Mittwoch, 3. April 2013

Heiraten pro und kontra Ungarn/Deutschland

Ich habe schon paar Einträge geschrieben, worin ich unterschiedliche Gewohnheiten von Ungarn und Deutschland verglichen habe. 

Wir wollen heuer heiraten und ich musste schon bei dem ersten Schritt komisch und empört schauen, weil man in Deutschland nur in den Bürozeiten des Standesamtes heiraten darf. In Ungarn heiratet man typisch am Samstag, ist auch logisch, da die meisten Leute, die als Gast eingeladen werden, müssen frei haben und hinfahren. Nein, hier geht es nicht! also dann wollen alle am Freitag und weil das Standesamt am Freitag nur bis Mittag auf hat, sind die Freitage schon lange für das ganze Jahr ausgebucht. Außerdem hat unser Standesamt am Mittwoch ganz zu und an den übrigen Tagen auch nur sehr beschränkte Öffnungszeiten. Ich finde es einfach unmöglich. Und ja, so werden wir an einem Dienstag Nachmittag heiraten. 

Leider macht es uns die Europäische Union auch nicht leichter. Ich, als Ausländerin muß meine Geburtsurkunde und ein Ehefähigkeitszeugnis aus Ungarn besorgen, mit der Apostille des ungarischen Außenministeriums deren Echtheit bestätigen lassen. Dann muß ich diese zwei Urkunden in Deutschland mit einem staatlich anerkannten Übersetzer übersetzen lassen und dann kann ich mich erstmal zu heiraten anmelden. 

Manche alte Bräche leben noch immer, wie z.B. der Bräutigam sollte das Kleid der Braut vor der Hochzeit nicht sehen dürfen, da es laut des Aberglaubens Unglück bringt. 
Die Braut mag an sich etwas Altes (symbolisiert ihr altes Leben), etwas Neues (neues Leben) und etwas Blaues (symbolisiert die Treue) tragen.
Reis oder Blumenblätter gestreut sollen die Fruchtbarkeit unterstützen. :-) 
Das Wegwerfen des Brautstraußes: welches ledige Mädchen ihn fängt, wird als nächstes heiraten. 
Leere Konservenbüchsen auf das Auto binden bedeutet daß die bösen Geister von dem Geräusch weggetrieben werden. 
Das "Kidnappen" der Braut war ein älterer Brauch: jemand von den Gästen hat die Braut gekidnappt und wenn es ihm gelungen ist, es hat die Bedeutung gehabt, daß der Bräutigam sie nicht verdient hat, weil er auf sie nicht aufpassen kann. 
Um Mitternacht kommt der Brauttanz. Die Braut zieht ihr weißes Kleid aus und zieht ein traditionelles rotes Kleid an. Ein Gast nimmt einen Topf und einen Kochlöffel, trommelt damit und schreit "die Braut ist zu verkaufen". Dann tanzt jeder Gast hinter einander mit der Braut, aber nur danach, wenn man zuerst Geld in den Topf geworfen hat.

Ich bin nicht abergläubisch und halte auch nicht zu viel von solchen Bräuchen, auf einiges kann ich bestimmt gut verzichten. :-) 

Kommentare:

  1. Oh wie schön, Flögi. Auch wenn ich keine Ahnung habe was heuer bedeutet?? Bald? Da ich null religiös bin, habe ich es auch nur wenig mit Traditionen. Das das Standesamt nur Mo-Fr auf hat wusste ich auch nicht und finde das auf jeden Fall Banane. Beamte halt ;O). Ich habe auf den Cook Islands barfuss am Strand geheiratet und das passte auch zu mir. Auch wenn es leider nicht gehalten hat. Dann mal ganz viel Spass bei der weiteren Planung, Nadine

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  2. Hallo Nadine, heuer = dieses Jahr :-) September :-) Und ja wir wollten auch am Strand, sogar halb nackig, nur in Bikini,aber es ist leider aus mehreren Gründen nicht lösbar...jetzt muß ich weg. LG

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  3. Ui, wow, dann wünsche ich vorab alles Gute (beglückwünschen vorher bringt ja Unglück, das kommt also später ;)!
    Ja, das kann ich mir vorstellen, dass das etwas schwierig ist. Ein Freund von mir hat eine Brasilianerin geheiratet, und dafrü hat er sich gleich mal 5 Wochen Brasilienurlaub genommen, weil es dort so lange gedauert hat, alles zu erledigen. Bei Euch ist es hoffentlich ein bisschen leichter. Und die Bräuche, ja, manche sind nett, aber die meisten bräuchte ich auch nicht. Wobei ich jetzt wohl nicht der größte Heiratsfan bin, sonst wär ichs ja vermutlich schon. ;)
    Lg /inka

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    1. Hallo Inka, danke dir. wir beide waren immer gegen Heiraten, aber wir sind jetzt 11 Jahre zusammen, haben unsere Finanzen zammengemischt und irgendwie möchten wir uns auch sichern, wenn später was ist, der eine oder andrer wegen Erbrecht auch gesichert wird. Aber ich muß es sagen, wie einfach und ohne Gäste wir es alles wollten, überrascht uns jetzt selbst dieser Fieber, womit wir jetzt alles organisieren, weil ein bißchen wird es doch gefeiert. :-) LG

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  4. Das ist ein sehr schönes Kleid . Liebe Grüsse Heike

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  5. Hola hola....*grins*...also nun doch ;-) *zurückerinner*

    Ich finde es gut dass ihr den Schritt nun doch macht. Gerade in eurer Situation wo die Absicherung doch sinnvoll ist, gerade weil das Deutsche Gesetz noch keine Ideallösung für Lebensgemeinschaften hat. Groß feiern muss ja auch nicht sein, das Geld kann man lieber in eine kleine Hochzeitsreise investieren^^

    Jedenfalls freue ich mich für euch mit♥

    liebste Grüssle

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    1. Das ist sicher, daß das Geld in eine Tramreise investiert wird. :-) Liebe Grüße

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  6. Yeah, wie schön!
    Das mit dem Standesamt ist auch so kompliziert in Österreich. Wir haben aber zum Glück einen Termin am Freitag erwischt. Meine Schwägerin heiratet aber auch am Dienstag und am Freitag in der Kirche.
    Die Bräuche, die du beschreibst werden auch bei uns so gemacht. Bis auf die Brautentführung. Das ist es normal, dass die Braut verschwindet und Aufgabe des Trauzeugen ist es die Braut wieder zu finden. In der Zwischenzeit muss der Ehemann als Strafe mit einem Besen tanzen. :-)

    Liebe Grüße
    Christina

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  7. Holla! Herzlichen Glückwunsch und vielleicht wird Dienstag ja jetzt dein Glückstag??? Die deutschen Behörden sind doof, das beschert uns ja auch diesen dollen Ruf im Ausland......nicht zu Unrecht. Man könnte da ruhig mal was flexibler werden. Auf jeden Fall wünsch ich euch schon mal einen tollen Tag und freu mich sehr für euch! LG Anne

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  8. Diesen Post habe ich gesucht.
    Hei Flögi, das freut mich für dich.
    Für mich war der Hochzeitstag ein ganz besonderer Tag.
    Da hast du noch viel Arbeit vor dir bis alles organisiert ist.
    In der Schweiz heiratet man auf dem Standesamt, natürlich an einem Arbeitstag. Die meisten heiraten an einem Freitag. Danach, meistens am Samstag, kann man kirchlich heiraten, was aber nicht mehr so modern ist.
    Dir wünsche ich schon viel Freude bei den Vorbereitungen.
    Liebe Grüsse
    Angela

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