Dienstag, 20. Januar 2015

La Réunion - Conservatoire Botanique National und Faulenzen in den letzten zwei Tagen

6. Dezember

Jetzt hätte ich echt mal längeren Schlaf gebraucht, aber es geht nicht länger als halb 8. M. lasse ich noch eine Stunde und den Vormittag verbringen wir auf dem Balkon. Ehrlich gesagt, habe ich seit der großen Maido Tour so ein Gefühl, daß ich auf der Insel schon alles gesehen habe, irgendwie bin ich mit allem voll zufrieden und würde gerne jetzt langsam schon weiterreisen nach Mauritius. Manchmal ärgert mich, daß wir jetzt noch zwei Tage hier bleiben und nur rumfaulenzen. Es wären natürlich noch viele wunderbare Wanderungen auf der Insel machbar, aber in unserer Nähe gibt es nichts mehr, und wo es noch interessant wäre, die Ziele sind alle sehr weit weg.  
Gegen 10:30 Uhr fahren wir dann zu dem Conservatoire Botanique National. Auf dem Weg dahin sehen wir ganz viele Webervögelneste. 







In den 1850-er Jahren flüchtete ein wohlhabender Franzose vor der Rebellion auf die Insel und gründete mehrere Zuckerrohrfabriken. Er hat später auf seinem Grundstück einen botanischen Garten erschaffen. Das Kolonialhaus der Familie kann man auch besuchen. Der Park erstreckt sich auf einem mächtigen Grundstück am Hang, und die Gärten liegen auf Stufen. Der Eintritt kostet 7 Euro. Es nieselt, wovon die Luftfeuchtigkeit noch größer und unerträglicher wird. Viele Teile des Parkes sind bei unserem Besuch gesperrt. Insgesamt ist uns ein bißchen Enttäuschung dieser Park, weil wir außer der großen Palmensammlung und dem großen Kakteengarten nicht so richtig viel Interessantes sehen, alles wirkt vernachlässigt und ungepflegt zu sein. Viele Pflanzen sind total ausgetrocknet. Das Kolonialhaus finden wir auch uninteressant. 
































Auf dem Heimweg halten wir noch bei einer steinigen Küste vor St. Leu an, und sammeln paar Muscheln. In der Nähe wäre noch die Kelonia Schildkrötenstation zu sehen, aber daran haben wir irgendwie null Interesse. In St. Leu kaufen wir bei einem Bäcker frische Sachen ein und daneben bei dem Obst-Gemüseladen Mango, Passion Fruit, Ananas und Gemüse viel billiger, als sonst in den Supermärkten. Es hätten wir natürlich besser viel früher entdecken müssen und nicht erst an dem vorletzten Tag. 
Zum Mittag essen wir die frischen Backwaren und das Obst und dann fahren wir zum Strand in L’Hermitage. Bis 18 h bleiben wir, zum Abend kochen wir Nudel Bolognese und gehen heute früh ins Bett, wir sind müde. 




Oft sieht der Himmel über den Hängen so aus, aber unten an der Küste ist es sonnig und schön.  




7. Dezember

Unser letzter Tag auf der Insel, ein Sonntag. Es war von uns etwas dumm für diesen Tag nur Strand zu planen, aber so ist es halt geworden. Vormittags bleiben wir daheim, ich packe ein bißchen zusammen und schon am Mittag sind wir am Strand bei L’Heremitage-les-Bains. Aber es ist Sonntag, und da die Insel nur 7 km Küstenabschnitt hat, wo man baden kann, sammelt sich wortwörtlich die ganze Inselbevölkerung hier. Ich habe die Kamera nicht dabei, aber wenn ich sie hätte, würde ein Bild es wahrscheinlich auch nicht zurückgeben, was hier so abläuft. Es ist unbeschreiblich. Menschenmassen, wie Robbenkolonien, bedecken die ganze Küste. Die Parkplätze sind voll, man findet nichts mehr  und es wird auf den unmöglichsten Stellen geparkt. Wir parken auch ganz unmöglich auf dem Randstein, wir stöpseln das Auto zwischen zwei Absperrungsgeländer in ein mini Loch rein. Die Menschen an der Küste machen dasselbe, wie bei den großen Picknickplätzen in den Bergen: sie bringen ihre ganze Wohnung mit, Tische, Stühle, Bänke, Zelte, Gaskocher, Große Kochtöpfe, Sonnenliegen usw... Die Mehrheit sitzt in großen Gruppen unter den Fialosbäumen, aber der sonnige Teil der Küste ist auch bis zum platzen voll. Eine Familie siedelt sich direkt 10 cm neben uns nieder, einmal kippt ihr Sonnenschirm auf mich drauf und ihre Kinder hupfen ständig auf unseren Handtüchern rum. Wie ein Irrenhaus. Heute herrscht die höllischste Hitze von dem ganzen Urlaub. Das Wasser der Lagune ist auch "pipiwarm" (und ich weiß nicht, ob nur von der Sonne oder von dem Urin der hier badenden Menschemmenge). Heldenmäßig kämpfen wir mit der Hitze und den Massen, aber länger als 16 Uhr halten wir es nicht mehr aus und flüchten weg. Unser Gehirnwasser ist schon aufgekocht :-) und ich bin voll mit Ausschlägen von der Sonnenallergie. Wir fühlen uns so erschöpft, wie nach einer Survivaltour :-). M. fährt nochmal zu tanken weg und ich packe unsere Koffer. Nach dem Abendessen gehen wir heute früh  (= 21 Uhr) ins Bett, da wir dann um 2:45 Uhr aufstehen müssen…das ist aber schon eine andere Geschichte, von dem Bericht von Mauritius. 





Kommentare:

  1. Flögi, ich brech zusammen. Ich schaff es mittlerweile echt nur noch einmal die Woche mich durch andere Blogs zu stöbern. Und dann schaffst Du mich mit dieser unglaublichen Flut an Bildern. ;) Was ist denn das für ein krasser Baum? Da soll aber auch echt niemand hochklettern. Und diese Früchte. Mjam Mjam. Ein Traum! LG, Nadine

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    1. Ich habe mir den lateinischen Namen dieses Baumes nicht aufgeschrieben, weiß ich nicht was das ist, ist auf jeden Fall auch ein Exemplar davon in dem Bot. Garten auf Teneriffa in Puerto de la Cruz, da kann vielleicht die Nova was dazu sagen.
      Blättere die vorherigen Einträge auch durch, da hast du dann viel verpasst. ;-) Liebe Grüße

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  2. So ein Gammeltag wo man letztendlich wartet ist immer blöde. Das kenne ich auch noch zu genau. Habt ihr aber das Beste draus gemacht und ich bin schon gespannt wie es weitergeht.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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    1. Jetzt muß ich mal Pause halten in der Berichtserie, weil ich mit anderen wichtigen Sachen gar nicht nachkomme. Liebe Grüße

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  3. Hallo Andrea,
    die Fotos von den violetten Blüten finde ich bezaubernd und beeindruckend.
    Vielleicht sollte der letzte Tag ruhiger sein, damit ihr Abschied nehmen könnt.
    Viele Grüße, Synnöve

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  4. Die verschiedenen Tropenfrüchte sind wudnerbar saftig und die Bilder vom Sonnenuntergang traumhaft schön!

    Mersad
    Mersad Donko Photography

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