Samstag, 19. Juli 2014

Tansania - Safari/Serengeti Nationalpark - Teil 2. - update

17. Januar/Teil 2.

Der buschige Abschnitt wird ganz anders, als die Wiesen davor. Wir fahren in dem lockeren Gehölz von stacheligen Büschen und Schirmakazien auf einer staubigen Piste und schlucken den Staub ständig, der im Auto alles bedeckt. Hier sehen wir großkörperige Greifvögel auf den Bäumen und auch viele kleine bunte Vögel. Dann erreichen wir erneut eine Registrationsstelle, und nach paar Minuten fahren wir zwischen Büschen weiter. Hier entdecken wir unseren ersten Löwen, eine Löwin, die einsam unter einem Baum faulenzt. Wir hätten es nie geglaubt, daß wir diese Tiere auch von so nah sehen werden.



Dikdiks







Dann folgen wir dem Flussbett eines ausgetrockneten Flusses und erreichen einen größeren See und dann kommen wir wieder auf eine buschige Ebene. Hier, in der Umgebung sehen wir mehrere Camps.
Wir kommen auf eine Wiese an, wo Amani aufgeregt mit seinem Fernglas nach irgendwas guckt. Wir sehen es erst, als wir dahin fahren: ein Gepard treibt einen Strauß zum Kriegstanz. Der Gepard hat eigentlich kein Interesse an dem großen Vogel, der regt sich aber wegen dem Gepard total auf. Der Gepard sucht nach was kleinerem zum Essen. Er kommt zu unserem Wagen, schaut uns an und dann geht er weiter. Wir sind wieder total froh, wir hätten es nicht gedacht, daß wir so bald so ein besonders schönes Tier sehen werden. Wir zählen zusammen, was wir schon alles gesehen haben und was wäre noch gut zu sehen. Viel fällt uns gar nicht mehr ein. Wir sind mit unserer Safari absolut zufrieden!






Nachher fahren wir zu dem See zurück, wo wir früher die Campingplätze gesehen haben. Um den See leben zahlreiche Tiere. Sofort sehen wir eine große Giraffenfamilie und dann zwei Löwen, ein Weibchen und ein Männchen. Und dann kommen wir nicht zu uns von dem Wunder: am See sehen wir Millionen von Störchen (zwei Sorten, den europäischen und einen schwarzen afrikanischen) und Marabus. Dies alles in unglaublichen Mengen! Wir starren sie minutenlang an und können unseren Augen kaum glauben, daß so was in der Wirklichkeit gibt. Als ob sich alle Störche der Welt hier sammeln würden.











Heute kann nichts mehr anderes kommen, es ist die Spitze der Spitzen - denken wir, aber wir machen gerade nur eine Kurve und unter den Büschen finden wir eine große Löwenfamilie! Sie sind so faul, sie werfen nicht mal einen Blick auf uns, wir können zu ihnen bis auf ca. 2 Meter nah fahren. Wir gucken sie lang an. Sie liegen nur faul dort, als gerade vollgefressen wären. Dann fahren wir zu unserem Camp und unterwegs sehen wir noch zahllose Thomson-Gazellen, Gnus und Störche.  










Als wir unser Camping erblicken, hört unser Atem auf. Die großen Zelte (die mich an Militärzelte erinnern) stehen unter Schirmakazien zwischen den stacheligen Büschen. Ich bin sehr neugierig, wie sie von innen aussehen können. Der Manager des Camps begrüsst uns und erklärt schnell die Regeln. Dann nehmen zwei Träger unser Gepäck und wir gehen gemeinsam zu unserem Zelt, welches das letzte ist, d.h. ganz am Rand des Camps steht. Der eine Kerl zeigt uns das Zelt innen und erklärt alles. Ich stehe wieder mit offenem Mund dort und weiß gar nicht mehr ob ich nur träume. Das Zelt sieht innen aus, wie ein 5-Sterne Hotelzimmer. Den Boden bildet der Zeltstoff, welcher makellos sauber ist, man sieht nicht mal ein Staubkorn oder Käfer drin. Es wird uns gezeigt, in welchem Fläschchen Trinkwasser und nicht Trinkwasser ist, wie die Dusche und das Chemieklo funktioniert. Wir bestellen das warme Wasser zum Duschen, es wird aufgewärmt und hierher gebracht und von Außen in einen Behälter gefüllt. Ich fühle mich hier so wie eine Herrschaft!







Solang bis unser Wasser ankommt, packen wir ein bißchen aus. In der Dusche ist kein Licht, so hängen wir eine von unseren Stirnlampen dort auf und duschen gemeinsam, da wir es nicht wissen können, ob das Wasser für uns beide, getrennt ausreichen würde. Als der Behälter aufgefüllt ist, schreit der Mann von draußen, daß es fertig ist, man kann duschen. Das Wasser riecht sehr komisch, nach Petroleum und fühlt sich sehr ölig an und nachher ist unsere Haut auch ölig. Sehr unangenehm, aber die Wärme genießen wir und es tut so gut den Staub der Fahrt abzuwaschen. Das Wasser reicht uns locker und kurz darauf wird die nächste Füllung gebracht. Wir haben gedacht, es gibt nur eine Füllung für uns beide, deshalb haben wir gespart. Ich komme kaum zu mir von meinem Erstaunen, so unglaublich schön und romantisch ist alles. Vor unserem Zelt sitzen hunderte Störche auf einem Akazienbaum, aber als ich sie fotografieren will, fliegen alle weg.  


Vor dem Speisezelt flackert ein Lagerfeuer, die anderen sitzen schon dort. Außer uns 5 ist kein Mensch in dem Camping. Wir setzen uns zu dem Lagerfeuer, wo kleine Holztische stehen, und das Bier und Erdnüsse werden uns hier serviert. Ich fühle es so, es kann in meinem Leben keinen schöneren Moment geben, als dieser jetzt hier. Es ist so originell, einzigartig! Wir sitzen bei dem Lagerfeuer in dem Busch des Serengeti Nationalparks, mit sehr sympathischen Menschen, wir schlürfen unsere eiskalten Serengeti Biere, Bediener springen um uns herum, über uns der sternenklare Himmel, um uns - nah oder fern -  schleichen Wildtiere herum... Wie in einem Märchen. Ich kann es gar nicht verfassen, was ich hier fühle, aber es ist die Extase, die Spitze von allem. Besser kann es nicht sein. Und es alles nur für uns Fünf! Wir sind Könige!




Dann wird das Abendessen fertig und wir werden ins Speisezelt eingeladen. Es gibt ein Drei-Gängemenü! Es gibt nur einen Kellner, er schaut typisch afrikanisch aus und ist total witzig und irgendwie verschmitzt, so niedlich, den würde ich auch gleich zu meinem Zebra in den Koffer einpacken! :-) Das Abendessen ist sehr ausgiebig und lecker, nachher trinken wir noch mit unseren Gesellen Bier und erzählen Geschichten und wir genießen alles, denn alles ist so wunderbar!


Gegen 21 Uhr sind wir schon alle müde und es zieht sich jeder in sein Zelt zurück. Mein erster Akku zu der neuen großen Kamera ist leider schon leer geworden. Hier gibt es wirklich keinen Strom, aber im Jeep kann man unterwegs Akkus aufladen. Es hilft alles nichts, da mein Ladegerät bei Arusha in der Lodge ist. Ich bin sehr wütend auf mich selbst, wieso konnte ich das Ladegerät dort lassen. So muß ich jetzt jedes Bild überlegen, bzw. eher mit der alten Kamera mehr fotografieren, die nur wenig Zoom, aber dagegen starke Batterien hat. 

Ein Massai mit einer Taschenlampe begleitet uns zu unserem Zelt und empfiehlt, daß wir ab jetzt nicht mehr allein rauskommen sollten. Wenn wir in der Nacht was wollen, sollen wir mit einer Taschenlampe dreimal blinken. Wir fragen ihn, ob er der Wächter ist, er sagt, ja. Dann fragen wir, wo seine Waffe ist. Er sagt, er hat keine, nur die Taschenlampe! Ich weiß gar nicht mehr, was soll ich denken, aber eins ist sicher, die Taschenlampe halte ich nicht für eine wirksame Waffe gegen einen Löwen. Aber er beruhigt uns, die Löwen mögen kein Licht, und das Licht reicht aus, um uns zu schützen, deshalb sollen wir die Lampe (alles Solarenergie) vor dem Zelt für die Nacht anlassen.

Wir legen uns hin, das Bett ist wahnsinnig bequem, ich fühle mich drin, wie eine Königin. M. schläft (wie immer) schnell ein und ich kann die ganze Nacht kaum schlafen, ich habe solche Angst! Irgendwas (ich denke, größere Nachtfalter) knallen ständig gegen die dicke Plane des Zeltes und als sie es mit ihren Flügel schlagen, hört es sich so an, als ob ein saugroßes Tier mit seinen Krallen das Zelt kratzen würde. Ich denke die ganze Zeit, es könnte auch ein Löwe draußen sein. Später höre ich häufiges und rhythmisches Löwengebrüll, jedoch von weitem. Ich erschrecke mich von jedem Geräusch.

Als wir ins Bett gegangen sind, sagt M. zu mir: - Gib mir den Regenschirm dort von der Ecke. (großer Schirm, mit spitziger Stahlendung). 
Ich frage: - Wofür? 
- Tja, ich habe halt ein besseres Gefühl so.
Ich: - Prima! Willst du den Löwen damit erschlagen?
Er überlegt sich kurz und antwortet: 
- Nein. Wenn der Löwe reinkommt, dann stecke ich den Schirm durch seine Kehle runter und öffne es in ihm.  
- Aha (kriege ich Lachanfall), meinst du, wirst du dafür Zeit haben? 
- Na ja, ich hoffe. 
Sehr beruhigend. :-)
Irgendwann in der früh schlafe ich ein, aber dann werde ich von einem Horrorgeschrei wach. Ich stelle fest, es ist wahrscheinlich eine Hyäne. Dann lacht er noch so ungeheuerlich. Dann höre ich menschliche Schritte und nachher schreit die Hyäne von viel weiter entfernt. Vor ihr habe ich keine Angst, aber alles ist so unheimlich, ich kann nicht mehr einschlafen.

Kommentare:

  1. Einen sehr schönen Bericht hast du geschrieben . Diese Weite von dem Land und die vielen verschiedenen Tiere einfach herrlich . Und mit dem Schirm , da hätte ich auch ein Lachanfall bekommen . :)
    Liebe Grüsse Heike

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  2. Schon wieder gefesselt bin ich von den Fotos auch wieder fasziniert. Irgendwie bekomme ich richtig Lust auf eine Safari, vor allem natürlich wegen der Tiere und diesem unsaglichem Freiheitsgefühl. Ich glaube ich wäre schon alleine nur wegen der Geräusche wach, allerdings nicht aus Angst sondern weil es unsagbar toll sein muss dies allem so nah sein zu können.

    Hoffe es geht dir gut meine Liebe und du genießt deinen Urlaub.

    Viele Grüssle *winke*

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  3. M der Löwenkiller ;-D......der ist ja cool. Dieses Totenschädelbild find ich ja ma besonders gruselig schön. Hätt ich bestimmt auch in 7483944 Positionen fotografiert! JA und euer Zelt! Wie dolllllllll!!! So gemütlich!!!! Was für ne Reise! Verstehe ich, dass du völlig begeistert warst davon! GlG Anne

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