Dienstag, 28. Februar 2012

Tansania - Sansibar/Stone Town 2.

Ich möchte unbedingt ein schönes Bild kaufen, aber es gibt ein Problem, daß keins davon Standardgröße hat, so könnten wir zu denen zu Hause keinen Rahmen finden, sondern müssten einen machen lassen, was wahrscheinlich in Deutschland viel teurer wäre, als hier das Bild selbst. Letztendlich, mit blutendem Herzen,  kaufen wir aber keines, obwohl mir wirklich viele sehr gut gefallen, und man kann den Preis auch gut runterhandeln, aber das Rahmenproblem überzeugt mich, das die ganze Aktion sich nicht lohnt. Es tut mir aber sehr leid.

Gummireifen-Masaischuhe
M. mit unserem Guide
Mein Lieblingsbild in der Mitte.

Während wir unter der extremen Hitze sehr leiden, bewundern wir total jedes Haus, jede geschnitzte Holztür, die alltäglichen Menschen der Straßen, die große Auswahl der Basaren, wir genießen das Flair.
Dann kommen wir zu der Küste an, wo wir noch paar Gebäude besichtigen, einen Blick auf den Hafen werfen, und einen kurzen Einblick in den hierherigen Alltag bekommen, als wir eine Fähre auf den Sandstrand ankern sehen, wo kleine einheimische Kinder in den Wellen spielen. Ich liebe solche Momente. Und dann bummeln wir weiter in den engen Gassen, gehen an dem Geburtshaus von Freddy Mercury vorbei und landen bei einem großen Souvenierladen. 








Vor Freddy Mercurys Haus
In diesem Laden kann man alles kaufen, was man sich nur vorstellen kann oder als Urlaubssouvenier wünscht. Hier kaufe ich einen Kühlschrankmagnet (von jedem Urlaub ist es eine Pflicht bei uns) mit Zebras und finde endlich den Tee, wonach ich während dem ganzen Urlaub wie verrückt gesucht habe (der Kilimanjaro ist auf der Packung), hier kriegen wir endlich Postkarten und Briefmarken (und noch vorher auf der Straße habe ich auch eine CD mit afrikanischer Musik gekauft). Wir sind total erledigt von 45° Grad Hitze, wir haben nicht zu viel getrunken (und zum Glück hat mein Durchfall aufgehört). Der ganze Nachmittag ist so schnell verflogen und wir wollen jetzt noch ganz schnell ins "Afrika Haus", um den Sonnenuntergang zu sehen. Es ist ein altes, orientalisches Haus, welches einen mächtigen Balkon hat, wo eine Bar ist und man hat direkten Blick auf den Indischen Ozean. Hier ruhen wir uns in der Begleitung von paar sündhaft teuren Serengeti Bieren (4 USD) aus und genießen den nicht zu außergewöhnlichen Sonnenuntergang. 







Von dem Bier kriege ich leider wieder ganz heftigen Durchfall und renne zweimal aufs Klo, was hier Gott sei Dank ganz ordentlich ist. Um 19 Uhr fahren wir nach Hause los. Auf den Straßen herrscht ein unglaublicher Trubel, wir können kaum fahren und der Weg nach Hause scheint ewig lang zu sein. Ich verbringe die Fahrt im Halbschlaf und die anderen unterhalten sich. Um halb 9 kommen wir zum Hotel an und wir gehen sofort zum Abendessen. Ich bin total müde, ich gehe heute früh ins Bett. 

Sonntag, 26. Februar 2012

Tansania - Sansibar/Stone Town 1.

24. Januar

Wir stehen gegen 8 Uhr auf und nach dem Frühstück gehen wir in die Lagune zu schnorcheln. Die Ebbe dauert noch und die Strömungen sind in dem tieferen Wasser sehr stark. Wir schwimmen durch eine größere Lagune, aber ich habe das Gefühl, ich bewege mich kaum nach vorne, und bis wir durchkommen fühle ich mich total erledigt. Durch die Strömungen ist das Wasser trüb und die Unterwasserwelt ist nicht zu interessant, ich finde es ähnlich, wie auf Mauritius. Die Zeit vergeht sehr schnell und wir gehen duschen und dann essen wir schnell Mittag, weil wir um 13 Uhr abgeholt werden, wir fahren mit den Franzosen nach Stone Town. Dieses Programm haben wir genauso bei den beach boys reserviert und es ist heute wirklich sehr professionell. Wir konnten den Ausflug von 40 USD pro Person auf 27 runterhandeln. Ein sympathischer Kerl von der Küste (Basil, der 8 Sprachen spricht) fährt uns mit einem klimatisierten Kleinbus nach "Steinstadt".  

unterwegs:

Ein Beerdigungszug
Überall Palmen ohne Ende

                     

Wohnblöcke im DDR-Muster in Stone Town

In der Stadt steigen wir vor dem Markt aus dem Bus, Basil fährt weg, und uns übernimmt ein  zanzibarischer Junge, der sehr sympathisch ist und super gut deutsch spricht. Aber er spricht auch englisch und französisch. Es überrascht uns immer wieder, wie hochgebildet hier die jungen Menschen sind! Und sie lernen alles auf autodidaktische Art, ganz allein! Sofort als wir aussteigen, kriege ich Bauchkrämpfe und ich fühle, daß ich Durchfall bekomme und habe echt Angst, wo werde ich hier ein ordentliches Klo finden. :-( 

Die örtlichen Busse





Dem Markt gegenüber ist der Dalladalla (örtliche Busse) Bahnhof. Der Markt an sich ist schon interessant, aber als wir in die geschlossene Fisch- und Fleischhalle reingehen, schlägt der Gestank uns ins Gesicht und selbst die Ansicht tut dem Magen nicht zu gut. In der Fischhalle will ich eine Murene fotografieren, aber der Verkäufer schreit mich total agressiv und drohend an und zeigt, daß ich weggehen soll und ich nicht fotografieren darf. Nachher fühle ich mich hier überhaupt nicht wohl. Dann kommen wir in den offenen Markteil, wo hauptsächlich Obst, Gemüse und Gewürze verkauft werden. Hier kaufen wir paar Gewürze und sehen unglaublich große Bananen, die so groß sind wie mein Unterarm. Dazwischen wird mein Bauch immer unruhiger, aber ich muß mich halten, da ich nirgends hingehen kann. 
J., die deutsche (in Paris lebende) Frau will unbedingt Jackfruit kaufen. Wir haben von dieser Frucht noch nie was gehört. Es ist ein mächtiges Obst, außen mit warziger Oberfläche, sein Fleisch schmeckt angeblich gleichzeitig nach Ananas und Banane. Vor der Halle schneidet ein Mann für uns so eine Frucht auf, es ist sehr interessant. 







Jackfruit

Nach dem Markt gehen wir in die Stadtmitte. Zuerst zu dem Sklavenmuseum. Hier gibt es einen ziemlich teuren Eintritt und außer einem Kellerraum nichts zu sehen (und kein Klo!!). Man kann Kombiticket kaufen mit der Anglikankirche, die direkt gegenüber steht. Hier ist ein Platz, wo ein Denkmal für die Sklaven zu sehen ist und hinter diesem gibt es öffentliche WCs (in ertragbarem Zustand). Hier kann ich endlich dorthin gehen, was schon sehr notwendig ist, da ich leider heftigen Durchfall kriege. Ich bin nicht die Einzige, der Franzose hat es auch schon seit Tagen, nur heute wurde bei ihm besser und die Italienerin von dem gestrigem Ausflug hat total Brechdurchfall seit dem Ausflug! 
Die Anglikankirche ist für mich auch keine große Nummer, no Schmuck, no Glanz, langweilig und ich bin grundsätzlich nicht an Kirchen interessiert. Aber die Einheimischen reden immer wieder sehr stolz über sie.



Danach bummeln wir in den schmalen Gassen und ich fühle mich absolut in einem arabischen Land, dank der Bekleidung der muslimischen Bewohner, dem Stil der Häuser und dem lauten Gebete-Geschrei, was in den Gässchen von Lautsprechern kommt. Mir gefällt der Ort, es ist was völlig anderes, als ich bis jetzt in meinem Leben erlebt habe. Ist alles kaputt, abgewohnt, aber hat eine Stimmung. Unser Guide erzählt sehr viel von der Geschichte der Stadt (für uns etwas zu viel). Wir halten oft an und stehen etwa 10 Minuten dort und er erzählt und ich kann mich gar nicht darauf konzentrieren in der unertragbaren höllischen Hitze, es kommt davon so gut wie nichts bei mir an. Dann erreichen wir das Basarviertel und stürmen auf die Läden. Es gibt hier sehr viele schöne Sachen, geschnitzte Masai- und Tierfiguren, Masken für die Wand, Schalen, außerdem alles mögliche wertlose Souverniers und wunderschöne Ölgemälde. Die Verkäufer wollen für alles extrem hohen Preis und es ist gar nicht so einfach diese Preise runterzudrücken. Nur der kommt durch, wer lange aushält und sich an seinen Preisvorstellungen festnagelt und lässt sich nicht überreden.
Wir kaufen ein "Masai Mama, Masai Papa Holzfigurenpärchen" und eine wunderschöne Holzgiraffenmaske für die Wand. Die Läden hören gar nicht mehr auf, und man wird immer reingelockt, auch wenn man eine feste Entscheidung hat, man will nichts mehr kaufen, er/sie guckt gerne rein und damit vergeht wahnsinnig viel Zeit.

Typische Holzeingangstüre an den Häusern: 








Freitag, 24. Februar 2012

Tasania - Sansibar/Bootsausflug

23. Januar

Wir frühstücken heute früh und um halb 10 fahren wir mit den beach boys auf einen Bootsausflug. Wir sind nur zu viert, wir und ein italienisches Paar. Ehrlich, ist dieser Ausflug viel weniger, als wir es gedacht haben, aber 40 USD pro Person lohnte sich, nur schon wegen dem Essen. Zuerst schnorcheln wir eine halbe Stunde in der Lagune vor dem Hotel, aber das Wasser ist trüb und die Korallen sind ziemlich abgestorben. Dann fahren wir in der Lagune weiter, wo gerade die Ebbe so stark ist, daß das Boot in dem knietiefen Wasser ständig steckenbleibt. Manchmal denken wir, es ist gar nicht möglich hier weiterzufahren, wir werden unser Ziel, den Chwaka Bay nie erreichen. Einmal halten wir bei einer Sandbank an, wo wir baden, und unterschiedliche Seesterne sehen können. 






Endlich kommen wir in diese Chwaka Bucht an, wo große Sandbänke wegen der Ebbe frei liegen und wir machen hier einen Spaziergang zwischen den Mangroven, die jetzt auf dem Trockenen stehen. Hier sehen wir viele große grüne Krebse und finden einige Muscheln, dazwischen auch diese große, "tigergemusterte" . Zwei Stücke davon finden wir, die wunderschön glänzend und richtig groß sind. Ich freue mich total und stecke sie gleich ein. Die Sonne brennt unerbärmlich und die Umgebung riecht genauso nach verdorbenem Ei oder Schwefel, wie in Mexiko bei den ähnlichen Küsten. 





Heute habe ich die neue Panasonic Kamera daheim gelassen, da ich Angst hatte, daß im Boot zu viel Wasser reinspritzt und sie naß wird. Ich habe nur die alte Canon mitgenommen. Nur hier, daheim überrascht mich richtig der Farbenunterschied, zwischen den Fotos von den zwei Apparaten. Hier sieht man, die Bilder haben viel mattere Farben, obwohl der Himmel richtig blau war und das Wasser türkisgrün. 







Dann spazieren wir zu paar Hütten, wo unser Mittagessen zubereitet wird. Wir bekommen eine mächtige Portion gegrillten Octopus, Thunfisch, Kalamari, Garnelen und vier, ca. 30 cm lange Langusten. Alles schmeckt göttlich gut und wir essen uns fast bis zum platzen voll. :-) Nachher bekommen wir noch Früchte, die hier auf der Insel besonders geschmackvoll sind. Nachher werden wir mit einem Minibus zum Hotel zurückgebracht. Der Ausflug war keine große Nummer, aber doch schöner als nur im Hotel zu sitzen.  





Wir besprechen mit dem Paar aus Florenz, daß wir uns später noch am Pool treffen. Sie haben ein Reisebüro und wir möchten von denen eine Visitenkarte bekommen. Wir bleiben von halb 3 bis halb 6 am Pool, aber die Italiener kommen nicht. Ab und zu treffen wir uns mit dem deutsch-französichem Paar (sie ist Deutsche und er ist Französe und sie leben neben Paris). Wir unterhalten uns mit denen wahnsinnig viel.


Flameboyant

So liegen die Handtücher für die Gäste im WC bei der Bar
Wir duschen und haben noch Zeit bis zum Abendessen, so kaufen wir ein 1-stündiges Ticket für mich zum Internet (5 USD und katastrophal langsam), und M. sitzt so lang in der Bar. Heute ist Masaiabend, worüber wir noch nicht wissen, was dahinter steckt. Nur als wir sehen, daß das Restaurant geschlossen ist und wir fragen nach, dann erfahren wir, daß es neben dem Hotel ein nachgemachtes Masaidorf gibt. Wir müssen paar hundert Meter auf einer Piste laufen, die mit Petroleumlampen beleuchtet ist. Der Ort sieht wirklich sehr gut aus. Steintische und Steinstühle stehen im Freien, in der Mitte ist eine betonierte Bühne und außen rum stehen Hütten, die so gebaut sind, wie die Hütten der Massai. Hier wird gegrillt und hier sammeln sich die Masai von dem Strand, die echten Masai sind. Sie sind von dem Festland hierher gekommen, und wollen von dem Tourismus leben. Sie verkaufen hier geschnitzte Holzfiguren, Gemälde, andere Souveniersachen und sind nach Masaitradition angezogen. Während dem Abendessen fangen sie ihren typischen Masai-Hupftanz an, während dessen sie jammernde Töne ausgeben. Ich hätte so was so gerne in der Serengeti, in einem echten Masaidorf erlebt und ich habe jetzt nicht mal den Fotoapparat dabei. Ich überlege es lang, um es zu holen, weil unser Zimmer ziemlich weit von hier liegt und ich muß auch im Dunkeln laufen. Aber dann will ich die Kamera doch holen und laufe ganz schnell zurück. Ich will die Kamera aus dem Safe holen, aber es reagiert zuerst auf das Knopfdrücken nicht, und dann nimmt doch die Ziffer nachträglich (zeitverzögert) an als ich aber schon sie erneut eintippe. So wird davon ein falscher Code und der Safe lässt sich nicht mehr öffnen. Ich ärgere mich wahnsinnig und warte paar Minuten, vielleicht wird es wieder gehen. Aber leider nein, es pfeift nur und ich tobe vor Wut. Schließlich kann ich nichts unternehmen, ich renne statt Kamera, mit einer Taschenlampe in der Hand zum Masaidorf zurück, damit ich wenigstens noch was von der Show sehen kann. Die Vorstellung dauert noch und es ist wahnsinnig gut! Wir sitzen an einem Tisch mit unseren französisch-deutschen Bekannten und wir unterhalten uns viel. Hier treffen wir auch die Italiener von dem Bootsausflug, sie sind nicht zum Pool gekommen, da sie eingeschlafen sind. Jetzt haben sie für uns die Visitenkarte nicht vergessen. 
Später gehen wir mit den Franzosen in die Bar rüber und bleiben dort bis halb 12. Wir haben immer nette Unterhaltung mit denen. Mittlerweile hat sich das Safeproblem auch gelöst, M. war an der Rezeption und dann gingen Sicherheitswächter und die Hotelmanagerin mit ihm ins Zimmer und haben die Sache gelöst.