Dienstag, 31. Mai 2011

Mexiko, Yucatan/18-19. Tag, Playa Sonrisa

18. Tagp, 22. November 2009

Heute ist es wieder bewölkt. Mit den zwei neuen Bewohnern reicht das Frühstück wieder nicht für alle aus.    


Heute fahren wir nach Majahual, um uns dort umzuschauen, und mit der Hoffnung, daß es dort einen größeren Lebensmittelladen und einen Bankautomaten gibt. Unterwegs ist der Himmel rußschwarz, aber es regnet nicht. Später erfahren wir, daß es im Playa Sonrisa den ganzen Tag geregnet hat.

Majahual ist nur etwas größer als Xcalak, aber genau so dreckiges, kaputtes Hüttendorf, Armensiedlung mit paar Hotels. Lebensmittelgeschäft gibt es hier nicht, aber zwei kleine örtliche Läden mit allem Möglichen ja.  Auf deren Holzregalen finden wir nur einige, staubige oder abgelaufene und sehr teuere Konserven. Hier kaufen wir ein abgepacktes Brot und paar Dosen Thunfisch. Dann fahren wir nach dem Dorf auf einer Schotterstraße, wo wir vor einem Hotel einen Bankautomaten erblicken. Wir haben null Vertrauen daraus Geld zu holen, aber direkt vor unseren Nasen holt ein Amerikaner Geld und danach trauen wir uns doch. Wir brauchen  das Bargeld, weil wir im Playa Sonrisa zum Schluß bar zahlen sollen. 

Das Kunstwerk des Hurricans "Dean":

Danach machen wir uns auf den Weg nach Hause aber unterwegs biegen wir noch Richtung Küste ab. Ich suche noch immer meine Karibik-Traumküste, wo weißer Sand, schiefe Palmen, kein Mensch und auch kein Dreck, und azurblaues Wasser sein sollen - wie man es immer auf den Bildern der Reisekataloge sieht. Langsam glaube ich gar nicht mehr, daß es solche Küste wirklich gibt. Das ist doch eine Schande, daß wir schon seit drei Wochen hier sind und ich habe nicht mal so blaues mehr gesehen. :-) Ich finde es hier leider auch nicht. Die Küsten sind hier zwar einsam und haben hellen, weichen Sand, und es gibt auch wild wachsende Palmen...aber der schmale Küstenstreifen ist hier überall immer mit hunderten Kilos faulendem Seegras und Plastikmüll bedeckt. Zwischen Müll und Seegras kann man sich nirgends hinlegen und es stinkt auch unheimlich und das Meer wellt sich immer, daß man kaum reingehen kann. Schließlich finden wir einen Platz, wo wir halbe Stunde lang baden und dann fahren wir schon zur Unterkunft zurück. 

Küste bei Punta Herradura





Als wir zurückkommen, entschließen wir uns schnell, daß wir die Küste von gestern mit dem Auto finden wollen. Es ist schwierig irgendwas hier zu finden, weil zwischen dem Schotterweg und der Küste Mangroven oder Buschdschungel oder eben Privatgrundstücke liegen. So kommen wir ein bißchen wo anders zu der Küste, aber es sieht hier genauso aus, wie die Gestrige. Sofort stürzen Millionen von Mücken auf uns und saugen unser Blut. Wir werfen ganz schnell alle unsere Sachen auf einen umgekippten Baumstamm und gehen über einen schmalen Seegrasstreifen in das schöne, durchsichtige Wasser. Gerade sind wir drinnen und es beginnt ganz stark zu regnen. Ich stehe bis zum Hals im Meer, damit mich die Mücken nicht stecken können, und auf meinem Gesicht läuft Regenwasser runter. M. schnorchelt. Ich stehe nur dort und wenn ich nach oben schaue, dann regnet es in meine Augen rein. Ist aber egal. Alles ist egal, das auch, daß unsere Sachen an der Küste ganz naß werden. Ich stehe nur dort in der Karibik, in meinen Gedanken versunken und schaue nach oben, damit der Regen in mein Gesicht gießt. Ich pruste das Wasser aus meinen Nasenlöchern und alles ist egal, es ist einfach gut hier. 

Als der Regen aufhört, kommen wir erst aus dem Wasser raus und ist wirklich alles pitschnaß, unsere Klamotten, die Handtücher...Wir können uns nicht mal abtrocknen und die Mücken fressen uns sofort auf. Wir setzten uns nackig ins Auto und legen nur die Handtücher vorne auf uns. Total blöder Fall, aber hier kommt kein Mensch auf der Straße und beim Playa Sonrisa, wird uns niemand komisch anschauen, wenn wir nackig aus dem Auto steigen. :-) Wir duschen und gehen zu zweit nach Xcalak zum Abendessen. Die anderen Zwei haben keine Lust und essen lieber Thunfischbrot im Zimmer. :-( Wir essen heute in einem Buffet, das    Xcalak Caribe heißt und es dient auch als örtliche Disco. Wir müssen 7 km auf der Schotterpiste fahren, wo außer uns nur Krebse verkehren. :D Dieses Lokal steht an der Küstenstraße in Xcalak. Es ist ein einfacher Ort mit Plastikstühlen und wir sind die einzigen Gäste drin.  

Der Besitzer ist total nett, er versucht alles für uns richtig zu machen, frägt ob er die Ventillatoren einschalten soll, ob die Musik uns stört...In der Speisekarte ist eine ziemlich große Auswahl. M. ißt Garnelen und ich einen gegrillten Fisch. Die Preise sind durchschnittlich und wir bekommen auch Vorspeise und die Portionen sind groß. Mein Fisch ist göttlich lecker, aber die Garnelen von M. schmecken irgendwie komisch. Aber wir fühlen uns hier wohl und werden satt und gehen zufrieden weg. Um 20 Uhr sind wir schon wieder im Playa Sonrisa und gehen gleich in die Bar Gesellschaftsspiel zu spielen. V. und U. gehen schon um halb 9 zu schlafen. Wir genießen noch lang und nur zu zweit den besonderen Zauber des Ortes. Leider sind wir immer näher zum Urlaubsende und es ist ein furchtbares Gefühl.  

Paar Fotos vom Dorf, Xcalak:



19. Tag, 23. November 2009

In der früh blitzt, donnert und gießt es. Donn kommt mit einem Regenschirm zu uns, daß wir damit zum Frühstück kommen können. Weil man in diesem Wetter nichts unternehmen kann, sitzen wir nach dem Frühstück noch stundenlang in der Bar. Als es dann aufhört, fahren wir auf dem Schotterweg nach Norden, aber wir kommen nicht zu weit weg, da der Weg auf einmal aufhört. Wir wollen aber nicht nur auf dem Grundstück sitzen, sondern irgendwie den Tag mit was Sinnvollem verbringen. 


Aber wir müssen zurück, weil hier gar nichts ist und sitzen wieder nur in der Bar und spielen. Später versuchen wir das selbe Experiment nach Süden, aber dort mit noch weniger Erfolg. 

Hier haben wir gestern nach Majahual gebadet und hier sieht es man auch ganz gut, daß überall Seegras liegt und weiter außen schon schönes, klares Wasser ist. 




Langsam haben wir ein merkwürdiges Gefühl, als wenn wir unseren Urlaub hier in einem Gefängnis verbringen würden. Als der Regen aufhört, setzen wir uns raus, unter die Palmen zu lesen, aber wir frieren uns sehr. Wir warten schon sehr auf das heutige Boccia Spiel, daß die Zeit damit vergeht. Wir lachen viel dabei über unsere eigene Ungeschicktheit und es ist sowieso ganz witzig, als die nackige Gesellschaft mit Bier in der Hand und Kugel werfend durch den Garten marschiert. Damit vergeht die Zeit ganz gut und kommt nachher ein ganz starker Windsturm, so setzt sich heute die Gesellschaft nicht ins Meer um sich zu unterhalten. Dann kommt Donn mit der schlechten Nachricht, daß der Generator kaputt ist und er hat einen kleineren Ersatz dafür, aber wir müssen besonders mit dem Strom und Wasser sparen, da die Wasserpumpen den meisten Strom brauchen.

Wir hoffen sehr, daß das Schicksal zu uns gnädig sein wird und bringt für morgen besseres Wetter für uns, weil wir nur noch zwei Tage übrig haben, und außer den ersten zwei haben wir nicht viel Sonne gesehen. Heute duschen wir ganz kurz und gehen wir alle zum Abendessen runter. 

(Von links nach rechts: Donn, auf dem Stuhl der blinde N., hinten guckt Cindy aus, ich, Mary und hinter dem Pult ihr Mann, Randy – das Paar aus Colorado – und M. )

Das Abendessen ist heute sehr gut: eine besondere, kalte Avocadocremsuppe, Beefsteak (für uns extra gut durch), und sehr leckerer Kuchen. Die Stimmung ist sehr gut und nach dem Abendessen unterhält sich die ganze Gesellschaft noch ganz lang. Später trinken wir noch Tequila. Ich mag hier sein. 


Der Himmel wird am Abend wieder sternenklar, so verarscht er uns jeden Tag, daß wir denken, morgen kommt schon schönes Wetter. 

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Montag, 30. Mai 2011

Mexiko, Yucatan/16-17. Tag - im Paradies

16. Tag, 20. November 2009

Wir wachen mit starkem Wind und wolkigen Himmel auf, die Sonne guckt nur selten aus. Das kanadische Paar fährt heute weg. Nach dem Frühstück gehen wir in den Garten auf unseren Lieblingsplatz uns zu sonnen und zu lesen, es bleibt aber leider nur bis 11 Uhr sonnig und nachher beginnt es zu regnen. Der Himmel ist überall schwarz und flattert der Windsturm auf, das Wasser gießt aus dem Himmel. Wir flüchten ins Zimmer und sind sauer. Man wird traurig, weil hier - im Paradies - man nichts anderes machen kann, als nur relaxen, liegen, sich sonnen, baden oder lesen. Ohne Sonne verliert dieser Ort paradiesisch zu sein. So wird es zur Qual, wie es auf Mauritius war. 




Später kommt für eine Stunde die Sonne aus, und wir nützen es sofort aus, wir baden und gehen entlang der Küste, jetzt Richtung Süden zu spazieren. Wir kommen aber nicht weit weg, weil es schon wieder heftig gießt.  Wir sehen hier einen Pelikan, der Fisch fangen will, versucht es immer wieder, aber schafft es nicht.


Dann kommt der richtige tropische Regen, der sehr stark ist. Ich sehe momentan nicht viel Gutes darin. Wir sitzen ewig in der Bar und spielen Gesellschaftsspiele. Die Luft hat sich sehr abgekühlt und alles ist feucht, im Zimmer auch die Kleidungen, die noch zusammengelegt und noch nicht benützt sind. Gegen halb 6 klart sich ein bißchen der Himmel auf, und so schaffen wir noch gerade ein Stück von dem schönen Sonnenuntergang zu sehen. Es ist noch viel Zeit bis zum Abendessen und wir warten ungeduldig im Zimmer. Heute ist hier irgendein Feiertag und die Besitzer haben eine Party organisiert und uns dazu eingeladen. So kommen heute ca. 20 amerikanische Auswanderer, die alle hier in der Nähe leben. Es gibt heute Riesenhamburger zum Abend und nachher werden sie musizieren. 


Das Meer wirft viele Schuhe auf die Küste aus, wenn man kreativ ist, kann man sie als Dekoration "recyclen" :-)


Wir haben nicht viel Lust zu der großen amerikanischen Gesellschaft. Zum Glück essen wir in der Bar und sie draußen. Der Hamburger ist sehr lecker und mächtig groß. Wir konnten es auswählen, was für Fleisch wir darein wollen. Ich habe gegrillte Hühnchenbrust gebeten. Es gab auch Vorspeise, eine typisch mexikanische Avocadocreme (guacamole) und zum Dessert göttlich leckere Brownies. V. und U. gehen nach dem Essen sofort ins Zimmer, wir bleiben noch sehr lang unten und mischen uns langsam unter die Amerikaner. Wir genießen es, daß endlich mal ein bißchen Leben und Party in unsere langweiligen Urlaubsabende kommt. Die Amerikaner sind sehr freundlich, sie stellen tausend Fragen, sie fangen sofort mit uns zu reden an, sogar drücken sie mir auch eine Trommel in die Hand. Sie scheinen eine zusammengewöhnte Gesellschaft zu sein. Es herrscht eine sehr gute Stimmung und es gefällt uns sehr. Wir bleiben bis 23 Uhr und fühlen uns sehr wohl. Es gibt heute Abend Millionen von Mücken, sie fressen uns auf, obwohl wir literweise uns mit Antimückenmitteln beschmieren. Zum Schluß spielt noch ein junger Kerl Gitarre und singt dazu, und ein heißes, schwarzes, Rihanna-ähnliches Mädchen schüttelt wahnsinnig gut ihre Hüften dazu. Ein echter karibischer Abend. Nachher sitzen wir noch auf dem Balkon. Der Sturm hat sich ganz verzogen. 


17. Tag, 21. November 2009

Um halb 8 werden wir wach und blicken auf einen blauen, mit Schäfchenwolken vollen Himmel aus. Die Sonne brennt schon am Balkon stark. Nach dem Frühstück sonnen wir uns kurz und dann gehen wir nach Norden an der Küste entlang, ca. 2,5 km weit, bis zu der Landzunge (Punta). Seitdem haben wir die bellenden, aber nicht beißenden Hunde schon öfter getroffen, jetzt stellen sie für uns kein Hindernis mehr dar. Wir hoffen, daß wir irgendwo einen normalen Strand finden, wo wir baden können, weil hier überall sofort von der Küste, bis zu ca. 100 m weit raus, dichte Seegrasdecke unter dem Wasser ist und weil das Wasser so seicht ist, man muß entweder bis zum Oberschenkel in dem ekeligen Zeug laufen, oder wenn man schwimmt, dann langt das Gras bis zum Bauch. Ich habe da einfach Angst, weil ich nicht weiß, was für Tiere da drin leben. 







Endlich finden wir eine Küste, wo das Wasser max. 30 cm tief und darunter nur ca. 10 cm hohes Gras ist. Es ist eine andere Sorte und bedeckt den Boden max. in einem 15 m breitem Streifen. Danach ist das azurblaue Meer. Hier trauen wir uns in den Surfschuhen darüber zu gehen und dann erreichen wir das, wie ich mir das karibische Meer immer vorgestellt habe. Das Wasser ist unglaublich durchsichtig und kristallkar, schon nicht mehr hellblau, sondern "weiß" - besser gesagt "wasserfarbig, d.h. es hat gar keine Farbe und glänzt wie die Kristalle. Manchmal stehen drin einsame Korallenblöcke und schwimmen zitronengelbe und enzianblaue dreieckige Fischchen um sie herum. Ich habe für diese eine Woche Badeurlaub so ein Meer mir gewünscht und nicht das, was bei dem Playa Sonrisa ist. Jetzt degradiert diese Tatsache ein bißchen den Sonrisa von seiner paradiesischen Stufe. 




Als wir zum Playa Sonrisa zurückkommen, lesen wir und ich esse zum Mittag das, was ich von dem Frühstück auf die Seite gelegt habe. Wir wollen hier auch dieses klare Wasser haben und es gibt weiter draußen, wenn man über das Wassergras so ca. 100 m rausschwimmt. Wir entscheiden uns, daß wir es riskieren. Es ist ekelig wenn das Gras unsere Bäuche berührt. Als wir endlich zu dem blauen Teil ankommen, sind wir enttäuscht, weil es hier überhaupt nicht so klar und durchsichtig ist, als bei der vorherigen Küste war. Man sieht nicht weit weg und keine Korallen sind hier. Ich gucke auf das Molo zurück und sehe erst, wie weit wir außen sind (wir können aber noch immer stehen) und ich kriege Panik und will sofort zurück. Ich schätze wir sind etwa 150 m weit von dem Molo. Ich schwimme wie ein Weltmeister zurück und habe furchtbare Angst vor irgendwas Ungeheuerlichem, das dieses Gras in sich versteckt. 



Mangrovensumpf hinter dem Grundstück

Wir sonnen uns, als wir auf irgendwelche platschende Töne aufmerksam werden. Wenn wir das Wasser beobachten, sehen wir manchmal was komisches, als ob ein Fisch springen würde. Als erstes rennt Cindy zu der Küste und schreit zu ihrem Mann, daß dort irgendwelches seltsames Tier zu sehen ist. Jeder rennt mit tausend auf den Molo und Donn (der Besitzer) begleitet langsam seinen blinden Freund. Dann stehen wir alle dort in einer Reihe am Rand des Molos und strarren das Wasser wie irgendwelche Idioten an. Wir wissen nicht mal das, was wir sehen sollten. Dann sagt Cindy, daß es ein riesiger Rochen war. Wir schauen lange das Wasser, aber wir sehen nichts mehr und dann sagt plötzlich der Blinde: "Nur ruhig, ich sehe ihn auch noch nicht!" Jeder bricht in Lachen aus. Er hat guten Humor. Danach erblicken wir für eine Sekunde den Rochen, aber er schwimmt vom Molo gerade weg. Die Jungs werden so aufgeregt, daß wir sie nicht zurückhalten können, sie wollen bis zum Riff rausschwimmen. Es macht uns Mädels sehr unruhig (hier leben auch einige giftige Tiere, wie z.B. der Lionfisch, der Steinfisch, eine Seeschlangenart und ab und zu kommt es auch vor, daß hier riesige Haie reinschwimmen). So sind M. und U., lange weg und wir spielen mit den anderen Boccia - natürlich nackig. Komischerweise stört mich die Nähe hier von anderen nackigen Menschen auch nicht, hier starrt nie jemand die Anderen "so" an. Es ist das erste Mal in meinem Leben, daß ich öffentlich, mit anderen Menschen zusammen nackig bin. 

Der Blinde spielt auch mit, es ist total witzig. Wir spielen sehr lang und wir sehen die Jungs nirgends mehr. Nach dem Spiel setzen wir uns ins Meer (es ist hier eine Tradition jeden Nachmittag - natürich mit einem Bier). Dann sehen wir endlich die Jungs, als sie ganz weit weg auf die Küste rauskommen und zurücklaufen.  Wir hören wieder was. Als erstes steht Cindy auf und schaut in die Richtung woher der Ton kam. Sie geht los und wir alle nach ihr. Dann sehen wir den Rochen, vielleicht nur 5-6 m weit von der Küste, zwischen dem Seegras. Weil seine Farbe ähnlich zu dem Gras ist und hier gibt es keine Höhe, wo wir aufstehen könnten und ihn von oben sehen könnten, so sehen wir kaum was. Aber auf einmal schwimmt er zu uns hin und er ist dort, ca. 1 Meter weit von unsere Füssen, die bis zum Knie im Wasser stehen. Ich kann ihn gerade noch fotografieren und dann schwimmt er weg. 


Die Jungs sind erschöpft, von dem Kampf mit der Strömung, und enttäuscht sind sie auch, da sie dort draußen gar nichts interessantes gesehen haben. Dazwischen ist ein neues, 50-er Paar aus Colorado angekommen. Sie ziehen sich aus und entschließen sich sofort zu unserer Gesellschaft. Sie waren schon öfter hier. 

Da Cindy am Wochenende nicht kocht, müssen wir nach Xcalak Dorf fahren. Donn empfehlt uns das Restaurant „Leaky Palapa”, so bleiben wir dabei. Es ist ein eleganter Ort, eine kanadische Frau ist die Besitzerin. Eigentlich passt so was zu dem armen Hüttendorf gar nicht. Hier sehen wir einen Teil von den gestrigen amerikanischen Gästen vom Playa Sonrisa. Es gibt nur sechs Sorten von Abendessen. Alle sind sehr teuer aber werden mit einer meisterlichen Verzierung serviert. Es sieht schön aus, aber hat kaum Geschmack und ist auch total kleine Portion. Wir sind sehr enttäuscht. Es gibt hier einen Laden, wo man für 25 Peso/Stunde Internetzugang hat. Ich will hier paar E-mails schreiben, aber schließlich lassen wir es dort, weil es so langsam ist, daß es während einer halben Stunde nicht mal eine einzige Mail wegzuschicken schafft. Wir sind schon vor 20 Uhr wieder auf dem Grundstück und wir klopfen bei V. und U. an die Tür, daß sie mal rauskommen sollten, mal Karten zu spielen, aber sie wollen jetzt gerade schlafen gehen. :-( Für mich ist es unvorstellbar und bin eigentlich sehr enttäuscht, weil wenn schon Gesellschaft im Urlaub da ist, dann ist es gerade das schönste daran, daß man abends so viel lustiges gemeinsam veranstalten kann, daß man so viel gemeinsam lachen könnte. Aber wir können es vergessen. Wir gehen in die Bar runter und spielen dort Knüffel und trinken das leckere Sol Bier. Später sitzen wir schon wieder ewig auf dem Balkon und schauen unsere beliebten Sterne an. Dieses Himmelsgewölbe lässt sich mit nichts vergleichen. Wir sehen auch noch Sternschnuppen. Man fühlt hier ein endloses Freiheitsgefühl und man denkt, es lohnt sich zu leben, das Leben ist schön!

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Sonntag, 29. Mai 2011

Mexiko, Yucatan/Playa Sonrisa - das Paradies

15. Tag, 19. November 2009, Playa Sonrisa/der erste Tag im Paradies

Ich schlafe gut, aber werde gegen 6 Uhr wach und bin aufgeregt, daß ich den Sonnenaufgang über dem Ozean sehen möchte. Ich wäre nur direkt deshalb nicht aufgestanden, aber wenn ich schon wach bin, muß ich es ausnützen und ich ziehe mich sofort an (ist ziemlich kühl) und laufe ganz aufgeregt bis zum Ende des Molos. Dort setze ich mich nieder und starre halbe Stunde lang den Sonnenaufgang an. 











Nachher, daß die Sonne über den Ozean schleicht, sofort beginnt sie mich mit heißen Strahlen zu streicheln. Sie bekleidet die Küstenlandschaft mit orangefarbigem Licht. Ich laufe in dem Garten rum und fotografiere bis halb 7. Das spiegelglatte Wasser, die unzähligen Palmen - so weit, das Auge reicht -, die fischfangenden Pelikane und die, in dem seichtem Wasser graziös schlendernden weißen Reiher, das Alleinsein...verzaubert sauge ich den Anblick der vielen Wunder, das Eden ein. Ich bin voll mit Gefühlen geladen und es ist hier selbst das Paradies! Ich freue mich, daß ich hier allein mit meinen Gedanken sein kann. Als ich raufgehe, weckt gerade unser Handy. Das Frühstück wurde auf halb 8 versprochen, und wir gehen alle runter, aber bis 8 Uhr passiert gar nichts. Außer dem kanadischen jungen Paar verbringt noch seinen Urlaub ein blinder Mann hier, der ein  guter Kumpel des Besitzers aus seiner Kindheit ist. 





Das Frühstück befindet sich in dem halboffenen Raum vor der Bar, wo aus Holzstämmen gemachte Tische stehen. Das Frühstück wird in der Bar auf einem Tisch serviert. Es ist sehr ärmlich für uns. Es gibt frisch gebackenes Hausbrot, viele Obstsorten, gekochte Eier, Marmelade, und jeden Tag andere Sorte von frisch gebackenem Muffin. Mein Gott, was ich für ein Stück guten Käse geben würde. Ich bin käseverrückt und ich habe ihn seit Wochen nur in Spurenelementen gesehen. :-) Ich kann dieses Frühstück nicht ausgiebig nennen, da immer nur insgesamt 8 Scheiben Brot ausgelegt sind und wir (Deutsche = Brotfresser) wollen wenigstens 2-3 Scheiben pro Person essen. So stürzen wir auf das Frühstück unverschämt, wie die Hyänen und es interessiert uns überhaupt nicht, daß die anderen Gäste nur Muffins essen können. 






Nach dem Frühstück entdecken wir jeden Winkel des Gartens, wir machen viele Fotos und nachher schnorcheln wir um den Molo herum (es ist der einzige Platz, wo es einen kleinen Teil ohne Wassergras gibt). Wir sehen hier sofort gigantisch große Muscheln. Die Sonne brennt und wir tun alles splitternackt, was uns das Gefühl der endlosen Freiheit schenkt. Wir erleben hier alles anders und ein verlangsamter Lebensrhythmus  bemächtigt uns. Leider kommen mittags graue Wolken und starker Wind, aber die Luft bleibt warm, nur die heute früh gesehenen, starken Kontrast habenden tropischen Farben gehen verloren und wandeln sich in eintöniges Grau um. Wir lassen uns von niemandem und nichts stören, faulenzen nur auf der Sonnenliege. Unsere Ruhe unterbrechen nur ab und zu die neben uns, als Bomben auf den Boden stürzenden mächtigen Kokosnüsse. Hier genießt jeder seine Ruhe getrennt. Das kanadische Paar sitzt meistens auf dem Molo, V. und U. spazieren entlang der Küste oder liegen Stunden in der Hängematte, die zwischen Kokospalmen ausgespannt ist. Der blinde N. sonnt sich vor seiner Hütte. Wir haben zwei Lieblingsliegen unter den Palmen. Jeder hat hier, im Paradies seinen Lieblingsplatz, wo er seine eigene Souveränität hat, wo niemand zu ihm hingeht, wo niemand ihn in seiner nackigen Ruhe stört. Es ist einfach perfekt. 


Mittagessen kann man hier nicht, aber es gibt Sandwiches und Snacks. Wir essen Putenbrustsandwiches, die sind lecker und ausgiebig. Danach gehen wir entlang der Küste, Richtung Norden zu spazieren, so weit bis zwei böse bellende Hunde uns verscheuchen. 

Sehr seltenes Bild: Weißer- und Graureiher zusammen

An einem anderen Tag spazieren wir bis zu dieser Landzunge, oben auf dem Bild: 

Uns begleiten schiefe, zum Wasser neigende Palmen, im Sturzflug ins Wasser fallende Pelikane, mächtig große, mehrere hunderte Meeresschneckengehäuse, manchmal Luxusvillen, die aber alle ausgestorben sind (auf vielen von denen hängt "for sale" Schild). Die Sonne kommt heute nicht mehr vor. Als wir zurückkommen, sitzen wir nur auf der Liege nackig und starren das Unfassbare vor uns an, während dessen die Anderen paar Kugeln in dem Sand werfen (boccia).

Natürlich dies auch nackig, mit Bier in ihrer Hand! Danach setzen sie sich alle ins Meer, mit dem Bier in der Hand und unterhalten sich zeitlang. Ich gehe zu duschen, aber gerade als mein Kopf und Gesicht mit Shampoo voll sind, kommt kein Wasser mehr aus der Brause. M. sitzt weit, in dem anderen Ende des Gartens und alle Anderen sitzen im Meer und trinken Bier. Wo anders wäre ich jetzt verzweifelt, aber nicht hier, im Paradies! :D Ich kann nichts anderes tun, stelle ich mich, so wie ich bin, auf den Balkon und schreie: „Hallo, no water!“ Dann kommt zufällig der Besitzer (auch nackig) und wir besprechen es mit der größten Natürlichkeit, daß der Generator zu schwach ist und die Wasserpumpen fallen so manchmal aus, er schaut nach und ich kann dann weiter duschen. Ich hätte es früher mir nie vorstellen können, daß ich diese Nackigkeit mitmache, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und dann stört es überhaupt nicht mehr. 

Hier kriege ich solche Mückenstiche, die bis zu 5 cm groß anschwellen und tagelang so bleiben. Zum Glück sind tagsüber gar keine Mücken, erst nach der Dämmerung kommen sie. Das Haus trennt nur eine Schotterpiste von dem Mangrovensumpf. Abendessen kann man bei Cindy bestellen. Es muß man dann bei dem Frühstück Bescheid sagen, so können sie wissen, für wieviel Leute sie kochen müssen. Es sind hier zwei Angesellte, ein mexikanisches Ehepaar. Der Mann hält den Garten in Ordnung, die Frau putzt und hilft beim Kochen. Wir bestellen fast immer Abendessen. Heute ist ein Nudelgericht mit Garnelen in Weißweinsoße, und Vorspeise und Nachspeise gehören auch dazu.


Zum Abendessen gehen alle in die Bar und alle sind dort, die hier wohnen, wir sind wie eine gut zusammengewöhnte Familie. Die Stimmung ist super, das Essen ist lecker. Ich kann nicht viel englisch,  verstehe aber sehr viel, nur kann nicht reden, da ich die Sprache nie gelernt habe, nur als Teenager sehr viel Rockmusik gehört habe und deren Texte dazu gelesen, gelernt habe und versucht habe sie mit einem Wörterbuch zu übersetzen. Davon habe ich einen ganz großen Wortschatz, aber null Grammatik dazu. Ich habe mir noch nie zugetraut irgendwo englisch zu reden, aber hier muß ich es einfach. Ich mag viel reden und ich wäre verrückt, wenn ich mich hier nicht verständigen könnte. Grammatisch baue ich zwar katastrophale Sätze, aber trotzdem kann ich alles sagen, was ich will und man versteht mich auch. Sie loben mich auch noch. Also, egal, ob es passt oder nicht, ich rede einfach, erstmal in meinem Leben englisch und ich wundere mich sehr, wie gut es funktioniert.  

Gegen 22 Uhr gehen wir auf unseren Balkon, der Himmel wird am Abend sternenklar und wir starren ihn so gerne mit den vielen Sternen an (dies in Begleitung von paar Bierchen). 

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.