Dienstag, 15. September 2015

Island - 10. Tag - Wasserfall Dynjandi, Látrabjarg, Patreksfjörður

Wir stehen um 7 Uhr auf und es regnet sehr stark.  
Ein durchschnittliches Frühstücksbuffet befindet sich in dem Speiseraum der Schule. Wir essen lang und genügend und machen uns danach um 8:45 auf den Weg. Bis Pingeyri führt noch Asphaltstraße , danach nur noch Erdweg. Einmal sehen wir in einem grasigen Hang ein Polarfuchskind, aber bis wir anhalten und ich nach Kamera suche, ist es schon weg. Wir halten nur einmal an, bei dem Wasserfall Dynjandi (oder anders genannt: Fjallfoss), was eigentlich kein einzelner Wasserfall ist, sondern mehrere Stufen von mehreren unterschiedlichen Wasserfällen. Der Wind ist wie gewohnt stark und es ist sehr kalt, aber wenigstens der Regen hat aufgehört. Die Wasserfälle sind sehr schön, aber ganz bis nach oben gehen wir nicht rauf. 



















Danach fahren wir über einen Bergpaß, wo noch viel Schnee liegt und auch viele kleine Schmelzwasserseen sehen wir hier. Irgendwie verpassen wir die Abzweigung Richtung Patreksjörður, nur viel später, als wir schon viel südlicher, bei Flókalundur landen, merken, daß wir von der falschen Richtung die Halbinsel von Látrabjarg erreicht haben.  




breite goldsandige Strände, in karibischen Farben: 



 Thymianteppiche



In der Umgebung findet man mehrere goldsandige Küsten, deren Wasser in karibischen Farben spielt. Wenn man es nicht wüsste, was für Temperaturen hier gerade draußen sind, hätte man große Lust irgendwo reinzuspringen. Wenn wir aus dem Auto steigen, spüren wir einen sehr intensiven Kräuterduft. Überall wächst Thymian in Teppichen. auf der ganzen Insel haben wir davon schon sehr viel gesehen. An einer Küste liegen mächtige Kabelrollen, und wir halten hier, in deren Schutz zum Essen an.  

Ich habe bis jetzt die Erdstraßen gelobt, die andere Menschen geschimpft haben, aber die, die nach Látrabjarg führt, ist wirklich höllisch schlimm. Mächtige Schlaglöcher, viele Steine und Sand, man kann nur sehr langsam fahren und kommt kaum voran. Wie groß meine Vorstellungen über diesen Ort waren, desto größer ist meine Enttäuschung. Es hat sich gar nicht gelohnt dahin zu fahren. Außerdem ist das ganze Auto innen, auch im Kofferraum mit feinem Sand voll. 

Unterwegs gibt es einiges zum Anschauen, wie ein Schiffswrack, oder ein Fischermuseum oder Flugzeugstücke, und Sanddünen und den kleinen Flughafen in dem Fjord zwischen Sanddünen. Es ist schön hier, wenn der Wind nicht so arg stark wäre und die Straßen uns nicht die Lust genommen hätten, hätten wir hier noch einiges entdeckt. 






















Angekommen am Weltende, (und Europas meist nordwestlich liegende Ecke) nach Látrabjarg, empfängt uns so ein unglaublicher Windsturm, daß ich es so ca. für 100 km/h tippe und ich bin nicht viel falsch daneben, da wir später im Internet nachschauen und es war 85 km/h. Ich steige aus dem Auto in drei Schichten Hosen, und 4 Oberteilen aus, trotzdem denke ich, daß ich bald erfiere. Die stürmischen Böen blasen durch alle Klamotten. Dieser Ort ist davon berühmt, daß hier ganz viele Papageientaucher an dem hohen Felsklippen nisten. Die Felsen erreichen eine Höhe bis zu 450 Meter. An dessen Rand gehend kann man die Vögel sehen. Es ist ein weißer Streifen mit Spray in dem Gras gezogen, daß man sich nur bis dahin den Rand nähern soll, der aber nicht mehr als 50 cm von der herunterstürzenden Felsküste steht. Ohne Wind kann man da vielleicht auf dem Bauch hinschleichen, aber in dem Wind kann man sich nicht mal 2 Meter nah zu dem Rand trauen, weil die Gefahr besteht davon rutergeblasen zu werden. Der Wind hat solche Stärke, daß wir nicht gehen können, Total witzig muß es ausschauen, als wir wie unter Zeitlupe mit angestrengten Schritten weiterkommen, als ob wir mit irgendwelchen Giganten kämpfen würden. Der Wind bläst Richtung Steilküste, so kann man überhaupt nicht nah dazu gehen, sonst würde er einen dort herunterstoßen. Es ist einfach zu gefährlich. So sehen wir nur einen Papageientaucher und sind enttäuscht. Es wäre hier bestimmt wunderschön, ohne Wind. Also, uns war die Stelle bei Bakkagerði viel besser zur Beobachtung der Papageientaucher, als hier. 








Lummen: 















Danach fahren wir schon direkt zu unserer Unterkunft. Wir wollten noch zwei interessante Küsten anschauen, wo auch Robben sein können, aber die Schotterpiste mit den mächtigen Schlaglöchern war für heute genug für uns. Die Unterkunft ist in Patreksfjörður und wir finden sie leicht. Die beste Unterkunft ist es bis jetzt! Das Zimmer ist schön, groß und stimmungsvoll, zwei große, schön renovierte Bäder sind im Haus und auch eine Gemeinschaftsküche, dazu ein schöner Essraum, dessen Fenster auf den Fjord und auf das Dorf schauen.  







Unterkunft: Radagerdi Hostel, Patreksfjörður, mit Frühstück für zwei Personen für eine Nacht 100 Euro

Wir essen in Mikrowelle aufgewärmte Fertiglasagne, die überraschend gut schmekct (wieviel "E"s es enthält, möchten wir nicht wissen). Wir werden satt damit und gehen nachher in dem Ort spazieren. Das Städtchen liegt etwas windgeschützter und die Sonne scheint, daß wir uns sogar auf eine Bank setzen und paar Minuten lang entspannen und sonnen können, Wir genießen den Moment und die frische Luft. 


Dann duschen wir und ich packe hin und her, gegen 22 Uhr gehen wir schlafen. 

Kommentare:

  1. Auch das war wieder ein schöner bunter Beitrag von deiner Islandreise.
    Besonders gut neben der großartigen Natur haben mir hier auch die Fotos vom Schiffswrack und den Flugzeugen gefallen und nicht zuletzt natürlich auch die hübschen Birdies. :-)

    Liebe Grüße
    Christa

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  2. Es freut mich zuerst das Ihr eine tolle Unterkunft hier hattet. Die Waserfälle sind supertoll, sowie die roten Häuser in the Landschaft. Ein weiterer toller Bericht!

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  3. Schon gewaltig wie auf einmal ein Wasserlauf und dann ein Wasserfall zu sehen ist....diese Weite der Landschaft und wie aus dem Nichts....genauso mit dem Wrack oder der kleinen Halle nebst Flugzeug oder die vereinzelten Häuser. Eine wahnsinnig schöne Natur, wenn es dort nicht immer so frisch, windig, kühl wäre^^ Das hätte mich wahrscheinlich auch genervt. Kälte weniger aber wenn so ein Wind geht, boa, der geht durch und durch :-(( Mal gut dass du aber nicht so nah an die Klippen gegangen bist und ich finde dir sind dennoch ganz ganz tolle Aufnahmen gelungen....Puffins, Pinguine und Möwen so toll vor die Linse bekommen, dabei gefroren...danke dir dass du uns wieder so schön bebildert mitgenommen hast.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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  4. Ach diese Natur. Wenns da nur nicht so kalt wär. Ich bin doch so ne Frostbeule und nur der Gedanke, dass es da so kalt ist, läßt mich schon überlegen, ob ich da überhaupt hinwill. Dabei ists da sooo schöön. Aumann....ich bin echt ne Pfeife ;-D....! GlG und weiterhin gute Besserung Anne

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    1. Ich habe es auch so gedacht, nie dahin, wo kalt ist, und doch nicht im Sommer, zwei Wochen von Wärme verschwenden :-) Aber ich kann diese Sommerhitze, was heuer war sehr schlecht mehr ertragen und es war direkt schön davon in die Kälte zu reisen. Wenn man die entsprechenden Klamotten dabei hat, geht es doch. ;-) Liebe Grüße (danke, mir geht's schon super gut)

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