Freitag, 18. Juli 2014

Tansania - Safari/Serengeti Nationalpark - Teil 1. - update

17. Januar/Teil 1.

In der Nacht stehe ich oft auf, gehe aufs Klo und ich treffe paar Frösche in "unserer Wohnung", einer von denen klettert gerade auf dem Netz an M's Bett. Ich freue mich über sie, lieber Frösche als Spinnen! :-) Wir stehen um 6:50 Uhr auf und ab 7:30 Uhr kann man frühstücken. Das Frühstück ist in Buffetform, wie in einem Hotel. 

Foto von Christian N. 


Migunga Forest Camp
Wir fahren um 8:30 Uhr los und meine kleine Kamera ist im Jeep! Was wir heute sehen, dazu ist mein Wortschatz zu arm um es wahrheitsgetreu zu beschreiben, ich werde mit meinen Worten die Wirklichkeit nicht demonstrieren können. Die Landschaft selbst ist schon so wunderschön: verstreute Massaidörfer, viele, in rot gewickelte Flecken im Grünen, die Vegetation...die Harmonie von allem...wunderbar.  



Wir fahren nicht so lang, bis wir den Eingang der Ngorongoro Conservation Area erreichen. Der Ngorongoro Krater und seine Umgebung sind kein Nationalpark sondern Biosphäre Reservat und ein Teil des UNESCO Naturwelterbes.

Beim Eingang warten wir auf die Registration ziemlich lang und treffen hier zufällig die drei Deutschen von unserer Meru-Tour. Dann fahren wir in dem Areal des Ngorongoro Krater weiter. Unser Jeep kämpft sich auf einer feuerroten Serpentinenpiste zu dem Kraterrand auf.  Wir sind von allen Richtungen von tropischem Regenwald umgeben, der uns mit unbeschreiblichen Bäumen, Pflanzen und Tiertönen begleitet. Dann erreichen wir den Kraterrand, wovon wir einen wunderschönen Blick in den mächtigen Krater werfen können. Dort unten ist es sehr dunstig und trüb, so entstehen hier leider keine guten Fotos. 



Kurz danach sehen wir eine Erinnerungstafel für Michael und Bernhard Grzimek, die ihr Leben für die Rettung  der Tiere des Serengeti Nationalparkes gewidmet haben. Ich habe ihren Film "Die Serengeti darf nicht sterben" im vorigen Jahr gesehen. Aber ich hatte schon als kleines Kind Erlebnisse "von hier", mit den Dokumentarfilmen von David Attenborough, die ich nie in meinem Leben vergessen habe. Als 7-8-Jährige habe ich erst von Serengeti und Ngorongoro gehört und ich wusste seitdem, wenn ich es einmal nach Afrika schaffe, dann kann es nur Tanzania sein!


Ab hier fahren wir so lang, daß wir denken, wir sitzen schon seit 24 Stunden im Jeep und diese Fahrt hört nie auf. :D Die Landschaft ändert sich langsam von Dschungel zu Savannen. Soweit bis die ersten Akazienbäume erscheinen, kommen mit denen auch die ersten Giraffen in Sicht. Sie grasen direkt neben der Straße von diesen Bäumen. Und dann Impalas, Thomson-Gazellen, Zebras und Gnus, immer mehr und mehr. Als ob wir in dem Paradies gelandet wären, besser gesagt im Garten Eden. Wir erreichen ein wunderschönes grünes Tal, welches gleichzeitig voll mit Wildtieren und mit den Rindern der Massai ist. Das Bild ist so idyllisch, wie man die barfüßigen, in roten Tücher gewickelten kleinen Massaikinder erblickt, wie sie ihre "knochendünnen" Rinder mit einem Stock treiben. 










Das Bild hier gehört noch zu dem gestrigen Bericht, es war in dem Lake Manyara NP, aber habe vergessen einzufügen.





Wir fahren oft bei Massaisiedlungen vorbei. Ihre älteren Frauen sitzen immer in lilafarbigen Tüchern, sie haben eine Glatze und mächtigen Ohrenschmuck. Die Männer tragen meistens rote Tücher und diese typischen und witzigen, aus Autoreifen gemachten Schuhe. Manchmal sehen wir paar gruselig angemalte Gesichter, die auf dem Kopf große schwarze Vogelfeder tragen. Es sind junge Massai, die gerade ihre Beschneidungszeremonie durchlaufen. Ich will so sehr fotografieren, aber es ist fast unmöglich, da wir nie anhalten und das Auto schüttelt uns ganz wild auf der Schotterpiste. Ich versuche es trotzdem immer wieder. 


Dann irgendwann erreichen wir eine endlose Ebene der Serengeti, die eine linealgerade Piste durchquert und wir sehen ihr Ende nicht. Wir können kaum glauben, was wir hier erleben. Egal, in welche Richtung wir schauen, wir sehen nur Tiere. Millionen von Thomson-Gazellen und Zebras, manchmal Gnus und später auch noch andere Tiere (aber davon schreibe ich später). Wir halten uns an den Stahlstangen des Jeeps fest und hängen unter dem offenen Dach und starren mit offen gebliebenen Mund alles an. Jeder von uns sagt immer wieder nur „Wahnsinn”, wir können gar nichts anderes sagen. Das ganze ist nicht zu begreifen!






Foto von Christian N.


Hier kann man ein bißchen erkennen, wie viele Tiere es sind, die Fotos geben es nicht richtig zurück.
Dann biegen wir von der Hauptpiste ab, nur wir, die anderen fahren dort weiter. Kurz danach kehrt unser Guide auch von dieser Straße ab und fährt in die grasige Wiese ein. Er hält an und teilt uns mit, es gibt Mittagessen! Jeder von uns kann hinter dem Jeep pieseln, und dann packen wir unsere Lunchboxen auf die Motorhaube des Jeepes und essen. Aus den Kartons holen wird ganz leckere Sachen raus, wie Penne mit Gemüse, Pizzascheiben mit Thunfisch, Pfannkuchen, Krapfen, Obst und Mangosaft. Ich hätte nie so gutes Essen aus der Box erwartet. Aber alles schmeckt sehr lecker. Wir essen dort, wie in einem Stehbuffet und die Zebras und Thomson-Gazellen grasen ungestört nur 6-7 Meter weit von uns. Ich kann es kaum glauben, ich bin fast ohnmächtig von dem Wundern. Was kann noch kommen, was es überragt?






Nach dem Essen fahren wir weiter und von den Tieren wird immer mehr und mehr. Wir sehen bis zum Horizont nur Tiermengen ohne Ende. Dann plötzlich auf einmal sind auf der Wiese Störche, Strauße und andere Vogelarten, als ob wir in der Vogelabteilung :-) angekommen wären. So viele Störche sind auf der Wiese, wie viele ich noch in meinem Leben insgesamt nicht gesehen habe. Wir sehen ab und zu auch Hyänen, als sie faul auf der Wiese bummeln, ohne sich wegen den Vögel aufgeregt zu machen. Die meisten Zebras haben Fohlen, die Kleine sind so niedlich, so struppelig und so tollpatschig. Sie liegen oft in einer Rinne der Schotterpiste und erschrecken sich zu tote als unser Jeep kommt. Sie stehen schnell auf und torkeln wie besoffene und laufen schnell seitlich weg. Ich liebe sie. Ich gebe zu, mein Lieblingstier wurde das Zebra und ich würde am aller liebsten ein Fohlen in meinen Koffer einpacken und mit nach Hause nehmen!


Foto von Christian N.






Es scheint so zu sein, als wenn wir schon seit mindestens 20 Stunden unterwegs wären und die Ebene hat nie ein Ende. Wir können uns gar nicht vorstellen, wo soll hier irgendwo ein Camping sein. Einmal fahren wir bei einem LKW vorbei, der in ein mächtiges Schlagloch gefahren ist. Wir halten dort kurz an, ob sie Hilfe brauchen, aber sie sagen, nein. Endlich erblicken wir die ersten Bäume an dem Horizont. Langsam haben wir schon das Gefühl, wir fahren von der Landkarte runter. :-) 






Dreifarbglanzstar



Kommentare:

  1. Supergeniale Bilder Flögi! Weißte was? Als ich hier so deine Bilder anschaue kommt auf einmal ein Spruch von hinter mir: "Von wem sindn die Bilder, die sind ja cool!" HA! Von Flögi sag ich da! ......Das war Herr Ü......der war auch schon da und hat auch 493854 Bilder von dort mitgebracht.....aber deine sagt er, die sind echt toll.......na wenn das nicht mal ein ultimatives Kompliment von einem EigentlichkeinenBlogleser ist ! GlG Anne

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    1. Hallo Anne, danke, ich nehme es wirklich als großes Kompliment!! :-) Ich freue mich, wenn sie euch gefallen. Liebe Grüße

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  2. Ach meine Liebe, ich kann deine Gefühle vollkommen verstehen, selbst mir stockt beim Anschauen der Atem. Es muss einfach ein atemberaubendes Gefühl sein. Denke mal du durchlebst beim Anschauen jedes Mal neu diese Gefühle und die Reise.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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    1. Ja, ich habe seitdem diese Berichte nie mehr durchgelesen. Aber jetzt! Und ich bin erstaunt, wie gut ich überhaupt alles beschrieben habe und wie meine Zeilen die Stummungen für mich zurückgeben können. Eigentlich, ich müsste viel öfter alte Berichte durchlesen und ich überlege, obich sie irgendwie nicht ausdrucke, oder in einem Fotobuch, als Text anfertige, damit ich ein Buchformat in der Hand halten könnte. Liebe Grüße

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  3. ja die Bilder kann man immer wieder an schauen das Erlebnis mit den Tieren und der Landschaft lässt auch mich bestaunende Gefühle ausrufen... wunderbar herrlich!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Danke, mir selber gefällt die Berichte neu durchzulesen. :-) Liebe Grüße

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  4. Wow...das muss da so was von schön sein !! Klasse...

    Ganz liebe Grüße und einen tollen Rest-Sonntag

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