Montag, 4. Februar 2013

Naxos - Inselrundfahrt mit Moped/1. Tag

22. September 2004

Wir stehen früh auf, und nach dem Frühstück, gegen 9 Uhr fahren wir mit dem kleinen Roller Richtung Inselmitte los. Je tiefer wir in die Insel fahren, desto grüner wird die Landschaft. Am Anfang nur hügelig und dann wird sie richtig bergig. Erst ist eher karg ab und zu mit paar winzigen Dörfern oder weißen Kapellen.


Als erstes halten wir im Dorf Chalki an, an dessen Rand eine uralte byzantinische Kirche zu finden ist. Paar Schilder zeigen den Weg. Der Pfad führt zwischen, mit kurvigen Olivenbäumen herumgewachsenen ruinösen   Steinhäusern und Obstgärten. Wir treffen ein Mädchen und fragen bei ihr nach der Kirche. Sie spricht gut englisch und offensichtlich genießt es, die Rolle einer Fremdenführerin zu übernehmen. Dann verrät sie, daß sie die Kirchenwächterin ist und sie hat den Schlüssel dazu und sperrt die kleine Kirche für uns auf. Man sieht innen in unglaublich gutem Zustand erhaltene Wandmalereien aus den 12-13. Jahrhunderten.



Dann halten wir in dem Dorf, Filoti an, das in einen steilen Hügel gebaut wurde. In ihren steilen Gassen führen geweißte Treppenreihen rauf. Auf dem Dorfplatz stehen paar Cafés, in denen lauter alte Männer sitzen. Wieder so ein typisches Bild: jeder hat einen Stock und dreht seine Kombostini. Filoti hat eine große Blaukuppelkirche. Wir schauen hier nur kurz herum und machen uns auf den Weg in die nördliche Ecke der Insel. Wir erreichen den Bergzug des s. Die Straßen sind in guter Qualität, viele sind frisch geteert. In einer Dreierabzweigung steht eine längliche Kirche (Stavros), ganz anderer Stil, als auf Santorini, aber ihr Dach ist auch blau gestrichen.


Dann sehen wir paar ganz zerfallende Windmühlen. Die Fahrt dauerte lang, es ist schon 13 Uhr bis wir in das nördlichste Dorf der Insel, Apollonas ankommen. In dessen Nähe liegt die sogenannte "Großer Kuros" Marmorstatue, die mehr als 10 Meter lang ist und man wollte sie wahrscheinlich vor vielen Jahrhunderten für Dyinissos widmen, aber sie wurde nie fertig.





Apollonas ist ein ruhiges, winziges Dorf, mit schönem Strand und paar stimmungsvollen Tavernen. Wir setzen uns in eine Taverne und ich will meinen Liebling bestellen: Octopus vom Grill, aber es würde sehr lang dauern, da sie den Grill noch nicht anhaben, so essen wir beide frische Kalamari mit einem großem Bauernsalat. Der Ort ist sehr schön, das Meer spielt in Karibikfarben. Nach dem Essen gehen wir zu dem Sandstrand runter und baden einmal und legen wir uns in den schmalen Schatten einer Steinmauer. Hier schlafen wir beide ein und wachen erst nach einer Stunde auf. Wir müssen schon langsam heimfahren.


In der Inselmitte sind paar Dörfer, die mit ihren weißen Würfelhäusern in dem Hang hängen (Koronida, Koronas, Keramoti, Sifones), jedes hat eine Blaukuppelkirche. Später fahren wir in einer anderen Richtung,  als woher wir gekommen sind, Richtung Moni, wo die älteste byzantinische Kirche - die Panagia Drossiani  - der Insel steht.


Diese Kapelle liegt am Rand des Dorfes in einem Olivenhain und befinden sich in ihrer Inneren ähnliche Fresken, als in der anderen, wo wir schon waren. Auf diese Kapelle passt eine alte Griechin auf und schimpft böse über jeden Besucher, der nicht genügend Spende bei ihr hinterlässt, d.h. keine Kerzen, Postkarten und Info-Hefte kauft.
Von hier queren wir das Inselinnere über wild schlängelnde Straßen durch, ohne daß wir eine einzige Seele treffen würden. Wir halten bei dem einen verlassenen Marmorbruch an, wir wollen ihn anschauen, aber die streunenden Hunde machen uns zu viel Angst und wir fahren lieber weiter.


Hier merken wir, daß der Benzinanzeiger unseres Mofas schon bei Viertel steht. Da wir unser Mofa nicht kennen, wissen wir es nicht, ab wann wir Sorgen haben müssen, aber eins ist sicher, Tankstellen gibt es in dem Inselinneren keine. Vorsichtshalber fahren wir auf den größeren Abhänge mit ausgeschaltetem Motor  runter. Der Gedanke, daß wir bei Dämmerung eventuell hier, noch gute 20 km entfernt von Chora stehen bleiben, ist erschreckend.
Wir machen noch einen kleinen Abstecher Richtung Melanes, wo auf einem Privatgrundstück neben einem kleinen botanischen Garten den sogenannten "Kleinen Kuros" sehen können. Diese, nie beendete, 6,4 m lange Statue stammt auch aus den antiken Zeiten und liegt hier nur so rum. 


Wir schaffen gerade noch mit rot blinkender Tanklampe die Heimfahrt. Wir packen unsere Sachen ab und gehen zum Abendessen, wobei uns ein wunderschöner Sonnenuntergang begleitet. Ich liebe es so, d.h. meine  liebsten Sonnenuntergänge sind solche, wo man die Sonne gar nicht sieht, sondern die rötlichen, lila und orangen Wolken nur auf dem Himmel sind.  Selbst das Wasser der Bucht ist ganz rot.


Bei so einer Kulisse ist das Abendessen mehr als ein außergewöhnliches Erlebnis, es ist einfach märchenhaft.  

1 Kommentar:

  1. Das glaube ich dir gerne, das ist ja auch einfach traumhaft. Ich könnte mich auch nicht daran sattsehen.

    Danke dir für den weiteren wundervollen Bericht und die Fotos.

    Tollen Wochenstart und liebe Grüssle

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