Mittwoch, 27. Februar 2013

Stöckchenwerfen - 11 Fragen

Ich wollte dieses Spielchen bei Frau Hibbel mitmachen, aber mit manchen von ihren Fragen könnte ich gar nichts anfangen und deshalb wartete ich noch, was sollte ich tun. Inzwischen hat es auch Nova mitgemacht, aber da war ich noch immer sehr unsicher. Und heute sehe ich es auch bei FlotteLotta und ich bin auf die Lösung gekommen...zwar werde ich dabei ein bißchen "betrügen", da ich nicht die kompletten 11 Fragen von einer nehme, sondern ich stehle von allen drei Damen nur die Fragen für mich, die mir auch leicht zu beantworten sind. :-) Eigentlich, ich finde, es ist egal, weil das ganze Spiel darum geht, daß man von sich einiges schreibt, also eigentlich egal, worauf ich antworte. 

11 Feststellungen über mich, die mir in dem Moment gerade einfallen:


1. Man kann mich mit Butter und Milch umbringen, weil ich die hasse. 
2. Mein Leben ist die Reise, ich lebe nur für Reisen.
3. Ich hasse Winter und ich würde auch gerne irgendwo am Meer leben.
4. Ich bin ein Naturmensch/Naturfan, habe großen Respekt vor der Natur, liebe Tiere und Pflanzen. 
5. Ich liebe kochen und neue Geschmäcker ausprobieren. 
6. Ich bin ziemlich faul geworden und bewege mich immer weniger. 
7. Ich bin sehr eigenwillig, stur und ungeduldig, halt ein Skorpion. 
8. Ich bin kein Süßigkeitfan, kann aber für Salziges nie nein sagen, oder für Saueres.
9. Ich bügele nie was. 
10. Ich mag meutern und immer das Gegenteil behaupten. 
11. Ich bin sehr emotional und kann mit anderen Menschen mitfühlen.


So, und jetzt nehme ich die 11 Fragen, die mir gut liegen :-) gemischt von den drei Damen
(die ersten drei von Lotta, dann sechs von Frau Hibbel und zwei von Nova):

1. Welche Stadt von Deutschland würdest du unbedingt mal kennenlernen?
Ich kann da nicht mit einem Stadtname antworten, da ich schon so viele schöne und für mich wichtige Städte in Deutschland angeschaut habe. Aber Hamburg fehlt noch unbedingt. Sonst könnte ich eher Gebiete auflisten, wie Schwarzwald oder oben am Nord-/Ostsee.

Bei welcher Musikrichtung würdest du sofort das Radio ausschalten?
Bei Rap und bei klassischer Musik (Geige und Piano grrrrr...).

Was hast du dir zuletzt Schönes gekauft?
Einen Rock und eine Bluse für feierliche Gelegenheiten. Und einen Klodeckel :-)


Sportskanone oder Couchpotatoe?
Keines davon, irgendwo dazwischen.

Adrenalinjunkie oder Hasenfuss?
Beides - mal dies und mal das. Keine Angst beim Klettersteig, Rafting oder so ähnliches, aber bunjee jumping würde ich nie ausprobieren, aber wenn um Arztbesuche, besonders um Zahnarzt geht, kann ich vor lauter Angst gleich umkippen und ohnmächtig werden.

Lieblingsoutfit?
Sportlich, bequem: Jeanshose und einfache T-Shirts, Sportschuh, im Sommer Shorthosen, Tops.

Welche Eigenschaften kannst Du so gar nicht an anderen Menschen leiden?  
Unpünktlichkeit, Unehrlichkeit, Unzuverlässigkeit.

Traumreiseziel? 
Mein Traumreiseziel ist schon abgehackt, es war Tanzania. Noch mehr traummäßig könnten nur die Fiji Inseln, oder Französisch Polynesien sein.

Sammelst Du etwas?
Ohh, ja, ich sammele alles, ich kann mich von nichts trennen. Aber so direkt sammele ich nichts, höchstens die eigenen Fotoalben, oft Muscheln am Meer oder so was.

Wie stellst du dir dein Alter vor, wenn du selbst nicht mehr für alles sorgen kannst?
Da ich mit alten, dementen Menschen arbeite, finde ich diesen Zustand furchtbar und will ich überhaupt nicht daran denken, daß ich irgendwann so sein könnte. Ich möchte noch rechtzeitig ein Testament schreiben und dann mir das Leben nehmen, bevor ich ausgeliefert und hilflos werde.

Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
Glauben ist zu viel gesagt, eher Hoffen, daß es noch was gibt, da ich es nicht annehmen kann, daß es einmal ganz und endgültig vorbei wird.


Ich werfe jetzt dieses Stöckchen zu niemandem direkt, ich will keinen dazu zwingen es mitzumachen, wer es möchte, kann gerne die oberen elf Fragen nehmen. Ich dachte, so Fragen zu stellen, wäre total einfach, aber mir fällt jetzt gar nichts ein, was mich in dem Moment interessieren würde. 

Dienstag, 26. Februar 2013

Wohin mit dem?


Der Airbus A380 ist während Spazieren über unseren Kopf geflogen. Ich bin noch nie mit dem und auch noch nie mit Emirates geflogen. Und ich würde gerne beides ausprobieren. Ich hätte einen Traumtipp, für knaller Preis, wir selber überlegen es auch, aber in diesem Jahr wird es nicht mehr gehen.

München - Dubai (mit dem A 380-er) - Mahé (Seychellen) hin und zurück 676,- Euro!!!!

Montag, 25. Februar 2013

Leicht und schnell...wenn Gäste kommen

Am Samstag haben wir Gäste gahabt und ich mag gute Gastgeberin sein (welche Hausfrau mag es nicht, wenn ihre Arbeit gelobt wird?). Ich koche gerne, aber es muß nicht immer so was besonderes sein, womit man mehrere Stunden in der Küche verbring, es kann auch was schnelles sein, was trotzdem besonders lecker ist. 
Ich glaube, beide Rezepte habe ich Euch einmal schon im Blog geschrieben. Jetzt sind eigentlich nur die Fotos und minimale Änderungen anders.

Mein Hauptessen war das "Pelzfleisch" und damit jeder glücklich was auswählen kann, habe ich diesmal zwei Fleische genommen: Puten-, und Schweineschnitzel. Man mischt während 1-2 Minuten den Belag fertig: 2 Becher Saure Sahne, 3 zerpresste Knoblauchzehen, 3 Eier, ca. 4-5 EL Semmelbrösel, Pfeffer, Grillgewürz und geriebenen Käse zusammen. Die Fleischscheiben legt man in ein ausgeöltes Blech und schmiert man oben den Belag dick und gleichmäßig darauf. Bei Umluft, 200° Grad, 40 Minuten lang braten.






Das Dessert habe ich schon vorher fertig gemacht, es geht auch sehr schnell. Ich habe schon einmal darüber geschrieben, aber damals habe ich nur die Grundzutaten zusammengemischt und nach dem Essen hat dann jeder extra in sein Schüsselchen gelöffelt gekriegt, und so vorbereitet sieht es doch optisch viel reizender aus.  

      

Also, wenn jemand es noch nicht ausprobiert hätte, es ist sehr einfach und geht schnell und die dreierlei Geschmäcke sind zusammen himmlisch gut.
Nimm einen Naturjoghurt, 500 ml, 250 g Mascarpone, 250 g Quark (40%), rühre sie mit einem Mixer mit 2 Pack. Vanillezucker und 2 EL Puderzucker zusammen. Püriere mit dem Stabmixer eine halbe Packung tiefgefrorene (aufgetaute) Himbeeren (oder Waldbeeren Mix), zerbrösele mal paar Amarettinis und schichte sie schön in einen Kelch. 

Sonntag, 24. Februar 2013

Es ist noch Winter

und es scheint so zu bleiben. Jeden Tag kommt ein bißchen frischer Schnee dazu.
Gestern haben wir einen ca. 8 km langen Spaziergang gemacht. Es gab nicht viel neues zum Fotografieren. Aber trotzdem noch paar Winterimpressionen von mir. :-)







Freitag, 22. Februar 2013

Der 12tel Blick - Februar

Ich habe es geschafft! Ich habe mich nicht nur zu dem Tag, sondern auch noch zeitlich ziemlich zu dem Zeitpunkt von dem letzten Monat gehalten. Ob ich es immer schaffe, kann ich nicht versprechen, es wird schon Monate geben, wo wir an dem Tag im Urlaub sind und wenn es regnen würde, würde ich auch nicht losgehen, wie auch heute auch nicht ganz getan habe. Da ich für mein zweites Foto etwas weiter laufen muß und draußen schneit es, kalter Wind weht und - 5 Grad kalt ist, hatte ich einfach keine Lust. 

Also meine zwei Fotos von der selben Stelle von Januar und Februar, hier erst in kleinerem, damit ihr sie gleichzeitig sehen könnt: 



Februar immer noch mit Schnee, sogar mit Schneeflocken ins Objektiv geflogen und (leider) mit Baustellenkontainer, die wahrscheinlich im ganzen Jahr (wegen unserem Tiefgaragenbau) dort stehen werden. Schade, weil ich ein schönes Naturbild wollte, ohne irgendeiner Störung, aber diese Änderung gehört auch dazu. 

Hier die beiden Bilder in Groß: 


Sonntag, 17. Februar 2013

Hortobágyi Palacsinta (Pfannkuchen auf "hortobágyer" Art)

Der Hortobágy (ausgesprochen: hortobádj) ist eine große Ebene in Ungarn, eigentlich ist es die so bekannte ungarische Puszta. Hier existiert heutzutage ein Nationalpark mit einer besonderen Tier- und Pflanzelnwelt. Diese Pfannkuchenart stammt von dieser Gegend, hierher der Name: Hortobágyi (die Endung "i" ist in der ungarischen Sprache immer ein Synonym für die deutsche "-er" Endung, wie zB. "Schwarzwälder".

Diese Pfannkuchen wird nicht süß, sondern salzig zubereitet und dann mit püriertem und mit saurer Sahne gemischtem Hähnchenpörkölt (Gulasch) gefüllt...

Pfannkuchen Rezept:
(für 12 Stücke)
200 g Mehl
1 Ei
3 dl Milch
eine Messerspitze Salz
(bei dieser Version kein Zucker) 
1 dl Sodawasser (Mineralwasser mit Kohlensäure auch gut)
man kann auch ein bißchen Öl darein rühren, damit es beim Braten nicht anklebt


Hähnchenpörkölt (paprikasch/oder Gulasch) zubereiten:
600 g Hühnchenbrust
1 große Zwiebel
1 ungarische (nicht scharfe) Spitzpaprikaschote
1 Tomate
1 TL edelsüßes ungarisches Paprikapulver
Öl
1 TL Salz

Öl in einem Topf erhitzen, kleingehackte Zwiebeln reinwerfen und ein bißchen rösten lassen. Kleingehackte Paprika und kleingehackte Tomate dazu geben, dünsten lassen, dann Salz und Paprikapulver (evtl. ein bißchen Tomatenmark) dazu geben und mit wenig Wasser aufgießen, unter Deckel bißchen garen lassen. Dann die, auf Würfel geschnittene Hühnchenbrust dazugeben und unter Deckel 15-20 Minuten lang (auf kleiner Flamme) kochen. Zum Schluß paar Esslöffel saure Sahne darein mischen, von dem Saft etwas rausnehmen und für später aufheben und dann das ganze mit einem Stabmixer pürieren. 

Diesmal habe ich von allem die doppelte Menge genommen und das Fleisch habe ich in winzige Würfel geschnitten, so brauchte ich es zum Schluß nicht zu pürieren.




Die feritigen Pfannkuchen mit dem pürierten Hähnchenpaprikasch füllen und aufrollen, und alle, neben einander in eine Auflaufform reihen (kann man auch in mehrere Schichten aufeinander legen). Zum Schluß das ganze mit der aufgehobenen Soße begießen und oben noch saure Sahne darauf legen und mit geriebenem Käse bestreuen. Kurz in den heißen Backofen schieben und dann servieren. 
Oder:
Pfannkuchen füllen und aufrollen und auf den Teller legen, dann dort auf die einzelnen Portionen die Soße darüber gießen und saure Sahne und Käse darauf tun und kurz noch in die Mikrowelle geben.



Samstag, 16. Februar 2013

Alpspitzferrata - Update

6. August 2007

…Einfach lässt mich dieser dreieckige Fels, der kleine Bruder der Zugspitze, die 2628 m hohe Alpspitze nicht in Ruhe. Man kann sie schon von weitem von der Straße nach Garmisch-Partenkirchen sehen und sie zieht mich wie ein Magnet zu sich.

Auf dem Bild links:

Nach dem Karwendel Klettersteig wollen wir unbedingt auf die Alpspitze, und wir hier mit einem sehr schwierigen Klettersteig, da hier es immer sehr steil nur nach oben geht. Im August haben wir einen einzigen gemeinsamen freien Tag, wo wir uns ins Auto setzen, um diesen Berg für uns zu erobern.



Wir fahren aus Hammersbach mit der Kreuzeckbahn auf den 1650 m hohen Berg und wandern zum Osterfelder Kopf und ab dort klettern wir. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, wenn wir mit der Alpspitzbahn sofort zum Osterfelder Kopf (2150 m) gefahren wären. Die meisten Ferratakletterer wählen die letztere Lösung, wir wollten aber die vorherige, weil wir keine Kondition haben und haben gedacht, daß die Wanderung zwischen den zwei Bergbahnstationen mit 500 m Höhenunterschied uns eintrainieren wird und so die Kletterei auch leichter sein könnte. 


 





Eins ist sicher, die Kräfte unserer untrainierten Körper saugt schon die zu schnell gemachte Wanderung mit 500 Höhenmetern Unterschied ganz aus. Bei der Osterfelder Hütte essen wir Schokolade und Sandwich, ich trinke stark gezuckertes Getränk, damit mein Blutzucker in Ordnung wird und dann ziehen wir schon die Klettersteigsets an und machen uns auf den Pfad, welcher zu der Ferrata führt. Nach dem schon bekannten Einführungsabschnitt, geht die Ferrata mit Stahlleitern weiter. Ich bin absolut schwindelfrei, habe keine Höhenangst, die Zitterei kommt von der extrem großen und zu schnellen Anstrengung, mein Körper ist nicht gewöhnt von Null plöztlich auf solchige Arbeit sich umzustellen. Dazu kommt noch die dünnere Luft. Ich halte oft kleine Pausen und oft ist in dem Moment mein größter Wunsch, daß ich nicht weiter klettern muß, und es würde ein Hubschrauber kommen, mich von hier von der Wand zu schnappen. :-) 





Von der Osterfelder Hütte müssen wir bis zum Gipfel 500 m Höhenunterschied erklettern. Die Felswand soll man sich wortwörtlich als eine Wand vorstellen, aber die Ferrata wurde hier so arg ausgebaut, daß es schon manchmal nervend ist, es gibt zu viel von dem ganzen Stahlzeug und man ist nur ständig mit der Sicherung beschäftigt. Und diese Menschenmassen! Diese nehmen die ganze Schönheit des Kletterns weg. Die  Alpspitz-Ferrata ist der am meisten besuchte Klettersteig in Deutschland. Mehrmals überholen uns Familien mit 10-12-jährigen Kindern, ohne Ausrüstung! Sie klettern ohne irgendein Zeichen der Anstrengung auf ihren Gesichtern. Während dessen, sterbe ich hier fast und ich wünsche unsere ganze Kletteraktion in die Hölle, aber anderseits würde ich mich für kein Geld umdrehen, wenn ich auch daran sterbe, will ich unbedingt auf diesen gottverlassenen Berg rauf, und egal, was wird, ich werde es auch tun!  



Hier unter uns das Höllental und in der linken Ecke die Zugspitze:

*Wir quälen uns beide noch eine zeitlang, und langsam hört die Übelkeit und Kraftlosigkeit auf, und wir kämpfen uns auf den Gipfel rauf, und was wir dort fühlen, das ist ein unaussprechliches Gefühl. Es ist der este richtige Berggipfel, den wir aus eigener Kraft erobert haben. Es stimmt, es ist nicht so ganz hoch, aber wir sind noch Anfänger! Uns ist es hoch genug! Es ist auch ein unbeschreibliches Gefühl, daß man sich erst wortwörtlich quält und hasst das Ganze, und trotzdem hat nichts anderes im Kopf, als das, daß man unbedingt darauf will. Ein riesen großer Wille entsteht in dem Mensch, was alles zu bekämpfen hilft. Ich glaube, das Klettern ist die beste Methode die Willensstärke zu entwickeln. Echte, Profikletterer würden jetzt über mich lächeln über diese Leistung, aber sie haben es auch einmal irgendwie angefangen. Zudem haben wir es noch ganz von uns selbst ohne einen Kurs oder Vorübungen angefangen.  

Unter uns auf dem Bild Garmisch-Partenkirchen und der ganze Berg, den wir schon erklettert haben:
Auf dem Gipfel:

Das Absteigen ist auch qualvoll. Wir gehen auf der anderen Seite des Berges runter, wo der Weg durch ein Geröllmeer führt, bzw. es gibt gar keinen Weg, nur Steine. Sehr schweres Gelände. So kommen wir irgendwann zu der Bernadeinwand, wo wir schon vor einem Jahr waren. Dann steigen wir von dort in einer Felsrinne über eine Ferrata ab.


Hier haben wir noch eine halbe Stunde Zeit bis die letzte Seilbahn fährt. Nachher kommt wieder das gehasste Geröllfeld. Als wir zu dem normalen Gehweg ankommen, müssen wir schon fast rennen, das wir noch die Kreuzeckbahn vor Betriebsende erreichen.

Es war wirklich ein Knallergefühl den Berg zu besteigen und das Gefühl des Sieges stiftet bald an, neue Ziele zu suchen.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Mexiko, Yucatan, Rio Lagartos - Update mit Videos

Ich habe mich endlich entschlossen, daß ich nur paar Berichte, die absolut meine Favoriten sind, wieder als Update reinsetze. Etwas kürzer und mit noch mehr Fotos. So kommt noch ein Teil von Mexiko.

6. Tag, 10. November 2009 - Mein Geburtstag :-) 


Unser Hauptziel ist der Biosphärenreservat bei Rio Lagartos und unterwegs schauen wir die Ruinen von Ek Balam an. 


Die Ruinen gefallen mir und es ist angenehm, daß hier kaum Menschen außer uns sind. Hier klettern wir auf unsere erste Pyramide, auf den 30 m hohen „Akropolis“, in brennendem Sonnenschein und wahnsinnig dunstiger Luft. Wir sind ganz schön erledigt, bis wir oben ankommen. Die Treppenstufen der Pyramide sind wahnsinnig hoch, ca. 40 cm. Was für langbeinige Menschen waren die, denen die Stufen entsprochen haben? Von oben sieht man überall endloses Grün. Faszinierende Aussicht. Ek Balam hat schöne Reliefs, die in der Seite der Pyramide unter einem Dach zu besichtigen sind. Die Ruinenstadt ist nicht zu groß, wir sind ziemlich schnell damit durch. Jetzt fahren wir erneut gemeinsam weiter und halten nicht mehr bis Rio Lagartos an.





Unterwegs

Die Unterkunft, die wir im Internet gebucht haben, finden wir in dem kleinen Dorf schnell (Hotel Punta Ponto). Der Besitzer teilt uns sofort die Zimmer zu. Die sind sehr groß, einfach, zweckmäßig eingerichtet, aber stinken total nach Kellergeruch. Wir haben einen mächtig großen gemeinsamen Balkon, der Meeresblick hat, und vor unseren Nasen wiegen sich Fischerboote auf dem glatten Wasser.
Unser Guide, den der Besitzer organisiert hat - namens Gabriel - steht schon unten ungeduldig und will uns auf den Bootsausflug mitnehmen.
Dieses Dorf lebt von diesen Touren, klar daß jeder für sich die selten kommenden Touristen schnappen will. Wir sind auch nur deshalb auf diesen ausfallenden Teil des Yucatans hingekommen. Selbst im Internet findet man kaum was von dieser Gegend und was ich noch zu Hause gefunden habe, habe ich ausgedruckt und mitgenommen. Da steht darauf, daß diese Bootstouren, 30-40 USD pro Person kosten, dagegen verlangt Gabriel nur 700 Peso für uns vier (es bedeutet umgerechnet in Euro pro Person weniger als 10 Euro, was uns unglaublich billig vorkommt.) 





Wir spazieren mit Gabriel durch das ganze Dorf bis zu einem Restaurant, welches im Hafen steht und dort ankert sein Boot. Wir fahren in der Lagune los und bald halten wir bei einem Häuschen an, wo wir Gebühr für den Vogelreservateintritt zahlen müssen und ein Papierarmband bekommen. Als wir in die Mangrove ankommen, wird die Wasserfarbe rostig braun. Ab hier schaffen wir unsere Köpfe gar nicht so schnell zu drehen, wie oft irgendwo ein Vogel zu sehen ist. 


Löfflerreiher


Gabriel ist ein sehr guter Guide. Er ist total nett, spricht ganz gut englisch und erzählt und erklärt alles mit großem Spaß. Unser erster Vogel, den wir sehen ist ein Kormoran und dann kommt alles nach einander: Löfflerreiher, grauer und weißer Reiher, Störche, Ibise, graue Pelikane. Unser Motorboot reißt das Wasser des Kanals zwischen den Mangroven auf. Wir fühlen uns so, als ob wir gerade bei den Titeldreharbeiten des Filmes „Miami Vice“ wären. :-) Nach langer Fahrt wird der Kanal enger und wir erreichen eine Holzbrücke. Gerade jetzt fährt darüber ein amerikanischer Trucker und wir starren nur mit offen gebliebenem Mund, wie kann diese Brücke dieses Gewicht aushalten. Gabriel sagt, daß hier regelmäßig solche Trucks fahren, mit denen wird das Salz von der Salina (Salzwerk) weggeliefert und diese LKWs wiegen 40 Tonnen! Wahnsinn!








Wir fahren mit dem Boot durch ein Loch zwischen den Pfahlen der Brücke und suchen dort nach Krokodilen in der Mangrove. Hier haben wir kein Glück, wir sehen kein Krokodil. Dafür aber zahlreiche Wasservögel, und es alles nur aus paar Metern entfernt. Nur die Reiher haben große Angst, die fliegen immer sofort weg, daß man sie nie fotografieren kann. Wir sehen einen Graureiher als er einen Fisch fängt und auf einen Baumast fliegt und dann dort den Fisch in einem Stück runterschluckt. Wow, ich bin so begeistert, ich könnte hier Wochen mit der Beobachtung der Tiere verbringen. 

Dann halten wir an, das Wasser ist hier ganz seicht und Gabriel langt bis zu seinem Ellenbogen in den sumpfigen Boden rein und auf einmal hebt er ein "Urzeitvieh" dort raus. 

Pfeilschwanzkrebs 



Kopfmassage und Sturmhaube in einem

Auf den Urzeitfossilien in den Museen sieht man immer solche Abdrücke, nur viel kleiner. Sein Panzer erinnert uns an eine Sturmhaube. 


Wir schauen mit großer Neugierde dieses Vieh an, und nach dem ersten Stutzen dürfen wir ihn auch in unsere Hände nehmen. Danach verwendet Gabriel ihn auf unseren Köpfen für spezielle Kopfmassage, ohne uns zu fragen, ob wir es wollen oder nicht: er legt das Tier auf unsere Köpfe und er grabbelt mit seinen Füßen. Es ist wirklich ein besonderes Erlebnis so ein Tier von so nah untersuchen zu dürfen. Nur seinen Namen erfahren wir nicht, den kriege ich später aus dem Internet raus, er heißt „limulus“ = Pfeilschwanzkrebs. 


Wir erreichen die Salinabecken, hier sieht man mehrere längliche Becken, die Dämme auseinander trennen. Ihr Wasser ist salziger, als das Wasser des Totenmeeres. Erst fahren wir ein bißchen weiter von hier, wo wir ein offenes Gebiet mit sehr seichtem Wasser erreichen und hier stehen die Flamingos. Wir fahren ganz nah zu denen, nur paar Meter sind zwischen uns, dann fliegen sie weg. Ich hätte es nie gedacht, daß sie uns so nah daran lassen.  







Lange schauen wir sie hier an, und dann wenden wir und fahren wieder zurück. Zumindest denken wir es und werden gleich ganz traurig, weil wir es alles zu kurz fanden. Gabriel sagt nichts, er fährt aber uns zu den Salinabecken und er hält das Boot dort an. Wir können uns nicht vorstellen, was er hier will, hier sehen wir wirklich nichts Interessantes. Dann gehen wir auf dem rutschigen Boden barfüßig im Gänsemarsch alle nach ihm und wir steigen hier auf den Damm des Salzbeckens. Er will uns unbedingt ins Wasser treiben, was aber von uns keiner will. Wir sind angezogen, wo sollen wir hier auf den schlammigen Boden unsere Sachen hintun? Und das Wasser sieht so ekelig aus, als wenn dutzende Haufen von Vogelkot drauf schwimmen würden. Aber Gabriel lässt uns so lang nicht in Ruhe, bis wir endlich doch in diese ekelige, stinkende Brühe reingehen. Nur ich habe meinen Fotoapparat mitgenommen, die anderen haben alles im Boot gelassen. Gabriel nimmt die Kamera und fotografiert uns ständig und er ist gar nicht schlechter Fotograf, hier entstehen sehr gute und lustige Bilder, als wir oben auf dem Stinkwasser schweben und Spaß machen.




Von dem Becken müssen wir dann durch diesen rutschigen Teil balancieren. Hier bildet den Boden eine harte Tonschicht, deren Oberfläche mit irgendeinem grünen schleimigen Zeug zugewachsen ist und darüber ist ca. 10 cm Wasser. Es rutscht wahnsinnig. Auf dem halben Weg zu dem Boot gibt uns Gabriel mit toternstem Gesichtsausdruck (und mit meiner Kamera in seiner Hand) den Befehl, daß wir hier anhalten und bleiben sollen. Er geht dann weiter, allein zu dem Boot. Da er wieder nichts verrät, denken wir, daß er jetzt mit unseren Sachen abhauen wird und lässt uns hier, wie die Vollidioten im Schlamm stehen. Wir machen Witz darüber, daß wir den Tag hier in dem, mit Vogelkot vollem Wasser verbringen werden, bis uns die Geier auffressen - weil wer sonst würde uns hier finden?? :-) 




Aber Gabriel hat nur meine Kamera zum Boot, in Sicherheit gebracht und er kommt schon sofort zurück.  Wir warten sehr aufgeregt auf ihn, wir können uns überhaupt nicht vorstellen, was jetzt noch kommt. Dann langt unser guter Guide unter das Wasser und bohrt seine Hand durch den harten Ton, ganz tief, bis zur Schulter und wir erwarten, er zieht jetzt bestimmt wieder ein Vieh daraus. Dann holt er blendend weiße Tonerde raus. Er erzählt mit dem Ton in seiner Hand, daß es sehr gut für die Haut ist und er wird uns damit einschmieren. Er fängt mit U. an und wir lachen uns tot darüber, wie U. langsam aussieht. Gabriel schont nicht mal sein Gesicht  und die Haare. Wir, Mädchen, bitten ihn, daß er bei uns die Haarpflege weglassen soll. Als er uns alle dick eingeschmiert hat, bildhauert er noch für die Jungs auf ihre Köpfe noch Teufelshörner. Dann geht er wieder zum Boot und holt die Kamera und macht viele witzige Fotos von uns. Ein sehr netter Kerl. 


Nachher müssen wir ins Boot einsteigen, so wie wir sind und Gabriel gibt Gas, daß das Motorboot nur so auf dem Wasser prasselt, wie ein Ball. Wir rasen mit großer Geschwindigkeit, daß der Gegenwind den Ton auf unserer Haut trocknet. Dann fühlen wir uns ganz komisch in unseren Harten Hüllen. :-) Gabriel fährt vor dem Hafen vorbei, sollen nur die Einheimischen gut über die "weißen Touristen" lachen und kurz danach hält er bei einer kleiner Bucht an, welche von Mangroven umgeben ist. Hier schickt er uns ins Wasser, wir sollen hier den Ton abwaschen und er schaut für uns die Mangroven und sagt Bescheid, wenn Krokodil kommt. Na prima, netter Kerl! :-) Die weiße Tonerde hat sich schon auf unsere Haut getrocknet und es ist gar nicht so leicht sie abzuwaschen. Sehr witzige Szene ist es. 

Nachher kommen wir in den Hafen zurück. Ich hätte mir nie was schöneres zum Geburtstag gewünscht, als diesen Ausflug! Dort, in dem Motorboot habe ich mich so gefühlt, daß dieser Tag der schönste in meinem Leben wird, aber wenigstens der schönste dieses Urlaubes!

Kolibri


Im Hotel duschen wir schon wieder, ziehen wir uns normal an und gehen ins Restaurant zurück. Ich und M. essen Fisch, die sehr lecker sind. Sein Fisch ist so zubereitet, daß das Fischfilet halbgelegt ist und dazwischen sind Garnelen in einer Soße und das ganze "Fischsandwich" ist so dann noch paniert und fritiert. Mein Fisch ist nicht so gut, weil Tomatensoße dabei ist, was ich nicht mag und mein M. tauscht mit mir. Da ich Geburtstag habe, darf ich sein Essen haben. Oh, ist er ein Gentleman! :-) Gabriel ist auch hier. Wir haben ihm nach der Tour ziemlich viel Trinkgeld gegeben, da er alles so perfekt gemacht hat und war so nett und wir fanden, daß er so wie so für die Tour zu wenig verlangt hat. 

Wir spazieren zur Unterkunft zurück, und setzten uns alle vier auf den Balkon mit Bier und starren lange das  schwarze, ruhige Meer, das nur paar Meter vor unseren Nasen ist, an. Der Abend hat eine besondere Stimmung bzw. spendet diese Stimmung der Ort. (heute: 180 km)