Sonntag, 20. Juli 2014

Tansania - Safari/Serengeti Nationalpark - Teil 3. - update

18. Januar

Ich stehe um 6:40 auf, da ich für 7 Uhr Kaffee und Tee zum Zelt bestellt habe (M. weiß nichts drüber, es ist Überraschung für ihn, er hat es sich immer gewünscht). Pünktlich kommt der verschmitzte Kellner mit einem Tablett in der Hand und dann wecke ich auch M. auf. Wir sitzen draußen vor dem Zelt und werden langsam munter und fühlen uns weiterhin so, wie in einem Märchen. Dann ziehen wir uns an und gehen frühstücken. Das Frühstück ist in Buffetform, aber es gibt nur minimale Auswahl, dafür aber kann man von allen existierenden Arten von Eiern bestellen. 




Wir fahren um 8:15 Uhr auf unsere ganztägige Safari auf die Serengeti Ebene los. Am Anfang sehen wir erneut Millionen von Störchen und Zebras und dann kommen wir zu einer Registrationsstelle an, wo man auf Granitfelsen klettern kann. Von hier haben wir einen wunderschönen Blick über die Ebene. Nachher fahren wir den ganzen Tag zwischen endlosen, mit meterhohem Gras bewachsenen Wiesen. Und stundenlang sehen wir gar nichts! Langsam werden wir ermüdet und enttäuscht, daß wir nach dem gestrigen Tierreichtum heute gar nichts mehr sehen werden. Nach einer Zeit wird die eintönige Landschaft langweilig, denn es kommt in unseren Blickwinkel immer nur mit gelbem Gras bewachsene Ebene und ab und zu ein-zwei Akazien oder Baobab-Bäume. 





Foto von Christian N.



Foto von Christian N.


Foto von Christian N.







Ganz selten sehen wir einige Paarhufer oder Giraffen, aber sonst nichts. Es erscheinen immer häufiger auf die Wiesen "hingeworfene" Granitfelsblöcke, die genauso aussehen, wie auf den Seychellen, nur eben statt dem blauen Ozean wellt um diese die gelbe Wiese. Endlich finden wir was interessantes, ein Wasserloch ("Hyppopool") voll mit Nilpferden. Was für häßliche Viecher sind es! Die tränken sich im Wasser, so daß nur ihr Rücken aushängt, manchmal heben sie kurz ihre Köpfe raus, aber den auch nur zum Gähnen.  




Foto von Christian N.




Kurz nach Mittag kommen wir zu einem Informationszentrum an, wo es auch einen Picknikplatz gibt. Hier essen wir Mittag (aus unseren Lunchboxen - aber heute ist alles steintrocken, daß man es kaum schlucken kann) und danach schauen wir die Ausstellung an. Heute ist es so heiß, daß wir es kaum ertragen können. Hier sind eine Menge Nagetiere, die nach Essensresten schauen und betteln, man darf sie aber nicht füttern. Sie sind überhaupt nicht ängstlich, ich knie mich vor ein Tier hin und fotografiere ihn von ganz nah und es stört ihn gar nicht. Die größere Sorte heißt Klippschliefer (ähnlich zum Murmeltier) und die kleineren, die aber viel ängstlicher sind, (denke ich), sind Mungos. 

















Um 2 Uhr fahren wir hier wieder los und die Hitze quält uns sehr. Manche schlafen im Auto ein, was kein Wunder ist, da wir außer paar Warzenschweinen nichts mehr sehen und wir langweilen uns. Ab und zu, sehr weit in der Wiese sehen wir Elefantenherden wandern oder manchmal einen einsamen Elefantenbullen. Wir haben wieder das Gefühl, daß wir gleich von der Landkarte runterfahren, sogar, wenn die Erde flach wäre, müssten wir schon langsam davon runterfallen, weil wir zu seinem Ende kommen. :D
Schließlich fahren wir in einer Landschaft, die mit Granitfelsblöcken geschmückt ist und Amani guckt hier mit seinem Fernglas nach irgendwas. Unglaublich ist der Kerl, er schnüffelt immer alles verstecktes aus, so jetzt gerade zwei, vollgefressene, faule Geparden unter einem Baumstamm. Die zwei sind so faul, daß sie kaum nur ihre Augen öffnen auf unsere Störung. Wir stehen mit dem Jeep direkt einen Meter neben ihnen und können sie von oben, wie aus einer Loge fotografieren. 





Dann checkt Amani ständig die Granitfelsen, aber wir können es uns gar nicht vorstellen, was sollte außer den Klippschliefern dort leben. Endlich kommt ein Jeep entgegen und die zwei Fahrer reden was miteinander. Wir geben unsere Infos von den Geparden weiter und dafür erfahren wir was über Löwen. 
Also, jetzt fahren wir schon zielstrebig zu der nächsten Granitformation und sehen dort, ganz oben auf dem Fels zwei Löwen, die auch ganz faul runtergucken. Ich hätte es nicht gedacht, daß wir gerade Löwen hier finden. Der eine geht weg, der andere gähnt ständig. Er ist sehr weit, aber mein Zoom fängt ihn ein. Dann fahren wir um den Felsblock herum und finden hinten noch zwei Löwen. Jetzt sind wir sehr zufrieden, die zwei Geparden und die vier Löwen waren eine schöne Bekrönung dieses langweiligen Tages.








Dort oben sind die Löwen auf dem oberen Bild und unten eingezoomt



Währenddessen wird in der Ferne der Himmel rußschwarz und Blitze zucken auf. Das Gewitter kommt in unsere Richtung, wir müssen uns auf den Weg nach "Hause" machen, was aber noch ganz weit ist. Bald fängt es an furchtbar zu gießen, daß wir das Dach zumachen müssen und dann sehen wir nichts mehr.




Wir halten an der Registrationsstelle an, wo auch heute früh. Amani sagt, daß wir hier auf Toilette gehen können. Keiner hat Lust in dem gießenden Regen, aber als der Erste geht, gehen die anderen auch danach. Wir müssen ca. 20-30 m laufen und ich brauche es gar nicht zu sagen, daß wir innerhalb 10 Sekunden ganz naß werden. Wir kommen in den Jeep pitschnaß zurück, und da die Luft schon ziemlich abgekühlt hat, frieren wir uns sehr. Unsere nassen Klamotten kleben eisig auf unsere Körper. Wir werden bestimmt krank.

Um 18 Uhr kommen wir am Campingplatz an, der Regen hat schon aufgehört und wir bestellen sofort das Wasser zum duschen und auch Kaffee und Tee. Alles wird schnell hergebracht. Nach der heißen Dusche gehen wir zum Abendessen. Das Essen ist ausgezeichnet und der Kellner bringt wieder seine Form, wir lachen viel über ihn/mit ihm. Nach dem Essen setzt sich auch Amani zu uns und wir laden ihn auf ein Getränk ein (er trinkt nur Fanta) und er erzählt lang interessante Geschichten über die Massai. Er ist sehr gebildet, er spricht mehrere Sprachen, er ist geduldig, freundlich, aber auch gleichzeitig zurückziehend und höflich. Er fängt nie von sich selbst an, irgendwas zu erzählen, nur wenn wir was fragen. Er versucht sich nicht zwischen uns zu mischen, er hält Distanz. Er ist jeden Tag makellos gepflegt, gut gekleidet und ich finde ihn absolut charmant, gut aussehend.

Wir mögen diesen Ort sehr.
Wir erzählen unseren Gesellen die Schirmgeschichte von gestern Abend, wonach sie es auch zugeben, sie haben den Feuerlöscher zu dem Bett gestellt, aber sie haben auch ein Pfefferspray dabei. Ich glaube, ich muß es gar nicht weitererzählen, daß bei uns heute Nacht nicht nur der Schirm, sondern auch der Feuerlöscher neben dem Bett steht! :-)

Heute Nacht schlafe ich noch weniger, als gestern, da ich immer einen Löwen in der Nähe im Busch stöhnen höre und ich schreckliche Angst habe. Man hört diese Nacht alle möglichen Töne von Außen, die Büsche krachen und unidentifizierbare Tiertöne. Ich bin voll verkrampft und M. schläft natürlich. Später schreien wieder die Hyänen.

Kommentare:

  1. Hat mir wieder viel Spaß gemacht und ich hatte fast das Gefühl als wenn ich mitfahren würde. Ganz ganz toll liebe Flögi, und weisste was: Ich finde es schade das so wenige Leser deines Blogs etwas dazu sagen, obwohl du dir nochmal die Mühe gemacht hast es nochmal aufzugreifen.

    Ich bin jedenfalls jedes Mal aufs Neue begeistert und wüsste gar nicht welche Fotos ich nicht schon alle in der Wohnung hängen hätte^^

    Dir noch einen schönen Abend und liebe Grüssle

    N☼va

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    1. Danke, meine liebe Nova!
      Hauptsächlich die Fotos von unserem Safarigesellen, Christian, sind dabei neu und alle Videos, die nicht besonders gut sind. Entweder wegen dem fahrenden schüttelnden Fahrzeug, oder weil ich mit Speicherplatz sparen wollte und die Kamera zu schnell herumgedreht habe...aber es kommen auch gute Abschnitte dazwischen mal.
      Ja, schade, daß nur wenige lesen oder kommentieren. Ich habe in den Tagen vor Ungarn mit den Videos gute 5-6 Stunden gearbeitet.
      Ja, und ich wollte erstmal die besten Tierfotos auf Leinwandbilder für die Wohnung vergrößern lassen, aber dann konnte ich mich nicht mal selbst entschieden, welche die besten Bilder wären :-) Also habe ich gelassen.
      Liebe Grüße

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  2. Wahnsinn, was auch in diesem post wieder an Aufnahmen zu sehen ist, liebe Flögi.
    Du kannst sicher sein, ich sehe mir all diese Bilder ganz genau an, ebenso die Videos. Wann bekommt man so etwas schon mal zu sehen, wenn man nicht selbst in diesem Land mal war, was bei mir nicht der Fall ist.

    So schön, die Portraits und anderen Aufnahmen der Geparden, der gähnenden Löwen und all den anderen Tieren. Wenn ich sie jetzt einzeln hier aufzähle, dann gibt das eine Antwort von 1 m Länge. :-)

    Sehr stimmungsvoll die Bilder von den Elefanten mit dem aufziehendem Unwetter und ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht einfach ist, sorglos nachts dort zu schlafen, wenn man so manches Tier brüllen hört.

    Ich danke dir ganz herzlich, dass du diese wunderbaren Bilder mit uns teilst. :-)

    Liebe Grüße
    Christa

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  3. Unglaublich! Soooo viele verschiedene Tiere. Tansania war sicher der Hammer. Nach Afrika habe ich es bisher irgendwie leider noch nicht geschafft. Und mit kleinen Kindern wird das wohl auch in nächster Zeit nix werden. Ich hoffe all diese Tiere gibt es noch, wenn ich endlich dorthin reisen kann. GlG, Nadine

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    1. Ich hoffe, du schaffst es einmal dorthin und daß die Tiere auf dich warten. :-) Ich möchte auch unbedingt noch einmal im Leben nach Afrika. Liebe Grüße

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