Sonntag, 20. Januar 2013

Santorini - Inselrundfahrt mit Mofa/Teil 2.

So viel von der Geschichte und jetzt setze ich meinen Bericht hier fort.
Wenn wir den Kalderarand verlassen, kommen wir zu einer breiteren Straße, die fast wie ein länglicher Platz wirkt, hier findet man Tabakläden, Cafés und Schnellimbisse. Und wir finden hier einen Gyrosverkäufer, wo wir den (fast) besten Gyros unseres Leben essen.  

Santorini (ihr offizieller Name heute: Thira, ihr antiker Name: Théra) ist nach Kreta die zweite meistbesuchte Insel in der Ägäis. Der überwiegende Teil ihrer Bewohner lebt ausschließlich vom Fremdenverkehr und die Insel hat kaum eine andere Einnahmequelle. Außer dem Weinanbau und der industriellen Ausbeutung des Bimssteins. 
Die Insel hat eine besondere Touristenanziehungskraft, was nicht nur an ihren hübschenn weiß-blauen Häusern liegt, sondern an dem einmaligen Blick von dem Kalderarand in die Kaldera. Es gibt keinen Menschen, der nicht auf diese Insel reisen wollte, wonach paar Fotos von ihr sieht. Diese Kombination von der einzigartigen Lage und Architektur ist auf der ganzen Welt einmalig! 

Auf der ganzen Insel findet man in den Bimssteinwänden alte, verlassene Höhlenwohnungen von den Urbewohnern. Der Bimsstein ist ein ausgezeichneter Isolierstoff, so haben diese Höhlen bzw. die Häuser, die davon gebaut sind, sowohl im Sommer, als auch im Winter ideale Temperaturen.   

Bei dem Erdbeben von 1956 sind fast alle Häuser der Insel zerstört worden, und bei dem Neubau wurde dann der Beton bevorzugt. Vorher hatten die Häuser Tonnengewölbe als Dach, was auch ziemlich erdbebensicher war, aber bei dem neuen Baustil wurden flache Dächer (Würfelhäuser) gebaut.

Im Sommer herrscht der Nordwind (Meltemi) auf der Insel. Er weht schon in der früh leicht und nimmt im laufe des Tages an Stärke zu, bis er am Abend ganz stürmisch wird. 

Wir fahren nach dem Gyrosessen weiter nach Oia (sprich: Ijá). Es ist schon 16 Uhr. Wir überlegen noch irgendwo einen Badestrand zu suchen, aber wir wollen zeitig in Oia sein, weil der Sonnenuntergang dort so besonders sein muß, daß tausende Menschen abends kommen und man angeblich für einen guten Platz kämpfen muß. Und tatsächlich, wir kommen gegen 16:30 dort an und die unzählbaren Touristen überlaufen schon das Dorf. Die Massen fließen, wie ein dicker Fluß, in den engen Gassen. Aber man versteht diese Anziehungskraft. Dieses Dorf ist eine echte Märchenwelt! Die schneeweißen Häuser bilden einen ganz starken Kontrast mit dem rot, schwarz und anderen starken Farben des Kalderarandes und mit dem tiefblauem Meer. An jedem Tor, auf jeder Terasse, Mauer stehen zahlreiche bunte Blumentöpfe, alles so hübsch und märchenhaft. 


Blick von Oia auf die Kaldera, gegenüber sieht man Fira und Imerovigli



Wir erblicken die Kaldera von hier aus einem ganz anderen Winkel, als wie wir sie aus Fira gesehen haben.   Fira und die mit ihr zusammengewachsenen zwei Dörfer Imerovigli und Firostefani wirken von hier, als die Schlagsahne auf dem Kuchenstück. Wir hätten gerne noch auf den Treppen zu dem Hafen Oias runtergegangen, aber die Sonne hat uns schon so ausgepowert, daß wir keine Lust haben nachher dann wieder raufzuklettern. So gehen wir ganz bis zum Ende der Hauptstraße, wo man einen direkten Blick auf den abgerissenen Teil der Kaldera, die Insel Thirassia bekommt. In der Ferne kann man die Umrisse der nah gelegenen Insel Ios sehen. Hier befindet sich die, von den Postkarten so bekannte renovierte Windmühle, die als Café funktioniert. (Es war meine Postkarte von Korfu damals, was in mir den Samen  gesetzt hat, daß ich unbedingt auf diese Insel hin muß - Bild oben.)

 paar Fotos von einer Freundin von mir, die schon mit einer modernen Kamera gemacht sind

ca. so hat meine Postkarte ausgesehen, die ich auf Korfu gekauft habe..


Bei diesem Café sind schon alle Plätze besetzt, wie auch in der ganzen Umgebung gibt es keinen einzigen freien Platz auf einer Terasse, jeder, wer den Sonnenuntergang hier schauen will, hat seinen Platz schon Stunden vorher besetzt. Schließlich finden wir eine Steinmauer, wo noch Platz ist und hier warten wir auf dieses Naturphänomen, in der Gesellschaft anderer 8-10 Menschen. Es dauert noch gute anderthalb Stunden bis die Sonne runtergeht, aber weggehen können wir nicht mehr, weil wir dann keine Chance mehr hätten irgendwo noch freien Platz zu finden. Wir sind hungrig und haben noch Chips und Wasser, also machen wir   es uns hier gemütlich und warten. Als die Sonne immer tiefer sinkt, flattert der Meltemi auf und wir haben unsere Windjacken in dem "Kofferraum" des Mofas gelassen. Das Gemurmel der Menschen verstummt, jeder wartet ruhig auf das Wunder. Diese Szene hat irgendwie eine dramatische, theatralische Stimmung. Wir frieren uns sehr und decken unsere Schultern mit einem Strandtuch ein.

Die Sonnenscheibe schleicht ganz langsam auf dem Himmel runter, bis sie als eine orangefarbige Kugel ins Meer versinkt. Es gibt keinen mächtigen roten Feuerball, keine sonderbaren Lichter, keine tausenden Töne des Rotes und Lilas, wie ich es erwartet habe, nein, es ist ein ganz alltäglicher Sonnenuntergang, no extra. Wie die Menschen darüber geschwärmt haben, habe ich was ganz besonderes erwartet, und ich sage ganz ehrlich, ich bin ziemlich enttäuscht. 



Sofort wird es dunkel. In Oias Straßen fließen wieder ganz wild die Menschenmassen durch, mich erinnert die Szene an dieses bekannte Stiertreiben aus Spanien. Die Menschen stoßen aneinander und fließen wie eine Überflutung durch die Straßen. Es macht keinen Spaß von hier wieder zu unserem Mofa zu laufen. Wir werden zu Eiszapfen, bis wir mit nackigen Oberschenkeln und nur in einer Windjacke heimtuckern. 

Kommentare:

  1. Kein Wunder dass es dich sofort fasziniert hast und der Zwang dort hinzukommen immer größer wurde. So ist es wirklich eine Märchenwelt in die man dort einzutauchen scheint.

    Mit den Sonnenuntergang musste vielleicht mal so sehen: ihr reist viel, ihr habt schon an den schönsten Plätzen der Welt eure Augen dafür offengehalten...und das haben wohl so einige Urlauber nicht.

    Wobei auch dieser Sonnenuntergang sehr schön ist. So kann man richtig schön träumen :-))

    Wünsche dir einen schönen Sonntag und schicke liebe Grüssle

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Nova, danke. Der Sonnenuntergang ist immer schön, aber dort ist es berühmt, daß was besonderes sein soll, na das war es nicht. Ich finde sowieso, daß es viel schöner ist, wenn Wolken auf dem Himmel sind, so war es halt zu langweilig. :-) Liebe Grüße

      Löschen
  2. Och ist das schön da...jaul! Mein Cousin fährt schon seit Jahren nach Santorini, weil er eine halbgriechische Frau hat und ist auch immer sehr begeistert! Ich speicher mir das auf JEDEN FALL mal ab als mögliches nächstes Reiseziel! LG Anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Anne, ja, es ist auf jeden Fall Wert auf die Insel zu reisen, aber man muß dort immer mit überdimensionalen Massentourismus rechnen. Liebe Grüße

      Löschen
  3. Schöne Fotos , aber der Sonnenuntergang ist bezaubernd . Liebe Grüsse Heike

    AntwortenLöschen
  4. Hi Flögi,
    die Bilder sehen ja super aus. Sehr gelungen! Richtig erholsam.
    Sende dir liebe Grüße und wünsche einen guten Wochenstart. Calendulabine

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Flögi,

    auch wenn dich der Sonneuntergang damals enttäuscht hat, muss ich sagen, dass das Dörfchen sehr, sehr hübsch ist. Und gegen einen so hübschen Sonnenuntergang direkt am Meer hätte ich auch nichts. ;-)

    Liebe Grüße
    Christina

    AntwortenLöschen
  6. Hallo, danke für Eure Kommentare, der Bericht geht dann weiter, aber jetzt setze ich erstmal paar andere Themen dazwischen...Und ja, Santorinis Dörfer sind märchenhaft, es müsste jeder Mensch einmal sehen dürfen. Liebe Grüße

    AntwortenLöschen