Samstag, 31. Januar 2015

Mauritius - Suillac, Grand Bassin

Unser Ziel ist Souillac, aber vorher suchen wir noch nach den wunderschönen Küstenabschnitten hinter Bel Ombre, die in unseren Erinnerungen noch von 2007 so stark leben. Wir erkennen aber hier auch kaum die Küsten, sowohl die Küste als auch die Vegetation sieht anders aus, als vor 7 Jahren. Hier mussten noch einige mächtige Tropenstürme toben, daß die Landschaft sich so verändert hat. Teilweise sind die Küsten mit Draht und Steine verstärkt, daß sie nicht weggespült werden. Hier lagen damals weit weg von dem Wasser zwischen den Filaosbäumen viele Muscheln und Korallenstücke, jetzt finden wir aber gar nichts. Kein einziges Stück. Auch bei unserer Unterkunft. nichts. Damals habe ich täglich ganz viele davongesammelt. Wir verstehen nicht, was hier auf der Insel passiert ist. 












Fotos von hier aus 2007:



Dann machen wir einen Abstecher zu den Rochester Falls. Hinter dem Busbahnhof führt eine ca. 2 km lange Piste dahin, zum Schluß muß man über einen sehr steilen Weg zum Wasserfall runtergehen. Paar einheimische Jugendliche springen ins Wasser. Es ist eigentlich nach den Wasserfällen auf Réunion, ziemlich uninteressant, da eine braune Brühe ist.









In Suillac gehen wir  zu dem Küstenabschnitt, der Gris Gris genannt wird. Hier haben wir damals in einer kleinen Bude super leckeres kreolisches Mittagessen gehabt. So haben wir es schon heute früh geplant, daß wir gar nichts zum Essen mitnehmen, weil wir hier essen werden. Erst erkennen wir hier die Umgebung gar nicht, da noch einige Häuser gebaut worden und bei dem Restaurant, wo wir vermutlich damals gegessen haben ist das Mittagessen schon aus, keine Küche ist mehr (um 15 Uhr). Wir sind mächtig enttäuscht und vor allem sehr hungrig.
Der Gris Gris ist auch anders geworden, in der Ecke unten, die mit Felsen abgegrenzte Minibucht ist jetzt nicht mehr zugängig, weil das Wasser viel weiter außen ist, als damals. Mit knurrenden Mägen fahren wir hier weg. 



2007:


Wir fahren in das Dorf zurück (Chemin Grenier), wo wir vorher getankt haben, und wollen hier was zum Essen suchen. Aber keine Restaurants oder Buffets sind hier. Nur ein Straßenverkäufer, der süße Backwaren verkauft. Bei ihm kaufen wir vier Stück irgendwas, was so trocken ist, daß wir kaum runterkriegen. Hier herrscht auf der Straße großes Wahlchaos, überall Menschen und Polizei, wir fühlen uns unwohl, als wir aus dem Auto steigen. Auf dem Heimweg fahren wir erneut in die Berge rein, weil wir noch zu dem Grand Bassin wollen, und auch noch bei paar Aussichtspunkten anhalten. Dort ist alles ausgestorben. 
Die Heiligtümer bei dem Kratersee Grand Bassin sind hinduistische Pilgerorte und bei der Feier, die sich  Shivaa Nacht nennt, kommen hierher mehrere tausende pilgernde Menschen. Überwältigt starren wir die autobahnbreite Straße, hier in der Pampa an, an deren Seite extra eine breite Spur abgegrenzt für die Pilger ist.  



Ein sehr einfacher, aber ein schrecklich viel sagender und wunderschöner Satz steht neben der Straße mit großen Buchstaben auf einem Tafel: 

„One Island, many People, all Mauritius.”

Uns berührt dieser einfache Satz sehr tief, und wir denken, es könnte das Motto für die ganze Welt sein. Wir können die vielen Religionskämpfe in dieser Welt nicht verstehen und Mauritius ist ein tolles Beispiel dafür, daß ganz unterschiedliche Religionen direkt neben einander im größten Frieden leben können. Hier sieht man in den Dörfern an einem Platz gegenüber einander hinduistische, muslimische und auch katholische Kirchen und die Menschen leben in Frieden. 









Dann halten wir noch bei zwei Aussichtspunkten an, bei dem einem waren 2007 Affen auf den Bäumen, diesmal sehen wir leider gar keine. Die Luft hat arg abgekühlt, daß wir uns frieren und unser Hunger treibt uns schon weiter. 



Bild von 2007



Heute sind alle Geschäfte in unserer Umgebung wegen der Wahlen geschlossen. Damit haben wir nicht gerechnet, wir wollten was noch zum Abend kaufen. Wir fahren nach Tamarin und halten zwischen auf der Straße tanzenden, demonstrierenden Menschenmassen an und gucken jede Straßenbude an, aber sie haben nichts, höchstens die selben Süßigkeiten, wie im Dorf früher. Schließlich fahren wir nach Flic en Flac, wo haufenweise Restaurants und kleinere Buffets sind und auch ein Spar Geschäft hat offen. Wir kaufen hier paar Kleinigkeiten und dann essen wir Abend bei einem kreolischen Schnellimbiss, was sehr gut schmeckt. 

Donnerstag, 29. Januar 2015

Mauritius - Chamarel, Black River National Park

10. Dezember

Interessanterweise können wir hier viel länger schlafen als auf Réunion. Heute wache ich um 8 Uhr auf. Es regnet und es hat wahrscheinlich schon die ganze Nacht geregnet, da überall Pfützen sind. Es nimmt uns von allem die Lust. Wir frühstücken sehr lang und warten darauf, daß es aufhört. Wir setzen uns um halb 10 ins Auto, aber wohin sollen wir hin, der Himmel ist überall schwarz. Erst fahren wir in den Black River National Park, bis dahin, wo die Straße aufhört, von hier kann man angeblich wandern, aber das Infohaus ist zu, alles ist ausgestorben und von einem Wanderpfad sehen wir keine Spuren. Wir hätten Lust gehabt, ein bißchen in den Urwald reinzulaufen. Wir fahren auf die Hauptstraße zurück und fahren in die Berge zum Chamarel. 





Hier müssen wir 200 Rupien Eintritt zahlen. Wir erinnern uns von früher nicht mehr, daß hier man zahlen musste. Die Luftfeuchtigkeit ist heute extrem hoch, wie in dem Dampfbad, kaum zu ertragen. Wir wollten ursprünglich Sachen nicht unbedingt zweimal anschauen, aber hier hat uns damals die Landschaft sehr fasziniert und wir wollten es einfach jetzt paar Jahre später nochmal erleben. Wir schauen den Wasserfall Chamarel und dann die "sieben farbige Erde" (Terres des Couleurs) an.







Die Mehrheit der Fotos habe ich hier mit der Einstellung "expressiv" fotografiert, was die Farben viel stärker macht, als sie wirklich sind. Aber so sieht es doch total cool aus. 



hier, normal, ohne expressiv:















Danach bin ich zu sicher und gucke gar nicht in die Karte, wir fahren geradeaus weiter, aber wir hätten noch ein Stück zurückfahren müssen und dann abbiegen. Mir wird es ziemlich spät erst verdächtig, daß wir nicht mehr weiter aufwärts in die Berge fahren, sondern Richtung Küste. Aber jetzt wäre schon zu spät zu wenden, da wir kaum mehr paar Tropfen Benzin haben. Wir ändern an dem Plan. Erst tanken wir in einem Dorf an der Küste, wo auch viele Leute und Polizisten auf der Straße sind. 



es ist alles Teil des Wahlkampfes mit diesen Fähnchen: