Donnerstag, 7. Februar 2013

Naxos - Ausflug nach Mykonos

24. September 2004.


Es ist vielleicht der schönste Tag unseres ganzen Urlaubes. Ich wollte schon immer einmal auf Mykonos und es ist jetzt eine gute Möglichkeit darüber zu schiffen, außerdem haben wir Monatswende, d.h, in jedem Monat feiern wir mehr oder weniger unseren Tag, den 24., wo wir zusammengekommen sind. 

Der Ausflug kostet 40 Euro pro Person. Wir können heute im Hotel nicht frühstücken, da sie erst das Frühstück aufdecken, als wir schon weggehen müssen, so schnappen wir uns ein bißchen Brot und Käse und nehmen sie mit und frühstücken sie später auf dem Schiff. Kalter, stürmischer Wind tobt auf dem Meer. auf dem Deck kann man nicht bleiben, so verbringen wir die Reise in der Kajüte. Kurz halten wir an einem Hafen bei der Insel Paros an und dann kommen wir auf Mykonos an. Die ganze Fahrt hat 2 Stunden gedauert. Es ist heute keine organisierte Reise, sondern wir sind mit einem Fischerboot hinüber gefahren und haben hier 6 Stunden Zeit zur Verfügung.  



Von dem großen Hafen gehen wir Richtung Fischerhafen und der Altstadt. Das Dorf liegt mehr als malerisch. Vor den weißen Würfelhäusern liegt goldener Sand und kristallklares blaues Wasser, auf dem sich bunte Fischerboote wiegen. Wie ein Gemälde.




In einer Ecke des Fischerhafens wird gerade der Fischmarkt aufgeräumt. Ein alter Mann verkauft Gemüse aus den Körben seines Esels. Die von den Postkarten gut bekannte schneeweiße Kapelle steht hinter dem Hafen. Die anderen Kirchen haben blaue oder rote Kuppel. Alles ist so bunt und fröhlich. Hinter dem Fischerhafen fängt das Viertel, das "Klein Venedig" heißt an. Wir verirren uns in den kleinen Gassen. Ich liebe diese Atmosphäre, daß es zwischen den einzelnen grauen Steinen der Straßen immer geweißelt wird, daß der Boden so aussieht wie ein Mosaik, es ist irgendwie immer so liebevoll gemacht und zaubert eine besondere Stimmung her. Manche Straßen sind so eng, daß da diese kleinen italienischen mini Piaggio "LKW"-s auch kaum durchkommen. Ich liebe diese Geräte, ich finde sie immer so lustig und seit Anfang an, wo wir sie erstes Mal am Gardasee gesehen haben, nennen wir sie "Thai Taxi" - ihr wisst es bestimmt, was ich jetzt meine.
Die Häuser haben blaue oder grüne Türen, Geländer und Fensterrahmen. Es ist ein buntes Chaos, aber irgendwie eben deshalb so lustig und liebevoll.






Wir spazieren durch diese Märchenwelt, bis wir zwischen den Häusern bis zum Meer gelangen, d.h. die Häuser stehen direkt am Meer und ich kann mir kaum vorstellen, wie sie bei einem großen Sturm den Wellengang hier aushalten. Von hier kann man auf den kleinen Hügel laufen, wo die fünf, schön erneuerten Windmühlen - das Wahrzeichen der Insel - stehen. Ich kann diese Schönheit gar nicht beschreiben, den Anblick der Windmühlen und des Viertels "Klein Venedig".
Wir kaufen bei einem Bäcker Salzgebäcke, die sehr ähnlich sind, wie unser ungarischer Pogácsa, und auch sehr gut schmecken. Danach wollen wir den berühmten Inselbewohner, Petros, den Pelikan suchen, den man auf zahllosen Postkarten in den unterschiedlichsten Posen sehen kann. Der ist schon fast das Symboltier von Mykonos geworden und ich gehe von hier ganz bestimmt so lang nicht weg, bis ich ihn nicht finde. :-)





Wir suchen ihn auf Himmel und Erde, gehen 4-5 mal durch die selben Straßen, aber wir finden ihn nicht.  Vielleicht lebt er gar nicht mehr. Wir werden müde von der Mittagshitze und setzen uns in ein Café zum Frappé trinken. Hmmm, ist es himmlisch lecker, ganz cremig und mit Vanille Eis drinnen. Sein Preis ist aber der doppelte, als auf Santorini war. Auf Mykonos ist alles teuer, die Insel ist sehr touristisch. Die Hauptstadt ist voll mit Goldschmuckläden.
Wir fragen die Kellnerin nach Petros, und sie lächelt. Die Legende ist falsch, es gibt hier nicht einen Pelikan, sondern mehrere! Sogar 5-6 Pelikane leben hier. Und wo finden wir sie? Sie spazieren gerne durch die Straßen, aber nicht in der Mittagshitze, da verstecken sie sich, sie lassen sich erst später sehen. Sie erzählt noch, daß Seeleute die Pelikane aus Afrika mitgebracht haben.
Dann kaufen wir gegenüber dem Café zwei Pitagyros und nachher bummeln wir schon wieder endlos in den Gässchen hin und zurück und suchen nach einem Pelikan, der mein Fotomotiv sein will. :-) 
Auf einem kleinen Platz will ich die Bougainvillea fotografieren, als ich die schwarz-weiße, fette Katze an dem Geländer merke, die sich von gar nichts stören lässt. Eine Minute lang denken wir, sie wäre evtl. ausgestopft und dahingestellt? Oder ist sie schon von der Hitze halbtot? Oder ist sie einfach nur eingeklemmt? Witzig ist sie auf jeden Fall.


Wir kommen schon wieder in eine Märchenwelt und genießen alles, was unsere Augen entdecken, bunte Blumen dienen als starke Farbkontraste in den weißen Straßen. Wir sehen einen Blumenverkäuferesel und auf jeder Ecke Katzen und Katzen. Wir bummel wieder die engen Gassen der „Kleinen Venedig” durch und sind traurig, daß wir keinen Pelikan sehen. Und dann sitzt einer vor unsere Nase, wie ein ovaler Ball, keine Füße, kein Kopf, nur ein Ball, mit einem mächtigen Schnabel! :-)


Ich streichele ganz vorsichtig seinen Kopf, aber es stört ihn gar nicht. Wir wollen, daß er aufsteht, wir klatschen, wir trampeln mit den Füßen, ich lasse die Schnur von der Kamera vor seinen Schnabel hängen, aber ihm ist alles egal, wir können es nicht erreichen, daß er aufsteht. Na, super, wir haben den Pelikan gefunden, und jetzt habe ich nur so ein bescheuertes Foto von ihm. :-)





Dann kommt ein Mann aus dem Haus raus, unser Pelikan steht sofort auf und geht zu ihm, öffnet seinen Schnabel mächtig breit, der Mann steckt halb seinen Kopf darein und damit ist die Begrüßung auch erledigt, der Mann geht weg und der Pelikan hinter ihm her. Und wir laufen auch ein Stück nach ihm und fotografieren ihn endlich in unterschiedlichen lustigen Posen.

Danach finden wir den nächsten Pelikan im Fischerhafen, er ist ganz schön dick und ich locke ihn zu uns mit einem schon getrocknetem toten Fisch, was auf dem Boden liegt. Er versucht den Fisch mit seinem mächtigen Schnabel von meiner Hand wegzuschnappen, und nach einem Foto gebe ich ihn ihm, aber es schmeckt ihm nicht.


Schade. Ich wollte ihn nicht verarschen. :-)

Dieser Hafenteil ist jetzt viel schöner, als heute früh war, weil da die Sonne ihn von hinten beleuchtet hat und  alles im Schatten war, aber jetzt strahlen die weißen Häuser in dem Sonnenschein und das Wasser hat auch eine andere Farbe. Langsam vergehen die 6 Stunden und wir spazieren zu unserem Schiff zurück. Wir verlassen diese Märchenwelt, was uns immer stark in der Erinnerung bleiben wird. Gegen 19 Uhr kommen wir wieder in Chora an.

Wir setzen uns sofort zu dem Abendessen und es gibt heute Schwertfischfilet vom Grill, was wir vorher noch nie gegessen haben und finden wir göttlich lecker. Da wir unsere Monatswende feiern, bestellen wir eine Flasche Mavrodafne (süßer Likörwein). Dieser Wein hat eine Farbe, wie der Cognak und ist dickflüssig wie das Öl. Dieser Tag gehört zu meinen schönsten griechischen Erlebnissen und überhaupt zu den Schönsten von meinem ganzen Leben!
Nach dem Abendessen bekommen wir noch die üblichen Schnäpse. Man kann es sich vorstellen, wie ungerade laufend wir noch in die Stadt zu spazieren gehen. :-)


Kommentare:

  1. Tolle Impressionen hast du da einfangen!!!♥ Da bekommt man wirklich Lust sich sofort in den Flieger zu setzen um es selber zu erkunden^^

    Wirklich witzig das Foto mit der Katze, und ich finde es klasse dass du doch noch deinen Pelikan so schön vor die Linse bekommen hast.

    Kann mir gut vorstellen wie du dich beim Schreiben und einsetzen der Fotos wieder zurückerinnerst und in deine Gedanken versinkst :-)

    Liebe Grüssle

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    1. Ja, man erinnert sich gerne. Ich habe gestern überlegt, bei jedem Reisebericht schreibe ich bestimmt einmal, "es war der schönste Tag"...und wenn man es so überlegt, dann gibt es ganz schön viele schöne Tage im Leben, aber bei mir überwiegend immer beim reisen. Liebe Grüße

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  2. Wundervoller Reisebericht...ich war noch nie in Griechenland...schäm...LG Lotta.

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    1. Danke. Griechenland ist reisewert, ich war 12 mal. :-)

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  3. Ach, so schöne Bilder, da werden Erinnerungen wach. Ich war zwar noch nie in Mykonos, aber auf anderen griechischen Inseln.
    Ein toller Reisebericht, danke!
    Liebe Grüsse
    Angela

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    1. Hallo Angela, danke dir und es freut mich, wenn es dir gefällt hat. Liebe Grüße

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  4. Achmensch, obwohl ich hier eigentlich gerade Wintersehnsucht habe, würd ich wohl ein spontanes Urlaubsangebot dahin nicht ablehnen: Das sieht einfach traumhaft aus! Ein wirklich schöner Post.
    LG /inka

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