Mittwoch, 26. Oktober 2011

München im Herbst

Paar Fotos von unserem gestrigen Spaziergang:












Donnerstag, 20. Oktober 2011

Gardasee zweimal/1.

22-25. Mai 2003

Seit ich in meiner Jugend den Gardasee auf Wandkalendern gesehen habe, wollte ich immer dorthin. Einmal bin ich 1995 beim See vorbeigefahren und verliebte mich sofort in diese Landschaft. 


Diese gemischte Stimmung von Mittelmeerflair und die großen Berge dazu, zusammen ergeben sie was besonderes. Der 51 km lange Gletschersee wird von Norden, Westen und Osten von den Dolomiten umgeben und sein südlicher Teil verbreitet sich auf einer Ebene. Ich liebe diese Straßen, die an den nördlichen Ufern steil über dem See laufen und oft in Tunnels verschwinden, wo am Straßenrand oder aus den Felsen bunte Oleander und Bougainvilleen wachsen, wo uns kerzendünne Zypressen, Palmen und Zitronenhaine begleiten.  Die mediterrane Stimmung mischt sich mit der Atmosphäre der Alpen und sie bilden ein Idyll. 


Im Mai 2003 haben wir unerwartet 4 freie Tage bekommen und wir wollten einfach nur weg. In München war es kalt und regnerisch, wir wussten nicht, was uns dort unten erwartet...

Es ist unsere erste gemeinsame Reise und auch die erste mit einem Zelt! Wir haben keinerlei Ausrüstung, nur das Zelt und das Sehnen, das Sehnen um irgendwas zu entdecken, was alles beherrscht. So fahren wir mit paar Konservendosen, mit zwei Isomatten und zwei dünnen Wolldecken los. Wir starten um 6:00 Uhr in München. Der Gardasee liegt nur knapp 400 km entfernt, über die Autobahn könnte man ihn in 4 Stunden schaffen - schätzen wir. Wir fahren aber nicht auf der Autobahn und brauchen ein bißchen mehr als 6 Stunden. 

Lago di Santa Massenza
Wir bewundern die ganze Zeit die wunderschönen Berge und kommen erst gegen 12 Uhr zu dem Lago di Santa Massenza, der kurz vor dem Gardasee liegt. Hier essen wir unsere Sandwiches und hier erscheinen die ersten Palmen, die uns elektrisieren. Dann halten wir in Arco an. Als wir aussteigen, überrascht uns die Hitze und wir ziehen uns sofort am Parkplatz um. Arco hat eine zauberhafte mediterrane Stimmung und über der Stadt thront eine "Tulpenburg" (ich nenne sie so, da ihre Mauern immer solche Muster haben, wir die Tulpen, die kleine Kinder malen). Im Mittelalter hat die Familie Scaligeri hier in der Umgebung zahlreiche solche Burgen gebaut. Ich würde hier gerne länger bleiben, aber wir müssen weiter. 


Wir biegen Richtung Varone ab, um den Höhlenwasserfall anzuschauen. Es gefällt uns gut und nachher fahren wir nach Riva del Garda. Hier fängt schon der ewige Kampf für Parkplatz zu bekommen an. Riva hat auch eine Burg und ist eine stimmungsvolle Stadt, aber ich finde, um den See gibt es viel stimmungvollere. Wir spazieren eine Stunde und fahren weiter. Wir wollen jede Siedlung um den See anschauen, so verbringen wir unsere wertvolle Zeit in Torbole schon wieder mit Parkplatzsuchen. Um den ganzen See findet man sehr schwierig Parkplätze, weil es kaum ebene Flächen gibt und wenn doch, dann muß man immer Parkgebühren zahlen. Torbole ist eine ganz kleine Siedlung, uns reicht hier ein paar minütiger Spaziergang und wir fahren schon wieder weiter, durch unseren ersten Tunnel. Danach parken wir neben der Straße und gehen zu dem See runter, um die Wassertemperatur zu testen. Kalt, sehr kalt!

Riva
Malcesine


Die nächste Haltestelle ist Malcesine. Eigentlich fast jede Siedlung ist gleichmäßig und ich könnte hier immer nur das selbe erzählen, deshalb schreibe ich nur das wichtigste. Wir machen hier auch eine kurze Besichtigung, die Stadt hat auch eine "Tulpenburg", hat viele stimmungsvolle, kurvige Straßen, italienische Häuser, Basare und zahlreiche Keramikverkäufer. Der kleine Hafen ist zauberhaft schön unterhalb dem Berg Monte Baldo, der über die Stadt ragt. Ein Ort zum Verlieben!

Unsere nächste Destination ist die kleine Cassone. Die stimmungsvolle Siedlung hat einen mini Hafen mit bunten Booten, bunten italienischen Häusern. Hier fließt "der kürzeste Fluß Europas", der kürzer als 100 m ist.  Mittlerweile ist schon spät geworden und wir müssen nach Campingplatz suchen. Schließlich finden wir in der Nähe von Castelletto zwei Campingplätze und bleiben in dem, welcher neben Torri del Benaco, in einem Olivenhain liegt. Es ist ein kleiner Camping, von einer Familie betrieben. Es gibt kaum Leute außer uns, so können wir unseren Platz selber auswählen. Der Boden ist nicht gut, er ist hart und steinig. Erstes Mal stellen wir unser Zelt auf. Es geht schnell. Dann essen wir auf dem Boden sitzend kaltes Abendessen. Danach fahren wir nach Torri del Benaco, um dort ein bißchen umzuschauen. Der Hafen strahlt hier auch eine zauberhafte Stimmung aus. Die Sonne, die schon ganz niedrig ist, bestrahlt die Häuser mit orangefarbigem Licht. Wunderschön. 





Neben der kleineren Scaligeri-Burg liegt ein Zitronengarten, dessen Bäume voll mit gelben Zitronen sind. Benaco ist eine sehr romantische Siedlung. Wir fahren auf den Berg rauf, bis wir einen Aussichtspunkt erreichen und von dort bewundern wir den schönen Sonnenuntergang. Dann fahren wir zum Campingplatz zurück, die Duschen sind sauber und es gibt gratis warmes Wasser. 
In der Nacht kühlt die Luft sehr ab. Ich weiß nicht, wie kühl es wird, aber ich friere mich mit der dünnen Decke sehr in der Nacht. Ich kann kaum schlafen. 


Morgens packen wir schon ganz früh zusammen und fahren weiter. Es gibt so vieles zu sehen. Jetzt weiß ich schon, daß die knappen drei Tage für alles anzuschauen nicht reichen werden.  
Zuerst halten wir in Garda an. Hier gibt es einen Wochenmarkt. Wir schauen die Stände an, kaufen aber nichts. Der alte Kern des Städtchen ist auch so stimmungsvoll, wie die anderen gestern. 


Dann kommt Lazise. Die Ortschaft hat eine mächtige Burg, wo wir aber diesmal nicht reingehen, sondern wir  spazieren in der Altstadt. Sie ist so wunderschön, aber eigentlich sind diese Siedlungen alle ganz ähnlich zu einander. Unser nächstes Ziel wäre Peschiera, aber zuerst machen wir einen Abstecher nach Verona! 
Wir finden ohne Problem den richtigen Weg in die Stadt und zuerst essen wir in einem Mc Donald’s Mittag.  Auch ziemlich leicht finden wir danach einen Parkplatz, zwar ein bißchen außerhalb, aber wir müssen doch nicht zu viel laufen. Wir gehen zuerst an dem Ufer des Flusses Adige Richtung der Brücke Ponte Scaligero los. Sie ist eine rote Ziegelbrücke mit drei Bögen. Aber ich nenne sie natürlich nur "Tulpenbrücke", da sie auch diese typischen Muster hat. Dann kommen wir zu der Kathedrale San Zeno Maggiore an, und von dort spazieren wir zu dem Piazza Bra weiter, wo die Arena steht. Die schauen wir auch von innen an. Es ist heute eine unglaubliche Hitze, man will es kaum glauben, daß erst Mai ist. Auf dem Platz reihen sich wunderschöne Gebäude aneinander. Dann suchen wir Julias Haus, es ist in der Nähe. Dort ist aber großes Gedränge, daß man kaum dazu kommt, ein Foto von dem weltberühmten Balkon zu machen. Wir wollen vor den Menschenmassen flüchten, also gehen wir sofort weiter. Auf dem Piazza de Signori sehen wir auch prachtvolle Gebäude. In der Nähe finden wir dann zufällig den Dom Santa Maria Marticolare. Den Baustil mag ich so sehr, alles ist wunderschön und ich bin wieder ganz verzaubert. Schließlich kommen wir zum Ufer des Adiges an. Gegenüber, auf einem Hügel, zwischen Zypressen steht eine "Tulpenburg", da will ich rauf. M. ist in der großen Hitze nicht gerade begeistert von meiner Idee. Wir schleppen uns dann doch darauf, aber in der Hitze ist es tatsächlich ein Attentat. Aber es lohnte sich. Ganz Verona liegt vor unseren Füßen! Und sie ist wunderschön! Überall Kirchtürme, rote Ziegeldächer und der Adige schlängelt sich dazwischen. Von hier sehen wir auch die Brücke, wo wir losgelaufen sind. Wir wollen jetzt entlang des Flusses dahin zurücklaufen. Die Stadt gefällt uns sehr. Schließlich spazieren wir durch die rote "Tulpenbrücke" und fallen vor lauter Durst fast zusammen.  






Wir kommen ziemlich spät in Peschiera an. Wir sind müde und haben keine Lust das Zelt aufzustellen und ich will mich in der Nacht nicht so arg frieren, deshalb mieten wir für eine Nacht ein festes Wohnmobil. Es kostet 32 Euro für uns für eine Nacht. Das Mobil ist gemütlich eingerichtet, wie ein Bungalow. Am Abend spazieren wir eine Runde in der Siedlung. Nachher sitzen wir auf unserer "Veranda" und trinken Bier. Ich freue mich, daß ich in einem normalen Bett schlafen darf.  


In der früh packen wir wieder und fahren weiter. Interessanterweise müssen wir beim Auschecken statt 32 Euro, 40 zahlen, was ich für sauviel halte. 
Unser erstes Ziel ist heute Sirmione. Die Perle des Gardasees liegt auf einer länglichen Halbinsel. Vor der Stadt befindet sich ein riesen großer Parkplatz. Beim Eingang steht ein Zitronenstand, wo die Zitronen die Größe einer Grapefruit erreichen. Man trifft als erstes die große Scaliger-Burg. Wir gehen in die Burg nicht rein, sondern spazieren in den stimmungsvollen Gässchen der Altstadt und dann spazieren wir ganz bis zum Ende der Halbinsel, wo einige Ruinen aus der römischen Zeit liegen. Der Eintritt ist 4 Euro, was bei dem See überall Standard ist. Die Ausgrabungen finden wir nicht zu interessant, aber die Aussicht auf den See ist zauberhaft. Wir verbringen sehr viel Zeit auf der Halbinsel und wir ahnen schon, daß wir heute nicht mehr viel anderes anschauen können werden. 





Unsere nächste Station ist Desenzano del Garda. Die Umgebung des kleinen Hafens ist wieder wunderschön und charmant, wir würden hier gerne spazieren, aber die Zeit ist zu knapp geworden, wir können nicht mehr in jedem Dorf anhalten. 
In Padenghe und Moniga del Garda halten wir gar nicht an, obwohl beide ein paar Sehenswürdigkeiten hätten. Dann kommen wir in Salo an, wo wir ein bißchen rumschauen und sie gefällt uns auch sehr. Sie liegt an dem Ufer einer U-förmigen Bucht und der Stadt gegenüber befindet sich ein Friedhof mit schönen  Mausoleen. 

Desenzano

Salo folgt Gardone, wo es einen interessanten botanischen Garten gibt, aber wir sehnen uns nach ein bißchen Ruhe, baden und sonnen, so halten wir in Toscolano-Maderno auch nicht an. In der Nähe suchen wir nach einer fürs Baden geeigneten Küste. Die wir dann finden und die mich mit ihren Zypressen, Oliven und grünen Wasserfarben sehr sehr stark an Korfu erinnert. Das Wasser ist aber brutal kalt, ich schaffe nicht darein zu gehen. Viele andere sonnen sich noch hier, aber keiner geht ins Wasser rein. Es beruhigt mich, also bin nicht ich ein Weichei! Wir liegen hier gute anderthalb Stunden und dann müssen wir schon nach Campingplatz suchen.  


Wir landen dann in Gargagno und in der Umgebung gibt es mehrere Campingplätze. Ich will immer zuerst die Sanitäranlagen sehen und wenn die ordentlich sind, dann ist der Camping mir ok. Die ersten zwei Campingplätze sind in diesem Sinn katastrophal! Wir suchen sehr lang, bis wir dann ziemlich zufällig und ungewöhnlich in der Siedlung was in Gargagno finden. Es ist ein winziger Familiencampingplatz, in einem Hof, über drei Stufen. Es gibt insgesamt ca. für 10 Zelte Platz. Die Sanitäranlage geht noch gerade. Wir wollen nicht weiter suchen, so blieben wir hier. Auf der oberen Stufe stehen Holzbänke mit Tischen, wo man bequem essen kann. Wir stellen unser Zelt neben so einem Essplatz auf. Dann gehen wir in Gargagno spazieren. Das Städtchen besteht aus mehreren Teilen. Der eine Teil heißt Bogliaco und hier steht der sg. „Mini Schönbrunn”, ein Schloß, welches die Kopie von dem ursprünglichen Schloß ist. Es ist leider geschlossen. Bogliaco hat eine schöne Küstenpromenade, wie man es aber auch über Gargagno erzählen kann. Hier stehen Schmuckmandarinenbäume, die voll mit Früchten sind, die aber furchtbar trocken sind und bitter schmecken.
Im Campingplatz fließt aus der Dusche nur eiskaltes Wasser, vielleicht hätten wir Münzen kaufen müssen, aber weil in den zwei vorherigen Campings ohne Münzen warmes Wasser gab, haben wir mit sowas gar nicht gerechnet, wir haben uns einfach unter die Dusche gestellt. Mit zusammengepressten Zähnen schaffe ich das Duschen. Zum Glück ist diese Nacht nicht mehr kalt, wir frieren uns nicht und schlafen hervorragend in unserem Zelt.  





An unserem letzten Tag packen wir zusammen, spazieren noch einmal in Gargagno und dann müssen wir uns schon langsam auf den Weg nach Hause machen. Wir fahren statt den Tunneln weit über der Steilküste und genießen das zauberhafte Panorama auf den See. Zum Schluß halten wir noch in Limone an und spazieren hier eine Stunde. Das Städtchen gefällt mir sehr und ich fühle, ich will, ich muß hierher nochmal zurückkommen. Ich finde, Limone und Malcesine sind die schönsten Orte des Sees. 
In Riva halten wir nicht mehr an, wir fahren gleich weiter. Der Brennerpaß verzaubert uns erneut mit seiner Schönheit und mit der gigantischen Europa-Brücke.
Insgesamt haben wir uns sehr gut gefühlt, haben richtig Lust bekommen zum Campingurlaub und wir wollen unbedingt noch öfter zum Gardasee. 



Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Grüße aus Budapest

Ich war jetzt 6 Tage in Budapest. Auf dem Weg zum Flughafen verspätete sich hier die S-Bahn 33 Minuten, so daß ich meinen Flug fast verpasst habe. Es was so eine unglaubliche Geschichte, ich habe darüber in meinem ungarischen Blog einen Eintrag gemacht, als ob es aus einem Komödisendung käme, aber ich habe leider kein Geduld es zu übersetzen. Dafür habe ich jetzt im Internet ein Nachtfoto von unserem Parlament an der Donau gesucht, da es mich jedes Mal verzaubert hat, wenn ich abends dort vorbeigefahren bin, es ist einfach wunderschön in seinem Abendkleid. So möchte ich irgendwann in der Zukunft in Budapest dafür zwei Tage widmen, daß ich meinem M. alles noch einmal zeigen würde und ich dabei alles erneut fotografieren würde (was ich damals, vor 9 Jahren ohne digitaler Kamera schon gemacht habe). Ich würde so gerne fürs Blog schöne Bilder liefern...aber es lässt sich zuerst mal auf sich ein bißchen noch warten. 

Quelle des Bildes: http://www.panoramio.com/photo/58941878, Foto von Mária Albányi

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Ungarn 2005/3.

Nach dem Ausflug in Hortobágy schlafen wir eine Nacht bei meiner Mutter in Budapest, und am nächsten Tag fahren wir zum Balaton (Plattensee). Eine andere Ferienanlage der Exfirma meiner Mutter war in  Balatonszárszó. Später wurde diese Firma privatisiert und wurden ihre Anlagen verkauft. Diese Ferienbungallows haben ehemalige Mitarbeiter der Firma gekauft und renoviert. Meine Mutter ist noch gut befreundet mit einer Frau von denen. So haben wir die Schlüssel, bzw. ein Häuschen für uns gratis für 3 Tage bekommen. Ich war hier letztes Mal als Kleinkind und erkenne die renovierten Häuser nicht mehr. 


Aber an den langen Steg und an das dichte Schilf erinnere ich mich perfekt, vielleicht, weil ein Foto von meiner Kindheit von hier aufgehoben wurde. So kann ich eigentlich unseren ganzen Ungarnurlaub als eine Nostalgiereise für mich nennen. :-)


Unsere Unterkunft ist super, zwar klein aber gemütlich und wir haben eine große überdachte Terasse, wo wir dann die Abende neben einem Bierchen verbringen können. Eine Stunde später kommen auch unsere Freunde an, die wir vor zwei Jahren in dem Korsikaurlaub kennengelernt haben. Wir haben verabredet, den heutigen Tag hier zusammen zu verbringen. Wir gehen gemeinsam auf den langen Steg, dort kann man ins Wasser. Wir baden, sonnen uns und erzählen viel, wir sehen uns doch nur einmal pro Jahr. Nach 1-2 Stunden meldet sich der Hunger bei uns allen und wir gehen in die Nähe zu den Buffets. Hier essen wir den göttlich leckeren, ganz typischen Seehecht und dann noch palacsinta (=Pfannkuchen) und Eis. Uns geht es dann fast schlecht von dem vielem Essen. Nachher sitzen wir draußen auf unserer Terasse und unterhalten uns lang mit unseren lang nicht gesehenen guten Freunden, die dann am Abend nach Budapest zurückfahren. Und wir fahren dann nach Siófok, wo mein Vater gelebt hat und dadurch schon wieder ein Ort, wozu mich Erinnerungen binden. Ich kenne mich hier gut aus, wir machen einen langen Spaziergang. Das Wetter hat sich arg abgekühlt, wir hoffen, daß es morgen dann wieder schön wird.  

Am nächsten Morgen ist es leider kalt, regnerisch und windig. Wir machen Autoausflug nach Westen. In der Nähe liegt Szántódpuszta, wo ähnliche Sachen sind, wie in Hortobágy, wenn wir dort nicht gewesen wären, dann hätten wir hier so eine Pferdevorstellung gerne angeschaut, aber so brauchen wir es nicht mehr. Wir halten zuerst in Balatonboglár an. Die berühmte Weinanbauer Stadt wurde in die Seite eines Basalttufberges gebaut. Man kann hier die Reste einer Siedlung aus der Eisenzeit anschauen. Wir schauen sie an und dann spazieren wir in dem nieselnden Regen. In der Nähe sind auch die sg. „blau und rot farbigen” Kapellen. Nach Boglár halten wir in Fonyód an, wo angeblich das schönste Molo des Balatons ist. 


Wir spazieren auf diesem Molo bis zu seinem Ende raus und gegenüber sehen wir die sg. vulkanischen Zeugenberge von Badacsony
Bei Balatonszentgyörgy suchen wir die Csillagvár (Sternenburg) auf. Viele Schilder zeigen uns den Weg dorthin. Die Csillagvár hat  László Festetics bauen lassen und sie ist schön renoviert und in den Säalen sind zeitgenössische Szenen dargestellt. Alles wirkt sehr realistisch und gefällt uns sehr gut. 


Das Wetter wird immer schlimmer, und wir kommen in Hévíz an, wo ich noch nie war. Wir denken, es ist gerade ideal in kühlem, windigem Wetter hier zu baden, so kaufen wir uns die Tickets für 3 Stunden Aufenhalt und gehen in das, nach faulem Ei riechende schwefelige Bad rein. 


Die Einrichtungen des Bades sind etwas veraltet und abgenutzt, was mich wundert, da auch so viel Touristen hierher kommen und der Eintrittspreis ist auch nicht wenig. Wir ziehen uns schnell um und ab in die "Fauleibrühe" :D d.h. das Wasser des natürlichen Sees. Wir brauchen fast eine Stunde um ganz um den See  herum zu schwimmen, da das Schwimmen in dem warmen Wasser ganz anstrengend ist und langsam geht. Wir kriegen oft starken Herzschlag. Die Luft ist ausdrücklich kalt, deshalb kommen wir während den kompletten drei Stunden gar nicht aus dem warmen Wasser raus. Später kommt die Sonne raus und wir fahren nach Keszthely, wir schauen hier das Schloß an und spazieren lang in seinem Garten.


Auf dem Heimweg halten wir kurz in Balatonmáriafürdő an und spazieren hier bis zum Ende des langen Molos raus und gucken wieder die vulkanischen Berge an. 


Den Sonnenuntergang schauen wir von unserem Molo in Balatonszárszó an, aber es fehlt nicht viel, daß der stürmische Wind uns nicht ins Wasser fliegen lässt. Zum Abend kühlt es so arg ab, daß wir nicht mehr auf der Terasse sitzen können. 

An dem nächsten Tag ist in der früh schönes Wetter und wir wollen nur faulenzen und baden. Aber bis wir frühstücken, uns fertig machen und auf den Steg rausgehen, wird sofort bewölkt und wir entscheiden uns lustlos für einen erneuten Ausflug. Unser erster Zielort ist Sümeg.




Ich war hier auch auf einem Schulausflug irgendwann. Ich finde, diese Burg hat so typisches Burgfeeling. M. gefällt sie auch sehr gut. Nachher fahren wir Richtung Badacsony weiter. Die Umgebung der vulkanischen Zeugenberge ist ein Landschaftsschutzgebiet. Wir möchten gerne hier ein bißchen herumlaufen und die berühmten Basaltorgeln und den sg. Rosenstein finden, deshalb fahren wir als erstes zum Szent György Berg. Diese Landschaft ist ein sehr berühmtes Weinanbaugebiet. Wir finden den Parkplatz, wovon man eine kleine Wanderung machen kann, aber so haben wir es uns doch nicht vorgestellt, wir sind dazu nicht geeignet angezogen, so verzichten doch darauf.




Schließlich sind wir zu lustlos um irgendwo auszusteigen und rumzuschauen, wir fahren weiter und gucken nur aus dem Auto. Gegen 15 Uhr sind wir schon hungrig und träumen von einem Hechtverkäufer an der Küste, aber wir finden hier so was nicht. Dann halten wir irgendwo bei einer "Tscharda" an der Straße an und essen was typisch ungarisches. Bis wir zahlen, wird es schon so spät, daß wir die Burg Kinizsi in Nagyvázsony leider schon verschlossen vorfinden.


Wir klettern auf die äußere Mauer um etwas sehen zu können. Ich war schon hier als Kind. Danach fahren wir mit dem Auto ein bißchen ziellos auf dem Balatonhochland herum. Wir halten in Dörgicse an, und schauen in der Nähe die Ruinen einer Kirche aus dem 13. Jh. an. es gibt hier in der Umgebung mehrere Ruinen und zwischen denen führt ein Lehrpfad. Bei den größeren Ruinen sind Speckgrillplätze, hier bleiben wir ein bißchen sitzen und schauen auf den Balaton. Es ist so schön hier, wir haben keine Lust weiter zu fahren. 



Wir fahren dann nach Örvényes, wo man eine alte Wassermühle anschauen könnte, wenn man zeitig da ist.  



Es ist schon nach 18 Uhr, aber wir schauen noch die Abtei von Tihany an und spazieren in der Umgebung. Es wird schon dunkel als wir wieder in Szárszó ankommen.


Am nächsten Tag ist es ganz kalt und es regnet, wir sind traurig. Wir würden noch morgen auch hier sein, aber wir haben keine Lust mehr in der Kälte in dem Häuschen zu sitzen. Wir fahren nach Veszprém. Es ist 15° Grad und wir haben nicht mal eine Windjacke dabei, wir haben am Balaton einen Badeurlaub geplant und nicht mit schlechtem Wetter gerechnet. 



Veszpém hat viele schöne Sehenswürdigkeiten, viele Gebäude stehen unter Denkmalschutz...wir sind aber lustlos und frieren uns. Wir suchen lieber ein Einkaufzentrum, wo wir mittagessen können und fahren danach mit hängenden Gesichtern nach Szárszó zurück, wo wir dann sofort zusammenpacken und nach Hause, nach Budapest fahren.
Wir verbringen noch paar Tage in Budapest. So verging unser erster Urlaub in Ungarn, welcher sich nicht zu oft wiederholen wird, da wir fernere Länder entdecken wollen.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.