Mittwoch, 7. Januar 2015

La Réunion - La Fenetre

29. November

Wir stehen wieder um 6 Uhr auf und fahren dann "zu dem Fenster" La Fenetre, wovon man wunderbare Blicke von oben auf den Cirque Cilaos bekommen kann. Wir möchten hier die, im Rother Wanderführer beschriebene 2,5-stündige Wanderung, über den Piton Cabris machen. aber laut der Beschreibung verstehen wir falsch, wo der Ausgangspunkt wäre und gehen wo ganz anders los. Viel später, wo wir schon über eine Stunde laufen, erkennen wir es, daß die Wegbeschreibung überhaupt nicht passt und mit der Hilfe des GPSs erkennen wir, daß wir eigentlich schon auf dem richtigen Pfad sind, nur wir laufen in der verkehrten Richtung und sind wo anders eingestiegen, aber eigentlich die richtige Tour machen. 

Unterwegs in St. Louis verfahren wir uns natürlich und stehen auch im Stau, so hupfe ich paarmal aus dem Auto raus und schieße paar Bilder von der Stadt. Hier eine muslimische und eine katholische Kirche: 



Auf den Serpentinenstraßen fahrend begleiten uns Zuckerrohrfelder: 




Dort oben ist irgendwo La Fenetre und die Passatwolken fliegen genau in diese Richtung, wir haben wieder Gedanken, daß wir nur eine Nebelsuppe sehen werden: 


Aufwärts auf den Berg sind wir schon wieder im Wettlauf mit dem, neben uns parallel aufsteigenden Nebel. Überall sehen wir sehr stimmungsvoll eingerichtete Picknickplätze, bei manchen kochen schon in der früh große Gesellschaften ihr Essen. Ab und zu liegen dazwischen paar Alpenalme mit grasenden Kühen. So idyllisch. Und überall große Hortensien und weiße Callas an der Straße entlang. Die Umgebung ist wunderschön. Diese Picknickplätze sind auf so einem hohen Niveau aufgebaut und so viele gibt es davon, daß es echt beneidenswert ist, daß eine so kleine Insel sich so kümmert und so viele Mühe gibt. Nicht mal Müll liegt irgendwo. Nirgends neben den Straßen liegt weggeworfener Müll. Man sollte es sich als Vorbild nehmen. 



Panoramablick auf Cialos von La Fenetre: 








Unsere fast 10 km lange Wanderung dauert 3,5 Stunden. Laut der Beschreibung hätten wir bei den Picknickplätzen loslaufen müssen, aber es ist überhaupt nicht eindeutig beschrieben, wo genau. Wir haben es so verstanden, daß es von dem Parkplatz am Ende der Straße, also direkt bei La Fenetre beginnt.
So beginnt unser Ausflug mit einem atemberaubenden Panorama auf Cialos. Anfangs führt unser Pfad nach unten. Heute ist es auch höllisch heiß, wie immer läuft das Wasser von uns im Bach runter. Wir gehen unterschiedlichen Vegetationszonen durch. Erst ist es büschig, dann kommt ein schöner Tannenwald, dann viele Blumen im Bachtal, und dann erreichen wir den Picknickplatz, was ursprünglich unser Ausgangspunkt hätte sein müssen. Manche kochen hier im Kessel und wir würden nicht böse, wenn uns jemand zum Mittagessen einladen würde. Aber ab hier geht es erst ganz steil nach oben. Vom Bachtal bis zum Parkplatz am La Fenetre müssen wir 480 m Höhenunterschied in 33° Grad Hitze bekämpfen. Es ist tierisch anstrengend. 





Mit ihren Füßen 6-7 cm große Seidenspinne, die wir schon aus Thailand kennen,
ist ungefährlich, liegt nur in ihrem Netz. Aber ihr Körper ist mächtig groß. 






































Zum Schluß schauen wir noch mal ins Tal Cialos runter und es verschwindet bald im Nebel, also daher war es schon besser, daß wir hier angefangen haben und vormittags noch einen klaren Blick hatten. 




Wir kommen um 14 Uhr heim und wir sind so erledigt, daß wir keine Lust mehr auf irgendwas haben. Am liebsten würden wir schlafen. Wir duschen und essen was, und ich wasche Klamotten (wir haben auch eine Waschmaschine). Dann legen wir uns hin, aber mir ist es so heiß, als das Bett unter mir ein Backofen wäre und ich schwitze ohne Bewegung, daß ich es nicht mehr aushalte. Da ein stürmischer Wind ist, haben wir auch nicht so viel Lust zum Strand zu gehen. M. schläft ein und ich hocke auf dem Balkon. Später fahren wir noch zu einkaufen. Am Abend essen wir Fisch.
Später entdecken wir einen kleinen Skorpion auf dem Balkon (ca. 5 cm). Wir wissen nicht, wie weit er giftig ist, töten wollen wir ihn aber nicht. Also, versuchen mit einem Schaufel fangen und von dem Balkon werfen. Aber er ist sehr schnell und könnte uns auch angreifen. Ich habe große Sorgen, daß er in die Wohnung reinkommt und in einen Schuh reingeht, dann treten wir später darein. Nein, es ist mir zu riskant, ich will ihn nicht hier lebendig haben. Mein eigenes Sicherheitsgefühl ist mir in diesem Fall wichtiger, als das Leben dieses Tieres, so muß er leider sterben. 

Kommentare:

  1. Wieder tolle Bilder Flögi....ich bin total begeistert! So schön hatte ich es mir da gar nicht vorgestellt! Mein Bruder war vor ein paar Jahren einmal da und hat wohl etwas untertrieben...aber okay....den interessieren auch eh immer nur die Strände da er ja nonstop nur kitet (sowas wie surfen nur mit einem Drachen quasi). Die Wanderung muss superanstrengend gewesen sein, trotzdem wär ich da total gerne dabei gewesen! GlG Anne

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    1. Hallo Anne,
      ich habe schon viele Berichte geschrieben, blättere sie rückgängig durch, dann siehst noch Fotos, die noch viel schöner sind. Du hast einiges verpasst. :-) Liebe Grüße

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  2. Traumhaft! So eine Wanderung würde mich gerade auch gefallen. So in der Art stelle ich mir auch Hawaii vor. Die Berge sind echt wunderschön. Ich glaube ich sollte die Insel mal auf meine Bucket-Liste setzen. LG, Nadine

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  3. Schön, dass wir weiter mit dir durch diese herrliche Insel reisen dürfen. Dass man nach so einem Tag erledigt ist, kann ich mir gut vorstellen. Bestimmt macht einem die Hitze auch echt zu schaffen.

    Uiiii, der ist aber echt nett, der kleine Skorpion.

    Wunderschön vor allen Dingen das satte Grün überall und die herrlichen Blumen. :-)

    Liebe Grüße
    Christa

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  4. So habt ihr es ungewollt genau richtig gemacht^^

    Eine tolle Wanderung auf der es wieder soviel schöne Natur zu sehen gab. Kann mir richtig gut vorstellen wie wohl ihr euch gefühlt habt.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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