Dienstag, 29. September 2015

Wanderung auf den Herzogstand

Es war ein sehr spontaner Ausflug (Mitte August). Wir haben noch zu Hause Mittag gegessen und es war schon 13 Uhr, als es uns einfiel, wir würden heute gerne wandern. Die Berge sind nicht weit weg, aber trotzdem dauert es eine gute Stunde dahinzufahren. Und ein konkretes Ziel hatten wir nicht. Wir fuhren dann zum Walchensee und stellten das Auto in den gebührenpflichtigen Parkplatz bei der Seilbahn ab und gingen einfach auf den 1.731 m hohen Herzogstand los. Der Höhenunterschied, den wir bekämpfen mussten, ist 800 m. Und es war schon 14:30 Uhr. Es war ein schöner warmer Sommertag. 




Am Anfang ging der steile Pfad durch den Wald und wir haben ab und zu mal einen wunderschönen Blick auf den türkisblauen Walchensee gehabt. Viele Schwalbenwurzenzian haben wir neben dem Weg gesehen, und je höher wir kamen, desto öfter hatten wir Blicke auf den See. 







Wir machten ein gemütliches Tempo, obwohl alle Menschen nur noch uns entgegen kamen, kein Mensch ging noch so spät bergauf. 












Als wir oben an einem Sattel ankamen, blies uns plötzlich von der anderen Seite des Berges eisiger Wind ins Gesicht. Wir hatten keine Jacken dabei und waren naß geschwitzt. Wir flüchteten vor dem kalten Wind nach rechts, wo ein sonniger Weg Richtung der Seilbahn führte. Wir haben 2:15 Stunden gabraucht hier raufzusteigen und 800 m Höhenunterschied hinter uns zu lassen. Unser Lob dafür, was wir bekamen, war dieser Blick:






Lange Schlange stand zu dem Aufzug, aber wir wollten natürlich auch zu Fuß runter. Neben uns hielt eine Frau mit zwei Kindern an und sie guckten hier kurz runter, dann äußerte sie sich gelangweilt: "Und dafür haben wir uns hier 2,5 Stunden hochgeschleppt." - Wie bitte???

Warum? Was hat denn diese Frau erwartet? Ich weiß es nicht. Aber dieser Blick ist grandios, und wenn der Blick nicht da wäre, ist eine Wanderung durch die Natur selbst schon ein Erlebnis. Im Wald schöne Blumen und Tiere entdecken, die Dufte einatmen, die Stille genießen. Und wenn man den Gipfel erreicht, ist man ein Eroberer, hat man wenigstens kurz das Gefühl, daß man was erreicht hat, was er nicht jeden Tag tut und nicht unbedingt leicht geschafft hat. Also, man hat da oben den Ruhm und das ist das schönste dabei! Man ist stolz da oben auf sich.
Was lernen die Kinder dieser Frau davon? Wie bauen sie so eine Verbindung zu der Natur auf, wie ich und mein Mann es haben? Eine Liebe zu der Natur? Nirgendwie. Es tut mir leid für sie.



Links führte ein anderer Pfad zu dem Gipfelkreuz. Normalerweise würden wir auch dahin noch aufsteigen, aber weil dort der Wind so stark war, hätte ich mich sofort erkälten können, deshalb gingen wir lieber in den Schutz der Berghütte und tranken dort eine leckere Johannisbeerschorle.

Auf dem Bild hier unten sieht man eine winzige Ecke von dem Kochelsee: 


So sah die Hütte von innen aus, richtig urig: 




Dann machten wir uns auf den Weg nach unten, langsam wurde die Sonne schwächer und wir beeilten uns, nicht daß die Dunkelheit uns erwischt. 




Weniger als in 2 Stunden waren wir unten. Auf dem Heimweg hielten wir noch am Kochelsee und auch in dem Ort, Kochel am See an um zu fotografieren. 









Kommentare:

  1. Diese Frau ist ja wohl der absolute Vollpfosten. Tssss. So ne wunderbare Landschaft! Wir versuchen unseren Kindern auch all das zu zeigen und sie der Welt näher zu bringen. Wie kann man nur so doof sein. Wobei ich mich ja jeden Post über Bayern bei dir ärgere, dass wir hier im blöden NRW wohne. Also okay, hier gibts auch tolle Ecken und ich liebe die Eifel z.B. sehr, aber Bayern und die Alpen ist doch nochmal ne andere Nummer! GLG Anne

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  2. Hallo liebe Andi,
    was für eine wunderschöne Landschaft dieser Anblick einfach herrlich. Mir tun Menschen, wie diese Frau einfach nur Leid... sie gehen mit geschlossenen Augen durchs Leben und die Kinder werden es nicht anders machen... einfach nur traurig. Zwei Schmetterlinge suchen noch nach Nahrung und der kleine Piepmatz wartet auf ein Körnchen, selbst der tote Baum hat seinen Reiz.
    Der Ofen von der Hütte...toll, der ist ja schon Antik. Und zum Schluss wurdet Ihr mit einen wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.

    Liebe Grüße
    Biggi

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  3. Wow :) was für eine wundervolle Landschaft und ein wirklich toller Ausblick, da hat sich der Aufstieg tausendmal gelohnt :)

    Ich bin von so etwas immer total fasziniert und kann diese Leute nicht verstehen, aber jeder hat sein eigenes Leben und seine eigenen Ansichten.

    Die Skier an der Decke habe ich auch ;) mit den Skiestöcken dazu *lach* und diese bemalten Häuser sind auch Klasse :)

    Liebe Grüße
    Björn :)

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  4. Danke Euch für eure Kommentare. Ich kann nicht mehr viel dazu sagen. Ich bin mit der Natur aufgewachsen, als Kind fast nur draußen gespielt und mit meinen Großeltern viele Ausflüge gemacht. Mir hat mein Opa schon als kleines Kind die Augen für kleine Details geöffnet und ich kann so glücklich sein, wenn ich während einer Wanderung oder eines Spazierganges diese kleinen Wunder entdecke. Liebe Grüße

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  5. Wirklich tolle Landschaften, und das Gasthaus sieht auch absolut toll aus. Hier könnte ich auch sehr entspannen.

    Mersad
    Mersad Donko Photography

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  6. Erst einmal "Hut ab" dass ihr um die Uhrzeit dazu noch Lust verspürt und auch den Mut dazu habt...aber das zeigt schon dass ihr keine Anfänger mehr seid. Toll-einfach nur toll-und schon alleine deine Aufnahmen können mich begeistern und ich kann solche Menschen (die Mutter) nicht verstehen. Werde ich auch niemals können denn so gar kein Auge für diese Schönheit zu besitzen ist mehr als traurig. Eigentlich können sie einem Leid tun denn sie wissen gar nicht was ihnen alles entgeht. Schlimm auch für die Kinder denen es so vorgelebt wird.

    All diese kleinen Wunder der Natur zu entdecken ist sowas von klasse, angefangen bei einer kleinen Blume, einem Schmetterling und dann noch so einen Ausblick.....du merkst ich drehe mich im Kreis weil ich es nicht nachvollziehen kann.

    Geht mir aber auch hier so. Was meinste wieviele deutsche Bewohner es gibt die schon länger als ich hier wohnen und die Insel nicht kennen, noch nicht einmal oben im Teidegebiet gewesen sind....ausser der Playa und La Paz (Stück weiter hoch vom Casablanca wo der ehemalige Spar-Markt ist) gibt es nix für die. Einfach nur gruselig.

    Schön bei eurer Wanderung fand ich auch das Gasthaus. Sieht ja urgemütlich aus und passt sich vollkommen an. Habt ihr euch wirklich einen wundervollen Tag gemacht, und seid von der Natur auch wirklich belohnt worden, bis hin zum tollen Sonnenuntergang.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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    1. :-) Ich glaube, ich kenne mehr von Teneriffa, als jemand, wer uninteressiert dort lebt. :-)
      Mit dem anderen bin ich einverstanden.
      Liebe Grüße

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