Freitag, 3. Oktober 2014

Kreta, Stalis 2014 - Kloster Selinari und ein Treffen

Ich schreibe noch immer über unseren ersten Tag nach der Ankunft :-)

Nach dem Baden auf dem Voulisma Beach, fahren wir langsam nach Hause. Kurz davor, daß wir die Abzweigung von der Schnellstraße Richtung Malia erreichen würden, sehe ich viele parkende Autos. Ich gucke links rauf und sehe dort ein Kloster. Es wundert mich, daß wir es auf dem Hinweg nicht gesehen haben, aber da habe ich den Reiseführer gelesen. 




Wir halten an und wollen es anschauen. Ich suche nach meinem Strandtuch, aber finde nicht, also gehe ich so rein, wie ich bin und hoffe, daß ich keinen Mönch treffe. Ich habe Jeansshort (sehr kurz) und Spaghettiträgertop an. Ich bin nicht gläubig, aber ich weiß, daß man bei solchen Orten die Ehre geben muß, daß man sich für die Erwartungen entsprechend anzieht.
Ich kann nichts machen, rein will ich und für gute Fotos tue ich auch alles. Also, wir gehen rein...natürlich sitzt sofort ein Mönch da und guckt mich an, wie wenn ich selber der Teufel wäre. Ich traue mich ihn nicht noch einmal anzuschauen und versuche selbstbewusst nur auf das Fotografieren zu konzentrieren, als ich ihn gar nicht gemerkt hätte. Innerlich fühle ich mich nicht wohl, aber so in großem ist es mir eigentlich auch egal, er sieht mich nicht mehr im Leben. 






Ich fotografiere in dem schönen inneren Hof alles herum. Wunderschön ist es hier. Dann kommt ein anderer Mönch raus und fängt an, mit einem fleischklopferähnlichen Hammer auf ein, auf hängenden Eisenketten quer aufgehängten Holzbrett paarmal schnell zu klopfen. Danach setzt er sich und wartet ein bißchen und haut wieder auf das Brett. Dies macht er insgesamt dreimal, und danach geht er wieder rein und zieht die Glocken der Kirche. 




Der hintere Teil ist für Besucher gesperrt und ist voll mit großen Blumentöpfen. Sehr stimmungsvoll ist es hier. In einer kleinen Kapelle hängen bei dem Nebenaltar viele kleine Bedankungszettel aus Metall und werden auch welche bei unserem Dasein von Besuchern neu aufgehängt.












Dann fahren wir heim, duschen wir und machen wir uns zu dem Treffen mit Viki fertig. Ich habe diese junge Frau vor 8-9 Jahren in einem Griechenlandforum kennengelernt, dann las ich ihren Blog (ungarisch: "fahéj és feta") und sie half mir damals meinen Blog zu gestalten, da ich absolut null Ahnung hatte, wie man mit sowas anfängt. Wir skypen ab und zu und stehen mal mehr mal weniger im Briefwechsel. Man kann schon behaupten, daß wir angefreundet sind. Viki ist eine sehr intelligente, nette, sympathische und wahnsinnig starke Frau mit ihrer schnuckeligen Tochter. Viki hat vor einem Jahr eine furchtbare Tragödie erleben müssen (sie möchte hier öffentlich nicht darüber sprechen), ist aber wieder auf ihre Füße gekommen und ich verehre und respektiere sie wahnsinnig dafür, wie sie ihr nicht gerade leichtes Leben in den Händen halten kann. Sie lebt 7 Jahre schon auf Kreta und ist wie eine echte Griechin geworden. Ihre Tochter spricht nur griechisch, und nur paar Wörter ungarisch und so ist es echt lustig, wie sich die Zwei M's (mein Mann und Vikis Tochter) einander mit diesen wenigen ungarischen Kenntnissen verstehen.

Wir treffen uns in unserem Urlaubsort, in Stalis von einem Bar, es haben wir schon alles im Voraus noch von zu Hause per Skype ausgemacht. Alles klappt super und wir gehen in ein traditionelles griechisches Restaurant, zum Jannis. Viki kennt hier jeder und so auch die Besitzer dieses Restaurants, die Frau spricht sehr gut deutsch. Es ist echt lustig, wie wir uns gleichzeitig ungarisch, griechisch, englisch und deutsch unterhalten. 

Ich esse Hasenstifado und M. Ziege in Tomatensoße aus dem Backofen. Beide sind sehr lecker, aber mein Hase ist voll mit Knochen und ich habe mit seinem Aufessen mehr Qual, als mit einem Fisch mit viel Gräden hätte.  




Wir fühlen uns zusammen sehr gut, als wenn wir uns schon immer im ganzen Leben gekannt hätten. Zu der Rechnuung bekommen wir noch Süßigkeit und Ouzo als Geschenk. Danach spazieren wir noch ganz lang im Dorf und wir sprechen schon von einem nächsten möglichen Treffen. Viki versorgt uns mit guten Tipps, wo wir noch gut essen können, wo schöne Strände sind usw.  



Kommentare:

  1. Die Kirche ist exotisch schön. Ein toller Ort um Fotos zu machen. Schade das Du dich mit dem Hasen quälen mustest! Aber immerhin war es lecker (und so sieht es auch aus) :)

    Mersad
    Mersad Donko Photography

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  2. Einfach nur toll das Kloster bzw. die Kirche. Das wäre auch voll was für mich gewesen. Kann es aber gut nachvollziehen dass du dich etwas unwohl bezüglich deiner Kleidung gefühlt hast. Wäre mir nicht anders gegangen, auch wenn man angezogen war. Finde es auch immer grausam wenn Leute d.h. Männer mit nacktem Oberkörper durch die Stadt laufen oder sich auch so in ein Restaurant setzen (Touris).

    Mit dem Treffen finde ich auch klasse....und weisste was: Ich freue mich schon heute wenn ich euch irgendwann mal wiedersehen kann.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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