Samstag, 30. April 2011

Mauritius - die Tage nach dem Sturm

26. Februar 2007, Montag, achter Tag

Wir stehen um 7 Uhr auf, es regnet. Wir wollen keine Zeit mehr verschwenden, heute wollen wir schon was von der Insel sehen. Unser Weg führt uns heute nach Norden. Wir halten in Tamarin bei dem Bäcker an, wo es leckere käsige Salzgebäcke gibt, wir tanken mit solchen Sachen für unterwegs auf. Wir wechseln Geld in der Bank, neben dem Bäcker und dann fahren wir nach Flic en Flac zu dem Autovermieter, weil wir die Miete um einen Tag verlängern wollen. Der Mann im Büro ist sehr freundlich, aber er kann es jetzt noch nicht sagen, ob es möglich ist. Er sagt, er muß nachfragen und wird uns eine Nachricht bei unserer Unterkunft hinterlassen. Er meint, wenn es klappt, dann können wir das Auto für einen Tag gratis länger bekommen, als Entschädigung wegen dem Sturm. Es ist eine sehr nette Geste! Wir schauen mal am Strand vorbei, und sehen dort mächtige Wellen. Dann fahren wir durch das Dorf, Bambous, wo ich die unteren ersten drei Fotos gemacht habe:





In den Dörfern liegen viele streunende Hunde einfach nur auf der Fahrbahn und lassen sich gar nicht von den Autos stören. Wir fahren zu dem Leuchtturm von Albion, von dem unsere Nachbaren uns erzählt haben. Der Turm steht oberhalb einer Steilküste auf den Felsen. Auf dem Weg dorthin, müssen wir uns mit dem Auto durch riesige Pfützen und Schlamm durchkämpfen. Bei dem Turm steigen wir aus und der Wind reißt uns mit tausend fast um. Sofort taucht ein Kerl auf und bietet uns an, daß er uns den Turm zeigt. Er ist barfüssig und saudreckig, spricht flüssig englisch, aber in einem Akzent, daß wir ihn kaum verstehen können. Wir waren noch nie in einem Leuchtturm, deshalb ist es für uns schon interessant. Die Riesenwellen bestürmen die wilde, felsige Küste. Hier gibt es kein Korallenriff, das die Küste schützen würde. Wir geben dann dem Mann etwas Geld für die Führung und er scheint damit unzufrieden zu sein. Es tut uns leid, wir haben ihn nicht darum gebeten. Bis wir nach Port Louis kommen, gießt der Regen wieder furchtbar stark und hört nachher heute gar nicht mehr auf. Wie bei unserem ersten Hiersein. Wir ziehen die Zeit in dem langweiligen Einkaufzentrum, aber es wird nicht schwächer, also gehen wir mit dem einen kleinen Schirm in die Stadt los. Das Basarviertel ist leicht zu finden, aber es ist ein Albtraum von meinem Leben. So was ähnliches habe ich bis jetzt nur in Filmen über Asien gesehen. Auf der Straße stehen endlose Reihen von Buden, wo man nur Gerümpel kaufen kann.  Dann merken wir die Gemüsehalle und gehen darein. 




Am zweiten Stock sind Basare und unten Gemüse und Obstverkäufer. Neben dieser Halle gibt es eine andere, wo Tücher, T-Shirts...und tausend solche touristenlockende Sachen sind. Ich will nichts kaufen, aber doch ein bißchen umschauen. Die Gänge sind zu eng und den Geruch....den kann ich gar nicht beschreiben, so penetranter starker Fekaliengeruch, gemischt mit Weihrauch. Ich kriege Brechreiz und flüchte von hier raus. Die Verkäufer versuchen uns überall dort zu halten und von einem Kauf zu überzeugen. Ich schüttele nur meinen Kopf und laufe nur rauswärts. Es bleibt ein furchtbares Erlebnis und ich will nie mehr in diese Halle. Im Regen können wir aber gar nichts machen, da der Wind den Schirm immer ausdreht. Es war genug von Port Louis. Wir haben die Schnauze voll. Wir essen in einem Bufet Gemüsereis mit Hühnchenfleisch, was sehr lecker und billig ist und wollen gehen, aber wir können nicht, da es so extrem stark schüttet, daß wir sofort durchnässen würden. Wir warten ewig, aber es regnet nur und zum Schluß rennen wir zu dem Auto. Diesmal werden wir weniger naß, als letztes mal hier. :-) Das nächste Ziel ist Pamplemousses. Auf meine riesige Enttäuschung ist der Botanische Garten geschlossen und wir sehen keine Spure davon, daß da jemand daran arbeiten würde, daß die ausgekippten Bäume weggeräumt werden. Nur das kann mich trösten, daß es im gießenden Regen kein Genuß gewesen wäre. Wir versuchen es paar Tage später nochmal. Aber, wenn das Wetter so bleibt, dann bleiben wenig Chancen, daß wir von der Insel überhaupt noch was sehen können. Es regnet schon wieder so stürmisch, daß man eigentlich nicht aus dem Auto steigen kann. Wir fahren trotzdem weiter nach Norden und schauen den prachtvollen Tempel von Triolet an. Ich finde diese Tempel sehr interessant, auf der anderen Seite aber auch geschmacklos die Mischung von vielen starken Farben und Motiven. Hier werden wir total naß. 




Der Regen geht uns echt schon auf die Nerven und daß auch, daß wir in naßen, kalten Sachen im Auto sitzen. Wir schauen den Strand von Trou aux Biches an, der auch so noch, in dem grauen Wetter schön ist. 









Dann kommt Grand Baie. Unterwegs treffen wir eine sehr schöne indische Kirche, wo ich barfüßig reingehen darf. Jedes Dorf hat außer der prachtvollen indischen Kirchen, auch eine grünfarbige Moschee. In Gran Baie steigen wir nicht aus, sondern schauen dann den Strand von Pereybere an. Hier baden paar Menschen in dem gießenden Regen, wo Kokuspalmen im Sand stehen. Ich bin erkältet geworden, meine Nase läuft endlos.   Gegen halb 6 fahren wir los nach Hause, aber zuerst kehren wir in einen riesigen Supermarkt ein. Hier kaufen wir Lebensmittel. Heimwegs finden wir alle Wege, sogar noch in der Innenstadt von Port Louis - worauf ich stolz bin. Gegen 20 Uhr kommen wir zu Hause an. Wir essen und duschen. Danach hört der Regen auf und es wird ein sternenklarer Himmel. Es ist gemein von dem Schicksal, aber es macht in mir eine neue Hoffnung, daß es ab morgen schon schön wird. Sonst werden wir gleich so wie die Einheimischen, die sich von keinen Regen stören lassen, und im größten Regen spazieren sie auch so, ohne Schirm, als gar nichts wäre. Aber ich glaube, von diesem Stil bin ich erkältet geworden. Die Luft ist so dunstig, so feucht, daß wir unsere frischen Klamotten  feucht aus dem Schrank ausnehmen. Mein Buch, die Blätter meines Notizheftes sind auch alle naß und die Schrift wird verschmiert. Die Spitze sind die Süßtabletten, die in ihrer Dose einfach zu einer flüssigen Masse geworden sind. Es gibt keine einzelne Tablette mehr, sondern nur eine Puderzucker ähnliche Creme. Über unsere Kekse und Chips brauche ich gar nichts zu erzählen. :-( Die Durchschnittszeit vom trocknen unserer Handtücher und naßen Klamotten ist 4 Tage! Jetzt regnet es nicht mehr, aber dafür tobt erneut wilder Wind. Wir sitzen lang auf der Terasse. 

27. Februar 2007, Dienstag, neunter Tag

Wir stehen bißchen nach 7 Uhr auf, der Wind tobt, aber es regnet momentan nicht. Man wird langsam depressiv von dem Wetter. Um 9 Uhr fahren wir nach Süden los. Zuerst kaufen wir für unterwegs Backwaren und eine Telefonkarte, wir geben die Postkarten auf, und fahren Richtung Le Morne. Unser Ziel ist der La Vanille Krokodilpark, den wir kaum finden können, weil nur ein einziges Schild bei St. Aubin gibt, aber danach fährt man zwischen Zuckerrohrfeldern und die Wege schlängeln sich, wie in einem Labyrinth und man weiß nicht mehr, wo man abbiegen soll, keine Schilder sind mehr zu finden. Wir fahren nur nach Gefühl und finden schließlich den Park.  




Die anderen Menschen fahren hierher mit Taxi. Hier führt auch eine Palmenallee zu dem Eingang. Zu unserer Freude fängt es genau dann zu regnen an, als wir aus dem Auto steigen. Der Eintritt ist 195 Rupien/Person. Der Park gefällt mir sehr gut. Es gibt viele Tiere, die mich aber kalt lassen, mich macht die dschungelartige Pflanzenwelt verrückt. Ich fühle mich wie in einem tropischen Urwald. Für mich bleibt der Park ein großes Erlebnis von der Insel. Wir haben aber schon wieder nicht an die Mücken gedacht, die stechen uns so voll, daß wir aussehen, als ob wir Windpocken hätten. Es gibt einen Teil im Park, wo ein Stück Dschungel ist und dort sehen wir wunderschöne Pflanzen, bis zum Himmel ragende und armdicke Bambusse. Wir sehen auch ein Kameleon, der sich gerade in ein Loch reinstecken will. Wir treiben ihn heraus und er bläst sich auf und ändert seine Farbe. Als wir aus dem Park rauskommen fällt der Regen wie ein Vorhang über uns. Wir warten lange Minuten bei dem Ausgang, aber es wird nicht ruhiger. M. läuft mit dem Schirm zu dem Auto und holt mich ab. Wir werden innerhalb Sekunden total naß. 






Wir fahren jetzt Richtung Curepipe weiter. Wir finden den Krater Trou aux Cerfs, der dank des Regens mit Wasser vollgefüllt ist. Es ist hier ein guter Aussichtspunkt, aber wir können leider von dem Panorama wegen dem dichten grauen Nebel nichts genießen. Wir versuchen hier den Botanischen Garten anzuschauen, wenn es mit dem großen Garten in Pamplemousses nicht klappen würde, dann wollen wir wenigstens einen hier sehen.  Also, wir schauen den kleineren Garten in Curepipe an, wo man komischerweise auch mit dem Auto reinfahren darf. Er ist nicht zu groß und liegt leider in Ruinen. Mindestens 50 Arbeiter sammeln die Zweige von dem Boden oder schneiden die ab, die noch halb hängen. In der Mitte des Gartens ist ein See vom Regenwasser entstanden. Auf dem Heimweg essen wir in einem KFC.




Dann suchen wir noch den Tamarin-Wasserfall. Mauritius ist das Land der "liegenden Polizisten" (Bodenschwellen)!!! Wir parken in der Nähe vom Wasserfall und sofort drängen sich drei Einheimische uns auf, daß sie uns dahin begleiten, wo man den Wasserfall sieht. Es würde aber nur der Blöde nicht selber finden! Der eine lässt uns nicht in Ruhe. Wir lehnen ihn ab, wir versuchen einfach ihn zu ignorieren, aber er kommt trotzdem mit uns, und labert die ganze Zeit irgendwas. Wir laufen vorne weg, er uns hinterher mit seinem Fahrrad. Dieser Wasserfall ist der größte auf der Insel und jetzt ist extrem wasserreich und braun von dem vielen Regen. Der Mann will uns beide vor dem Wasserfall unbedingt fotografieren, wir können nur unsere Ruhe haben, wenn wir es ihm zulassen. Aber auf dem Foto sieht man dann nur uns (mit saueren Gesichtern) und nichts von dem Wasserfall. Er will dann Geld dafür, wir geben aber nichts, wir wollten ihn nicht haben und wir hassen solches Gedränge, de nervt mich schon sehr, ich schimpfe mit ihm auf ungarisch. :-) Er lässt uns nicht in Ruhe, begleitet uns zurück zum Auto und sagt ständig wieviel Geld er haben will, wir steigen schnell ins Auto und ich zeige ihm was, dann fahren wir schnell weg. So was ist sehr belastend. Vielleicht, wenn das Foto gut wäre, hätte ich ihm was gegeben...Von hier fahren wir nach Hause, ich habe starken Schnupfen und meine Ohren tun weh. Schon um halb 5 sind wir daheim und es ist keine Nachricht von dem Autovermieter da. Ich wundere mich aber nicht darüber, weil es hier keine Rezeption gibt, nur hinter der Küche ist ein kleiner Raum für das Personal, wo ein Telefon ist, aber der ist immer geschlossen. Wir spazieren im Regen entlang des Strandes, ich sammele Muscheln und wir kommen pitsch naß zurück. Langsam kann ich unsere mehrere Kilo Muscheln nirgendwo mehr deponieren, so muß ich nach dem Abendessen sie selektieren und einen Teil von denen an die Küste zurückbringen. Heute telefonieren wir nach Hause, und sitzen noch auf der Terasse, aber heute werden wir schnell schläfrig. Ich lege mich schon seit Tagen jeden Abend mit dem Stichwort hin: "Morgen wird es schon schön!" M. versteht es nicht, woher ich diesen Optimismus schöpfe, gerade ich, wer bei solchen Situationen sehr schnell nervös und deprimiert oder eben histerisch wird. Es muß schon sein, daß noch schönes Wetter kommt, es kann doch wohl nicht sein, daß sich mein tropischer Traum in der Finsternis versinkt.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Donnerstag, 28. April 2011

Mauritius - die Tage des Zyklons

23. Februar 2007, Freitag, fünfter Tag

Wir stehen um 8 Uhr auf, es ist windig, aber regnet nicht und die Sonne zeigt sich auch manchmal. Von einem vergangenen Nachtsturm sind keine Spuren zu sehen. Wir können Ausflug machen. Bei dem Frühstück erscheint die Reiseleiterin und klebt ein weißes Blatt auf das Glasfenster. Das junge Paar, das mit uns ca. gleichaltrig ist und in dem Nachbarapartment wohnt, kommt gerade vom Frühstück zurück, wir fragen sie, was auf dem Zettel steht. Sie sagen, es steht drauf, daß jetzt Zyklon-Alarm Stufe 2. ist. Es bedeutet, daß die Schulen geschlossen worden, und in Kürze auch die Läden (deshalb ist empfohlen, daß wir einkaufen sollen). Wenn Stufe 3. kommt, bedeutet es, daß Ausgangsverbot auf die Straße ist. Die Sache macht uns ganz unsicher, was sollen wir jetzt tun, wir überlegen es bis 10 Uhr und fragen die Nachbaren, was sie meinen. Das Personal der Anlage sagt, wir sollen nicht weiter weggehen, als wovon wir innerhalb halbe Stunde zurückkommen können. Sie meinen, wenn eine Zyklonwarnung Stufe 3. uns irgendwo erwischt und wir nicht mehr raus dürfen, könnten wir tagelang irgendwo festgenagelt sein. Alles ist so unsicher und wir wissen nicht, wie ernst man diesen Sturm nehmen soll. Schließlich fahren wir nach Flic en Flac. Das Wetter wechselt sein Gesicht in jedem Moment, man kann wirklich nicht wissen, was davon wird. Flic en Flac ist eine größere Siedlung, hier wäre unsere ursprüngliche Unterkunft gewesen, aber wegen Umbauarbeiten mussten wir sie umbuchen. Das Dorf ist absolut ausgestorben, man fühlt, daß irgendwas in der Luft hängt, daß die Einheimischen die Zyklonwarnung ernst nehmen. Die Küste ist hier endlos lang, man könnte hier sehr lang spazieren. Wir spazieren ein bißchen und M. geht ins Wasser zu schnorcheln, ich bleibe draußen und passe auf unsere Sachen auf.

Strand von Flic en Flac

Ich bin immer mehr verstimmt von dem Grauschleier. Nach einer Stunde fahren wir zurück. Unsere Nachbaren haben heute ihren letzten Tag, morgen fliegen sie heim. Sie erzählen uns, daß das Wasser nur hier am Rand so schlimm ist, wir können mit aller Ruhe weit bis zum Riff rausschwimmen, dort ist es viel klarer und dort gibt es auch paar Korallen zu sehen. Da wir wegen diesem Alarm nicht wegzufahren wagen, bleiben wir hier und schwimmen weit aus, zu schnorcheln. Wir sehen aber nicht viel interessantes, da fast überall am Boden Seegras liegt. Nur ein paar Korallenblöcke und paar gestreifte Fische sind alles, was wir sehen. Das Wasser ist sehr trüb, man kann max. 2 m weit sehen. Was haben sie denn erzählt? Es wird langsam schon total blöd, daß wir unsere Zeit hier so verschwenden. Von einem Sturm sind keinerlei Spuren zu erkennen, nur der graue Himmel, wir wollen nicht hier sitzen, wir haben doch das Auto für 8 Tage und haben viele Programme geplant.  Der heutige Tag ist schon kaputt, aber jetzt fahren wir noch auf spontane Idee in den nah liegenden La Casela Vogelpark, den auch unsere Nachbaren uns empfohlen haben. Der Eintritt ist 150 Rupien/Person. Wir erreichen den Eingang des großen Parkes über eine Palmenallee. Der Park ist wie ein Dschungel und in der Mitte stehen die Vogelhäuser, mit vielen unterschiedlichen tropischen Vögeln. Es gibt auch einen Schildkrötengarten, wo ca. 50 riesengroße Schildkröten sind, die von den Bäumen runterfallenden Früchte schmausen. In jeder Minute fällt eine überreifte Frucht - Avocado, Mango oder Orange - auf den Boden. Wir haben unser Authan schon wieder im Auto gelassen und während paar Minuten stechen uns die Mücken voll. 





Der Park wird durch Teiche und Hügel auf unterschiedliche Ebenen aufgeteilt, und alles ist mit wunderschönen Pflanzen eingepflanzt. Auf dem größten Hügel gibt es einen Aussichtspunkt, aber er ist geschlossen. Auf der anderen Seite des Hügels ist eine Farm mit Haustieren und es gibt auch noch Affen, Tiger, Schildkröten, Kängurus und einen großen See mit Wasservögeln. Leider regnet es und der Wind flattert plötzlich auf. Ich denke, es ist schon bestimmt der Vorwind des Zyklons, und ich freue mich darauf, da ich hoffe, daß dieser Sturm sich in der Nacht schon wirklich abwickelt und ab morgen können wir wieder normal unsere Ausflüge weitermachen. Auf dem Heimweg kaufen wir ein, aber mit den Essensvorräten nehmen wir es nicht ernst, wir kaufen hauptsächlich Getränke. Wir sind ganz sicher, daß ab morgen wieder schönes Wetter wird. M. liest auf der Terasse und ich dusche. Das Wetter ist deprimierend. Wir essen Tütensuppe und unterhalten uns mit den Nachbaren, die es uns bitterlich mitteilen, daß ihr Flug wegen der Sturmwarnung annulliert wurde und der Flughafen schließt, da schon die 3. Alarmstufe gilt. Ab jetzt dürfen wir nicht mehr die Anlage verlassen, aber wir spüren noch keinen Unterschied zwischen der Stärke des Windes von früher und jetzt. Später essen wir Nudeln mit Soße (und die Reste schmeißen wir sorglos weg). Das Gewitter ist jetzt hier ungefähr so stark, wie im Sommer oft am Plattensee. Wir verstehen nicht, warum so großer Wind darum gemacht wird. Wir unterhalten uns bis halb 12 in der Nacht auf der Terasse mit den Nachbaren. Der Sturm ist noch immer unverändert stark aber er wird in der Nacht stärker. 

24. Februar, Samstag, sechster Tag

Der Windsturm tobt, aber ich beurteile ihn jetzt noch immer nicht stärker, als ein Sommergewitter am Balaton - was ich schon als Kind so oft erlebt habe. Heute kommt kein Personal, es gibt kein Frühstück und wir bereuen langsam, daß wir nicht für mehrere Tage eingekauft haben. Das Nachbarpärchen ist für ungewisse Zeit hier festgeklebt. Der Sicherheitswächter bleibt jetzt schon auch tagsüber hier. Ich weiß nicht, wie er so lang aushält. Rausgehen können wir nicht - nicht mal in den Garten, das Gewitter tobt. Wir unterhalten uns viel, und lesen beide. Ich meckere paarmal, daß es so gemein ist, daß wir das Auto haben, und es soll nur unbenützt da stehen. Aber langsam finde ich mich damit ab, daß es unser Schicksal ist und ich gar nichts daran ändern kann. Morgen wird schon eine Woche, daß wir hierher geflogen sind und kaum haben wir noch was unternommen. Ich sehe eigentlich gar nicht, wo diese vielen Tage schon verschwunden sind, es kommt mir so vor, als wenn wir nur seit zwei Tagen hier wären. Gestern wurde es noch so prognostiziert, daß der Sturm in der Nacht weitergeht, deshalb haben wir ihn auch nicht ernst genommen. Wir haben nur 4 Tütensuppen und 4 Scheiben Brot insgesamt. So essen wir zu Mittag nur Suppe, mit den anderen sparen wir. Der Windsturm ist mal stärker, mal schwächer. Man kennt sich nicht aus. 

Eine 8 Sekunden lange mini Videoafnahme von mir, von dem Zyklon "Gamede":



Er sollte sich schon wirklich austoben, aber es zieht sich nur wie Kaugummi. Der Sicherheitswächter hört Radio und teilt die neusten Nachrichten uns mit, laut denen kommt der richtige Zyklon am Abend an, und zieht  in der Nacht weiter. Wir lesen ganzen Tag, die Zeit vergeht sehr langsam, aber wir können wenigstens auf der Terasse sitzen, es hat aber deutlich abgekühlt. Am Nachmittag taucht der Besitzer der Anlage auf, und verteilt aus der Küche zwischen den Gästen tiefgefrorenes Brot, Eier, Obst, Kakaopulver und Müsli. Ich mache dann "pelziges Brot" (beliebtes ungarisches Frühstück: Brotscheiben in aufgeschlagenes Ei tauchen und im Öl anbraten). Wir geben den ganzen Tag die Hoffnung nicht auf, daß die Sonne rauskommt und unser Hausarrest endlich aufhört. Ich überstehe es alles tapfer, aber in der Tiefe meiner Seele könnte ich schon weinen. Nach dem Abendessen unterhalten wir uns mit unseren Nachbaren wieder und gehen wir zu denen zu knobeln rüber. Der Sturm wurde stärker und es hat sehr stark abgekühlt. Der Tag war wahnsinnig lang. Komischerweise habe ich keine Angst von dem Wirbelsturm, ich denke nur daran, daß es schon endlich geschehen soll, damit wir unseren Urlaub weiter genießen können. Wir bleiben bei V. und U. bis 23 Uhr. 

25. Februar 2005, Sonntag, siebter Tag

Ich wache um 6 Uhr auf. Habe schon paarmal in der Nacht gehört, daß irgendwas klatscht. Ich gucke raus und sehe, daß der Wind weniger weht, aber der Garten in Ruinen steht. Also der Zyklon war in der Nacht hier. Gott sei Dank, daß Ende ist. Ich will mich noch hinlegen, aber ich bin so aufgeregt, daß ich nicht mehr einschlafen kann. Ich möchte sehen, wie große Schäden der Sturm verursacht hat, also ziehe ich mich an, nehme den Fotoapparat und gehe raus und laufe im Garten rum. Ich bin  nicht der einzige Frühaufsteher und "Gartengutachter".  V. und U. sprechen gerade mit dem Wächter, ich gehe zu ihnen und er erzählt, daß der Sturm gegen 2 Uhr in der Nacht am stärksten war. Ich habe gut geschlafen, habe nur ab und zu was gehört.  Manchmal habe ich gedacht, daß durch die große Glasscheibe ein großer Baumast reinfligen wird. Also, der Anblick ist mehr als deprimierend - erbärmlich. Von dem wunderschönen, gepflegten Tropengarten ist kaum was übriggeblieben. Die Hälfte der größeren Bäume liegen auf dem Boden, die sind einfach auseinander gespaltet, die kleineren Bäume sind mit Wurzeln ausgerissen worden, die 15-20 m hohen Kokuspalmen haben keine Blätter mehr und alle Kokusnüsse liegen auf dem Boden. Die Bananenpflanze ist im ganzen ausgekippt. Die Stromleitung ist abgerissen, ein Teil von den Gartenlampen ist komplett verschwunden, der Pool ist voll mit Ästen und Laub, die Blumenbüsche haben keine Blumen und keine Blätter mehr. Alles ist vernichtet. Der Ozean ist in der Nacht fast bis zum Pool in den Garten hochgekommen. Wo gestern noch dichter grüner Rasen war, liegt dort heute dicke Sandschicht. Muscheln, Korallenbrocken und Steine bedecken den Gartenrasen überall. Die drei Betonstufen von den Treppen, die vom Garten zum Strand geführt haben, sind weggespült und sie liegen ca. 3 Meter weiter weg von ihrem ursprünglichen Platz. Vor dem Nahcbarhaus war eine ca. 1,5 m hohe Mauer, aus Erde und Beton gemischt. Sie hat sich komplett verändert, es fehlt ca. anderthalb Meter davon, als ob der Ozean es einfach ausgebissen hätte. 

Diese runde Steine bildeten vorher eine Treppe




An der Küste liegen tote Fische, dicke, fleischige Schnecken und Seegurken - tot. Der Ozean ist braun und wellt wild, in dem Moment eher zurückgezogen, und draußen, über dem Riff trichterförmiger Wirbelwind saugt Meereswasser auf. Zuerst schockiert mich das Bild, und dann kapiere ich, daß der Sturm auch viel stärker gewesen sein konnte. Der Regen gießt noch immer, nur der Wind ist viel schwächer geworden. Solang bis ich den Garten durchfotografiere, M. schläft noch, aber ich bin so aufgeregt, daß ich ihn aufwecke. Er ist total empört, daß ich nicht normal bin, daß ich ihn um 6 Uhr deshalb aufwecke. Währenddessen schlägt der Wächter mit einer Machete die runtergefallenen Kokusnüsse, die größer als ein Fußball sind, und er bringt für jeden Gast eine geöffnete Kokusnuß, die noch unreif ist, aber man kann die Kokusmilch austrinken, die bestimmt ein Liter ist. Er sagt, daß das Ausgangsverbot noch immer gilt, aber der Wind hatte nur 120km/h Stärke, währenddessen auf der Nachbarinsel La Reunion er mit 220 km/h gewütet hat. Dort sind ernsthafte Schäden entstanden. Also, wir können uns freuen, daß wir nur so viel gekriegt haben. Eins vertehe ich aber nicht, wie kann man so verantwortunglos nah zu der Küste bauen, da die Wellen auf die Terasse des Apartments raufgekommen sind, welches auf der Meeresseite steht. Wenn wir dort wohnen würden, hätte ich in der Nacht furchtbare Angst gehabt. Mir fällt der Tsunami von Thailand ein. Ich habe mich nämlich daran geklammert, daß wir unsere Unterkunft unbedingt auf der Westseite der Insel haben, damit wir nicht auf der Küste von dem Becken des Indischen Ozeans sind, sondern Richtung Afrika schauen - direkt wegen dem Tsunami. Ich habe vor der Reise so viele Ängste von Krankheiten, Haien oder Feuerfischen gehabt, aber an Strum habe ich gar nicht gedacht. Man sagt, daß auf der Nordspitze der Insel der Sturm viel stärker war. Die armen Menschen, die dort in Buden wohnen, was kann jetzt mit denen sein? Der Wächter sagt, daß es noch nicht der Schluß ist, weil es in der Nähe auch einen anderen Zyklon gibt und kann sein, daß er in paar Tagen hier ankommt. Kann aber sein, daß er in andere Richtung geht. Aber es ist noch nicht zu Ende. Na, es ist der Moment, wo ich schon fast weinen muß, da ich es schon sehe, daß unser ganzer Urlaub - und meine erste Traumreise - kaputt ist. Das Personal kommt heute auch nicht, es gibt heute auch kein Frühstück oder Putzen. Wir haben kaum mehr was zu essen. Heute können wir uns nicht mal auf die Terasse raussetzen, da sie voll mit Schlamm und Laub ist und da die Seitenschutzwände (Bambusrollos) abgerissen sind, schlägt der Regen rein. Einer von unseren Stühlen ist zusammengekippt. Wir lesen im Zimmer und die Zeit vergeht wahnsinnig langsam und draußen ändert sich nichts. 






Dann kommt der Besitzer und teilt wieder Wasser, Obst und Müsli auf. Gegen Mittag wird endlich der Sturm stiller und hört der Regen auf. Später kommt die Ehefrau des Besitzers mit einer anderen Frau und sie beginnen die Äste im Garten zusammenzusammeln. Die Sonne kommt raus, und der Garten wir mit Leben voll, alle Gäste sammeln die Äste und tragen sie auf einen Haufen. Dann taucht auch der Gärtner auf, und verteilt Sägen, Äxte und die Männer schneiden die noch halb hängenden Äste ab. Während einer Stunde schaut schon der Garten viel besser aus. Wir helfen auch viel mit und dann fahren wir zum Einkaufen und nehmen unsere Nachbaren auch mit. Der Supermarkt wird voll mit Menschen. Nach dem Einkaufen essen wir und spazieren an der Küste. Jetzt kann ich wirklich viele Muscheln sammeln, da der Ozean durch den Sturm sie haufenweise ausgespuckt hat. Aber unsere Freude war frühzeitig, weil die Sonne nicht lange scheint. Später regnet es wieder stark und neue Windstöße kommen. Am Nachmittag kommt das Personal und bringt weiterhin den Garten in Ordnung. Der Tag vergeht schon schneller, als die vorherigen. Unsere Nachbaren erhalten neue Nachricht, laut der sie heute Nacht schon heimfliegen. Da sie es noch  nicht wussten, haben sie einiges eingekauft, jetzt geben sie alles uns. M. schläft lang am Nachmittag und ich lese Buch. Zum Abend sieht das Wetter genau so aus, wie vor zwei Tagen: total regnerisch und windig. Ich verstehe nicht, wieso kann das Flugzeug schon fliegen? Die im Garten und an der Küste verbrachte sonnige Stunde ist nur noch Erinnerung. Abends unterhalten wir uns mit V. und U., wir tauschen Adressen und Spielen noch lang Knüffel.  In der Nacht haben wir tausend Mücken, obwohl es bis jetzt keine gab. 



Wasser aufsaugender Trichter über dem Ozean



Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Mittwoch, 27. April 2011

Mauritius - 3-4. Tage

21. Februar 2007, Mittwoch, dritter Tag

Die Sonne scheint wieder. Um 10 Uhr, ganz pünktlich bringt ein Mann unseren Mietwagen (wir haben ihn noch zu Hause gebucht). Es ist ein neuer Nissan Micra - mit der Vermietung läuft alles in Ordnung. Wir wursteln noch eine Stunde rum, bis es zu regnen anfängt. So, wegen dem Regen entscheiden wir uns die Stadt, Port Louis anzuschauen. Die Landschaft hüllt sich fast in abendliche Finsterniss. 

Flameboyant Allee - leider ohne Blumen
Port Louis

Wir suchen in Port Louis den Hafen, genauer das "Le Caudan Waterfront" genannte Einkaufzentrum, wo man länger billig und überwacht parken kann. Bis wir es finden, ist schon Windsturm und das Wasser gießt vom Himmel. So kommt die Stadtbesichtigung leider gar nicht zur Frage, statt dessen schauen wir das Einkaufzentrum an, aber es ist nicht zu groß und noch weniger interessant. Der Regen macht unsere Laune kaputt. Es ist richtig stürmisch geworden und es regnet wahnsinnig stark. Wir warten lang, daß es vielleicht aufhört, aber es wird nicht besser, so gehen wir mit hängenden Gesichtern zu dem Auto zurück. Wir sind bis auf die Unterhosen naß, aber da wir damit gerechnet haben, haben wir Handtücher und Wechselklamotten auch dabei. :-) Wir veranstalten kurze und schnelle Striptease im Auto und schimpfen noch ein bißchen über das Wetter und fahren nach Hause. Wir verfahren uns schon gleich am Anfang und biegen dann bei Phoenix von der Autobahn ab. Da erkenne ich einen Platz, wo wir schon von dem Flughafen auf dem Weg zum Hotel  gefahren sind, aber wir finden die Abzweigung Richtung Flic en Flac nicht. Wir kreiseln insgesamt 3,5 Stunden zwischen den Teeplantagen und Städten: Phoenix, Vacoas, Curepipe und Quatre Bornes, bis nach mehrmaliger Nachfrage endlich ein Tankwart den Weg Richtung Flic en Flac uns zeigt. So schaffen wir den, hin halb stündigen Weg, nach Hause während 5 Stunden! :-)  Um 17 Uhr sind wir wieder in La Preneus, und dann hört der Regen genau für 10 Minuten auf, und nachher regnet es erneut pausenlos. Heute kochen wir Nudel Bolognese. Gegen 18 Uhr tobt schon mit voller Stärke der Sturm, und wir ahnen noch nichts davon, was uns erwartet. Abends hört der Regen auf und wir gehen Muscheln sammeln. Nach dem Duschen schauen wir von der Terasse den starken Windsturm und ich schlafe sehr unruhig, da ich Gedanken habe, wie unsere Ausflüge klappen sollen, wenn das Wetter so bleibt. Ich stehe in der Nacht öfter auf und gucke mal raus - aber der Sturm tobt weiterhin. 

22. Februar 2007, Donnerstag, vierter Tag

Wir stehen um 8 Uhr auf, und es ist weiterhin sehr windig, aber der Himmel ist halb blau, halb bewölkt. Wir fahren um halb 10 Richtung Süden der Insel los. Bald kommen wir zu einer sehr stimmungsvollen Straße, die Affenbrotbäume umarmen und links und rechts, hohe Agave Kakteen und niedrige Palmen bilden Dschungel.  Die Straße ist so wie eine Achterbahn - rauf und runter. Dann kommen wir zu einer Bucht an, wo gerade Ebbe ist, und kleine Mangroven stehen in dem sumpfigen Boden. Die sind so interessant, bis jetzt haben wir so was nur noch im Fernsehen gesehen. Wo so was wächst, sind meistens auch Krokodile da. :-)



Öfter erscheinen mächtige Fikusbäume mit Luftwurzeln entlang der Straße. Bei der Siedlung Grande Case Noyale fängt der Weg auf den Berg sich zu schlängeln an. In diesem Dorf leben die Menschen in furchtbarer Armut, ihre auseinanderfallenden Buden sind überwiegend von Wellenaluminiumblechen gebaut. Die Vegetation ist sehr üppig grün und wir haben einen Blick auf die Küste, auf den Fels von Le Morne und auf die, um die Insel Bénitiers umliegenden Lagunen. Es erschließt sich eine wahnsinnige Vielfalt von Farben vor unseren Augen. Die Straße wird zu heftigen Serpeninen und es fängt zu regnen an. 


Endlose Ravinal-Palmendschungel bedecken die Berghänge. Zum Glück, bis wir zu dem Chamarel Grundstück ankommen, hört der Regen auf. Es ist hier ein riesiges Grundstück, wo bei dem Eingang eine Bude mit Schranke steht und wir müssen Eintritt (75 Rupia/Person) für den Wächter zahlen. Dann fahren wir in einer Palmenallee durch, danach schlängelt sich der Weg in einem von Palmen und anderen tropischen Pflanzen gemischten Dschungel. Die Erde hat feuerrote Farbe.




Manchmal verwandelt sich die Landschaft in Zuckerrohrplantagen und ab und zu ragen von dem Zuckerrohrfeldern Affenbrotbäume Richtung Himmel auf, ich bin völlig verzaubert, ich fühle mich so, als wenn ich in einer afrikanischen Safari wäre. Unbeschreiblich ist die Kavalkade der Farben und der Vielfalt der tropischen Pflanzen. Unsere erste Station ist der Chamarel-Wasserfall. Die Luft is so dunstig, daß ich leider kein scharfes Foto von dem machen kann.



Von hier fahren wir auf der kurvenreichen Straße in die Richtung der "sieben farbigen Erde". Unterwegs sehen wir einige Taxis, kein einziges Privatauto fährt außer uns hier. Bei der Chamarel-Erde erwartet uns eine neuere Bude, wo unsere Eintrittskarte kontrolliert wird. Paar Meter gehen wir dann zu Fuß durch echten Dschungel. Es tröpfelt. Ich wünsche mir hier aus voller Kraft, daß die Sonne scheint, weil  die Farben dieser Erde sonst keinen Kontrast haben. Und sie scheint für uns paar Minuten lang, damit ich schöne Fotos machen kann.  Wunderschöne Ansicht ist dieser hügelige Boden, welcher eine Mischung der Farben von braun, lila, gelb und rot zeigt und diese Farben bilden einen ganz kräftigen Kontrast mit dem dahinter liegenden grünen Urwald. 




Am Rand der Geländer findet man einen kleinen abgezäunten Garten, wo riesige Seychellen-Schildkröten sind. Es gibt hier noch einen Erlebnisspark, wo man über, zwischen den Bäumen ausgespannten Hängebrücken, gehen kann. Wir würden gerne noch dahin, aber hängt der Fuß des Regens über uns und die Mücken haben uns schon sowieso aufgefressen, also verzichten wir lieber darauf.  


Wir fahren Richtung Grand Bassin weiter. Die Straße führt kilometerlang durch Ravinal-Palmendschungel. Dann halten wir in einem Parkplatz an, und wir laufen ca. 50 Meter, damit wir einen Blick auf den Black River Wasserfall bekommen. Es regnet leider. Von dem Aussichtspunkt kann man durch die ganze Schlucht des Flusses sehen. Wir fahren weiter und kurz darauf kommt eine Abzweigung, wo wir abbiegen, damit wir erneut zu einem anderen Aussichtspunkt kommen. Wir fahren ca. 1 km und spazieren von dem Parkplatz dahin, wo wir einen Blick auf den Alexandra-Wasserfall haben. Hier gießt es schon stark. Auf den Bäumen hier, sind freilebende Affen zu sehen, die sind aber schon an den Menschen gewöhnt und lassen sich fotografieren.  




Im Parkplatz kaufen wir Ananas und essen sie sofort, die schmecken so besonders geschmackvoll, wie wir noch nie eine gegessen haben. Dann ist die Straße schon wieder wie eine Achterbahn. Es kommt auf uns wie eine Nachtdunkelheit dichter Nebel. Bei dem heiligen See haben wir nur paar Meter Sichtweite. Wir warten viertel Stunde im Auto, aber es wird nicht besser, wir steigen aus, um ein bißchen herumzuschauen. Wir werden aber schnell naß und das Wetter treibt uns ins Auto zurück. Wir fahren nach Suillac. Unterwegs regnet es, aber als wir zu der Küste von Gris Gris ankommen, empfängt uns strahlend blauer Himmel. Nur der Wind tobt. Es ist eine besonders schöne Küste. 



Wir wollten ursprünglich heute noch den La Vanille Krokodilpark anschauen, aber wir haben den nicht gefunden, so widmen wir die übrige Zeit für ein Mittagessen hier bei Gris Gris, in einem kleinem örtlichen Restaurant, welches ein Reiseforumkollege uns empfohlen hat. Wir setzen uns auf die Terasse und eine junge indische Frau bedient uns. Unser Essen ist lecker; gegrillte Garnelen und Hühnchenkeulen in irgendwelchen Soßen...Zwischendurch hat es erneut gnadenlos zu regnen angefangen. Die zwei Mittagessen mit zwei Getränken kosten genau 400 Rupien (ca. 10 Euro). Der Regen hört wieder auf und wir gehen an diese wunderschöne Küste runter und in einer versteckten Ecke, hinter den Felsen sammeln wir besonders schöne und kleine Muscheln. Nachher fahren wir schon heim. Unterwegs sehen wir zahlreiche wunderschöne Küsten, manchmal halten wir an und spazieren ein bißchen am Strand.  



Der Allerschönste liegt in der Nähe von Bel Ombre. Auf dem kilometerlangen Strand sehen wir keinen Menschen, nur den endlosen weißen Sand. Hier finde ich eine große zweiteilige Muschel und viele schöne Korallenbrocken. Zwischen den Kasuarienbäumen liegen viele große Schneckenhäuser. Dann fahren wir durch kleine Dörfer, wo die Leute unter furchtbaren Verhältnissen leben und unterhalten sich in kleinen Gruppen auf der Straße, oder sitzen am Straßenrand allein, die Kinder spielen an der Küste. Es gibt hier sehr viele streunende Hunde. Man muß ständig aufpassen, daß man keinen überfährt. Ganz bis zu Le Morne wechseln sich schöne Küsten. Die Mangroven  von heute früh stehen jetzt im Wasser und die ausgetrocknete Bucht ist jetzt mit Wasser gefüllt. 


In unserem Dorf kaufen wir noch in dem großen Supermarkt ein. Manche Sachen sind sehr billig, andere dagegen zu teuer. Ich kaufe hier drei Packungen mauritischen Tee, eine Packung kostet nur 19 Rupien. Zu Hause im Parkplatz empfängt uns unser Sicherheitswächter und bittet uns darum, daß wir nicht unter den Bäumen parken sollen, da ein Zyklon kommt und kann das Auto verletzt werden. Er sagt dann noch, wir sollen nach abends 10 Uhr nirgends weggehen, da es durch den Sturm gefährlich sein kann, aber kann auch passieren, daß der tropische Sturm der Insel ausweicht und wir kriegen davon gar nichts mit. Wir realisieren irgendwie nicht genau, was ein solcher Zyklon bedeuten kann, wir denken, wenn dieser Sturm in der Nacht kommt, dann haben wir Glück, weil er weiterzieht bis wir schlafen und morgen haben wir wieder schönes Wetter. Wir schwimmen im Pool und duschen, dann essen wir auf der Terasse und trinken mauritisches Bier.  Ich glaube wirklich daran, daß dieser Wirbelsturm in der Nacht weitergeht und wir ab morgen unsere Programme lustig weitermachen können. Auf unseren Plänen stehen ein Bootsausflug auf das berühmte Inselchen Ile aux Cerfs und ein sogenannter Meeresbodenspaziergang. Diese zwei Sachen erwarte ich mit der größten Freude und erahne noch nichts davon, daß diese Sachen für mich für immer nur Träume bleiben.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.