Donnerstag, 13. August 2015

Island - 4. Tag - Küstenseeschwalben bei Jökulsarlón und Skálafelli

Irgendwann reicht es. Nach knapp 2 Stunden im Regen und Wind, richtig durchgenässt und durchgefroren, aber völlig verzaubert von den Eisblöcken gehen wir zum Auto zurück.

Hinter dem Parkplatz auf der Wiese grasen paar Schafe und nisten viele Küstenseeschwalben. Diese halten auch die Schafe als Angreifer und greifen sie ständig an. Die Schafe grasen aber mit einer Schafruhe weiter. Irgendwie sind die Szenen voll lustig, wie die voll verzweifelten Vögel immer wieder die Schafe attackieren und diese fressen nur mit alle Ruhe weiter. 


Küstenseeschwalbenbaby: 


Hier schon ein bißchen älteres Baby: 



und die Mama:















Alles ist so naß, daß wir erst gar nicht wissen, wie wir ins Auto steigen sollten. Draußen stehend können wir die naßen Regenhosen nicht ausziehen, aber so reinsitzen geht auch nicht. Also, wir ziehen schnell die Skijacken aus, schmeißen die Schirme hinter die vorderen Sitze, ziehen die Regenhosen bis zum Knie runter und steigen so ein und fahren so bescheuert weiter. :-)
Dann realisieren wir erst, daß uns alles naß geworden ist und daß wir bis zum Ende erfroren sind. Ich kann meine Finger kaum mehr bewegen. Ich habe 2 Stunden lang den Schirm gehalten und mal mit Kinn zum Hals gedrückt, mal nur zwischen zwei Finger oder an dem Handgelenk ballancierend gehalten, mit einer Hand die Kamera gehalten und mit den freien Finger neben dem Schirm das Objektiv gedreht. Es ist keine Kunst, es ist Qual gewesen und mir tut echt alles weh, aber dort war nur die Besessenheit, die Verzaubertheit und es habe ich nicht gespürt, nur jetzt, wo wir im Auto sitzen. Auch der Gurt der Kamera ist komplett naß. Wir zittern und ich suche nach Sitzheizung und wir haben sie! Ab jetzt brauchen wir sie auch sehr oft. 

Gegen 18 Uhr kommen wir zu der Unterkunft an, die von hier noch ca. 40 km weit liegt. Ich wollte bei Höfn Unterkunft haben, aber habe nichts gefunden. So ist es wieder so ein Fall, wo wir von dem geplanten Ziel zurückgesetzt übernachten müssen. Skálafelli ist kein Ort, nur zwei Gästehäuser stehen in der Pampa direkt unter dem Gletscher Skálafellsjökull. 

Das Gästehaus ist super, frisch renoviert, modern und schön eingerichtet, nur das Zimmer ist mini, kaum hat Platz der Koffer zwischen Bett und Wand. Zwei große, schöne Bäder mit WC stehen zur Verfügung und ein großer Essraum. Die Küche wäre auch super, aber die darf nur das Personal benützen. es ärgert uns ein bißchen, weil wir uns nach warmes Essen sehnen und haben auch vieles dabei, aber können nichts aufwärmen. Nach dem Duschen essen wir Brot und kalte Sachen.
Hier wäre um 8 Uhr das Frühstück, wir wollen um 8 Uhr aber schon unterwegs sein, so fragen wir nach, ob es möglich wäre um 7 Uhr es zu bekommen. Das total nette tschechische Mädchen, die hier alles macht, sagt ja und kommt morgen nur für uns zu liebe eine Stunde früher arbeiten. 
Wir gehen schon um 22 Uhr schlafen, und wir schlafen auch gut, aber ich stehe so auf, als keine Stunde geschlafen hätte, voll erledigt. 


Unterkunft: Guesthouse Stekkatún, Skálafelli, mit Frühstück für 2 Personen für eine Nacht 124 Euro

Kommentare:

  1. Wunderschön deine heutigen Impressionen und Vogelfotos von Island.
    Ich bin ja n totaler Doku-Fan...
    Gestern habe ich mal wieder eine über Island gesehen. Das es dort so wenig Bäume gibt, weiss ich ja, die haben die Wikinger alle Abgeholzt.... Das dort aber keine neue wachsen, weil die Schafe das Land zur Wüste gemacht haben, war mir neu. Von Umweltschutz halten die Isländer nicht viel und beharen auf ihr altertühmliches Recht, ihre Schafe und Ziegen weiden zu lassen wo immer sie wollen. Nur wenige denken um, aber auch nur, weil sie nun auch schon nicht mehr das eigene Vieh ernähren können, weil dort nix mehr wächst.
    (Die Schafe etc. fressen jeden noch so kleinen Trieb wech)
    Liebe Grüße sende
    Britta

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    1. Ja, es ist so, wie du schreibst. Einmal haben wir paar Tannen gesehen, noch jung, ein Versuch, einen kleinen Wald zu herrichten, aber es war für das Auge schon fast so ungewöhnlich, Bäume zu sehen, daß sie uns fast gestört haben. .-)
      Die Schafe waren überall, aber nie in Heerden, sondern nur einzeln, immer 3-4 Stück.
      Liebe Grüße

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  2. Das stelle ich mir auch lustig vor und die Gelassenheit ist schon enorm. Auch wieder tolle Aufnahmen, auch im Flug. Da kann man es sich sehr gut vorstellen was du geschrieben hast.

    Mit der Küche in der Unterkunft ist natürlich doof, vielleicht hättet ihr mal nachfragen sollen, dann hätte euch das Mädel etwas warm gemacht. So durchgefroren bräuchte man wirklich auch was Warmes.

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