Mittwoch, 30. Januar 2013

Santorini - Schiffausflug in der Kaldera

17. September 2004

Ich kann mich äußern, daß dieser Tag der schönste von unserem Santorini-Aufenthalt wird!
Wir treffen uns mit der Gruppe vor dem Neckermann Reisebüro und fahren mit einem Bus zum Hafen von Athinios. Hier steigen wir in ein wunderschönes Segelschiff ein. Leider etwas zu viel Leute...was immer die Stimmung ein bißchen kaputt macht. Kaum gibt es Sitzplatz für jeden. Unser Fremdenführer ist ein Grieche, spricht aber perfekt englisch und deutsch. Wir kriegen keinen Platz mehr, so klettern wir auf das Dach des Steuerhauses, zuerst nur wir zwei und dann folgen uns auch andere Leute. Wie gut ist es, daß es keinen Platz mehr gab, so haben wir eine erste Klasse Loge für uns und müssen uns nicht mit anderen Menschen zusammendrücken. Ja, es ist ein bißchen unbequem, aber wir haben das beste Panorama.


Das Schiff fährt erst zum Hafen von Fira. Von unten gesehen, wirken die gigantischen Felswände der Kaldera noch monumentaler als von oben und die weißen Dörfer oben drauf scheinen nur winzige Spielzeuge zu sein. In Fira nehmen wir noch paar Passagiere auf und fahren dann gleich zu der Vulkaninsel Nea Kameni. Bei der kleinen Insel ankern wir in einer grünfarbigen Minibucht (mit zig anderen Schiffen zusammen) und wir gehen in Gruppen auf eine kleine Vulkantour los. Unser Guide zeigt uns jeden Krater, jede Fumerole und zum Schluß lässt er uns noch paar Minuten umzuschauen. Ich halte das Hiersein für ein atemberaubendes Erlebnis.




Da mich die Vulkane so sehr interessieren, bin ich total glücklich, daß ich hier sein darf. Irgendwo ist es aber komisch, auf dem Dach eines aktiven Vulkans zu stehen. :-) Ich denke immer an das Buch, "Der Feuerberg", was ich vor kurzem (auf ungarisch) gelesen habe ("Der Ausbruch des Galeras" hat ungarisch geheißen - von  Stanley Williams und Fen Montaigne). Ein wahnsinnig interessantes Buch von einem Wissenschaftler, der sich mit seiner Forschergruppe gerade in dem Krater des Galeras (Kolumbien) aufgehalten hat, als er plötzlich ausbrach. Ich kann dieses Buch jedem sehr empfehlen, dem die Vulkane nur ein bißchen schon interessieren, man bekommt einen guten Durchblick über die vulkanischen Tätigkeiten und es ist in einem auch ein spannendes Lesestück.

Wir haben ein wunderschönes Panorama auf Santorini, hinten auf die andere kleine Vulkaninsel, Palea Kameni und auf die sg. Aspronissi Inseln. Hier erleben wir eine Hitze, was man sich kaum vorstellen kann. Nicht nur die Sonne brennt uns von oben, sondern auch die Erde unter unseren Füßen. Die Kameni Inseln bilden einen Nationalpark, deshalb muß man einen minimalen Eintrittspreis (2 Euro in 2004) bezahlen, und einige Parkwächter passen auf die Ordnung und Sauberkeit auf. Überall sind Mülleimer und Schilder, laut denen man keinen Stein von hier mitnehmen darf. Bei dem Schiff wird davon fast eine Schlägerei, weil ein Mann seinen Rucksack gerade mit den Lavasteinen volllädt und die Wächter bitten ihn erst schön, daß er  sie auspacken soll, aber er will es nicht und fängt mit denen zu streiten an. Es ist eine lange und erstaunliche Szene...und zum Schluß nimmt er doch einen großen Stein mit.
Wir waren nur ca. 30-40 Minuten hier und schiffen schon weiter.


Unser Schiff fährt die Nea Kameni herum und ankert in einer Bucht vor der Palea Kameni Insel. Hier ist das Wasser von dem Schwefelinhalt stark gelblich-grünlich verfärbt. Auf den schwarzen Lavafelsen steht eine schneeweiße Kapelle, in der angeblich ein zurückgezogener Fischer lebt.
Diese farbige Bucht ist bekannt von ihren Heilquellen. Die heißen Quellen wärmen hier das Wasser auf ca. 30-40 °C Grad. Hier halten wir eine Badepause, man kann von dem Schiff ins Wasser springen und in diese Schwefelbucht reinschwimmen. Ich mag da nicht rein, und später bereue ich es auch nicht, da einige Bikinis ziemlich stark rostfarbig verfärbt wurden. Und ich mag den Zeitdruck auch nicht, wer hier nämlich ins Wasser gegangen ist, hatte kaum Zeit bis zu den Quellen zu schwimmen und wieder zum Schiff zurückzuschwimmen.
Dann schiffen wir vor der winzigen Insel Aspro vorbei, ganz bis zu den Küsten von Akrotiri. Bei Aspro sehen wir paar Kormorane.

Dann fahren wir zwischen Aspro und Palea Kameni zur Insel Thirassia, die einmal ein Teil von Santorini war. Dieses kleine Erdstück hat ein Dorf, das ähnlich zu Oia oben, mit schneeweißen Häusern liegt. Es heißt Manolas. Unser Schiff ankert in dem winzigen Hafen, wo das Wasser kristallklar und wunderschön ist und wir haben anderthalb Stunden freie Zeit hier. Die meisten Menschen stürmen sofort die ersten Tavernen an. Wir möchten auch gerne was essen, aber uns ist es wichtiger was zu sehen. Es ist auf jeden Fall eine schwierige Entscheidung, wenn man neben den Grillgeräten vorbeilaufend leckere Octopusranken sieht und in 40 °C Grad Hitze sich dann doch für 150 steilen Treppenstufen entscheiden soll. Wer es will, kann sich für 4 Euro mit dem Maultier rauftragen lassen. Wir schleppen uns aus eigener Kraft in Manolas rauf, und währenddessen brennen wir uns zur Holzkohle und saugen alle unsere Getränke auf. Bis wir ankommen, wollen wir erst fast zusammenklappen. Aber nach 5 Minuten Pause geht es schon wieder. Sofort versuchen uns die Kellner der Tavernen zu schnappen und ich sage, es wäre wirklich ein Traum auf so einer Terrasse, die über die blaue Tiefe ragt, ein göttliches Mittagessen zu verzehren, aber unsere Neugierde ist größer und wir wollen in dem Dorf herumschauen. Das Panorama ist unbeschreiblich. Anderthalb Stunden sind hier einfach zu wenig! Laut unserem Guide hat hier die Zeit bei den '50-er Jahren angehalten. Und ja, wie sehr er recht hatte, wenn man in die Wohnungen reinschaut, hier gibt es keine Fernseher, keine Radios, und keine Autos. Alles wirkt so komisch, als ob man in einer Zeitlupenaufnahme teilnehmen würde.








Das Dorf ist bunt, fröhlich und wirkt wirklich, wie eine merkwürdige Welt, wo die Zeit stehen geblieben ist. Wir bummeln jede Ecke des Minidorfes durch und zerschmelzen fast in der Hitze dabei.


Danach gehen wir wieder in den Hafen runter, weil wir uns in der übrigen Zeit ein bißchen Abkühlung im Meer wünschen. Hier gibt es keinen Strand, nur paar kurze, schmale Betonmolos. Auf so einen packen wir unsere Sachen und gehen ins Meer, dessen Wasser sofort wahnsinnig tief wird. Das angenehm kühle Wasser wirkt auf uns wie ein Segen und nach einer viertel Stunde Baden sind wir wieder frisch. In dem letzten Moment kaufen wir noch schnell zwei Pitagyros und laufen zum Schiff. Dann fahren wir zum Hafen von Oia.

Oia von unten

Unterwegs bekommt jeder ein Gläschen Ouzo. Oia ist von unten viel schöner als Fira. Man kann jede einzelne Blaukuppelkirche sehen. Hier kann, wer es will, aussteigen und ins Dorf hochgehen und den Sonnenuntergang anschauen, und danach mit Bus oder Taxi heimfahren. Wir überlegen es auch, weil wir Oias untere Teile nicht gesehen haben, aber dann finden wir es doch zu umständig, lieber fahren wir in den Hafen von Athinios zurück, wo auf uns Busse warten, die uns heimfahren. 

Kommentare:

  1. Hach Flögi, quäl mich doch nicht mit solchen Bildern am frühen Morgen. ;O) Ich will auch in die Sonne. Beam me up to Santorini! LG, Nadine

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  2. Einen wahnsinnig schönen Ausflug hast du uns wieder gezeigt, auch wenn er sehr anstrengend war. Schade finde ich es immer wenn solche Ausflüge so überfüllt sind. Sicherlich muss man dann das Beste daraus machen, und wie ich bei dir immer wieder feststellen kann bist du bzw. seid ihr darin schon sehr geübt :-)

    Als Eselfan bin ich natürlich absolut von deinem Foto mit dem Esel begeistert^^ Erinnert mich sofort wieder an das Buch: Mein Esel Benjamin :-))))

    Liebe Grüssle

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  3. Hallo Frau Hibbel und Nova, ich bin dankbar für eure Begeisterung...für euch ist es nur neu, aber für mich eine Reise vor 9 Jahren, aber schön ist es für mich auch, die Zeilen durchlesen und erinnern. Liebe Grüße

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  4. Wirklich wunderschön, Flögi. Der Himmel und das klare Wasser so knallblau, da könnte ich es mir auch gerade vorstellen. Nur das überladene Schiff hätte mir wohl auch nicht gefallen.
    LG Kilchen

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  5. Meine Güte ist das schön da.......und hier regnete bei 12 Grad...schluck ;-(. Ich will auch in himmelblauem kristallklarem Wasser baden!
    @ Nova: Ist ja zum Piepen! Mein Esel Benjamin war mein Lieblingsbuch als Kind! Ich sah nämlich als Kind genauso aus wie das kleine Mädchen, deshalb hat die Freundin meines Bruders es mir geschenkt. Als ich den Esel sah mußte ich auch sofort daran denken!

    LG Anne

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  6. Ich kenne dieses Märchen nicht.

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    1. Ne, ist kein Märchen, ist ein Kinderbuch aus den 70igern! Schwarz-weiß Fotos von einem kleinem Mädchen mit einem Edelfreund. Sehr süß!

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