Montag, 21. Juli 2014

Tansania - Safari/Serengeti Nationalpark - Teil 4. - update

19. Januar

Ich bin schon ziemlich unausgeschlafen und müde. Der heutige Morgen läuft genauso ab, wie gestern, Kaffee, Tee zu dem Zelt, Frühstück und dann fahren wir in die Nähe auf Pirsch. Wir können unsere Sachen im Zelt lassen, wir kommen noch mittags hier zurück und dann fahren wir zum Ngorongoro Krater weiter. Zuerst sehen wir ein paar Giraffen am Rand des Galeriawaldes bei dem ausgetrocknetem Flussbett.






Dann untersuchen wir auf einer Wiese die Bäume, vielleicht finden wir dort irgendeine Großkatze und ja, bald haben wir Glück. Unter einem Baum liegen drei satt gefressene, faule Geparde, alle schauen so aus, als wenn sie schwanger wären. Sie platzen gleich. :-)  Sie sind so voll, daß sie ihre Ruhe nicht finden können. Sie wollen schlafen, suchen dazu aber ständig die beste Position, sie stehen auf, drehen sich um, manchmal legen sie sich auf einander, einer sitzt auf dem anderen...witzig...und wir können hier auch sehr nah zu denen, vielleicht nur 2 Meter weit halten wir mit dem Jeep an.






Nachher erreichen wir eine endlose Ebene, die fast grau wirkt, von den unzähligen Gnus. Wir sind direkt mitten drinnen in der Gnuwanderung. Die Gnus sind immer mit Zebras zusammen. Wir fahren mit dem Jeep in die Masse und halten an. Ich klettere sofort auf das Dach des Jeeps und von dort gucke ich herum und herum. Ich sehe kein Ende! Endlose Gnumenge, ganz bis zum Horizont! Unglaublich. Ich glaube, da waren irgendwelche Drogen im Frühstück und ich halluziniere, so was kann es doch gar nicht geben. Ich will hier nicht weggehen, ich bin im Garten Eden und ich weiß, daß ich nie mehr in meinem Leben so was erleben kann. Ich will nicht, das dieser Moment vorbei wird. Ich mache auch kleine Videoabschnitte, aber zu Hause sehe ich erst, daß ich den Fotoapparat zu schnell bewegt habe und es ist ungenießbar geworden ist. Schade. Ich versuche auch irgendwie diese Menge auf den Fotos zu verewigen, aber kein Bild kann es zurückgeben. Millionen von Tieren, so weit das Auge reicht, dazwischen auch zahlreiche Störche. Ich könnte heulen vor lauter Entzücken.








Foto von Christian N.

Foto von Christian N.

Dann langsam wollen wir schon zurück, aber unterwegs sehen wir auf einmal ganz viele Jeeps um drei Bäume herum, dort muß es was interessantes geben. Wir glauben es kaum, als wir ankommen! Wir sind noch gar nicht zum Bewusstsein gekommen von der "Gnumenge" (ich nenne es so) und uns fällt gar nicht ein, was noch besseres zu wünschen, wir sind absolut zufrieden, wir haben schon alles gesehen, und dann sind hier Löwen!! Bei dem ersten Baum zwei, die oben auf den dicken Ästen schlafen. Dann bei dem nächsten Baum liegt eine ganze Familie, Eltern, Einjährige und ganz kleine von diesem Jahr. Und überall Löwen, wo man hinschaut, manche laufen in dem hohem Gras und andere spielen auf der Wiese. Ich kann es wieder kaum glauben, daß es die Wirklichkeit ist! Hier sind leider so viele Jeeps die um den besten Platz kämpfen, daß wir hier nicht  so lang bleiben können, wie ich es mir wünsche. Ich bin total betäubt von dem Erlebnis.

Wie kann man so schlafen? Hält der Baum den Löwen oder der Löwe den Baum? Ich glaube, er ist voll besoffen. :-) 











Nachher fahren wir entlang eines Flussbettes zurück, bis wir den See erreichen. Bei dem Wasser wimmeln nur die Tiere, Zebras, Gnus, Thomson-Gazellen, alle gehen zu dem Wasser zu trinken, aber leider laufen sie alle weg, als sie den Jeep sehen/hören. So kann ich kein Tier beim Trinken fotografieren. Als Abschiedsgeschenk  bekommen wir noch eine riesige Herde Kaffernbüffel. Bis jetzt haben wir nur einen einzigen gesehen, gestern, aber von sehr weitem. Jetzt stehen beinah hunderte hier um uns herum. Unglaublich. Das Schicksal ist so gnädig zu uns. Wir haben alles während unserer Safari bekommen...nicht von weitem, von nah; nicht nur ein, sondern hunderte - nur einer fehlt noch, das Rhinozeros, aber er ist schon soweit vom Aussterben bedroht, es gibt geringe Chance dafür, daß wir eins sehen würden – aber ich spüre es ganz sicher, wir werden auch sie im Ngorongoro Krater sehen. Wir sind von der größten Zufriedenheit beherrscht, was man sich in seinem Leben vorstellen kann. Wir fühlen uns auf der Spitze, es kann wirklich nichts mehr überragen. Und wir erwarten wirklich nichts mehr.







Aber dieser Tag ist der Tag der Wunder…Als wir ins Camp ankommen, erblicken wir einen wunderschön gedeckten Tisch, im Freien, unter einer mächtigen Schirmakazie. Wir starren ihn wieder ganz betäubt, verzaubert aus dem Auto an. Nein, es kann nicht mehr die Wirklichkeit sein. Was kann noch passieren, was es alles noch perfekter macht. Der Tisch steht für uns dort - kein Zweifel. Wir setzen uns dahin und glauben schon seit langem nicht mehr, daß es kein Traum wäre. Wir träumen nur. Der Kellner bringt die silbernen Tablette eins nach dem anderem und alle sind voll mit leckeren Gerichten und er bringt nur immer wieder was, und legt sie auf einem Tisch neben uns. Das Menü ist für Könige gedacht, eine Menge ist es und himmlisch lecker. Wir möchten diesen Moment richtig erleben, damit wir uns in unserem ganzen Leben daran erinnern können, aber alles passiert so schnell. Erst werden die Essensmengen gebracht und wir essen uns bis zum platzen voll und dann kommt das Dessert. Mitten in der Wildnis ein Tisch für Herrschaften gedeckt. Na ja, diese Reise war sauteuer, aber es lohnte sich jeder Euro dafür auszugeben. Ich glaube nicht, daß ich diese Art der Glückseeligkeit nochmal im Leben erleben kann. Wir sitzen im Nationalpark Serengeti, in der Mitte des Nichts und es wird nur für uns ein königliches Mittagessen serviert, wir werden bedient...wunderbar, es kann man wirklich nicht mehr überragen. So hat es schon lange alle meiner Wünsche überragt.
Dann packen wir und nehmen Abschied. Jeder kommt, jede Person, der bis jetzt hinter den Kulissen steckte, auch die Köche. Wir machen gemeinsame Fotos und verteilen Trinkgelder. Wir geben viel Geld und es machen wir hier ganz gerne, von Herzen. Es tut mir so leid, daß wir diese Menschen nie mehr im Leben sehen werden.













Um halb 3 fahren wir weg. Weg aus dem Paradies. Für immer. Mit vollen Mägen mümmelt sich jeder in seinen Platz rein, seelisch vorbereitet daruaf, daß wir jetzt stundenlang in der Hitze und im Staub tuckern werden. Wir sehen kaum mehr Tiere. Die an dem ersten Tag auf dieser Ebene waren, sind verschwunden, die sind weitergewandert. Sie sind jeden Tag mit mehreren Kilometern weiter. Was für ein Glück hatten wir, daß wir genau mitten drinnen in dieser Wanderung waren?! Die Fahrt scheint zum Ngorongoro Krater endlos lang zu sein, die Hälfte unserer Gesellschaft schläft mit hängenden Köpfen. Nur ich und H. stehen die ganze Zeit und gucken unentwegt nach Tieren. Ich will nichts verpassen. M. schaut sitzend raus. Wir sehen nur noch selten Zebras oder was anderes.




Wir kommen gegen 18 Uhr in der Rhino Lodge an, die eine Massaiunterkunft ist. Gleich kommen die typischen Massai mit ihren roten Tüchern und Gummireifenschuhen und tragen unsere Koffer zum Zimmer. Es ist irgendwie lustig. Die Lodge liegt (ich glaube) über 2.000 m, auf dem Kraterrand, so wird hier die Nacht schon kühler. Vor unserer Terasse erstreckt sich der Urwald und im Garten grasen irgendwelche lamaähnlichen Tiere. Nachts können hier auch Elefanten sein!







Wasserböcke


Das Zimmer ist schön und es fließt heißes Wasser, was mich so glücklich macht, da ich während der ganzen Safari nicht die Haare waschen konnte. Jetzt genieße ich den Staub der Fahrt abzuwaschen. Gegen 19 Uhr fängt es sehr stark zu regnen an und wird dann die ganze Nacht durch regnen. Es hat sich schon deutlich abgekühlt.
Das Restaurant ist wunderschön und ein mächtiger Kamin steht drin. Das Abendessen findet in Buffetform statt. Wir probieren hier die typische Wurzelspeise (Ugali) der Massai aus. Es schmeckt nach gar nichts. Heute sitzen wir bei einem Tisch mit unserem Guide, der aber viel später kommt, da unser Jeep gerade zum Schluß kaputt geworden ist und er musste damit in die nächste Werkstatt fahren. Wir können kaum essen, wir sind mit dem Mittagessen noch immer so satt. Wir unterhalten uns mit paar Bieren bis halb 10 und dann gehen wir schlafen. M. ist furchtbar erkältet geworden, er friert sich und kriegt keine Luft. 

Kommentare:

  1. Ich kann nur immer wieder betonen wie spannend und schön deine Berichte sind. Ich glaube ich würde mich genauso im Paradies fühlen, diese Masse an Tieren und dazu noch in ihrer natürlichen Umgebung. Wirklich ein Traum für jeden Tier- und Fotografierliebhaber.

    Danke dir dass ich dich wieder und nochmal begleiten durfte.

    Wünsche dir noch einen schönen Abend und sende liebste Grüssle

    N☼va

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, du bst so lieb und ich freue mich total, daß du "mitbegeistert" bist. Liebe Grüße

      Löschen
  2. Liebe Flögi,

    ich bin hin und weg von deinen tollen Tieraufnahmen, wunder-, wunderschön.:-)
    Da ich ja ein Fan von Raubkatzen sind, sind diese Aufnahmen für mich etwas ganz Besonderes, ohne aber die anderen schmälern zu wollen.
    Ich hatte in einem Safari-Park mal ein kleines Löwenbaby vor vielen Jahren im Arm. Menno, das hätte ich am liebsten nicht mehr her gegeben.

    Schön finde ich aber auch, dass du uns einen Einblick in die Lodges und das Leben der Menschen dort gibst. :-)

    Juhu......Meister Adebar hast du auch im Gepäck, das könnte sogar noch ein Jungstorch sein.

    Liebe Abendgrüße und dir eine gute und schöne neue Woche
    Christa

    PS 40° sind auch nicht zu verachten. Hoffe aber, es ist nicht zu schwül bei euch.

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Christa,

    danke, daß du geschrieben hast. Es freut mich total, daß ich auch andere Menschen mit mienen Berichten begeistern kann.

    Ich mag die Raubkatzen nicht, die großen Löwenmännchen finde ich direkt häßlich mit ihren großen Haaren.
    Mein absolutes Nr.1-Tier ist das Zebra gewesen, so schön und so freundlich, so viele liebe Babys...dann die Giraffen, dann die Elefanten, und dann nichts mehr, die anderen haben auf mich nicht so besonderen Eindruck gemacht, bzw. noch die ganzen Vögel, aber gerade die Löwen, Geparden haben mich nicht berührt.

    Heute hat es angefangen zu regnen, aber die Luft ist noch sehr warm.

    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was lese ich ich? Du bist kein Raubkatzenfan? Nun ja, es gibt ja auch noch andere schöne Tiere und Zebras mag ich auch sehr gerne.:-)

      Und natürlich auch Vögel, sogar die urigen Marabus....kicher!

      Mach du schön weiter mit deinen Berichten, ich komme auf jeden Fall und schaue sie mir an, war doch noch nicht in Afrika und kenne die big 5 nur aus Zoos.

      LG Christa

      Löschen
  4. Wunderbare Eindrücke! Ja, so eine Reise würde ich durchaus auch mal machen...mal schauen...Ich mag ja so den Film: Jenseits von Afrika...;-) LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  5. Wow , ein tolle Reise . Fantastische Bilder und ein interessanter Bericht . :)
    Liebe Grüsse Heike

    AntwortenLöschen