Donnerstag, 28. Juli 2011

Karpathos - die Insel der Winde 2007/6.

19. September 2007

Ich schlafe schlecht und werde früh wach. Loui und seine Familie schreien schon früh morgens im Garten rum, sie sprechen miteinander englisch. Der Reiseleiter hat erzählt, daß sie auch nach Amerika ausgewandert sind und kommen immer wieder für die Touristensaison zurück, um ihre Apartments zu vermieten. Nur aus dem Dorf Olympos leben 600 Griechen in Baltimore, und selbst im Dorf sind nur 300 Menschen übrig geblieben. Zahlreiche Menschen von Karpathos leben in den USA, Kanada und Australien. Die Insel ist im Winter ganz menschenleer, in dem lebhaften Pigadia sind im Winter nur ein Café und eine Taverne offen.
Wir packen unsere Sachen zusammen und lesen noch auf der Terasse. Ein Taxi holt uns ganz pünktlich um 12:45 Uhr ab und der alte Fahrer labert ganze Zeit pausenlos englisch, er will alles über uns erfahren. Am Flughafen müssen wir nur eine Stunde warten. 



Der Flughafen ist ganz witzig. In dem Warteraum sind höchstens 10 Stühle. Es gibt insgesamt eine Theke, wo man einchecken kann, und das Schild, wohin der nächste Flug geht, wird mit der Hand ausgettauscht. Die Koffer werden auf einer alten Wage (mit Zeiger) abgewogen und kein Mensch sagt was, daß sie zu schwer sind. Durchgeleuchtet wird das Handgepäck schon ordnungsgemäß. In dem inneren Warteraum sind auch ca. 10 Stühle, aber er steht offen zu dem Flugplatz und man kann rausgehen, wo im Freien ein Container als "Duty free shop" steht. Wie wir hier auf dem Beton des Flughafens spazieren können, so können auch streunende Tiere in den Warteraum reinkommen und so sitzen dort mehrere Babykatzen und betteln nach Nahrung. Zwei Propellermaschinen kommen und wir dürfen erst 20 Minuten später einsteigen. Es gibt keinen Lautsprecher oder so was, draußen pfeift ein Koordinator und winkt, daß wir gehen können. Kein Mensch weiß es sicher, welche von den zwei Maschinen unsere ist. Der Mann zeigt nach links, die Leute gehen los, dann überlegt er es, und zeigt doch nach rechts. Vorsichtshalber fragen wir die Flugbegleiterin ob es wirklich nach Rhodos fliegt. Die ATR startet und wir sehen noch mal die Küsten von Karpathos. Unser Flug ist angenehm und nach 20 Minuten landen wir schon auf dem Flughafen von Rhodos. 

Die Buchten von Lefkos aus der Luft

Rhodos

Am Flughafen ist so viel los, so viele Menschen wimmeln, daß man sich kaum mehr bewegen kann. Es herrscht ein totales Chaos! Alle 5 Minuten startet oder landet eine Maschine, wie in einer europäischen Großstadt. Für uns ist jetzt, nach der großen Ruhe von Karpathos, sehr ungewöhnlich und stressig dieser Trubel. Unsere Koffer kommen schnell. Die Reisebürovertretung begleitet und zu einem Taxi. Ich fühle mich irgendwie eher in Nizza, als auf einer griechischen Insel. Riesige, metaldunkelblaue Taxis stehen in der Reihe hinter einander und unseres fährt ein Banderas aussehender Kerl, der die ganze Zeit den Macho spielt. Das Taxi ist innen total high tech. Bordmonitor, Video, Radio, GPS, extra Klimaanlage bei den hinteren Sitzen...Es passt überhaupt nicht zu meiner griechischen Idylle. Der Taxifahrer ist total nervös, daß er "nur uns bekommen hat" (vier Passagiere - da die Frauen, die auf Karpathos unsere Nachbaren waren, wurden auch zu uns eingesteckt). So hat er vier Leute für einen Preis. Er fährt total wild, rast, überholt ständig und lässt das Radio   Rhodos FM total laut schreien. Auf dem Weg ist fast während der ganzen Strecke Stau und überall Menschenmassen. Wohin wurde die Ruhe getragen?? Ich glaube kaum, daß wir auf Rhodos sind. :-) Später fahren wir entlang der Küste und sehen kilometerlang nur Strände, die voll sind, wie eine Sardinenbüchse. Glänzende, charakterlose, würfelförmige, hohe Hotels, Hilton, Luxusautos, bis zum Himmel ragende Palmen, Agave Kakteen...total französischer Riviera-Endruck. Unser Hotel hat natürlich nichts mit Luxus zu tun, aber egal, hauptsach, daß wir hier schlafen können. 


Nach paar Minuten gehen wir schon in die Stadt los. Die Altstadt erreichen wir mit einem 20-minütigen Spaziergang. Erst gehen wir Richtung Hafen und sehen einen voll überfüllten Strand und dann sind wir schon bei dem "Reh-Tor", d.h. wo irgendwann der Koloss von Rhodos gestanden ist. Zahllose Yachten, große Schiffe, kleine Boote ankern hier und man sieht das Ende des Hafens gar nicht. 






Wir gehen bei Souvernirverkäufern vorbei, bis wir das erste Tor der Altstadt erreichen. Trubel, Drasch, Menschenmassen, wie ein mächtiger türkischer Basar. So viel Gerümpel habe ich noch nie gesehen, wie hier. Später erreichen wir die hinteren, von Touristen ruhigeren Straßen, die mit Kieselsteinen gepflastert sind und ihre Häuser mit Gewölben verbunden sind. Hier spürt man noch was aus den antiken Zeiten, es gefällt mir hier sehr. 











Mittlerweile sinkt die Sonne runter und flattert der gut bekannte abendliche Wind auf. Ich friere mich, wir müssen leider nach Hause gehen, um eine Jacke zu holen. Dann essen wir in einem italienischen Restaurant neben unserem Hotel, Pizza und Nudeln Quattro Formaggio. Beide sind lecker und ausgiebig. Die letzten zwei Mythos Biere rollen sich auch runter und wir gehen nochmal in die Stadt zurück, wir müssen mit unseren vollen Mägen ein bißchen spazieren. Der Trubel ist noch größer geworden. Auf dem Hauptplatz, wo der Brunnen mit den Seepferdchen steht, sammeln sich die Menschen. Hier reihen sich italienische Cafés und in jedem schreit andere Musik, neben dem Brunnen trommeln zwei Jugendliche, die Menschen sitzen überall, wo man sitzen kann und hören dieses wahnsinnige Durcheinander, was man eigentlich nicht lange ertragen kann. Trotzdem hat das ganze irgendwie eine besondere Stimmung. 



Nach dem Wirbel tut uns auf dem Heimweg die Stille des Hafens gut, wir atmen den schaligen Wassergeruch ein und haben das Gefühl des Ablaufens. Es war ein passendes Ende unseres Urlaubs. Hier nehme ich Abschied von Hellas, obwohl was ich heute hier alles erlebt habe, hat mit meinem geliebten Hellas nicht zu tun. Wir kommen ins Hotel an, wir haben ein lieblos eingerichtetes, fremdes Zimmer. Als ob wir tausende Kilometer weit entfernt von Karpathos wären. Wir sitzen sehr lang auf dem Balkon, nach 1 Uhr gehen wir erst schlafen. Von Rhodos hat es mir gereicht, hierher muß ich nicht mehr zurück. 

20. September 2007 Heimfahrt

Wir stehen um 6:45 Uhr auf, ab halb 8 kann man hier frühstücken. Wir schleppen unsere Koffer in den Frühstückssaal mit, weil um 8 Uhr kommt schon ein Taxi uns abzuholen. Wieder so ein Luxustaxi, aber diesmal mit einem alten Fahrer, wer ein echter Gentleman ist. Es tut sehr weh, daß wir wegfliegen, ich bin so leer innerlich, ich finde mich still mit meinem Schicksal ab, daß der Urlaub für dieses Jahr schon wieder vorbei ist und auf uns wartet mehrere Monate lang nur Arbeit. 
Wir starten pünktlich um 10:30 Uhr. Ich bin müde und döse ein bißchen, kriege nicht so viel von dem Flug mit. Um 13 Uhr landen wir und es empfängt uns angenehme 20° Grad. 


Karpathos ist eine wunderschöne Insel, ein Paradies der Ruhe und der Rückständigkeit und ich kann sie (trotz unserer vielen negativen Eindrücke doch) empfehlen. Leider kommen hierher auch schon zu viele Touristen. Unterkünfte gibt es genügend...

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Dienstag, 26. Juli 2011

Karpathos - die Insel der Winde 2007/5.

16. September 2007

Wir schlafen heute lang und sind faul irgendwas zu unternehmen. Ich möchte gern noch was neues entdecken, aber die Insel bietet nicht mehr viel für uns, bzw. was noch interessant wäre ist nur mit dem Jeep zu erreichen. Wir entscheiden uns, daß wir auf die Hochebene Lastos rauffahren, obwohl wir es wissen, daß der kleine Roller dafür nicht geeignet ist. 

Unterwegs



Als wir uns mit dem Roller auf den Berg kämpfen, stürzt unser Benzinanzeiger rapid runter. Auf den steilen Hängen tuckern wir nur mit 15km/h und manchmal habe ich das Gefühl, daß wir gleich rückwärts rollen werden, anstatt vorwärts. Der Roller frisst zu viel Benzin bergauf oder wir zwei sind zu große Elefanten für ihn. Heute weht der Wind extrem stark und je höher wir fahren, desto stärker wird er. Wir frieren uns total und der Benzinanzeiger zeigt auf einmal Null, obwohl wir noch kaum paar Kilometer gefahren sind. Schließlich wenden uns wir lieber und tuckern mit ausgeschaltetem Motor von dem Berg runter. Bei Piagdia essen wir in unserem Lieblingsbuffet an der Küstenstraße Gyros und fahren heim, um in der größten Mittagshitze ein bißchen faulenzen zu dürfen. Wir haben keine Idee mehr, was wir in diesem starken Wind unternehmen könnten. Wir denken an den Strand hinter dem Flughafen, dort wäre es schön. Später fahren wir dorthin. Unterwegs haut der Wind uns fast von dem Roller runter, es ist schwierig ihn überhaupt geradeaus zu halten. Qualvoll ist die Fahrt und mein Kopf reißt sich fast los, da der Wind meinen Helm immer nach hinten kippt, daß er an meinem Genick hängt und sein Gurt mich fast erwürgt. Wir sind fix und fertig bis wir zu unserem Traumstrand ankommen, aber dort ist es auch ganz windig und toben große Wellen, wir haben keine Lust hier mit dem Wind zu kämpfen, lieber fahren wir nach Ammopi weiter, erfahrungsmäßig ist es dort immer ganz windstill. Und wirklich, bei Ammopi ist Windstille: 


Wir fahren wieder zu der kleinen Bucht, wo die Luft sich überhaupt nicht bewegt und das Wasser spiegelglatt ist. Wir genießen das Baden hier. Hier hören wir überwiegend österreichischen Dialekt und schließlich kommen wir mit einem älteren österreichischem Paar ins Gespräch. Der Mann erzählt, sie fahren abends mit dem Taxi in die Bergdörfer zum Essen, dort findet man noch originales griechisches Essen. 
Uns darauf ereifernd, fahren wir am Abend in die Bergdörfer los und davor merke ich mir aus dem Reiseführer die Restaurantnamen, wo man gut essen kann. Jetzt ziehen wir uns richtig an und fahren erst nach Aperi. In den drei Dörfern hier reihen sich prachtvolle Villen der aus Amerika zurückgekehrten Auswanderer. In Aperi finden wir nur ein Hamburgerbuffet. In Volada gibt es ein sympatisches Restaurant und der Reiseführer empfehlt es auch, daß man hier guten Kaninchenstifado essen könnte. Als wir eintreten, richtet sich jedes Auge auf uns. Der innere Saal ist voll, die Tische sind in Kreisform aufgestellt und eine große Gesellschaft zecht hier. Einer spielt auf dem typischen karpiotischen Instrument, das ähnlich wie eine Geige aussieht und Lira heißt. Er zieht es und singt dabei einen Satz seines Liedes vor und die anderen singen dann im Chor nach ihm. Die Kellnerin schiebt uns auf die hintere Terasse raus, welche über ein Tal raushängt und der Wind reißt uns hier fast runter. Das Mädchen bringt uns die Speisekarte und fängt sofort an es uns aufzulisten, welche Gerichte es heute nicht gibt. Es gibt kaum was, ich nehme an, daß die feiernde Gesellschaft schon alles aufgegessen hat. Es blieben Hamburger, Gyros und Souvlaki im Angebot. Ich bin total enttäuscht, daß es auf dieser Insel unmöglich ist, ein traditionelles romantisches dörfliches Abendessen zu erleben. Wir wollen hier nichts essen, aber jetzt finden wir es schon peinlich, wegzugehen, deshalb bestellen wir nur von Höflichkeit zwei Cola. Dabei erfrieren wir uns fast auf der Terasse. Ich möchte am liebsten reingehen und mich zu der gut amüsierenden Gesellschaft setzen und eine typische Familienfeier hautnah erleben. Der innere Saal ist mit Jagdszenen bemalt, ist richtig stimmungsvoll, ich würde total gerne die Szene mit der singenden Gesellschaft filmen.
Ab ins nächste Dorf, Othos. Die Lampe unseres Rollers nützt auch nicht mehr, als die Sterne in der Nacht, bzw. noch weniger. :-) Wegen dem schwachen Licht können wir nur mit ca. 10 km/h tuckern, weil wir aus der löcherigen Straße gar nichts sehen. In Othos sehen wir drei Lokale, und ohne anzuhalten, lesen wir schnell deren Holzschilder: Hamburger, Bifsteki, Gyros, Sandwich….brrrr…es reicht. So viel über das oroginale dörfliche Abendessen.  Bis wir von dem Berg runterfahren, sind wir schon auf den Roller draufgefroren. Es ist schon halb 10 und unsere Mägen knurren laut vom Hunger. Wir wollen jetzt nicht in die Stadt reinfahren,  halten bei den Tavernen neben dem Strand an. Wir schauen deren Angebot an und da ich endlich mal einen ordentlichen Stifado (Kalbfleisch mit Zwiebeln und Soße, ähnlich wie Gulasch) essen will, gehen wir dort rein, wo es sowas gibt. Der Besitzer kommt ständig zu uns und labert uns voll, er ist schon etwas betrunken und spart mit seinem Raki nicht, holt einen nach dem anderen auch für uns. Wir kriegen hier große Portionen, aber das Essen schmeckt wieder nicht so, wie es schmecken sollte, ist wieder total amerikanisch zubereitet und das Fleisch ist sehr zäh und ekelig. Zum Schluß kriegen wir einen kleinen Glaskrug voll mit Raki. Als wir zahlen wollen, setzt sich der Besitzer zu uns und fängt ein langes Märchen an, und erzählt uns, daß sein Vater in München eine Taverne hat und seine Familie aus Kreta stammt und weil der Raki eine kretische Spezialität ist, er trinkt noch paar mit uns. :-)  Er holt gleich noch einen Krug davon und ich verstehe nicht, wie kann er noch ziemlich nüchtern wirken, wenn er es mit jedem seiner Gäste abspielt. Wir bezahlen 22,50. Es war ein lustiger Abend. Zu Hause sitzen wir noch paar Stunden auf der Terasse, der Wind wird stiller. Der Himmel ist unglaublich voll mit Sternen, man sieht auch die Milchstraße ganz klar. Wir gehen um 1 Uhr erst ins Bett. 

17. September 2007

Ich bin schon um 8 Uhr wach und lasse M. noch eine Stunde schlafen. Heute versuchen wir es noch einmal auf den Berg raufzufahren und ziehen uns dazu richtig an. Wir schaffen es heute bis zur Militärbasis zu fahren, wo dann der Weg aufhört. Zu der Hochebene führen paar Schotterpisten, aber nicht mit dem Roller zu befahren, also schauen wir uns ein bißchen um und dann fahren wir wieder runter. 


Es lohnte sich trotzdem hier ein bißchen umzuschauen. Danach kaufen wir im Zentrum Pigadias zwei Pitagyros und nehmen sie mit nach Hause, wo ich dazu Horiatiki Salat mache.  


Wir faulenzen ein bißchen und dann fahren wir zum Strand Apella, der ein bißchen weiter entfernt liegt. Der Weg führt durch wunderschönen Pinienwald und der Strand selbst ist unbeschreiblich schön.  




Apella


Der Strand ist lang und breit, das Wasser wird schnell tief. Die Küste bedeckt grobkörniger Sand oder wir können es auch als mini Kiesel beschreiben, auf jeden Fall, es ist mein Lieblingsboden, da es absolut bequem darauf zu liegen ist und nicht so klebt, wie der Sand. Am Wasser wird es dann steinig und im Wasser groß steinig. Hinten spendet die Felswand Schatten, vorne sind einige Sonnenliegen, aber da der Strand so breit ist, verteilen sich die Menschen hier gut, man findet für sich eine ruhige Ecke. Wir baden, sonnen uns, erholen uns  und tauchen in unsere Gedanken ein. Es ist unser letzter Tag, daß wir Roller haben und unser vorletzter Tag auf Karpathos. In den letzten Tagen fängt man schon leider an an die Arbeit zu denken. Später gehe ich allein auf die Felsen hoch, damit ich paar Fotos von dem Strand machen kann. Die Farben des Wassers wirken von oben noch zauberhafter. Wir verlieben uns in diesen Strand so, daß wir es uns noch überlegen, die Rollermiete noch für morgen zu verlängern. 




Später schleicht der Schatten der Felswand immer weiter über den Sand Richtung Wasser und innerhalb einer halben Stunde wandern wir meterweise schon ca. 30 Meter vorwärts, damit wir noch ein bißchen Sonne haben. Gegen 16 Uhr ist der ganze Strand schon im Schatten und gegen 17 Uhr frieren wir uns. Wir trinken in der Strandtaverne einen Frappé und saugen den Zauber des Ortes noch einmal richtig tief in uns ein. Heimwegs fahren wir immer im Schatten und der Wind ist auch sehr kühl, wir frieren uns sehr, bis wir zu Hause ankommen. Ich dusche mich mit heißem Wasser und M. bringt den Roller zurück. Wir essen nur Tütensuppe und Salat und dann lesen wir auf der Terasse.
Dann kommt der Reiseleiter, den wir in den ganzen zwei Wochen nie einmal gesehen haben und verteilt uns die Fluginfos für den Rückflug. Wir fahren gleich mit der Idee vor, ob man für uns den Flug nicht umbuchen könnte, damit wir schon mittags auf Rhodos ankommen, weil wir von Rhodos Stadt auch mal was ansehen möchten. (Wir müssen eine Nacht in Rhodos Stadt schlafen, es war schon ursprünglich so, nur wir wären mit einer Abendmaschine geflogen und es gibt aber auch einen früheren Flug.) Er meint, es kann überhaupt kein Problem sein, es ist leicht zu lösen und kostet uns nichts, er ruft sofort das Büro von Olympic Airlines an, aber das ist schon zu, er erreicht niemanden. Er nimmt unsere Tickets mit und sagt, daß er morgen früh um 9 Uhr damit wieder bei uns sein wird. Ich muß hier noch erwähnen, daß wir diesen Tausch schon zu Hause versucht haben, aber dort hat uns das Reisebüro gesagt, daß es nicht möglich ist, weil die frühere Maschine schon seit Januar ausgebucht ist und es würde uns sowieso mindenstens 20 Euro Umbuchungsgebühr kosten! Voll gelogen! Also, ich freue mich sehr, weil warum sollten wir hier sitzen an dem letzten Tag, und warten, wenn wir die Zeit schon auf Rhodos verbringen könnten? 
Heute Abend gehen wir nicht mehr weg, ich kriege Schnupfen und trinke den ganzen Abend nur Tee...ich habe es schon auf dem Roller gespürt. 

18. September 2007

Ich bin schon um 7 Uhr wach und konnte in der Nacht kaum schlafen, weil ich mal Schüttelfrost hatte, mal geschwitzt habe. Ich dusche und bin ein bißchen nervös, daß die Umbuchung vielleicht doch nicht klappt. Heute ist der Wind so stark, daß wir nicht mehr auf der Terasse frühstücken können, da dort alles wegfliegt.  Der Reiseleiter kommt pünktlich und bringt uns die Tickets, es ist gelungen, sie sind umgebucht! Gegen 10 Uhr spazieren wir in die Stadt rein und ein Thermometer zeigt schon in dieser Uhrzeit im Schatten 32° Grad! 


Wir schauen nochmal alle Läden an, kaufen noch paar Kleinigkeiten und dann setzen wir uns in unsere Lieblingsbar am Hafen. Jetzt ist der nette griechische Junge nicht hier, den wir gewöhnt sind, sondern ein charmanter älterer Mann, der wahrscheinlich sein Vater ist und mich total an Omar Sharif erinnert. Er könnte schon Ende 60 sein, aber hat noch immer muskulöse Körperform und knackiges, sexy Gesäß, ich bin total begeistert von ihm. :D Wir trinken Frappé, und ich nachher noch einen frisch gepressten Orangensaft. Ich mag hier so gerne sitzen. 



Inzwischen kommt eine große Blue Star Fähre an. Es dauert nur paar Minuten bis sie alles auslädt und wieder weiterfährt. Es ist wahnsinnig heiß und ich bin voll verschnupft. Wir gehen heim und essen unsere letzten Sachen auf, damit der Kühlschrank leer wird. Wir faulenzen ein bißchen und dann gehen wir ein letztes Mal zum Strand. Bis dahin vergeht der Wind und das Meer wird auch ganz glatt. Wir genießen die letzten 2-3 Strandstunden und dann gehen wir heim. 
Gegen 19 Uhr gehen wir in die Stadt los, um abend zu essen. Heute wollen wir nicht mehr griechisch essen, sondern Pizza oder was anderes. Aber dann fällt es mir ein, ich habe in der Nähe immer eine sehr sympathische griechische Taverne gesehen und was wäre, wenn wir doch dorthin gehen würden? M. ist nicht dagegen, also wir gehen dorthin, setzen uns und bestellen (M. Moussaka und ich Kleftiko). Wir schauen nur herum und auf einmal sehe ich zwei Menschen, die mir bekannt vorkommen, bzw. innerhalb Sekunden weiß ich schon, daß ich sie kenne und suche in meinen Hirnzellen nach Namen und sofort weiß ich schon, na klar, es sind Barbara und Karl, die Grazer Österreicher, die wir 2004 auf Santorini kennengelernt haben. Ich stehe schon auf und rufe: Karl!!! Der Mann dreht sich um und guckt mich an, einen Moment lang überlegt sich was, und dann läuft er schon zu uns, und nach ihm auch seine Frau. Wir setzen uns zu einem größeren Tisch rüber und jeder von uns funkt von der Aufregung. Keiner von uns kann es glauben, daß wir hier jetzt ganz zufällig zwei Menschen treffen, die wir vor 3 Jahren während einem anderen Griechenlandurlaub kennengelernt haben und nie mehr was über sie gehört haben. Wir erzählen endlos, was in der Zeit mit uns geschehen ist, jeder erzählt seine Urlaube: sie waren in dem nächsten Jahr auf Naxos, dann auf Kreta und wir auf dem Peloponnes und Samos...Sie sind viel größere Griechenlandfanatiker als wir, sie sind schon neuntes Mal hier, auf Karpathos!! Trotzdem! Auch wenn sie im ganzen Jahr hier wären, wäre es auch ein Zufall, daß wir uns treffen! So unglaublich! Mittlerweile kommen die Vorspeisen: fritierte Auberginie und Ölsardellen. Wir fangen noch gar nicht an, und werden die Hauptspeisen auch daneben gelegt. So was habe ich noch nie erfahren. Da wir unsere Hauptspeisen nicht auskühlen lassen wollen, fangen wir mit denen an und die Vorspeisen lassen wir zum Schluß. Ich bin wieder enttäuscht von dem Essen und es bestätigt sich schon x-tes Mal, daß die Küche auf Karpathos schlecht ist. Wir unterhaten uns so viel und mittlerweile wird das Restaurant voll und auf einmal steht die Kellnerin an unserem Tisch mit dem Dessert und mit der Rechnung und sagt, daß wir gehen sollten, andere warten auf den Platz. Ich bin total empört, weil wir noch Getränke bestellt haben, die sie gar nicht mehr bringen wollen. Ich habe so was in Griechenland noch nie erlebt! Im Land, welches von seiner Gastfreundlichkeit berühmt ist und wo alles unter Zeitlupe läuft, wo ich zehntes Mal bin und noch nie was ähnliches erlebt habe! Karl empfehlt uns, wir sollen uns nicht ärgern, sie kennen in der nächsten Straße einen super Platz, wir sollen dahin gehen.  
Dieser coole Platz ist das größte Kneipenerlebnis meines Lebens! Die Kneipe ist in der Wohnung eines griechischen Kerls. Seine Küche (mit zwei Stühlen) ist seine Bar und sein Balkon ist die Kneipe. Barbara erzählt uns, daß sie diese Kneipe so gefunden hat, daß sie einmal hier in dieser Treppengasse in der Dunkelheit raufgekommen ist und ist gestolpert und hat ihren Knöchel gebrochen. Elias, der Kneipenwirt, hat sie ins Krankenhaus gebracht (ja, weil es hier eins gibt), so haben sich die Beiden kennengelernt. Damals hatte Barbara allein hier ihren Urlaub verbracht.
Ist rausgekommen, daß die Kneipe der Stammplatz der Deutschen, Österreicher und Niederländer ist, die regelmäßig auf die Insel zurückkehren. Der Ort ist wirklich so, als hier Familientreffen stattfinden würden, jeder kennt jeden, nur wir zwei sind ganz neu. Elias treibt sich ständig mit dem Tablett über seinen Kopf herum und sagt ab und zu „bip,bip”, ´wie der "Roadrunner". Ich lache so viel über ihn. 

Er wäre Elias:
Quelle: http://tsdiskstation.dyndns.org/karpathosbilder/thumbnails.php?album=16&page=2
Quelle des Bildes:
http://tsdiskstation.dyndns.org/karpathosbilder/displayimage.php?album=16&pid=142#top_display_media,
beide Fotos von "Jorgi"
Das gedrängelte Abendessen hat meinen Magen verdorben, Karl empfiehlt Ouzo als Medizin darauf. Elias bringt eine große Portion und es hilft wirklich. Gegen halb 12 sagt Karl, wir sollten mit ihnen in ihre Hotelbar noch gehen und dort weitertrinken, aber ich will schon nach Hause. Ich muß noch zusammenpacken und ich will morgen nicht übernächtigt unterwegs sein. Wir tauschen Adressen und verabschieden uns. Um Mitternacht sind wir daheim und im Kühlschrank sind noch zwei Biere und eine halbe Flasche Mavrodaphne (ganz starker und süßer Rosinenwein), die müssen leider auch weg. :-) Wir gehen gegen zwei Uhr ins Bett.  Es war ein super Abend!!!

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Montag, 25. Juli 2011

Karpathos - die Insel der Winde 2007/4.

13. September 2007

Heute schlafen wir ein bißchen länger und gegen 11 Uhr gehen wir zum Strand. Erneut weht ganz starker Wind, aber warm ist es trotzdem. Im Sand liegend kriegen wir alle zehn Minuten eine "Peeling-Behandlung". :-) Der Wind ist sehr nervend und heute ist die Brandung auch sehr stark. 


Später essen wir im Gyrosbuffet (wo wir schon öfter waren) Hähnchensouvlaki mit Pommes und Tzatziki und dann auch noch Eis.
Am Abend gehen wir am Hafen in ein Fischrestaurant, aber es enttäuscht uns sehr. Die Bedienung läuft uninteressiert rum, und bei der Aufnahme unserer Bestellung versteckt eine Brotecke hinter ihrem Rücken und kaut das davon abgebissene Stück weiter. In der Menükarte steht nicht mal die Hälfte von den Speisen, die draußen auf dem Schild standen. Das Essen wird wieder nur Miniportion und auch nicht zu gut und das Getränk muß ich extra erwähnen...Wenn jemand auf Karpathos Sprite bestellt, soll erst im Restaurant herumschauen, ob auf den anderen Tischen originale Dosengetränke stehen, oder komische, kleine, örtliche grüne Glasflaschen. Man kriegt hier nämlich irgendwelche örtlich hergestellte Limo die nur nach Prill schmeckt! Wir bleiben hier hungrig und zahlen dafür aber 25 Euro. Wir sind sehr enttäuscht und schon nicht erstes, und leider auch noch nicht letztes Mal, auf der Insel von dem Essen.

Wir spazieren noch und zum Schluß setzen wir uns in die Bar, wo immer nur Griechen sitzen und wo wir schon öfter waren. Auf dem Heimweg ist mir sehr kalt, der Wind weht ganz stark, aber bis wir heimkommen, hört schon wieder auf. So können wir noch länger auf der Terasse sitzen. 

14. September 2007

Solange bis ich zum Ausflug zusammenpacke, geht M. zu dem Autovermieter einen Roller zu holen. Wir kriegen es statt 15 für 13 Euro/Tag, da wir schon dort Auto gemietet haben. Wir mieten den Roller für 4 Tage und gegen 10 Uhr fahren wir zu den Stränden der Ammopi-Bucht los. Der Wind tobt heute extrem, das Meer wellt sich sehr stark und auf dem Roller sitzend ist es sehr unangenehm. Die Ammopi-Buchten sind ziemlich gut geschützt, geschlossen, dort finden wir Windstille und ruhiges Wasser.   



Zuerst schauen wir jede einzelne Bucht von oben an, damit wir auswählen können, welche uns am besten gefällt und dort möchten wir dann den ganzen Tag verbringen. Es sind sehr große Unterschiede zwischen den Buchten, es gibt felsige, kieselige, sandige, FKK...Schließlich wählen wir eine ganz kleine sandige Bucht (Mikri Ammopi) aus, wo das Wasser langsam tief wird und kristallklar ist. Beim Schnorcheln können wir mindestens 50-80 Meter weit unter dem Wasser sehen und es hat eine zauberhaufte blaue Farbe, was mich total fasziniert. Neben der felsigen Küste kann man zahlreiche Fische sehen und wir sehen auch einen großen orangefarbigen Seestern. Aber das Wasser wirkt hier irgendwie viel kälter, als bei Pigadia. Wir schnorcheln eine Stunde lang und ich friere mich schon so sehr, daß mein Körper sich zittert und meine Finger lila sind. Zum Glück läuft aus der Dusche (deren Schlauch in der Sonne aufgehitzt ist) ganz heißes Wasser, es tut jetzt so gut.  

Mikri Ammopi


Wir sonnen uns und dann, als wir Hunger bekommen, gehen wir in die große Ammopi Bucht rüber, wo viele Tavernen sind und setzen uns auf die Terasse einer ganz großen Taverne, direkt am Meer. Es gibt große Auswahl von Gerichten und ist auch ziemlich billig hier. Aber nach den vorherigen Erfahtungen bestellen wir doch ein bißchen skeptisch, ich, meinen lang gewünschten Stifado und M. Pastitio. Wir bekommen unser Essen sehr schnell und beide sind auch ganz große Portionen, aber geschmacklich haben beide nicht viel zu tun mit den Speisen, die wir bestellt haben. Wir bezahlen 17 Euro und fahen mit vollen Bäuchen zu einem anderen nah liegenden Strand, welcher sich zwischen hohen Felsen, tief in U-Form erstreckt. An seiner schmalen Küste sind paar sandige Sonnenterassen über einander gerichtet, die Küste selbst ist betoniert (wie in Kroatien immer) und führen zwischen den Fischerbooten betonierte Treppen ins Wasser, welches hier auch sehr kalt ist. Es wird wahnsinnig schnell sehr tief.   




Nach paar Metern schwimmen ist schon ca. 10-meterige Tiefe unter uns und weiter außen schon sogar 30-40 Meter! Das Wasser ist kristallklar und in der Tiefe auf dem Boden liegen hausgroße Felsblöcke. Wir entdecken hier eine überraschend vielfältige Fischwelt. Manchmal steht ein Felsblock so im Wasser, daß seine Spitze nur ca. einen Meter unter der Wasseroberfläche ist, daß man sich darauf stellen kann. Komisches Gefühl weit draußen im Meer auf einem festen Boden zu stehen, bis neben uns die Felswände in die große Tiefe stürzen. Von außen sieht es bestimmt sehr verwirrend aus, uns hier, weit von der Küste im Wasser stehen zu sehen. Mich macht es ängstlich, wenn ich darunter in die Tiefe schaue. Wir sind nur 2-300 m weit von der Küste und erleben solche Tiefen, was sonst normalerweise nur mit Boot könnten. Wir würden hier gerne so richtig, mit Flaschen tauchen, aber wir haben es noch nie gemacht, es wäre schon schön einmal es auch ausprobieren zu dürfen. Hier werden wir erneut Eiswürfel im Wasser, wir wollen uns nachher in der Sonne aufwärmen, aber nach 10 Minuten zieht sich der Schatten des Berges über uns und wir frieren uns im Wind. Also ab mit uns nach Hause! Wir haben wieder keine Ahnung, wie spät es sein kann, aber wir täuschen uns schon wieder, da wir schon um 17:15 daheim sind und dachten aber, es wäre schon viel später. Nach dem Duschen gehen wir in den Lebensmittelladen an der Ecke, um Gemüse und Fetakäse zum griechischen Salat zu kaufen. Es wird unser Abendessen und heute sind wir zu faul spazieren zu gehen.  

Ein ganz lieber Gartenbewohner, der bei uns immer nach Essen bettelt: 

15. September 2007

Heute wollen wir die versteckten Buchten an unserer (und immer windigeren) Inselseite aufsuchen. Die erste, die zu uns am nähesten liegt ist die Bucht von Achata. Eine Serpentinenstraße zweigt bei Aperi ab und schlängelt sich in einem wildromantischen Schluchttal bis zur Küste. Der Strand ist wunderschön und das Wasser hat zauberhafte Farbe, aber da es hier alles voll mit Sonnenliegen ist, und wir was einsameres wollen, fahren wir erst weiter.  

Achata

Die nächste Bucht ist Kyra Panagia. Hier befindet sich die kleine rotkuppelige Kapelle, die auf allen Fotos von der Insel darauf steht und ich kann sie jetzt in der Sonne auch gut fotografieren. Der Strand ist hier auch voll und es gibt keinen Schatten, Achata war doch besser, wir fahren zurück.  

Kyra Panagia


Wir mieten hier Liegen und Sonnenschirm für 6 Euro für den ganzen Tag. Auf der Insel kosten sie überall so viel. Die Küste ist sandig, aber je näher wir zum Wasser gehen, desto steiniger wird er. Nach drei Schritten im Meer langt das Wasser schon bis zum Hals und nach paar Metern schwimmen ist es ganz tief unter uns, so ähnlich, wie in der gestrigen Bucht. So 50-80 Meter weit von der Küste steht ein großer Fels aus dem Wasser aus. Wir schwimmen dorthin und wir sehen, daß der Fels Richtung Küste stufig in die Tiefe runter geht, aber Richtung des offenen Meeres fällt er nagelgerade steil in die ca. 50 m Tiefe, was uns wieder ängstlich macht und nicht gerne darüber schwimmen wollen. Wir bleiben lieber an seiner anderen Seite und gucken lang die vielen Fschen an! 

Achata


Später essen wir eine Kleinigkeit in der Strandtaverne und genießen noch lange diesen schönen Strand. Auf dem Heimweg kaufen wir ein und nach dem Duschen gehen wir in die Stadt zum Abendessen. Wir gehen heute zu einem Grillbuffet in der Altstadt  und essen hier einen wahnsinnig großen Grillmixteller. Alles schmeckt sehr gut und wir werden absolut satt und zahlen dafür nur 16,80 Euro. Dann spazieren wir noch lang. 


Wie jeden Abend, weht heute auch ganz starker kühler Wind. Heimwegs will ich Gemüse kaufen. In der Hauptstraße gibt es bestimmt 5-6 Gemüseläden, und alle sind ganz voll mit Waren, man findet aber trotzdem zwischen mehreren Kisten Tomaten kein Stück, welche nicht faul wäre. Ich verstehe nicht warum sie so viele Waren bestellen, was sie nicht verkaufen können. Alles ist höllisch teuer, obwohl man sein Gemüse auch auf der Insel anbauen könnte. Die neue Ware kommt aber jede Woche einmal mit der Fähre aus Kreta! Ich erfahre es aus dem Reiseführer, daß der größte Teil der Einheimischen von Karpathos ausgewandert ist und  regelmäßig lebt kein Mensch mehr hier. Die Auswanderer kommen für die Touristensaison zurück, sie beschäftigen sich aber nicht mehr mit Landwirtschaft, denen ist es einfacher die Waren zu importieren...


Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.