Sonntag, 31. Mai 2015

Ungarn - Vogelbeobachtung auf der Drau / Teil 1.

Ich hätte alles gegeben, irgendwo in einer Wasserlandschaft ale mögliche besondere Vögel zu sehen. Es gibt in Ungarn viele Seen, tote Flusszweige und Moorlandschaften, wo Vogelschutzgebiete sind und wo man wirklich vieles erleben kann. Bei dem Tisza-tó (Theiss-See) kann man sogar beim Zug Kraniche sehen...
Ich habe im Internet nur zwei Veranstalter gefunden, einen bei dem Theiss-See, einen bei der Drau, die ein Nebenfluss der Donau ist, in Südtirol entspringt und ein Teil davon die Grenze zwischen Ungarn und Kroatien bildet. 
In Ungarn gibt es mehrere Naturschutzgebiete, die nicht direkt mit einander zusammengebunden sind und nennen sich zusammen Donau-Drau Nationalpark. Zu diesen Gebieten gehören viele Überschwemmungsgebiete, wo besondere Tierarten, wie Hirsche oder Schwarzstörche und noch ganz viele, deren Namen ich auf deutsch gar nicht kenne, leben. So haben wir hier eigentlich was großartiges erwartet, auch weil die Drau nicht so bekannt oder touristisch überschwommen ist, wie der sehr populäre  Theiss-See.

Also, ich habe bei diesem Veranstalter alles organisiert. Wir sind leider mit einer halben Stunde Verspätung angekommen, aber ich habe es unserem Guide per Telefon schon unterwegs gemeldet und er war flexibel, zum Glück war es kein Problem. 

Wir sind ins Dorf Vízvár (wortwörtlich übersetzt: Wasserburg) angekommen und sind dann durch einem sehr schönen, urigen Wald durch einem am Anfang steilen Pfad zu dem Fluß herabgestiegen. 

Hier steht mein Mann mit meiner Freundin vor dem Boot, bevor wir eingestiegen sind:


Wir sind erst auf dem Fluß abwärts, ohne Motor runtergefahren. Es war alles ruhig und von Natur her sehr schön. Der Fluss bildete hier die Grenze, aber weil er so viele Kurven und Nebenzweige hatte, waren wir ab und zu mal auf der kroatischen Seite. Ehrlich gesagt, wir haben kaum was gesehen und wenn die Sandsteinwand nicht dabei gewesen wäre, wäre ich voll enttäuscht von der ganzen Tour. Paar Flussseeschwalben, Kormorane, Graureiher, oder Enten waren mal ab und zu aber sehr weit weg zu sehen. Gerade hat sie noch mein Zoom geschafft einzuholen. Einmal sahen wir sogar ein sehr großes Wildschein auf einer Sandbank vor dem Gebüsch. 

Hier zwei Flussseeschwalben:



Wir haben immer gewartet und gewartet, daß wir noch was sehen, was wirklich knaller wäre. 


Dann haben wir diese hohe Sandsteinwand an dem Ufer erreicht, wo hunderte Uferschwalben drin genistet haben und weiter oben Bienenfresser gewohnt haben. Ich habe schon immer sehr gehofft einen Bienenfresser von nah fotografieren zu dürfen. Sie sind etwas ähnlich zu den Eisvögeln. Hier haben wir einige von denen gesehen, aber sie flogen nur wild über der Sandsteinwand herum, kamen nie tiefer, in unsere Richtung, wie die Uferschwalben. So habe ich mit voll ausgefahrenem Zoom, ständig in der Luft kreiseln müssen und einfach Serienaufnahmen gemacht, in der Hoffnung, daß von den vielen Bildern ein-zwei vielleicht gut gelingen. 






Ob meine Bilder gut gelungen sind, entscheidet ihr es einfach für euch selbst. Ich bin schon zufrieden, weil sie sauweit weg waren und sehr schnell, wie auch die Schwalben, rumgeflogen sind, aber natürlich, einen zu sehen, direkt vor meiner Nase auf einem Ast sitzend, es wäre mein Traum gewesen. 






















Samstag, 30. Mai 2015

Ungarn - Geisterfahrt durch Storchenland

Da habe ich schon viele Sätze bei mehreren Bloggerkolleginnen storchenbezüglich hinterlassen, da manche, wie z.B. die Christa oder die Biggi so glücklich sind, daß sie in einer Gegend wohnen, wo sich mehrere Störche aufhalten und sie diese regelmäßig beobachten und fotografieren können. Diese Vögel faszinieren mich schon lange, wie auch die grauen Reiher und war ich schon extrem scharf darauf, irgendwann mal auch Störche von näher beobachten zu dürfen. 

Dieser Wunsch hat sich für mich in Ungarn fast zu 100% erfüllt, mit paar kleinen Fehlern, also es haben noch immer paar Sachen gefehlt, damit ich sagen könnte, es war perfekt. Aber ich war glücklich. 

Wir haben anstatt nach Pécs zurückzufahren und ab dort eine normale Landstraße nach Barcs zu nehmen, die "Geisterstraße" genommen, die uns das Navi vorgeschlagen hat. Sie führte entlang der südlichen Staatgrenze, parallel mit dem Fluß Dráva (deutsch: Drau). 

Quelle: google.maps

Die ganze Umgebung war, wie es ein Geisterland wäre. Ganz schmale Straßen, von dem Belag kaum mehr was übrig, also mehr Löcher, als noch Asphalt. Alle 5 Minuten ist ein Geisterdorf gekommen, wo kaum noch ein Mensch lebte, zerfallene Häuser, runtergezogene Rollos, null Leben. Nur die Störche. Pro Dorf mindestens 3 Storchenhorste, also auf der 103 km Strecke mindestens 50 Nester gesehen - alle bewohnt! 







Nur wir haben verdammt eilig gehabt, weil auf solchen Straßen zwischen Dörfern, wo man nur 50 fahren darf 103 km in der zur Verfügung stehenden ein und viertel Stunde zu schaffen, sowieso unmöglich ist. Also, wie schön es war und wie es mein Traum gewesen wäre, bei jedem Storchenhorst anzuhalten, haben wir es nur ein einziges mal machen können und sonst waren wir nur noch die Geisterfahrer mit dem deutschen Kennzeichen. :-) 

In jedem Nest saß ein Storch auf den Eiern, so, daß man oft nur ein kleines Stück von seinem Kopf sehen konnte. 

Diese Fahrt war abenteuerlich, ein bißchen auch beängstigend durch diese verlassenen Dörfer und ewig lang, aber von Landschaften her wunderschön, und ich wünschte mir, daß wir mehr Zeit hier gehabt hätten. 
...die Geschichte geht dann weiter...

Freitag, 29. Mai 2015

Ungarn - Siklós

Wir sind fast eine Stunde später in Siklós angekommen, als wir es geplant haben. Hier gibt es eine, aus der ungarischen Geschichte sehr bekannte Burg, die auch in einer TV-Serie als Spielort dargestellt wurde. 
Der Eintritt war in ungarischen Verhältnissen sehr teuer (da solche Eintritte meistens gegen 1.000 HUF gewöhnlich sind), 1.500 HUF/Person (5 Euro) und uns war die berühmte Burg doch eine Enttäuschung, weil man in die inneren Räumlichkeiten nicht reingehen konnte, nur der Hof war zu besuchen und zwei Zimmer, wo kleine Ausstellungen waren. 














Wir haben uns mit der Zeit und Strecke komplett verrechnet, leider haben wir nur 15 Minuten hier verbringen können. Wir mussten nach Vízvár fahren, wo wir um 15 Uhr eine Vogelbeobachtungsbootstour gebucht haben. Als der "Navi" dann um 13:50 Uhr ausgerechnet hat, daß es 103 km weit liegt und 2 Stunden Fahrt braucht, habe ich fast Herzinfarkt bekommen. Auf der Karte hat es irgendwie alles viel kürzer ausgeschaut.