Freitag, 27. April 2012

Vier Tage mit meinen Freunden aus Ungarn

Heute Abend kommen unsere vier Freunde aus Ungarn und sie bleiben vier Tage bei uns. Sie waren im vorigen April ach vier Tage hier, damals haben wir fast die ganze Stadt angeschaut, diesmal planen wir Programme hauptsächlich für Außen, wie Englischer Garten, Auer Dult, Frühlingsfest auf der Theresienwiese, das Schloß und sein Biergarten bei uns und noch BMW Welt und Allianz Arena. Von diesem Besuch stammen die Fotos von den Einträgen "München in Bildern". Damals habe ich nur in meinem ungarischen Blog Bericht geschrieben und hier nur die Fotos veröffentlicht. Diesmal werde ich es ähnlich machen. Also paar Tage hört ihr nichts über mich und dann kommen die Bilder. 

Paar Fotos von 2011 April
So schaut mein Büffetfrühstück aus, besser als im Hotel
typisches München-Foto aus dem Turm der Alten Peter Kirche
Ungaren müssen auch mal Freundschaft mit dem Maßkrug machen - und sie haben nicht dagegen :-) 
Fotomania
Hmmm...
so hat es geblüht

Donnerstag, 26. April 2012

Ungarische Gulaschsuppe

...Ohh, die Mengen weiß ich doch nie, ich nehme einfach einen großen Topf und
- schäle und hacke zwei Zwiebeln und eine ung. Spitzpaprika in wenig Öl rein
- dünste ich sie und gebe dazu 2 TL edelsüßen Paprikapulver, 2 EL gemahlenen Kümmel, Pfeffer, wenig Knoblauchpulver und
- schneide ich viel Putenbrust, Karotten und Kartoffeln dazu (es wird üblicherweise aus Rindfleisch gemacht, aber ich mag mit Pute)
- dann gieße ich es mit Wasser auf und gebe so viel Vegeta oder Gemüsebrühe dazu, wie es gehört (1/4 l Wasser = 1 TL)

ich schaffe meine Süppchen nie so richtig dick zu haben, wie sie sein sollten, aber hier hilft sehr gut eine Tube oroginale ungarische Gulaschcreme (was man als Deutscher wahrscheinlich nicht daheim im Schrank hat :D)



Zum Schluß kommen die häuslich gemachten "csipetke" Nudeln rein (siehe bei meinem Bohnensuppenrezept)

Mittwoch, 25. April 2012

Reiseplanung 2013

Bei mir geht es schon jetzt los. Zuerst muß ich immer den Ferienkalender für das nächste Jahr aus dem Internet herunterladen. Wir dürfen nämlich nie in der Ferienzeit weg! Also muß ich bei der Zeiteinteilung auf jeden Fall darauf Rücksicht nehmen. 
Dann kommt das Thema, wieviel Reisen und wohin (Fern oder Europa), da ich als erstes die Zeiten wissen muß. Wenn wir schon uns für einen Ort entschieden haben, dann bestelle ich einen fetten Reiseführer im Internet und ich sammele zusammen, was mich interesiert, wie ca. der Reiseablauf aussehen soll und lese auch Reiseforen dazu. Dann kommen die Buchungen, erst der Flug, dann die Unterkünfte, dann das Mietauto usw...

Die Länder, wohin wir als nächstes gerne fahren würden sind: 
- Chile
- Botswana - Simbabwe - Mosambik
- Island
- Portugal
- Sizilien
- Schweiz mit Matternhorn und die südlichen Seen (Lago Maggiore, Como, Lugano)
- Thailand - Kambodscha

Die Auswahl hat fast kein Ende und die Entscheidung ist sehr schwierig. Jetzt wissen wir noch gar nichts. Aber bald, wenn ich das Planen anfange, berichte ich darüber. :-) 

Dienstag, 24. April 2012

Reisepackliste, Reiseapotheke

Ich habe drei Reisepacklisten schon seit Jahren im Computer gespeichert. Die sind unseren Reisen angepasst und sehr praktisch, da ich sie nur ausdrucken muß und abhakeln, so bleibt nie zufällig irgendwas wichtiges daheim. Die eine Liste ist für Camping+Bergsteigen-Urlaub (mit allen Ausrüstungen), die andere für einen ganz normalen Erholungsurlaub am Meer und die dritte eine Kombination von den vorherigen zwei.
Da wir fast ausnahmslos immer im Appartment mit Selbstversorgung wohnen und da unsere Interessen ganz sicher in jedem Urlaub mal auch Richtung Wandern und Schnorcheln gehen, so ist diese Liste für unsere Urlaubsart zusammengestellt. Mittlerweile drucke ich diese Liste schon für jede Reise aus, auch wenn es nur ein Stadtbesuch ist - dann streiche ich einfach die unnötigen Sachen davon ab.

Es sind die Sachen, die wir fast in jedem Urlaub brauchen. Die Kleidungsstücke, die man jedes Mal individuell zusammenstellt, stehen natürlich nicht darauf, es ist immer spontan.
Also, ich veröffentliche hier meine Liste, was praktisch ist zu einem Erholungs- (Bade- und Ausflugs) Urlaub mit Selbstversorgung, vielleicht kann damit auch jemand anderer was anfangen. Ich persönlich finde es genial, daß es nur einen Knopfdruck kostet und muß ich nicht jedes Mal ewig überlegen und zusammenschreiben. 

Achselspray - gegen Schweiß
Adressen - von den Leuten, denen ich Postkarte schicken will
Alufolie - ist immer gut für Essensreste abzupacken, für Sandwickpacken zum Ausflug und kann auch behilflich sein in unerwarteten Situationan, z.B. wenn die Schraube von der Sonnenbrille rausfällt, schnell mal eine Ersatzschraube zu basteln 
Aufblasbare Kopfkissen -  fürs Flugzeug
Authan - gegen Mücken
Badeschuhe - wo es steinig ist oder Korallen, Seeigel gibt
Bankkarten
Batterien - für alles (Kamera, Taschenlampe usw.)
Block/Heft - für Notizen für den späteren Reisebericht
Buch, Zeitung - am Strand oder auf dem Balkon zu relaxen
Duschgele
Feuerzeug - auch wenn man nicht raucht, für die Kerzen oder in der Not für alles
Fingernagelfeile
Fingernagelschere
Flossen - zu schnorcheln, aber die nehmen wahnsinnig viel Platz weg, eigentlich nehmen wir sie nie mit
Föhn - mini zusammenklappbarer Reiseföhn, wenn z.B. bei Rundreisen nicht in jedem Hotel es gibt
Führerschein+internationaler
Gesichtscreme
Haarbürste
Haargummis
Haarklammern
Handdesinfektionsmittel (Strerillium - für alle Fälle)
Handys+Ladegaräte
Isomatten  - für den Strand
Kalender - da ich im Urlaub nie weiß, welcher Tag es ist :-) 
Fotoapparat (und für Notfall auch der Alte)
Kaugummis, Lutschbonbons - für längere Autofahrt/Flug
Paar Wäscheklammern - um Wäsche im Hotel aufzuhängen, oder Badetücher am Strand im großen Wind                 zu befestigen
Knabberzeug - bißchen Salznüsse, Chips, oder Neapolitaner können Leben retten in der Not :-) 
Knobel/Karte - für die gemütlichen Abende
Körperlotion
Kugelschreiber 2-3
Kühlgel - wenn man trotz allen Maßnahmen abbrennt
Labello
Ladegeräte+Adapter
Landkarten
Messer - ein gutes Messer für alles, da in den Appartments meistens die unnützlich sind
Mundwasser
Mützen - als Sonnenschutz
Nescafe
Ohrenstäbchen
Parfüm
Raid (Mückenspray)
Rasiergel
Rasur (er und sie)
Reiseführer
Reisepässe
Schnorcheln
Schwamm - fürs Abspülen
ein extra Geldbeutel - wir lassen unsere immer im Safe und nehmen auf die Tagesausflüge einen dritten mit, wo keine Karten und nur wenig Geld drin ist
Shampoo
Sonnencreme - mehrere, für den Anfang mit stärkerem Schutzfaktor, dann leichtere
Spülmittel
Strandhandtücher
Süßtabletten
Tampon
Taschenlampe - kann man überall brauchen, hauptsächlich in dem fremden Zimmer wenn man nachts zum Klo muß
Taschenmesser
Tee
Teelichter - für die gemütlichen Abende
Versicherungen - Reisekrankenversicherung (oder Auto- Auslandsversich.)
Waschmittel - eine kleine Tube, für die Strandsachen
Tesafilm - da könnte ich Romane schreiben, wofür es schon hilfreich war (z.B. wo kein Safe ist, Geld im Umschlag unter einen Schubkasten zu kleben)
Zahnbürsten, Zahnzwischenraumbürsten
Kabelbinder - wie bei Tesa, in der Not kann es dein "McGyver" sein :-) 
Sonnenbrillen
Zahnpasta
Steckdosenadapter
Taschentücher - für jeden Tag eine 10-er Packung da unsere Nasen extrem viel laufen, oder weil man es unterwegs als WC-Papier braucht
kleine Packung feuchte Babytücher - für die "große Not" unterwegs ;-)

Natürlich muß jeder Reisende für seinen Lebensstil bzw. Reisestil und Bedürfnisse entsprechend packen. 
Wir z. B. nehmen nie Laptop oder anderes teures elektronisches Gerät auf die Reise mit, oder haben keine 
Videokamera.


Medikamente - Reiseapotheke
(hier sind viele Sachen aus Ungarn bei mir, da sie dort billiger oder leichter zu besorgen sind - deren entsprechenden Namen ich auf Deutsch nicht weiß, aber ich schreibe die Wikstoffe dazu, so kann man sie identifizieren)

- Algopyrin (Wirkstoff: Metamizol/deutsch=Novaminsulfon oder Novalgin) - Schmerzmittel, bei mir hilft nur es bei Kopfschmerzen, es muß immer dabei sein
- Antibiotika (z.B. Zinnat, Wikstoff: Cefuroxim-axetil, Breitbandmittel und verursacht keine Sonnenempfidlichkeit, was aber viele andere Antibiotikas verursachen und deshalb muß man beim Urlaub in heißen Ländern daran auch denken)
- Antihistamin (gegen Allergie, am einfachsten Ca-Brausetablette)
- Aspirin 
- Canesten Salbe (kann man nie wissen, was man in einem fremden Bad zusammensammeln kann)
- Canifug Salbe (gleiche wie vorher für Frauen für Intimbereich)
- Cerucal (Wirkstoff: Metoklopramid-Hydroklorid) gegen starkes Erbrechen
- Chlorhexamed Lösung (für den Mund-Rachenraum zu desinfizieren - bei mir hilft es gut bei Halsschmerzen)
- Daedalon (Wirkstoff: Dimenhydrinate) - Brechreiz vorbeugen, gegen Seekrankheit
- Diclofenac (Tablette: gegen von Verletzung stammenden Schmerzen, oder Gel: für geschlossene Verletzung, Schwellung, Prellung)
- Sagrotan (in kleiner Sprühflasche oder feuchte Tücher - für Desinfektion für Oberflächen z.B. Klositz, Schrankregale) 
- Fenistil Gel oder Fenistil Roll-on für Insektenstich, allergische Hautreaktion
- Glicerin Zepfchen für denjenigen der im Urlaub tagelang nicht aufs Klo kann
- Grapefruitkernextrakt-Tropfen: hat starke darmdesinfizierende Wirkung, deshalb ist gut bei Fernreisen als Vorbeugung vor Darminfekten. Als Vorbeugung soll man tgl. 2x20 Tropfen mit einem Fruchtsaft einnehmen, hilft auch bei Durchfall, Magen-Darmgrippe 
- Tetran-Hydrocortison Salbe: es ist eine Kombi von Hydrocortison und Antibiotka für entzündete, infizierte offene Verletzungen oder Insektenstiche
- Klion Tabl. (Wirkstoff: Metronidazolum 250 mg) - gegen Darminfektion
- Neomagnol Tabl. - hier heißt es Micropur für die Desinfektion von Nichttrinkwasser
- Nitrofurantoin: gegen Blasenentzündung, 2-3 Tabl. helfen schnell
- Normolyt por: hier heißt es anders, weiß ich aber nicht wie, es ist ein Granulat von Elektrolyten, wenn man wegen Durchfall oder Erbrechen Elektrolyten verliert
- Pantoprazol: gegen Magenbrennen
- Paracetamol: gegen Fieber
- Reasec: (Wirkstoff: Difenoxilat-Hydroklorid) gegen heftige Durchfälle
- Imodium
- Verbandsmittel (paar Pflaster, eine flexible Bandage)
- Voltaren Gel
- Zovirax - für denjenigen, der manchmal Herpes hat
- Bepanthen Salbe
- und unsere regelmäßig genommenen Medikamente

Es kann sein, daß ich mit den Medikamenten ein bißchen übertreibe, aber es kommt davon, daß ich Krankenschwester bin, ich denke nach allen möglichem nach und mag ich alles sofort in der Not dabei haben und nicht erst nach Arzt oder Apotheke suchen.
Die Reiseapotheke ist bei mir in einer Kosmetiktasche im Schrank, daß ich bei dem nächsten Urlaub sie nur einpacken muß. Ab und zu kontrolliere ich die Ablaufzeit der Medis. 

...sie sollen wir vielleicht vor dem Zumachen des Reißverschlußes doch rausnehmen :-)

Samstag, 21. April 2012

Ammersee

Ich habe es schon gestern geplant, wir müssen heute unbedingt aus der Wohnung raus. Seit Wochen ist der Himmel nur grau und ich leide richtig darunter, ich bin ein Sonnenmensch und angeblich ist es nur heute schön, morgen soll es wieder regnen. Ich war seit Wochen - außer der Arbeit - nicht aus der Wohnung draußen, ich fange langsam schon zu schimmeln an, wenn ich keinen Sonnenschein bekomme. :-) Dazu kommt noch, daß die Wohnung in dem Erdgeschoss in unserem Haus auseinander geschlagen wird, es werden Wände ausgeschlagen, Böden gewechselt usw. und es gesellt sich mit unerträglichem Lärm, daß man seinen Partner beim Sprechen nicht mehr hören kann. Dann kann man wirklich nur von zu Hause wegflüchten...
Als M. aus der Arbeit heimkam, haben wir mittaggegessen und uns sofort ins Auto gesetzt. Es war zwar sehr kalt, nur 12° Grad und kalter Wind, aber der Himmel war blau und war voll mit wunderschönen Wölkchen.  Wir sind einfach ziellos nach Süden gefahren, außerhalb der Stadt herum, zum Ammersee. Dort haben wir eine kleine Rundfahrt gemacht, dabei spaziert und Eis gegessen. Ich war dort erstes Mal 2003 und seitdem nicht. Ich habe die Berge im April noch nie so dick mit Schnee bedeckt gesehen. Wir gehen teilweise schon im Mai zu wandern. Ich glaube, heuer werden wir damit länger warten müssen. Wir wollen die Zugspitze besteigen! 

Meine Fotoserie von dem Ammersee:

Ammersee und dahinter die Zugspitze total eingeschneit





Knospen auf dem Kastanienbaum

Kloster Andechs
Steckerlfisch


Starnbergersee



Mittwoch, 11. April 2012

Essensgewohnheiten: Deutschland - Ungarn/Getränke


Ich habe gemerkt, die Deutschen trinken auch viel Tee, aber viel weniger schwarzen Tee und wenn ja, dann  trinken ihn manche mit Milch. Es ist hier ein Pfefferminztee-Irrsinn. :D Viele kochen eine Kanne Früchte- oder Pfefferminztee und trinken es den ganzen Tag, sie tun einen Haufen Zucker darein, aber keinen Zitronensaft. 
Der deutsche Kaffee (Ungaren sagen dafür Wasser), wo nur durch zwei Löffel Kaffee ein halber Liter Wasser durchläuft, ohne Druck!! wird mit viel Milch, oft ohne Zucker getrunken. Bei uns in Ungarn, wird der Kaffee mit diesem Gerät gekocht:

Quelle des Bildes: http://sidek.blogspot.de/2012/03/kotyogos.html
Man sagt dazu umgangssprachig: "der gluckernde Kaffeekocher", da es bei dem Kaffeekochen so typische Töne macht. In den unteren Teil kommt das (wenig) Wasser, darüber ist ein Alusieb, worein mehrere Löffel Kaffee stark eingepresst werden und bei dem Kochen kommt mit Hochdruck der Dampf von unten, durch dieses Kaffeesieb nach oben, so wird der Kaffee extrem stark und aromatisch (mein Freund sagt dazu "ungarisches Rattengift"). Dieser Kaffee wird in kleinen Portionen aufgeteilt und man trinkt ihn gerne mit viel Zucker und wenig Kondensmilch. Diese Kaffeekocher hat jede Familie, viele auch in unterschiedlichen Größen, damit sie sie auch in den Urlaub mitnehmen können.

Bei Säften, Softgetränken gibt es auch viel Unterschiede zwischen den zwei Ländern. Wie ich es in Deutschland gemerkt habe, der Apfelsaft wird am häufigsten getrunken, er ist unausbleiblich in jedem Haushalt, jeder Party und jeder Familie, wo kleine Kinder sind. Hier trinkt man auch gerne die trübe Variante, die ich von uns aus Ungarn nicht gekannt habe und zuerst ekelig gefunden habe - jetzt trinke ich ihn gern. An die zweite Stelle stufe ich den Orangensaft, als meistgetrunkenen Saft bei den Deutschen ein. Man bekommt auch Kirsch-, oder Ananassaft, selten und schön teuer Pfrirsichsaft, und Bananensaft!!! (wie kann man aus einer saftlosen Banane Saft herstellen???) und noch andere Säfte (viele Multivitaminmixe oder Preiselbeerensaft) auch, wofür aber man in einen speziellen Getränkemarkt gehen muß. In Ungarn gibt es hunderte von den Säften: Pfirsich-, Aprikosen-, Marunken-, Kirsch-, (Kirsch-Ananas, Kirsch-Zitrone Mischung), Williemsbirne-, Erdbeeren-, helle Trauben/rote Trauben-, Limesaft usw. Ich finde einfach, in Ungarn ist eine viel größere Auswahl von Säften und die schmecken auch viel intensiver als hier.
Was ich nie verstehen werde, warum die Deutschen alles zur Schorle machen??? Einen leckeren Saft mit Wasser aufdünnen und den guten Geschmack dabei wegnehmen!!?? Unsinn und auch geschmacklos. Aus Spargründen??? :-) Jeder Ungar guckt ganz komisch, wenn er/sie so was sieht, daß ein Saft aufgedünnt wird!
Die Getränke mit Kohlensäure sind eher bei Jugendlichen beliebt, stehen total auf den ersten Platz die Silber-, und Gelblimo (was für blöde Namen - kann man sie nicht als Zitronenlimonde und Orangegetränk nennen??), die gibt es in Ungarn nur als Sprite oder Fanta. Der Spezi ist in Ungarn nicht bekannt, da gucken die Ungaren wieder mit komischem Blick, aber ich finde es toll und mag auch sehr gerne. 

Vom Bier gibt es hier natürlich viel größere Auswahl, als in Ungarn. Das Weißbier ist zwar in Ungarn auch bekannt, aber trinkt kaum jemand und so was, daß man das Bier mit irgendwas mischt (mit Cola oder Limo) ist für einen Ungar unvorstellbar und ein "Verbrechen". Ich könnte nie im Leben ein Weißbier trinken, ich finde es ekelig, aber ein Helles mit Limo (=Radler) finde ich genial und liebe es sehr. In Ungarn werden auch so Mischbiersorten neuestens hergestellt: Bier mit unterschiedlichem Fruchtgeschmack - furchtbar schlimm!

Wein wird in beiden Ländern gerne getrunken, aber die Ungaren trinken gerne halbtrockene und süße Weine, solang die Deutschen fast immer nur trockene Sorten bevorzugen. 

Die Schnäpse sind in beiden Ländern beliebt.

Ich könnte noch viel in dem Thema schreiben. Was sicher ist, die Deutschen ernähren sich gesünder, als die Ungaren und seit ich hier lebe, esse ich auch viel mehr Fisch, Salate, benütze ich statt Sonennblumenöl, Ollivenöl oder Rapsöl mit Omega 3 Fettsäuren. Ich habe vorher nur den ganz normalen Haushaltsessig gekannt, und hier habe ich zig Sorten von Essigen kennengelernt, mein Liebling ist der Essig Balsamico di Modena geworden. Ich habe mich an diese Vollkornbrotsorten gewöhnt...usw. 

Samstag, 7. April 2012

Essesensgewohnheiten: Deutschland-Ungarn/Mittagessen, Produkte

In meinen Augen essen die Deutschen sehr wenig Suppen und es gibt selten zwei Menüs. Wenn Suppe, dann öfter Cremesuppe, als was anderes. Sie mögen die Fleischgerichte mit Soßen, sie essen viel Schweine- und Rindfleisch, mögen sehr das gekochte "lila" Sauerkraut (Blaukraut), aber das rohe Weißkraut als Säuerlichkeit (Krautsalat) essen sie selten als Beilage. In Deutschland ist nicht gewöhnt zu den Fleischgerichten Säuerlichkeiten zu essen, solange in Ungarn sind saure Gurken, saure rote Bete, oder Krautsalat, oder sauerer gemischter Salat (csalamádé) zu einem Fleischgericht unmöglich wegzulassen. Hier bekomme ich schwierig richtig sauere Gurken, da die Delikatessgurken sind hier teilweise auch süß eingelegt. Die Deutschen essen grundsätzlich viel mehr Sachen süß, als wir Ungaren. Zum Beispiel Popcorn kriege ich abgepackt nirgends gesalzen, sondern immer süß! Es ist furchtbar! Es ist mein Lieblingsnaschzeug gewesen, aber seit ich hier lebe, kann ich es höchstens im Kino bekommen. Die Deutschen zuckern gerne alle Kuchensorten, hier in Bayern werden sie auch zusätzlich mit einem Zuckerguß begossen.  Alles zu süß! Es gibt viele Kuchenarten, die in Ungarn typisch sind, hier gar nicht. Ich kann hier keine Beispiele erzählen, da die Namen dieser ungarischen Kuchen gibt es in der deutschen Sprache nicht und ohne Wörter kann man schwierig was erklären. :D  Bei dem Bäcker gibt es in Ungarn sehr große Auswahln von Salzgebäck (wie z.B. pogácsa, wozu ich schon hier ein Rezept geschrieben habe. Oder mein Liebling, die Kakaoschnecke, ist so sehr lecker und hier gibt es die selbe, aber mit Walnußfüllung. Warum ist so schwierig auf Kakao als Füllung zu kommen?? Ohh, vermisse ich diese Sachen. Hier kennt man die Esskastaniencreme nicht, womit man Kuchen füllen kann, oder man ißt sie in Ungarn so gerne nur so, in sich, mit viel Schlagsahne. Hier wird Pfannkuchen in die Suppe geschnitten!!?? Als ich es erst mitbekommen habe, sind meine Haare zum Himmel gestanden. Unvorstellbar für mich. Aber ich bin von dem Hauptthema, Mittagessen schon wieder weggebogen...also zurück. 
Die Deutschen kochen keine Hühnersuppe, auf jeden Fall nicht in dem Sinn, wie wir Ungaren. Bei uns ist es fast jedes Wochenende eine Pflicht und da kommt ein ganzes Huhn (inklusive Füße und Hals und Innereien darein). Viele einfache Suppen, die ich aus Ungarn kenne, sind hier nicht bekannt (Erbsensuppe mit Hühnerflügel und Nockern, Champignonsuppe mit Nockern usw.) dafür gibt es aber eine breite Auswahl von Cremesuppen.

Die Deutschen essen gerne unterschiedliche gemischte Salate als Vorspeise oder als Beilage, göttlich ist ihr bayerischer Kartoffelsalat, sie essen viel Nudeln, aber was mich dabei überrascht, sie finden schon ein Schinkennudelgericht total lecker (wo kaum Schinken oder was anderes drin ist, es ist trocken und geschmacklos). Sie mögen die Nudel abwiegen (was für ein Schmarrn!) und nach Gramm kochen  - wir Ungaren hauen einfach die Nudeln auf einen Teller und wieviel Portionen es sein sollen, so viel Teller Nudeln werden ins Wasser gegeben. Die Deutschen mögen genauso die Aufläufe, wie die Ungaren.

Ich habe erstmal in meinem Leben hier Spargel gesehen, seitdem kann man sie auch in Ungarn bekommen, zählt aber als Kuriosum. Den Leberkäse kennt ein Ungar auch nicht, aber den konnte ich nicht liebgewinnen.

Die Deutschen denken immer, die Ungaren kochen alles scharf. Es ist falsch gedacht!! In Ungarn ißt auch nur scharfes Essen, wer es mag, aber die Mehrheit nicht!

Die Deutschen essen viel mehr Butter als die Ungaren. Sie kochen auch gerne mit Butter statt Öl. Sie trinken viel Milch und essen viel mehr Obst und Gemüse als die Ungaren. Die Deutschen mögen gerne Abendessen und dann aber richtig. Sie kochen seltener Eintöpfe, als die Ungaren und kennen die meisten Sorten gar nicht, also sie kochen eigentlich ganz anders. Ich habe bei mehreren deutschen Bekannten gehört, beim Panieren bleibt bei vielen Leuten die erste Schicht, das Mehl aus, viele tauchen hier das Fleisch nur ins Ei und dann in die Semmelbrösel, in Ungarn wird immer als erstes das Mehl genommen. Die Deutschen panieren überwiegend nur Fleisch, wir Ungaren gerne Blumenhkohlköpfe, Champignonköpfe, Zucchinis, Auberginen, Käse - und fritieren sie. 

Hier habe ich noch nie irgendwo frische Erbsen, Bohnen etc. gesehen, wie bei uns am Markt, wo diese Gemüse noch in ihrer Schale sind und man muß sie daheim selber enthülsen, rausnehmen. So hat man frische bunte Bohnen, die supergut für einen Bohnensalat oder Bohnensuppe geeignet sind, oder frische Erbsen. Als ich Kind war, habe ich immer meiner Oma geholfen Erbsen oder Bohnen zu enthülsen und dabei habe ich ganz viel von den rohen Erbsen gegessen, sie waren so lecker. Die meisten Deutschen kennen diese Gemüsesorten nur aus der Tiefkühltruhe oder aus der Konservendose.

Die Mehrheit kennt hier keinen Grammel, aber man kriegt es noch bei manchen Wochenendmärkten. Wir haben Grammel mit viel Salz zum frischen Brot mit Paprika, Tomaten und Radischen gegessen oder es wurde abgemahlen und in den Pogácsateig eingemischt.

In grundegenommen gibt es eigentlich keine wahnsinnig große Unterschiede zwischen der ungarischen und deutschen Küche, aber die vielen Kleinigkeiten bringen doch einen großen Unterschied zusammen.

Deutschland hängt an seinen eigenen Produkten und es war für mich am Anfang unvorstellbar, daß ich hier nicht die ganzen schweizerischen Schokoladesorten bekomme, oder Mozartkugeln auch nur nachgemachte deutsche Marke. Ich finde es furchtbar. Paar Beispiele:
- es gibt hier keine Importteesorten, nur eigene Marken (Dallmayr - für mich hat gar kein  Aroma), es gibt keinen Lipton Tee, den ich aber in jedem europäischen Land in meinem Urlaub finde, gehört auch dazu, die Kaugummimarke "Orbit", die mein Liebling ist, aber ich muß sie immer aus Ungarn oder aus dem Spanienurlaub mitbringen.
- es gibt außer Lindt Schokolde die guten schweizerischen Marken, wie z.B. Cailler gar nicht, obwohl man nur von der Nachbarschaft rüberholen müsste
- selbst von Milka Produkten gibt es in Österreich viel größere Auswahl als hier
Ich könnte ewige Liste hier schreiben, aber ich will jetzt nicht die Marken auflisten, auf jeden Fall hat es mich ganz komisch getroffen, daß in einem westlichen, entwickelten Land, gerade die feinsten Sachen fehlen, da sie nur ihre eigenen Produkte in den Markt werfen wollen.

Dies sind nur meine eigenen persönlichen Empfindungen, wie ich sie hier von Bayern kennengelernt habe. Natürlich will ich damit nicht eine ganze Nation bezeichnen, aber man zieht als Ausländer halt diese Erfahrungen unter einen Hut und nennt sie gerne "deutsche Gewohnheiten". :-)

Freitag, 6. April 2012

Essensgewohnheiten: Deutschland - Ungarn/Brotzeit

Deutschland hat meine Essensgewohnheiten leicht verändert. Teilweise esse ich viel gesünder, als früher in Ungarn. Ich möchte jetzt ganz einfache, alltägliche Essensgewohnheiten vergleichen.

Ich muß es hier prämissen, alles was ich hier beschreibe, sind meine eigenen Erfahrungen aus meiner unmittelbaren Umgebung. Ich weiß, daß diese Sachen in unterschiedlichen Gebieten oder Familien ganz anders sind. Ich kann nur darüber schreiben, was ich schon persönlich erfahren habe. Ich will  nicht verallgemeinen, aber man drückt sich immer so zusammenfassend aus: "Deutsche oder Ungaren".

Frühstück - Deutschland/Ungarn
- ganz typisch sind hier die braunen, Vollkornbrotsorten oder Toastbrot ~ in Unrgan Weißbrot, weiße Semmeln und Kipferl
- Deutschland Marmelade, Nutella, oft habe ich die Variation Frischkäse + Marmelade gesehen, Frischkäse, Weichkäse/Schimmelkäse Sorten, Honig ~ in Ungarn Schinken, Gelbwurstsorten, Salami, Wiener, Streichwurst/Leberwurst, Käse, mit Tomaten, Paprika, Radischen, auch Marmelade oder Naturkefir mit Kipferl


Bei mir:
am Anfang habe ich diese körnige dunkele Brotsorten nicht gekannt und wollte sie auch nicht ausprobieren, habe immer verzweifelt nach weißem Brot gesucht, aber es gab nur das Baguette/Parisienne oder Elsäßer - die aber nicht mal ein bißchen ähnlich waren, wie die ungarischen Brote. Später habe ich mich langsam umgestellt. Erst Mischbrot ausprobiert, dann die körnigen Sorten (Sonnenblume/Kürbiskern - die zwei sind meine Lieblinge) und andere Sorten. Da ich ein Käsefresser bin, habe ich zum Frühstück überwiegend Käse gegessen. Hier habe ich den Frischkäse entdeckt, es wurde mein Lieblingsfrühstück und ich esse oft Blauschimmelkäse, was ich früher nie ausprobiert hätte, jetzt liebe ich ihn. :-)
Marmelade war nie mein Ding - passt gut in einen Kuchen als Füllung, aber nicht auf das Brot geschmiert.
Ich habe in der früh nicht viel Zeit ordentlich zu frühstücken, so bleibt mir nur eine Scheibe Brot mit Käse und dann packe ich ein Brot in die Arbeit zum Mitnehmen. Butter esse ich nie, da ich schon seit meiner Kindheit einen Ekel von Butter und Milch habe (wenn ich die schon rieche, muß ich kotzen), so schmiere ich auf das Brot fast immer Frischkäse, lege darauf Aufschnitt und Käse und Spitzpaprikascheiben. Für uns Ungaren ist das Essen ohne Grünzeug fast unvorstellbar. Toastbrot esse ich fast nie, es hat keinen Ernährungswert, ich könnte 10 Scheiben essen, fühle mich trotzdem hungrig.

Was mich hier am Anfang sehr überrascht hat, die Deutschen schneiden ihr Brot hauchdünn, wir Ungaren gute anderthalb cm dick! :-) Am Anfang haben meine Patienten mit mir geschimpft, wenn ich das deutsche Brot zum Frühstück so dick geschnitten habe. Aber jetzt verstehe ich es, da das deutsche Brot viel kompakter, schwerer, dichter ist, solang das ungarische sehr locker, luftig. Das ungarische konnte man nie so dünn schneiden, weil es dann zerfallen würde.
Frischkäse habe ich noch in Ungarn früher nicht gekannt, aber es gibt Schmelzkäse Sorten, die aber viel fettiger sind.

Mir waren auch neu die ganz vielen Käsesorten, wie Camembert, Blauschimmel, Roqufort, verschiedene stinkende Berghöhlenkäsen, Parmesan usw. - die meisten habe ich erst hier ausprobiert und sofort gemocht. Die Schimmelkäsesorten schmecken tatsächlich mit Weißbrot furchtbar, aber mit den dunkelen Sorten liebe ich sie. Ich habe einmal bei jemandem Greyerzer Käse probieren können, seitdem liebe ich diese Sorte sehr. Die Käseplatten, die hier bei Festen spät Nacht so beliebt sind, habe ich früher auch nicht gekannt, aber die sind für mich das Highlight der Feste.

Mit den neuen Käsesorten sind auch ganz viele, für mich neue Fischgerichte in mein Leben getreten. Hier denke ich jetzt in erster Reihe nicht unbedingt an das gekochte, warmes Essen, sondern, was man alles als Halbrohfisch essen kann. Ich hätte vorher nie getraut irgendeinen Fisch aus der Konservendose auszuprobieren. Aber M. hat oft sowas gegessen und ich mochte Fisch schon immer, habe halt alles ausprobiert. So habe ich erstmal in meinem Leben in Deutschland Lachsfilet, Bismarck Hering, geräucherte Forelle oder Makrele gegessen. Diese Sachen gab es bei uns früher nicht und später nur unbezahlbar teuer.  Hier habe ich angefangen Thunfisch und andere Fischsorten aus der Dose zum Abendbrot oder in unterschiedlichen Salaten zu essen. Ich finde, die Deutschen essen viel mehr Fisch, als die Ungaren.

Der Quark ist in den zwei Ländern ganz anders. So ein einfaches Ding und trotzdem, wie unterschiedlich kann es sein. Unglaublich! Genauso die saure Sahne. Beide sind in Ungarn viel fester. Der Quark ist in Ungarn aus Schafmilch gemacht und ist sehr fest und "körnig", solang wird hier aus Kuhmilch gemacht und ist viel weicher, cremiger - in Ungarn sagen wir dafür Cremequark, was sehr gut ist zu Süßspeisen, aber zum Beispiel ist fast nicht geeignet als Kuchenfüllung (läuft aus). Genauso die saure Sahne ist auch viel fester als hier.

Hier gibt es eine wahnsinnig große Auswahl von Streichwurstsorten, solang in Ungarn eher die unterschiedlichen Leberpasteten zu bekommen sind. So was, wie "grobe Teewurst" oder Mettwurst habe ich vorher noch nie gesehen, daß man eine rohe Fleischcreme auf das Brot schmieren tut, hat mich sehr überrascht. Die Sorten habe ich nie ausprobiert, es ist mir unvorstellbar zu essen, wie auch rohes Hackfleisch.
Der hier beliebte Obazda erinnert mich ein bißchen an unsere körözött (kein entsprechendes deutsches Wort), aber bei uns wird es aus Quark gemacht und hier aus Camembert. Ich werde irgendwann das Rezept mitteilen.

Salami Sorten - finde ich - gibt es sehr arme Auswahl hier, und was gibt, schmeckt auch nicht gut. So kaufe ich sie hier fast nie, bringe aber jedes mal größere Vorräte aus Ungarn mit.

Bei den Aufschnitten stört mich noch immer, daß hier alles Wurst heißt. :D In Ungarn hat jede Wurstsorte eigenen Name, so wenn ich hier Wurst sage, es kann auch Schinken oder Salami sein, aber auch eine Streichwurst, und gibt es kein Wort für den ungarischen kolbász, was eine dünnere Paprikawurst ist, meistens mittel- oder sehr scharf. Beispiele: Lioner Wurst/Gelbwurst heißt in Ungarn Pariser, Leberwurst heißt in Ungarn Lebercreme. Das Wort Wurst macht ein Durcheinander in mir. Wurst heißt laut dem Wörterbuch kolbász, aber kolbász, wie ich es schon geschrieben habe ist eine besondere Wurstart, also ich kann dann auf keinen Fall diese Bierwurst und ähnliche Sorten (mit ungarischen Gedanken) als Wurst nennen. Sehr schwierig für mich. 

Donnerstag, 5. April 2012

Ostern in Ungarn

Jetzt ist bald Ostern da, und ich wollte darüber schreiben. 


Die Gläubigen halten vor Ostern eine 40-tägige Fastenzeit (von Aschermittwoch bis Ostersonntag). 
In der letzte Woche werden oft Osterumzüge mit Palmkätzchenzweigen in der Hand veranstaltet, als Erinnerung an den Einzug Jesus in Jerusalem. 

Karfreitag (in Ungarn heißt es Großfreitag) ist der Gedenktag die Kreuzigung Jesus. In vielen Kirchen werden an diesem Tag Passionsspiele veransteltet. In den 1700-er Jahren haben die Ungaren Züge mit Dornenkranz auf dem Kopf gemacht und haben sich dabei selbst gepeitscht, aber diese Züge hat dann die Kirche verboten. 

Früher wurde am Großsamstag ein Scheiterhaufen vor der Kirche gemacht und wurde das Feuer heiliggehalten. Mit der Flamme von diesem Feuer wurden dann die Kerzen der Kirche angezündet. Die Überreste des heiligen Feuers haben die Leute mit nach Hause genommen. Bei vielen Häusern lebte die Tradition, daß sie von Donnerstag bis Samstag kein Feuer angezündet haben und dann haben sie am Samstag mit der Glut aus dem heiligen Feuer es wieder angezündet. Über diesen Feuer wurde das feierliche Essen gekocht und die ausgekühlte Glut wurde dann ins Trinkwasser der Tiere getan und auf den Feldern verstreut. 
Genauso wurde das Wasser in der Kirche an diesem Tag heiliggehalten und damit die Menschen auch heiliggehalten -wahrscheinlich stammt von hier der Brauch des Begießens. 

Am Samstag wurden die großen Züge zur Erinnerung der Auferstehung Christi veranstaltet. 
Am Samstag Abend hört das Fasten auf und dann kommen die typischen Osterngerichte auf den Tisch:

Man hat in den Dörfern den geräucherten Schinken, gekochte Eier, Osterfladen und den Meerrettich auf einem Teller, der mit einem weißen Tuch verbunden war, in die Kirche gebracht, um es heiligzuhalten. 

Quelle des Bildes:  http://image.hotdog.hu/user/rydaa/magazin/5.jpg
Quelle des Bildes: http://kibetekintekavilagra.lapunk.hu/?modul=oldal&tartalom=555904

Das Begießen

Es ist kein kirchlicher Brauch. Früher haben die jungen Männer im Dorf mit dem Brunnenwasser die Mädchen begossen, oder haben sie sie einfach in einen Bach geworfen. Nachher haben die Jungs von den Mädels Speck, Schinken und gemahlte Ostereier bekommen. Heutzutage gießen die Männer mit Parfüm und die Mädchen geben heutzutage auch noch Geschenke, aber statt Ostereier Schokoeier oder Schokohasen.

Als ich Kind war, warteten wir Mädchen daheim, schön angezogen auf die Jungs. Die schönen, häuslich von meiner Oma bemahlten Eier und Schockoeier, Schockohasen standen schon auf dem Tisch in einer großen Messingschale. Dann kamen die Jungs, einer nach dem anderen und haben zuerst ein kleines Gedicht erzählt, wie zum Beispiel: 

"Ich war in dem grünen Wald,
habe blaues Veilchen gesehen, 
es wollte ausdorren,
darf ich gießen?"

Dann sagte das Mädchen ja, und bekam auf ihren Kopf, in die Haare eine große Portion von dem (meist billigen und stinkenden) Parfüm.

Dann haben wir die Jungs hereingerufen und sie haben dann Kuchen und was zum Trinken bekommen und zum Schluß, als sie gegangen sind, Eier, Schokolade und kleines Taschengeld. Das Mädchen hat für ihre Lieblingsmänner die schönsten Sachen gegeben. Bei Erwachsenen lief die Geschichte genauso, aber erwachsene Frauen haben dann zu dem Kuchen einen Schnaps gegeben und ein bißchen mehr Geld. So ist mit der Zeit diese Tradition ziemlich kaputtgegangen, da bei Mädchen ein Wettkampf entstand, wer mehr Besucher bekommen hat, bei den Männern ein Wettkampf, wer mehr Geld gesammelt hat und letztendlich haben die Mädels gehasst nach 20-30 unterschiedlichen Parfüms zu stinken und die Männer sind alle voll betrunken heimgegangen.

Ich weiß nicht, ob dieser Brauch noch in Ungarn lebt, ich lebe seit 10 Jahren in Deutschland und höre immer weniger von meinen Freundinnen darüber, daß sie überhaupt irgendwas mit Ostern zu tun haben wollten. Viele reisen weg, damit die Männer, die zu gießen kommen, sie nicht daheim finden.

In manchen ungarischen Dörfern war Tradition die Mädchen mit Gerte zu schlagen - beide Traditionen stammen aus uralten Fruchtbarkeitskulten.

Quelle beider Bilder:  http://www.wellnessinungarn.de/2010/03/ungarische-tradition-zu-ostern-holloko.html


Das Begießen mit Wasser hat aber auch biblische Ursprünge. Zum Teil ist es eine Erinnerung an die Taufe Christi, zum Teil an die Legende, als die Juden die über die Auferstehung Christi jubelnden Frauen von Jerusalem mit dem Begießen mit Wasser zum Schweigen bringen wollten.

Dienstag, 3. April 2012

Kürbiscremesuppe

Ich habe von Kürbiscremesuppe erst hier in Deutschland gehört. In Ungarn gibt es ganz andere Kürbissorten. Zwei typischen sind der "Backkürbis", den man im Backofen bäckt und der helle Kürbis, den man abhobelt und davon einen Eintopf (mit viel Dill) kocht. Beide Sorten habe ich nie gemocht, nie gegessen, so war ich von der Idee einer Kürbiscremesuppe auch nicht begeistert, aber in den Kochsendungen im Fernsehen, wurde diese Suppe immer zum Himmel gelobt.

So schaut dieser helle Kürbis aus:

So habe ich einmal beim Einkaufen den Hokkaidokürbis gesehen und hat so gut ausgeschaut, ich habe gedacht "jetzt probierst du diese Suppe zu kochen". Ich wollte was neues ausprobieren. 

Ich habe diesen handballgroßen, dunkelroten, runden, noch nie gesehenen Kürbis gekauft und als ich heimgekommen bin, habe ich im Internet nach Rezepten gesucht. Ich habe drei ganz unterschiedliche Rezepte gespeichert, in jedem gab es irgendwas, was ich nicht mag (z.B. Zimt) oder was ich gerade nicht daheim hatte, deshalb habe ich von allen drei Rezepten genommen, was mir gefallen hat und seitdem mache ich meine Kürbiscremesuppe immer so: 

Zutaten für 4 Personen:


1 Hokkaido Kürbis (500-1000 g)
ca. 20 g Butter
1 große Zwiebel
1-2 EL Mehl
1/2 l Wasser
2 TL Gemüsebrühe
1 EL Kürbiskernöl
gemahlene Muskatnuß
Creme Fraiche (und/oder Schlagsahne)
Zitronensaft
Salz
Pfeffer



Ich schneide den Kürbis halb, kratze mit einem Eislöffel die Kerne aus und schäle ihn (mit Qual, es ist nämlich ziemlich hart). Dann "schlachte" ich ihn, da er steinhart ist und keins von meinen Messern schneidet ihn, ich haue mit einem Messer axtschlagmäßig darauf und teile ihn auf Würfel (richtige Quälarbeit!!!). Ich lasse ca. einen EL Margarine in einem großen Topf zerlaufen und dünste drin eine große aufgehackte Zwiebel. Dann gebe ich die Kürbiswürfel dazu, die ich dann leicht Salze und stark mit Pfeffer bestreue und gebe dann noch 2 EL Mehl dazu. Dazwischen koche ich einen halben Liter Gemüsebrühe und gieße sie ich auf den angedünsteten Kürbis. Ich lasse es unter dem Deckel ca. 15-20 Min. lang kochen, bis der Kürbis weich wird. (Ps.: ich schäle den Kürbis jetzt nicht mehr, wie früher)


Dann püriere ich den Kürbis mit einem Stabmixer und gebe dazu nochmal ganz viel Pfeffer, einen EL Kürbiskernöl, wenig Muskatnuspulver und nach Gefühl presse ich Zitronensaft darein. Zum Schluß gebe ich paar EL Creme Fraiche darein (oder/auch einen halben Becher Schlagsahne) und rühre es mit einem Schneebesen gut zusammen.


Ich esse diese geschmackvolle, wunderbare Suppe am liebsten mit Croutons, die Knoblauchgeschmack haben.
Diese Suppe wurde meine Lieblingsuppe und ich mache sie oft wenn ich Besuch kriege, jeder ist immer begeistert davon.

Montag, 2. April 2012

Reiberdatschi

Auch in Ungarn gibt es dieses Gericht, aber stark mit Knoblauch und oft als Hauptspeise, mit saurer Sahne. Ich mache es manchmal als Beilage zum Fleisch mit Soße, aber am liebsten nur in sich, mit Salat. Die Bayern machen es ohne Knoblauch und essen dazu Preiselbeerensoße oder Apfelmus. Ich könnte es mir nicht vorstellen. Die Ungaren machen es folgender Maßen (aber ohne Quark - den Quark hat mir hier jemand empfohlen und mir schmeckt diese Version). 

Zutaten (für 4 Personen):

- 1/2 kg Kartoffeln
- 125 g Quark (20%)
- 1 Ei
- 2-3 EL Mehl
- 2 zerpresste Knoblauchzehe
- Salz, Pfeffer
- Öl

Zubereitung:

Wir reiben die geschälten Kartoffeln ab, salzen die Masse und lassen paar Minuten stehen. In einem Sieb drücken wir mit der Hand den Kartoffelsaft aus und dann mischen wir die anderen Zutaten dazu und arbeiten den "Teig" gut zusammen. Wir lassen von einem Esslöffel einen Datschi ins heiße Öl in die Pfanne reinrutschen   und drücken ihn mit dem Löffel ein bißchen flach. Bei mittlerer Hitze lassen wir die Datschis paar Minuten fritieren, manchmal drehen wir sie um und wenn sie schon schöne, hellbräunliche Farbe haben, dann legen wir sie auf Küchenpapier zum abtropfen. 


Eine andere Version: man kann Zucchini, Karotten und Kartoffeln zusammen reiben und statt Quark zerdrückten Fetakäse dazugeben. 

Sonntag, 1. April 2012

Gleis 1.

Am Freitag Abend war ich in einem Klub auf einem Rockkonzert, was ich vorher nie gedacht habe, daß es mit mir noch geschieht - nach so vielen Jahren. Ich war als Teenager ein Rocker - ja, auch wenn man es sich schwierig vorstellen kann. Ich war wild und habe ganz harte heavy metal Musik gehört. Es ist kein Wochenende vorbei gegangen, daß ich mit meinen Kumpels nicht auf einem Konzert gewesen wäre. Dann, als ich ca. 20 war, bin ruhiger geworden, habe angefangen mich normal anzuziehen, die Rockerkumpels sind verschwunden, die meisten ungarischen Metalbands sind auseinander gegangen, ich habe angefangen die Musik aus dem Radio zu mögen...die Zeiten gingen vorbei. Ich wurde ein ganz normaler Mensch, die gearbeitet hat, und langsam bin ich nie mehr auf Konzerte gegangen. 

In diesen Zeiten habe ich mehrere ungarische Rockmusiker persönlich gut gekannt und es gibt von denen nur noch einen, mit dem ich noch ab und zu den Kontakt halte. Er hat seitdem eine total andere Band, als damals und sie sind oft auf Tourne auch in Deutschland. Ich habe nur ihn gekannt (in diesem Jahr genau seit 20 Jahren!) und ich habe es versprochen, wenn sie mal in unserer Nähe spielen, ich gehe dahin. Na, es ist am Freitag geschehen.

M. konnte nicht kommen und es war für uns beide schlimm, ich wollte nicht allein in einer tobenden Masse stehen und er hatte Sorgen um mich, war überhaupt nicht begeistert, daß ich da hin will. Zum Schluß hat er mir einen Kumpel, der Rockmusik mag, als Begleitung organisiert. 

Ich habe so irgendwie nicht viel Lust gehabt: mit einem Fremden zwischen Fremden, ich kenne die Musik nicht...was soll es alles werden? Aber ich wollte das Fotografieren auf einem Konzert ausprobieren. Ich habe es damals schon immer gemacht - vor vielen Jahren - aber mit einem unernsten Fotoapparat, ja, was aber trotzdem super Bilder gemacht hat. Aber jetzt wollte ich mich testen, wie weit ich schon gut bin in Fotografieren und ich habe noch extra nachgelesen, in Foren, wo das Thema direkt um das Konzertfotografieren ging. Ich habe dort paar Tipps gesammelt, welche Einstellungen ideal sind, diese habe ich schon zu Hause eingestellt. Trotz alledem sind meine meisten Fotos von der Bühne nichts geworden. Die empfohlenen Einstellungen haben nichts gebracht, dann habe ich die Kamera nach meinem Gefühl eingestellt, dann sind etwas bessere Fotos entstanden, aber die meisten wurden doch verschwommen. Okay, es ist eine komplizierte Aufgabe in einer wellenden Menschenmasse stabil zu stehen, bzw. die Kamera stabil über meinem Kopf zu halten. Die Musiker bewegen sich auch und sie werden von hinten beleuchtet, die Gesichter sind oft dunkel, Blitz darf man nicht benützen, man muß mit den Lichtverhältnissen und schnellen Bewegungen arbeiten. Die Kamera sammelt die Lichter zusammen und dabei müßte sie ganz ohne wackeln festgehalten werden...Ich bin noch zu unerfahren und es war mir ein Niederschlag, daß ich 70 % meiner Fotos wegwerfen mußte, die meisten waren verschwommen. Ich bin total traurig darüber, daß ich diese Herausforderung nicht erfüllen konnte. 

Aber was wichtiger ist: ich habe mich furchtbar gut gefühlt, ich habe auch ein bißchen getobt, die alten schönen Zeiten wurden wachgerufen. Ich habe es schnell erkannt, daß wir außer unseren Ausflügen, eigentlich nur in der Wohnung sitzen. Aber wie gut kann auch eine derartige Amüsierung sein!? Es war schön mit den Musikern zu sprechen, mit dem alten Bekannten, es war noch besser die geile Bühnenshow anzuschauen. Ich habe alles genossen, auch die (für mich) unbekannte Vorband, in der ich aber als Sänger einen örtlichen Hausarzt erkannt habe - es war total lustig! :-) Es war einfach mal was anderes und schön. 

Kiss Forever Band in dem Jugendklub "Gleis 1" in Unterschleißheim