Dienstag, 15. Januar 2013

Santorini - Inselrundfahrt mit Mofa/Teil 1.

15. September 2004 - Inselrundfahrt mit dem Roller

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem kleinen Mofa los, um die Insel kennenzulernen. Der Helm ist Pflicht, aber es trägt außer den Touristen keiner. Ich schaue mit dem komischen Helm (ich nenne ihn nur "Kopftopf") der mir viel zu viel groß ist, sehr witzig aus.



Als erstes halten wir in dem nah liegenden Dorf, Messa Gonia an, welches mit dem Dorf Exo Gonia zusammengewachsen ist. Hier gucken wir paar Blaukuppelkapellen an und haben einen schönen Blick auf Kamari und auf den Flughafen. Wir bleiben nicht lang und das nächste Dorf, das wir anschauen ist Messaria Wir haben keinen Plan, wir fahren einfach immer weiter und halten bei jedem Dorf an.


Messaria liegt in der Hauptkreuzung der Inselstraßen. Hier zweigen die Wege nach Kamari, bzw. Pirgos und Akrotiri ab. Diese Kreuzung ist an einem lebhaften Hauptplatz des Dorfes, wo sich Tavernen, Cafés und Souvenierläden aneinander häufen. Hier halten wir an und spazieren ein bißchen ins Dorf rein. Egal, wo man hinschaut, man findet immer wieder neue Blaukuppelkirchen, die unsere Blicke auf sich ziehen. Nach paar Fotos fahren wir schon Richtung Pirgos. Hier kann man atemberaubende Blicke auf die Kaldera kriegen.


In Pirgos war ich schon vor 8 Jahren und die Erinnerungen leben noch ganz stark in mir, ich kann alles gut erkennen.





Wir gehen in den kurvigen, steilen Gassen ganz rauf auf den Hügel, von wo aus man fast die ganze Insel einsehen kann. Wonach wir das kleine, charmante Dorf lang genug genossen haben, fahren wir Richtung Akrotiri weiter. Kurz nach Pirgos führt die Straße wieder auf dem Kalderarand und wir können von hier die ganze Kalderawand mit ihren schneeweißen Häusern sehen. Hier zweigt der Weg zu dem Hafen von Athinios  ab, wo die Fähren ankern.
Dann fahren wir bei Megalochori vorbei, wo wir nicht anhalten. Hier sehen wir einen armen Esel, dem seine vorderen und hinteren Beine mit einem Seil zusammengebunden sind und er kann sich gar nicht bewegen. So was sieht man in Griechenland oft - uns tut aber das arme Viech leid.

Dann kommen wir in das Dorf, Emporio an. Wir parken an dessen Dorfplatz, wo ein alter Mann von einem Pick up frische Fische verkauft. Emporio ist so, wie ein Labyrinth, ist auch auf einen Hügel gebaut worden und jede Gasse führt nach oben. Zwischen den Häusern der antiken Festungstadt führen kurvenreiche Straßen, die ab und zu von einem Glockenstuhl einer Kirche überspannt sind. Das Dorf ist noch sehr original und touristenlos. Jedes einzelne Haus ist schneeweiß und jede Tür und Jalousie, jeder Fensterrahmen und jede Stromuhr (die außen auf der Straße auf der Hauswand montiert ist) hat dieselbe blaue Farbe. Oft trifft man mächtige Bouganvilleen, die diese einzigartige Welt noch bunter und märchenhafter machen.




Für uns ist es ein großes Erlebnis hier zu sein. Wir treffen die ganze Zeit keinen Menschen außer dem einen alten Mann, der mit seinem Esel in einer Straße hochrast, alles scheint ziemlich ausgestorben zu sein. Das Dorf besteht nur aus drei Farben: schneeweiß, blau, zyklamen. Weiße Häuser, blaue Türe, blauer Himmel und Bougainvilleen.

Dann fahren wir nach Perissa, nur um das Dorf zu erkunden, ob dort der Strand besser ist, als in Kamari. Perissa schaut sehr ähnlich zu Kamari aus, aber sein Strand ist viel flacher, seichter, als in Kamari.


Dann fahren wir erneut auf dem Kalderarand weiter, wo wir die ganze Zeit märchenhaftes Panorama haben. Bald kommen wir in Akrotiri an, aber schließlich haben wir doch keine Lust in der Hitze das Ausgrabungsgelände anzuschauen. Statt dessen gehen wir lieber zu dem Red Beach, wo wir baden wollen, aber dort liegen die Menschen so nah aneinander, daß man keinen freien Platz mehr finden kann.
Ich finde diese Bucht mit ihrem grünen Wasser unter der feuerroten Kalderawand  einzigartig schön, echt schade, daß er so voll ist. Auch wenn wir in der tropischen Hitze schon nur gequält sind und uns nach Erfrischung sehnen, können wir uns nicht vorstellen, daß wir zwischen diese Menschenmassen wollen.



Unser Wasser geht aus, so setzen wir uns in ein Café rein, wo uns ein, ca. 150 kg schwerer,   schwarzbekleideter, langbärtiger Mönch bedient.  Ich könnte es nicht als alltägliches Erlebnis beschreiben.



Wir trinken hier zwei Eiskaffees und kaufen dann in dem kleinem Laden gegenüber zwei Flaschen kaltes Wasser. So machen wir uns mit erneuten Kräften wieder auf den Weg.

Unser nächstes Ziel ist die Inselhauptstadt, Fira. Hier war ich auch vor 8 Jahren und hier habe ich mir geschworen, daß ich noch unbedingt auf die Insel zurückkomme, deshalb ist es mir jetzt ein besonders gutes Gefühl wieder hier zu sein. Wir lassen uns hier viel Zeit und bummeln jede Ecke des Dorfes durch. Die Hitze erreicht ihren Höhepunkt, die Luft glüht und wir sind schwindelig von dem Hunger.






Die Inselhauptstadt liegt auf dem Rand der schwindelerregenden steilen Felswand der Kaldera. Die Häuser scheinen dort so zu hängen, als wenn sie in jeder Minute ins Meer rutschen könnten. Das ganze Panorama ist mehr als atemberaubend, man dachte, so was könnte nur in einem Märchen existieren. Auf der breiten, steinigen Treppenreihe, die aus dem Hafen in die Stadt führt, liefern Maultiere die faulen Touristen rauf. Die mächtige orthodoxe Kathedrale beherrscht die Stadt. Den beste Aussichtspunkt findet man bei der Endstation der Seilbahn (die zwischen dem Hafen und Fira fährt). Man kann von hier fast die ganze Insel sehen und den größten Berg der Insel, den Profitis Ilias. In der Kaldera ankern riesige Kreuzfahrtschiffe, die teilweise aus der Karibik kommen. Das Wasser der Kaldera erreicht bis zu 400 Meter Tiefe. So können die Kreuzfahrtschiffe dort nicht ankern, sie halten 1-2 Tage lang in der Nähe der neuen Vulkaninsel und ihre Gäste werden mit Booten zum Hafen von Fira gebracht. Firas Straßen sind fast nur mit Souvenier- und Schmuckläden voll. Ich kann es selber bestätigen, daß die griechischen Juweliere besonders schönen Goldschmuck herstellen, ich wurde auch verliebt in diese Muster und kaufte in den folgenden Jahren in jedem Urlaub immer wieder einen Ring, einen Delfinanhänger oder schönes Armband, ziemlich billig.

Kommentare:

  1. Hallo Flögi,
    ich finde es schön, dass du auch von deinen alten Reisen berichtest.
    Viele Grüße
    Summer

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    1. Hallo Summer, danke. Ich habe diese Berichte schon vor langen Jahren geschrieben, ich habe einen ungarischen Reiseblog und ich kopiere sie nur rüber, dann muss ich sie natürlich noch mühsam übersetzen, aber es macht nichts, alles, was mit der Reise zu tun hat, ist mein Hobby und macht Spass. Liebe Grüsse (in diesem Moment) aus Budapest.

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    2. Du warst doch erst in Budapest oder täusche ich mich da?

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  2. Haha... ich muss sofort an unsere Reise nach Thailand denken, da hatten wir sowas ähnliches wie eine Suppenschüssel als Helm bekommen (ich übertreibe ein wenig ;-D) und das Fahren war auch sehr spannend.
    Die tollen weiß gestrichenen Häuser sind wirklich ein Traum.

    Liebe Grüße und viel Spass in Budapest!
    Christina

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  3. Total schöne Bilder . Die Glockentürme finde ich klasse . Deine Berichte von deinen Reisen sind sehr interessant . Liebe Grüsse Heike

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  4. Diese Farben blau und weiss sind unbeschreiblich schön.
    Liebe Grüße
    Kilchen

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  5. Meine Lieben, ich freue mich total über eure Kommentare!!!
    Ich antworte hier in einem:
    @Christina: in Thailand sind wir auch Mofa gefahren und es war uns auch nur lustig, nichts schlimmes, wir mögen es eigentlich gerne im Urlaub.
    @Heike: danke für den Kompliment, ich freue mich, wenn es jemand liest, was ich schreibe.
    @Kilchen: ja, ich habe so grosse Liebe zu diese Harmonie, ich kann es dir gar nicht erzaehlen.
    @Summer: ja, ich war im November in Budapest, ich komme in jedem zweiten Monat heim, wenn es klappt, wenn nicht, sicherlich in dem dritten...
    Ich habe in Deutschland fast keine Freunde, in meiner Freizeit hocke ich vor dem PC, und hier ist es immer pure "Party" (na ja, Party mag ich nicht so, aber ich meine, lauter Treffen mit Freundinnen, Restaurant, Bar, Gespraeche, gutes Essen, Trinken, super gute Laune, Klamotten shoppen...). Ich liebe bei meinem alten Leben daheim zu sein!
    Liebe Grüsse
    Ps.: Und ich mache für euch fleissig neue Winterfotos von Budapest...Santorini Berichte sind vorausprogrammiert...

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  6. Superschön, und ich war erstaunt wie nah man den anderen Inseln ist...schaut so aus als wenn man rüberschwimmen könnte *g* Echt toll, und ich muss schon sagen dass ihr ja ganz schön viel an einem Tag unternommen habt. Muss aber einfach toll sein mit einem Roller über die Insel zu düsen, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, schnell anhalten und traumhafte Fotos machen.

    ...denn die finde ich einfach wieder nur traumhaft.

    Dir wünsche ich dann noch einen superschönen "Urlaub" in Budapest. Freue mich schon die Winterlandschaft dort zu sehen.

    Liebe Grüssle

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    1. Liebe Nova, wenn du die Weltraumaufnahme anschaust, kannst du dir es vorstellen, dass diese kleinen Inseln, dort gegenüber eigentlich der Kraterrand sind, wie bei dir oben bei dem Teide. Es ist ein eingeschtürzter Vulkan, mit einer Kaldera von 16 km Durchmesser, in der Mitte arbeitet noch der Vulkan und spuckt neue Material aus, so wachsen dort neue Inseln. Ich habe für morgen einen langen Bericht von der geologischen Geschichte der Insel. Und mit dem Mofa war es noch erst der halbe Tag...es kommt noch dann der Nachmittag...also, ja wir düsen so viel an einem Tag rum, wie es geht, eine Woche ist halt wenig auf so einer Insel...Liebe Grüsse

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