die großmöpsige Gorillafrau".


Dieser Ausdruck passt einfach am besten darauf, weil dieser Fels genau so aussieht, wie wir ihn vor zwei Jahren benannt haben. Ein anderer Fels stellt einen auf seinem Rücken liegenden Mann dar, dem sein Bart  bis zu seinen Füßen runterhängt, und zwei Engelflügel hat, also so heißt dieser Fels bei uns "der langbartige Mann" (andere sehen drin irgendwie einen Igel). So kommen wir langsam zu dem „Finger Gottes” (Roques de Garcia) an. Es ist Mittag.



Der Parkplatz ist voll, förmlich glüht die Luft im Sonnenschein, wie man es an heißen Sommertagen über dem Asphalt sehen kann. Nach paar Fotos von dem Fels (Roque de Gracia) mit dem Teide im Hintergrund, treten wir schon auf dem Pfad und steht eine ca. anderthalb stündige Tour vor uns. Es ist warm, aber es ist nicht diese unertragbare Sommerhitze, die wir aus Griechenland kennen. Als ich aus dem Auto steige, sofort kriege ich Kopfschmerzen und Übelkeit (Schwindel). Wir haben beide dünne lange Hosen an und zwingen auch noch die dünnen Jacken auf uns. Nicht als man sie wegen den Temperaturen bräuchte, sondern wir brauchen sie als Sonennschutz. Baseballmützen, Rucksäcke, ausreichend Getränke und wir können losgehen. Anfangs  mache ich mich lustig über uns, was für eine unernste kleine Tour wir ausgewählt haben, aber kurz darauf habe ich schon eine andere Meinung. Zwischen den Felsen und Lavaflüßen wachsen überall Ginster und Rauken. Hier und jetzt weiß ich noch nicht, daß sie so heißen, ich erfahre es später aus einem Prospekt im Parador National...Aus dem Prospekt erfahre ich auch, daß diese Büsche im Frühling blühen. Wieder ein Grund, daß ich hierher zurück muß!!!




Auf dem einen Ginster sitzt ein Teidefink (oder ein ähnlicher Vogel), ich kann ihn fotografieren. Wir kommen zu der Felsformation der „großmöpsigen Gorillafrau” an, sie sitzt direkt über uns und jetzt können wir es von so nah auch feststellen, daß dieser Fels eindeutig die oben genannte Form ist. :-) Die Ginsterwälder verlassend, kommen wir zu einem in Blasen versteinerten Lavafeld und von dort steigen wir auf den Fels des "langbartigen Mannes", und steigen gleich auf der anderen Seite der Felsbrocken ab. Dort gibt es keinen Schatten mehr, wir sind 100%-ig dem Sonnenschein ausgesetzt. Mit abgeknickten Köpfe laufen wir, damit die Mützen mehr Schatten für unsere Haut spenden. Aber meine Haut brennt, tut fast weh, ohne, daß die Sonne direkt darauf kommen würde. Die Strahlung muß hier extrem stark sein. 



Als wir abwärts in der endlosen Mondlandschaft marschieren, und ich weiß, daß ich ca. noch eine Stunde laufen muß, fühle ich so als, halte ich keine Minute mehr in der Sonne aus. So wurde die zu leicht geschätze Tour, zu anstrengend. Wir machen eine gute große Runde um die Felsgruppe, als wir schon dorthin kommen, wo wir direkt unter der Garcia, bei einer Kathedrale genannten Felsgruppe stehen. Hier gibt es Möglichkeit zu dem Garcia aufzuklettern, oder noch eine Stunde laufend, alle Felsen umgehen und von der anderen Seite zum Parkplatz zurückkehren.   


Wir setzen uns in den Schatten der Kathedrale auf zwei Steine und essen unsere Semmeln. Die Kathedrale besteht aus tausenden von Basaltorgeln und Geröllsteinen. Weiß der Geier, was sie noch in einem Stück zusammenhält, aber man denkt, sie bricht sofort zusammen. Im Schatten ist komischerweise eiskalt, daß wir so durchgeschwitzt uns frieren. Später müssen wir es entscheiden, ob wir weitergehen, oder zu der Panoramaterasse von dem Garcia Fels raufklettern. Wir wählen das Klettern. Es scheint anstrengender, aber kürzer, als der andere Weg zu sein. In der Nähe ist das Parador National de Canadas del Teide genannte Informationshaus, wo es auch Unterkünfte und ein Restaurant gibt. Hier essen und trinken wir was und erholen uns. 

Im Informationshaus gibt es ein kleines Museum, das gratis ist und den Teide Nationalparkt vorstellt. Hier kriegen wir die kleine Broschüre, aus der ich viel Interessantes von den hier lebenden Pflanzen und Tieren und von der Geschichte des Teides erfahre. Ich lese von den Phasen der Teideausbrüche, und was mich schockiert, daß ich bis jetzt überall es gelesen habe, daß der Teide ein inaktiver Vulkan wäre, und diese Broschüre schreibt jetzt, er ist doch aktiv. Der letzte Ausbruch war 1798, aber nicht direkt aus dem Teide, sondern aus dem daneben stehenden Pico Viejo, der aus sich 3 Monate lang pausenlos Lava gespuckt hat.  Diese Lavamenge hat das heutige Gesicht der Westkaldera geformt. Ich lese noch, daß kein Mensch es genau weiß, wie die Kaldera mit ihrem 16-17 km Durchmesser entstanden ist, aber eins ist sicher, daß hier irgendwann ein Vulkan mit 5-6000 m Höhe gestanden hat, und er ist nicht durch eine Eruption zusammengebrochen, sondern wahrscheinlich ist sein Kegel unter seinem eigenem Gewicht eingestürzt. Es sind nur Vermutungen, daß die Kaldera so entstanden ist, und so konnten in ihr später neuere sogenannte Schildvulkane entsetehen. Diese Vulkane lassen langsam laufende Lava aus und sie schichtet sich immer wieder aufeinander und lässt den gewölbten Vulkan immer höher wachsen. Aus dem heutigen, 80 m breiten Krater des Teiedes fliegt manchmal Wasserdampf hoch.  



Wir fahren durch das Valle de Ucanca, dessen wunderschönes Panorama uns immer verblüfft. Wir biegen Richtung Vilaflor ab. Die sich wild schlängelnde Serpentinstraße führt durch Kieferwälder. Auf einmal sehen wir in einem Tal unter uns, wie die weißen, schäumigen Wolken von unten nach oben drängen und über den Wolken in der Ferne La Gomera. Ein wunderschönes Bild.  


Als wir von dem Berg runterfahren, fahren wir selbst durch die Wolken und bei Vilaflor bleibt uns nichts anderes übrig, als der graue, sonnenscheinlose Himmel. Wir suchen den Weg, der zum sogenannten Paisaije Lunar führt. Der Reiseführer beschreibt den Weg so, daß man aus Vilaflor mit dem Auto 7 km auf einer Schotterpiste fahren soll und nachher noch 6 km laufen. Wir finden den Schotterweg, aber er ist mit einer Schranke gesperrt und 15 km hin und zurück zu laufen, haben wir keinen Bock. Wir sind traurig, da ich diese Felsen unbedingt sehen wollte. Vielleicht ein anderes Mal. Nach Vilaflor abwärts, gibt es nichts, was uns auf dieser Seite der Insel interessieren würde, deshalb wenden wir uns, und fahren erneut in die Kaldera rauf.  Wir fahren zuerst zu dem Informationshaus, da wir unbedingt dort "was" erledigen müssen und dann kehren wir zu der nordwestlichen Abzweigung zurück und biegen bei dem Boca de Tauce genannten Punkt auf die Straße Richtung Santiago del Teide. Hier sind wir noch nie gefahren. 



Die Straße, die viel schlechtere Qualität hat, als die vorherige, schlängelt sich zwischen schwarzen Lavaflüßen. Man sieht den Teide ganz anders von hier und hat einen schönen Blick auf den Pico Viejo, und auf seine Nebenkrater, die man „Teide-Nasenlöcher” nennt. Außer den beiden "Riesen", sieht man noch zahlreiche kleinere Vulkankegel in der Landschaft. Es gefällt mir hier total, aber wir leiden beide unter plötzliche Müdigkeit, wir denken, daß die Sonne unsere Kräfte ausgesaugt hat. 

Bild von dem Sternenobservatorium (von anderem Tag)
Wir fahren auf der Straße Richtung El Tanque. Die Landschaft ist sehr schön, aber ich vertrage die Serpentinen nicht, mir geht's furchtbar schlecht. Über Garachico und Icod ragt der Teide, den wir vorher von hier noch nie, wegen den Wolken, gesehen haben. Auf dem Heimweg machen wir Großeinkauf im Alcampo (wie ihr es schon gemerkt habt, mögen wir gerne allem eigene Namen geben, so heißt dieser Laden bei uns immer „Al Capone”). Bei dem Hotel kaufen wir Postkarten, es wäre schon Zeit welche zu schreiben. Heute gibt's nichts besonderes, nur Tütensuppe, Tiefkühlpizza und einen leckeren Tomatensalat. Wir sind faul, ich schreibe die Postkarten, M. schaut TV.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.