Mittwoch, 15. Oktober 2014

Kreta, Stalis 2014 - Kritsa

23. September 2014

Wir schlafen wieder wenig wegen der Hitze und Mücken. Die Hitze ist so gestiegen, daß man es in der früh am Balkon beim Frühstücken nicht mehr aushalten kann. Wir planen für heute erst mal schöne Strände für später zu entdecken und dann paar Bergdörfer anzuschauen und zum Schluß zu einem von dem entdeckten schönen Stränden baden zu gehen. 
Es wird aber ein bißchen anders. 
Nach Malia fahren wir auf der alten Landstraße Richtung Paralia Milatou. Laut der Karte sind dort mehrere Buchten, dort erwarten wir schöne Strände. Wir dachten, dieser Abstecher dauert nur 10-15 Minuten, aber wir haben uns getäuscht. Sehr sogar. Die Küste bei Milatos ist ungenießbar. Es gibt kaum Strand, nur einen ganz dünnen steinigen Streifen. Selbst das kleine Dorf bietet überhaupt nichts interessantes. 

Der Hafen von Milatos

Es lohnte sich nicht hier herzufahren, aber wenn wir schon hier unten sind, wollen wir ins nächste Dorf fahren, vielleicht wird es dort schöner. Sisi heißt dieser große, langgezogene Urlaubsort, wo es nur Hotels und Souvenierläden gibt und viele viele Touristen, die mit ihren Krokodilgummimatten unter der Achsel in der Hauptstraße rauf- und runtermarschieren. Von der Küste sehen wir gar nichts, weil da die Hotels so eng aneinander stehen. Also, es war alles nur Zeitverschwendung und bis wir wieder auf die Hauptsraße zurückkommen, haben wir mehr als eine Stunde gebraucht.

Jetzt fahren wir direkt nach Kritsa. Ein Bergdorf, welches überall in Heften und Reiseführern drin steht, wie authentisch und originell es dort wäre.  Es konnte gut sein...irgendwann...aber das Dorf lebt jetzt seine letzten Zeiten. Nur am Anfang stehen noch etliche Souvenier- und Handwerkerläden. Alte Omas und Opas sitzen vor ihrem Geschäft und sticken Spitze oder machen Schusterarbeiten. Aber wenn jemand tiefer in dieses Dorf, als in diesen touristischen Teil reinschaut, sieht hier nur ausgestorbene Gassen, leere, zerfallene Häuser, deren Innere als Müllablage benutzt wird.  


Aber gehen wir nicht so weit voraus. Wir parken unterhalb des Dorfes in einem großen Parkplatz (oberes Foto von dort) und schleppen uns in der unglaublichen Saharahitze in den leicht steilen Gassen darauf.  

















In einer ausgestorbenen Gasse schnappt uns eine Omi und drück ein Stück Mandel in meine Hand, ich soll es probieren. Danach sollen wir welche kaufen. Sie bietet mini Beutelchen an, wie mein Zeigefinger so lange und so dünne "Tüte" ist es, von Plastikfolie, und ihre Ränder sind mit Zwirn zusammengenäht. Vielleicht 15 Mandeln sind drin. Sie verlangt 50 Cent dafür. Es ist eine Art des Bettelns der modernen Zeiten. Ich hätte ihr ohne Mandeln auch 50 Cent gegeben. Aber sie hat uns auch ein bißchen betrogen, weil zwischen den Mandeln auch einige Aprikosenkerne waren. Ist ja auch Wurst, es geht nur um das Prinzip, daß auch schon die kleinsten Omis Touristen abzocken müssen. ?





In diesen oberen, verlassenen Straßen treffen wir keine Seele, nicht mal einen Hund oder eine Katze, was sonst so typisch ist.
Vor der großen Kirche des Dorfes sitzt die nächste Omi und baumelt den Kirchenschlüssel hin und her, sie gibt uns gerne, wir sollen reingehen. Nein, danke, wir sind nicht gläubig und ich habe keine Lust dann auch für den Schlüssel oder Kerzen zu zahlen. 






Witzige Aufschrift: "renoviertes Haus zu verkaufen". Nur an dem Haus, was daneben steht (ok, schaut besser aus, als die anderen) merkt man nicht, was dort renoviert gewesen wäre. 













Diese unglaubliche Hitze schafft uns ganz. Wir setzen uns noch in eine leer Taverne und trinken dort zwei frisch gepresste Orangensäfte. Danach fahren wir weiter. 

Kommentare:

  1. Hallo Flögi,
    es sind sehr schöne Eindrücke dabei, vor allem die Gassen, Türen und Details gefallen mir sehr sehr gut.
    Deine Zeilen zeugen von einer großen Armut und das macht mich ein wenig traurig, denn die Griechen sind ein sehr stolzes Volk.
    Viele liebe Grüße Synnöve

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  2. Du hast den kleinen Ort wunderbar eingafangen und siene Besonderheiten dargestellt. Ich mag die kleinen Gassen, und das blau das sich in dem Ort an vieln stellen wiederspiegelt.

    Mersad
    Mersad Donko Photography

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  3. Liebe Flögi
    wie schön dort ist mit all seiner Vielfalt in diesem kleinen Ort einfach so hübsch und bunt!
    Lieben Gruss Elke

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  4. Ist natürlich superschade wenn solche Orte verfallen, denn eigentlich sollte ihnen klar sein das dann irgendwann auch die Touristen wegbleiben. Tja, die Krise ist schlimm, wobei ich sagen möchte, dass was der Staat gemacht hat ist schlimm....und wie immer müssen die Kleinen darunter leiden.

    Dennoch toll wie du den Ort festgehalten hast. Selbst so hat er für mich noch einen ganz besonderen Ausdruck.

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