Montag, 5. Januar 2015

La Réunion - Forest de Tamarins

27. November

In den letzten Tagen waren wir nachmittags schon immer tot müde, so sehnen wir uns nach Ausschlafen und entscheiden uns, daß wir heute länger schlafen. Bis 8 Uhr klappt es, was hier ein "Rekord" ist, weil aus irgendeinem Grund wir immer zwischen 5 und 6 Uhr von uns allein wach werden. Eigentlich ist es unverständlich, da es zu Hause drei Stunden zurück ist, als dann wäre es nachts 2-3 Uhr, wann wir daheim 100%-ig nie wach wären.

Wir wissen noch nicht, was wir heute machen möchten entscheiden uns erst bei dem Frühstück, daß  wir eine kleinere Wanderung in der Nähe suchen und am Nachmittag zum Strand gehen. 

Gegen halb 10 fahren wir los nach Tevelave, was von der Karte höchstens 30 km weit scheint zu sein. Aber die Fahrt dauert über heftige Serpentinen ewig lang, währenddessen die Passatwolken uns folgen und schnell die Berghänge bedecken. Wir möchten sehr, daß sie uns nicht erreichen, und die Fahrt ist so, wie ein Wettrennen gegen die Passatwolken. Wer schafft es schneller auf den Berg? Wir hoffen daß wir, sonst haben wir keinen Blick mehr und müssen in der Nässe laufen. Irgendwann ist dann keine Beschilderung mehr zu finden und selbst der GPS hat auch keine Ahnung wohin wir müssen. Bei einem Picknickplatz fragen wir eine einheimische Frau und sie gibt uns Hinweis. Ohne ihre Hilfe hätten wir die Straße zum Forest de Tamarins vielleicht nie gefunden. Wieder vergeht unglaublich viel Zeit. Zwei Stunden brauchten wir um gute 40-50 km abzufahren. 

hinduistischer Tempel unterwegs:




Unmengen von Mangos fallen reif auf den Boden, deshalb verstehe ich nicht, warum sie in den Läden so teuer verkauft werden:


Die Vegetation verwandelt sich schnell in sg. cryptomeria Tannen, diese begleiten uns nur an einer kurzen Strecke. Sie schauen aus, als wenn irgendwie aus den Urzeiten hier geblieben wären. Sie faszinieren uns mit ihren fetten, fleischigen Zweigen sehr. Danach kommt ein richtiger tropischer Urwald, und zwischen den Grün stecken viele bunte Blumen und langsam erscheinen die ersten, dann immer mehr Farnpalmen, die uns auch an die Zeiten erinnern, die man aus dem Büchern oder Filmen nur kennt, wo zwischen solchen Farnpalmen Dinosauriaköpfe rausgucken. Wir sind total verzaubert von diesem Wald. Es gibt kein Foto und nicht mal meine kurzen Videos geben das zurück, was wir dort erlebt haben. 








Hier machen wir uns auf den Weg in dem Forest de Tamarins. Von diesem Augsgangspunkt kann man eine größere, 4-stündige Tour, oder eine kleinere Tour mit ca. anderthalb Stunden wandern. Uns reicht die kleinere Runde dafür aus, damit wir einen Einblick in diesen Primärwald bekommen, wo Réunions endemische Pflanzen zu sehen sind. Die Tamarinbäume sind voll mit, als Bart hängenden Flechten, die die Feuchtigkeit aus dem Nebel einfangen. Dazwischen erscheinen immer mehr ganz große Farnpalmen. Alpenblümchen und wilde Erdbeeren sind hier auch zu sehen, und tropische Blumen, deren Namen ich nicht kenne hängen in roten Trauben von Büschen runter.  

















Jeder Anblick dieses Waldes überwältigt uns. Die Passatwolken überholen leider uns und beginnen den Wald, wie irgendwelche böse Geister "aufzufressen", somit nehmen sie uns den Blick weg und schütteln aus sich kühlen Nebelregen aus. Millionen von winzigen Wasserbläschen setzen sich auf meine einzelnen Haare und in M's Bart. Zum Schluß wird es schon recht unangenehm, es wird immer kühler und wir werden immer nasser. 
















Die Passatwolken haben Hauch. Wenn man sie noch gar nicht sieht, spürt man schon ihren kühlen, feuchten Atem. Auf dem Rückweg gehen wir in einem richtigen Nebelwald. Ganz andere Vegetation sehen wir. Hier gibt es keine Farnpalmen mehr, nur die Tamarinden, die dick mit Flechten bewachsen sind und alles ist von tropischen Blumen überwuchert. Meterhohe, cannaähnliche Pflanzen begleiten uns mehrere hundert Meter lang, die leider schon verblüht sind, aber an manchen Stangen sieht man noch paar orangefarbige Blüten. Vor 1-2 Wochen musste hier der Wanderer noch eine Blütenpracht erleben haben.  






Später sehen wir wild wachsende Callas, die mächtig groß sind. Von Calla war mein Hochzeitsstrauß, aber die waren mini und diese hier riesig. Bis wir zum Auto zurückkommen, sind wir ziemlich naß und frieren uns, was kein Wunder ist, weil es sich auf 15° Grad abgekühlt hat. Es war ein riesiges Erlebnis in diesem Urwald zu wandern und diese Natur erleben zu dürfen. 


Cryptomeria:



Danach fahren wir nach Hause und um 14 Uhr sind schon daheim. In St. Leu ist 30° Grad, was wieder komisch ist nach dem vorherigen 15. Wir duschen, essen was und fahren gleich zu dem Strand von L’Ermitage. Das Wasser ist super, lauwarm und kristallklar und wir sehen viele bunte Fische. Diese Insel kann uns so viel bieten, daß es fast schon unglaublich ist und ich habe manchmal innerlich, ganz geheim das Gefühl, daß ich hier gar nicht weg will, nicht rüber auf Mauritius will, sondern die ganzen 3 Wochen hier verbringen möchte.
Wir bleiben ca, bis 18 Uhr, danach kaufen wir noch paar Kleinigkeiten und Postkarten. Fast 20 Uhr wird, als wir nach Hause ankommen. Wir treffen die Besitzer und sie fragen nach, wie es uns geht, was wir alles machen und laden uns für den vorletzten Abend zum Abendessen ein. Eine sehr nette Familie. 


Kommentare:

  1. Liebe Flögi,
    welch Erlebnis und was für superschöne Bilder.
    Die Natur ist sooo wundervoll! Überall gibts Schönes.

    Ein gesundes, frohes und schönes neues Jahr!

    Liebe Grüessli
    Julia

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    1. Danke Julia und es freut mich, daß die Bilder dir gefallen.
      Liebe Grüße

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  2. Auch dieser Teil der Insel mit einer wirklich üppigen Vegetation hat mir wieder ganz ausgezeichnet gefallen. :-)
    Wie schön, dass du uns an dieser tollen Reise teilhaben lässt.

    Manchmal versteht man es wirklich nicht, warum Sachen so teuer verkauft werden, wenn sie auf der anderen Seite, wie hier die Mangos, einfach abfallen.

    Ganz liebe Grüße
    Christa, die deinen Reisebericht wirklich toll findet, zumal ich diese Insel nicht kenne

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    1. Hallo Christa,
      es freut mich total, wenn ich dein Interesse geweckt habe um es weiterzulesen.
      Liebe Grüße

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  3. Was für eine Pflanzenwelt! Faszinierende Fotos! Der Tempel gefällt mir aber auch sehr - ich mag die Farben!
    Vielen Dank fürs "Mitnehmen"!
    LG Mary

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    1. Gerne, es freut mich, daß es dir gefallen hat. LG

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