Sonntag, 30. August 2015

Island - 7. Tag - Húsavik: auf Walbeobachtungstour

Wir stehen um 6:20 Uhr auf. Ich bin schon wieder müde, schaffe mich hier nie auszuschlafen. Das Frühstück fängt um 7 Uhr im Hotel an, aber wir gehen schon 15 Minuten früher rüber, sonst wäre es evtl. zu knapp mit der Abfahrt. Das Frühstücksbuffet ist gut, es gibt große Auswahl und schmeckt auch alles. Wir essen viel, damit es lange aushält und nehmen noch Sandwiches, die ich schon gestern Abend angefertigt habe, mit. Wir fahren in dem üblichen Nebel, um halb 8 los. Wir haben wirklich schon die Schnauze voll, daß es jeden Tag das gleiche ist. Kurz nach 9 Uhr kommen wir schon in Húsavík an. 







Uferschnepfe

Wir ziehen uns gründlich an, zwei Hosen, drei Oberteile, Skijacken...Wir haben das Ticket im Voraus per Internet, bei der Gesellschaft, North Sailing gekauft (76,5 Euro/Pers.). Hier war es 13 Euro teurer, als bei den anderen Gesellschaften, aber sie fahren mit uninteressanten und kleineren Fischkuttern, solange die North Sailing mit großen und schönen Seegeljachten, was für uns schon an sich allein ein Erlebnis wird. Vor dem Einsteigen ins Schiff, bekommen wir noch die Overalls, die von dem Wind und Wasser schützen. Wir ziehen sie über unsere bisherigen Schichten und bewegen uns darin wie Astronauten, aber die sind echt notwendig. Wir frieren uns so nicht, aber warm ist uns auch nicht. Um 9:30 Uhr fahren wir los. Ein nettes Mädchen ist unser Guide, die uns öfter was per Mikrofon auf Englisch erzählt. 












Mittlerweile ziehen die Wolken weg und wir sehen Wunder: blauen Himmel, nach so langer Zeit! Am Anfang sehen wir sehr weit von uns paar Weißschnauzendelfine, besser gesagt nur deren Flossen und diese auch nur ganz kurz. Diese Delfine sind viel größer, als die ganz normalen Delfine.

In der Ferne erscheinen schöne Küsten und Wasserfälle, und bald erreichen wir die Puffin Island. Es ist nur ein kleiner runder Felsblock, wo mehrere Tausend Papageientaucher nisten. Die sind auf einmal überall da, in der Luft, im Wasser und auf ihrer Insel. Zu der Insel fahren wir nicht so nah, daß es optimal zum Fotografieren wäre, aber die Papageientaucher, die um das Schiff fliegen oder neben dem Schiff im Wasser fischen, die kann man mit der Kamera gut erwischen. 






















Raubmöwe



Danach kommt eine ewig lange und langweilige Schifffahrt, währenddessen gar nichts passiert. Wir sehen außer dem Wasser nichts anderes. Viele andere Teilnehmer der Tour schlafen mit hängenden Köpfen. Aber wir geben es nicht auf, wir wollen unbedingt Wale sehen und schauen hypnotisiert ständig das Wasser an. 








Schließlich erreichen wir die andere Seite der Skjálfandi Bucht, wo wir schon von weitem mehrere Schiffe an einer Stelle vor der Steilküste sehen. Selbst diese Steilküste ist wunderschön, auch mehrere Wasserfälle strömen ins Meer rein. Die sollen viel Nahrung für die Wale mitbringen, deshalb mögen sie gerne in deren Nähe sein.
Irgendwas muß doch dort sein, die anderen Schiffe werden doch auch nicht umsonst dort stehen. Und ja! Endlich! Endlich erblicken wir den Rücken eines Buckelwales. Auf ersten Blick scheint fast nur ein Fels im Wasser zu sein. Daß es doch ein Wal ist, erkennt man schnell davon, daß er kleine Geysire in die Luft bläst.
Wir sehen diesen einen Wal, insgesamt fünfmal in unterschiedlichen Positionen und unterschiedlichen Entfernungen von dem Schiff. Natürlich ist es ein mächtiges Erlebnis für uns, aber trotzdem wünschten wir es, daß der Wal näher wäre, oder mehrere Wale zu sehen wären.





Wie ein U-Boot. :-) 



















Wir haben vor kurzem von einem Bekannten gehört, daß sie bei dieser Walbeobachtung kaum was gesehen haben, da der Wal auf der einer Seite des Schiffes auftaucht und bis man darüber ginge, wäre er schon wieder weg. Zum Glück war es bei uns nicht so, und ich teile hier gerne meine schlaue Taktik dazu mit. :-) 

Man soll nicht in den Bug des Schiffes stehen, außerdem, wenn man sehr schnell war und ganz vorne steht, sonst hat man nur noch Köpfe vor sich. 
Man soll sich auch nicht auf einer Seite des Schiffes festnageln, dann kann es echt zu spät sein. 

Ich stelle mich an eine Stelle in der Mitte des Schiffes, wo ein freier Übergang zwischen den zwei Seiten ist. Dort warte ich darauf, daß von vorne die Info kommt "Wal bei 15 Uhr", oder "Wal bei 8 Uhr". Dann renne ich sofort auf die entsprechende Seite und setze mich dort auf die seitliche Bank. Der Wal zeigt erst nur ganz wenig von seinem Rücken. Irgendwann bläst er dann und schwimmt ganz langsam. Dann fängt er mit dem Rücken zu biegen und man ist sehr aufgeregt, da man weiß schon, jetzt kommt bald dieser Moment, wo seine Schwanzflosse rauskommt, worauf jeder Fotograf wartet.

Ich habe die Kamera vorher schon auf Sportmodus und Serienaufnahme eingestellt. 

Sofort als der Wal mit dem Rücken biegen anfängt schieße ich dauerhaft, mit pausenlos untergedrücktem Auslöser die Serien.

Wenn der Wal seine Schwanzflosse zeigt, dann beginnt er einen Tieftauchgang, wobei er 6-7 Minuten lang in der Tiefe bleibt. Danach taucht er irgendwo ganz anders auf.

Bei allen 5 Mal, wo wir ihn gesehen haben, war er insgesamt ca. 1 Minute lang zu sehen. Klar sind es mit dem berühmten "Schwanzflossenmoment" nur Sekunden, aber wenn man sich am Anfang gut positioniert, schafft man eine ganze tolle Serie von dem Untertauchen. 

Ich empfehle hier noch eine sehr schnell schreibende Speicherkarte. 

Mir hat es alle 5 Mal geklappt den Schwanzflossenmoment zu erwischen. 








Vielleicht würden wir ihn noch länger oder öfter sehen, oder sogar näher, wer weiß es. Aber nach dem 5. Mal heißt es, wir müssen leider zurück nach Húsavík. Schade. Wir hätten eigentlich gerne den ganzen Tag auf dem Meer verbracht.
Auf der Rückfahrt bekommen wir von der Crew eine heiße Schokolade und eine kleine Zimtschnecke. 

Kommentare:

  1. Applaus für diesen tollen Beitrag, liebe Andi! :-)

    Das Durchhaltevermögen, die Hoffnung aufrecht erhalten, es hat sich ausgezahlt und du konntest großartige Fotos von den Walen und ihrem Abtauchen machen.
    Aber auch schöne Vogelbeobachtungen waren vom Boot aus drin!

    Besonders gut gefallen mir aber auch deine Detailaufnahmen von eurem Boot :-)

    Liebe Grüße und dir noch einen schönen Sonntagnachmittag
    Christa

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    1. Hallo Christa,

      danke schön :-)
      Es war ein besonderer Tag und wenn ich nochmal auf Island wäre, würde ich noch wenigstens einen ganzen Tag auf dem Meer verbringen wollen.
      Liebe Grüße

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  2. *wow* spannend diese Schifffahrt zum Wal und du hast es geschafft ihn ein zu fnagen *super* da shat sich doch gelohnt auch wenn jeden Tag der Nebel da ist und es macht einen zu schaffen wenn man es nicht gewöhnt ist wie die Bewohner dort.
    Ich bin begeisert auch was sonst du fotografiert hast das ist wieder ein Abenteuerererlebnis pur das hätte ich auch gerne mit gemacht
    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht er war höchst spannend und intressant wie immer und ich habe es genossen!
    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntagabend!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Danke Elke, es war ein großes Erlebnis, so was muß man mindestens einmal im Leben erleben!
      Liebe Grüße

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  3. Atemberaubend schöne Bilder von der See. Da hat es sich auch gelohnt so früh aufzustehen und die Tickets vorher zu kaufen. Schade das das Grau des Nebels überall liegt, aber das Blau des Himmels hat sich ja doch noch am Ende gezeigt.

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  4. ICH WILL IN DEN NORDEN!!!!! ISLAND, NORWEGEN........ALL DAS! IHR MACHT MICH NOCH ALLE WAHNSINNICH!!!.....also du und Nadine! Schlimm! Was fürn geniales Erlebnis! GlG Anne

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  5. Hach....ich habe mich an meine Nova-Scotia Aufenthalte und meine Touren erinnert, denke mal das passiert automatisch wenn man das auch schon mal mitgemacht hat. Kann das so guuuut nachvollziehen wie du dich gefühlt hast und immer noch fühlst. Solche Erinnerungen werden immer bleiben und du hast davon auch viele tolle Fotos gemacht. In solchen Momenten kann man auch nur wirklich draufhalten was geht^^

    Mir fällt bei solchen Fotos auch immer noch meine erste Begegnung mit Delfinen ein: ich als Kind im damaligen Jugoslavien, im Zodiac die Küste entlang und eine Delfinfamilie ganz dicht an uns vorbei bzw. es sah schon fast so aus als ob sie uns begleiten wollten^^. Werde ich auch nie vergessen.

    Übrigens...also auf Gran Canaria könnt ihr dann auch Whale Watching machen, soll dort auch klasse sein. Ich will es irgendwann ja hier auch nochmal machen (schlimm das ich es noch nicht geschafft habe).

    Liebe Grüssle

    N☼va

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