Dienstag, 26. Juli 2016

Griechenland 2016 - Vikos Schlucht, Zagoria-Dörfer, Vikos-Aoos Nationalpark (Teil 1.)

Die Tochter unserer Unterkunftgeberfamilie hat am vorherigen Abend gefragt, wann wir das Frühstück haben möchten und was wir zu dem zum Trinken wünschen. M. sagte Kaffee und ich schwarzen Tee mit Zitrone.  Wir haben es auf 8 Uhr bestellt.

So stehen wir heute um 7:30 Uhr auf und bekommen wir unser Frühstück auf einem großen Tablett pünktlich um 8 Uhr von der Mutter, die nicht englisch spricht. Es ist sehr schön hergerichtet und sehr ausgiebig, es sind vier Toastbrotsandwiches drauf (mit Schinken und Käse in dem Sandwichmaker zusammengepresst), viel Brot, Marmelade, vier mächtige Scheiben Marmorkuchen, Orangensaft und der Kaffee und der Tee, die übrigens in dem Spülbecken landen, da sie untrinkbar sind. Der Kaffee ist eine durchsichtige Brühe ohne irgendeinem Geschmack und der Tee ist bitter und ist von irgendwelchem fürchterlich schmeckenden Bergkräutern. Da ist was schief gelaufen.  Trotzdem sind wir sehr zufrieden und finden das Frühstück auf dem eigenen Balkon sehr stimmungsvoll.

Wir zahlen (40 Euro für uns beide für die Nacht inkl. Frühstück) und fahren gleich Richtung Zagoria los.

Ich schreibe jetzt etwas mehr über dieses Gebiet, da es eben nicht so sehr bekannt ist. Meine Texte stammen zusammengeschnitten von unterschiedlichen Homepages und aus Reiseführer und von Wikipedia von mir zusammengebastelt und teilweise von anderen Sprachen übersetzt. 

Das Zagoria Gebiet liegt kb. 40 km nördlich von Ioannian. Das Wort kommt aus dem Slawischen, und bedeutet "hinter den Bergen". Dieses Gebiet umfasst eine duzende Bergdörfer, die dank ihrer versteckten Lage, von den Eroberongen und äußeren Angriffen verschont geblieben sind und so ihre Autonomität bewahren konnten. Auch in ihrem Baustil haben sie die Eigenartigkeit bewahrt, die Dächer wurden von Schieferplatten gemacht und die Hauswände bestehen aus Natursteinen. Die Dörfer prägen steile, steingepflastere, enge Gassen, Wassermühlen, Brunnen, alte Kloster und gebogene jahrtausendalten Steinbrücken. Große Teile dieser über 2000 m ragenden Bergzüge, und der grünen wasserreichen Täler gehören zu dem Nationalpark Vikos-Aoos bzw. zu dem Naturschutzgebiet Pindos. So leben hier mehr als 2500 Planzen-und Tierarten unter Naturschutz. 
Von den 46 Dörfern der Region sind 44 bewohnt. Viele Jugendliche ziehen nach Ioannina weg, trotzdem sind die Dörfer noch nicht verlassen. 
Der berühmteste Ort ist hier Papingo, woher einige markierte Wanderwege führen, z.B. in die Vikos-Schlucht, zu dem Drachensee (2000 m) zu den Astraka-Spitzen (2436 m) oder zu der Gamila-Spitze (2497 m).

In dem griechischen Bürgerkrieg war dieses Gebiet das Versteck der griechischen Partisanen.

Von den jährlich ca. 200.000 Besuchern, die hier her kommen, sind 90% Griechen. Zwischen den Flüssen Aoos und Voidomatis erstreckt sich Griechenlands zweitgrößtes Naturschutzgebiet. Hier leben sogar Braunbären. 


Zu den hochliegenden (über 1300 m) Zagoria-Dörfer führt eine lange schlingelnde Serpentinstraße.Man hat während der ganzen Fahrt traumhafte Aussichten.  Früher konnte man diese Dörfer nur zu Fuß über Bergpfade und Steinbrücken auf dem Esel erreichen. Im Winter liegt hier oft großer Schnee und müssen die Straßen komplett gesperrt werden. So sind die Zagoria-Dörfer oft in den ganzen Wintermonaten von der Welt abgesperrt.   

Schon in der früh herrscht eine kaum ertragbare Hitze. In unserer ersten Urlaubswoche haben wir nicht mal eine Brise Windbewegung. Die Hitze ist wie in einem Kachelofen und schafft uns ganz fertig.  Als wir aus Perama nach Norden rausfahren, fahren wir bei einem Lidl vorbei, wo wir mit Feta und Spinat gefüllte Blätterteigtaschen und Wasser und kalten Kaffee für unterwegs einkaufen.

Als erstes fahren wir ins Dorf Monodendri, und parken an dessen oberen Teil. Von dort gehen wir durch verlassenen, kurvigen, engen Straßen, deren Steinboden mit Gras bewachsen ist und seine Häuser am zerfallen sind, bis zum Dorfplatz, der eine sehr schöne Stimmung hat. Von hier führt ein, mit breiten Steintreppen belegter Weg zu dem kleinen Kloster Agia Paraskevi, wovon man schöne Blicke in die Vikos-Schlucht bekommt. 

Dorf Monodendri
  





Die Lift glüht von der Hitze und an dem Straßenrand begleiten uns mächtige Disteln, ausgetrocknete Wildblumen, auf denen hunderte Insekten sitzen. Ich habe auf diesen Urlaub kein Makro- oder größeres Teleobjektiv mitgenommen, aber ich könnte trotzdem diese Insekten und Blumen stundenlang fotografieren. 













Als wir zu unserem Auto zurückkehren, sehen wir ein Schild, daß es von hier noch eine 6 km lange Straße zu einem Aussichtspunkt führt, wo man erneut von einer anderen Stelle in die Schlucht blicken kann. Diese Straße führt durch den "Steinwald", wo verirrende Schiefertürme entlang der Straße stehen. Manche sind schon ganz abgetragen, da die Dorfbewohner für Dachbau sie mitgenommen haben.

Rückblick auf Monodenri

Ein Segelfalter



Am Ende der Straße empfängt uns dieser einsame, bißchen abgehungerte Esel, der jeden Besucher persönlich und von ganz nah begrüßen will. :-)





Nach dem Infoschild, welches alle alten Streinbrücken der Umgebung anzeigt, kann man auf einem gepflasterten Pfad (Bild unten) bis zum Aussichtspunkt gehen. Dieser Ort heißt Oxia und man hat wirklich einen grandiosen Blick in die Schlucht rein.










Ursprünglich haben wir hier kleine Touren geplant, aber die 40 Grad Hitze und die steilen Pfade, die darunter führen laden uns nicht unbedingt an diesem Tag zu wandern ein. Die Zeit läuft sowieso von uns weg und wir haben noch einiges vor heute, bevor wir zu der Küste fahren würden.

Kommentare:

  1. Schaut klasse aus und beim Blick in die Schlucht fällt einem die "Pfütze" (von oben klein wirkend) sofort aus. Schein wohl ein ziemlich ausgetrockener Flusslauf oder Barranco zu sein oder? Finde es auch klasse dass sie was für die Bienen machen d.h. wahrscheinlich auch Honig verkaufen. Konntet ihr den probieren?

    Liebe Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, überall an den Straßen entlang standen Honigtheken, und ja, man konnte es auch probieren. Ich habe es nicht von Anfang an mitschleppen wollen, so habe ich erst später ein Glas Thymianhonig gekauft.
      Ich mag Honiggeschmack nicht, der einzige, der mir schmeckt ist es mit Thymian und es haben die Griechen immer und sehr gut.
      Untern war ein Fluß schon drin, auf manchen Bildern oder auf sspäteren Bildern sieht man auch ganz viel Wasser, aber an manchen Stellen war ja auch ausgetrocknet.
      Es ist eine traumhaft schöne Gegend, wir überlegen uns, dort man im Frühjar einen längeren Wanderurlaub zu machen. Obwohl mit dem Bär möchte ich mich unterwegs nicht so gerne treffen. :-)
      Liebe Grüße

      Löschen
    2. Och...die sind eigentlich ängstlich und laut rufen und in die Hände klatschen vertreibt sie meist sofort. So habe ich es zumindest in CDN gelernt.

      Löschen
    3. Trotzdem möchte ich das Treffen nicht unbedingt ausprobieren. :-)

      Löschen
  2. Eine richtige Abenteuerreise beginnt. Die Bilder aus der Schlucht sind atemberaubend. Monodendri ist auch sehr interesant zu sehen, so ganz in den Bergen mit den kleinen Straßen.
    Toller Anfang deiner Reiseberichte!

    Mersad
    Mersad Donko Photography

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Diese Gegend hat noch seinen Zauber nicht verloren, ist ziemlich isolliert und deshalb hat noch seine eigene Charme. Liebe Grüße

      Löschen
  3. eine total andere Gegend in Griechenland das wäre für mich nichts zu trocken, zu heiss aber es ist auch dort was einmaliges die Gegend zu sehen und der Schmetterling oder der Esel. Käfer!
    Wahnsinns Aufnahmen sind das von der Schlucht!
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es freut mich daß dir diese weniger bekannte Ecke Griechenlands so gut gefällt und ich hoffe, werden dir meine Berichte weiterhin so gefallen.
      Liebe Grüße

      Löschen
  4. Schön, dass du wieder da bist, liebe Andi.
    Hoffe, ihr habt euch gut erholt.

    Und gleich hast du wieder einen ganzen Schwung toller Fotos im Gepäck. :-)

    Der Urlaub war bestimmt traumhaft schön, auch, wenn ich lese, dass es sehr heiß war, Sommer eben. :-)

    Liebe Grüße
    Christa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das stimmt, mein "Fotosgepäck" ist so schwer, daß auf meinem Laptop bald gar kein Speicherplatz meh übrigbleibt. :-)
      Liebe Grüße

      Löschen
  5. Da komme ich ja genau richtig aus der Sommerpause zum ersten Teil :)

    Klasse Fotos und dann auch noch Berge, super. Diese Insekten könnte ich auch ewig fotografieren, wenn sie nur nicht so schnell aus dem Fokus verschwinden würden ;)

    Bin gespannt wie es weitergeht.

    Liebe Grüße
    Björn :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Björn, dein Bericht gefällt mir genaus so gut.
      Ich werde jetzt auf jeden Fall für einige Wochen mit meinem genügend arbeit haben. ;-)
      Liebe Grüße

      Löschen
  6. Wie schön, das Griechenland sehen zu dürfen was ich selbst noch nicht bereist habe!!
    Vielen Dank einfach wieder für dein liebes Teilen und Teil haben lassen am reisen!!!
    Sei ganz herzlich gegrüßt und hab Dank für die vielen tollen Fotos!!!
    Monika*

    AntwortenLöschen
  7. Diese Schlucht, von oben fotografiert, bietet einen atemberaubenden Anblick!
    Sie erinnert mich ein wenig an einen amerikanischen Canyon?
    Das Eselchen ist aber auch sehr nett, hoffentlich wird es nicht angefahren.
    So einen Segelfalter habe ich noch nie zuvor gesehen, einfach wundervoll!
    LG Heidi

    AntwortenLöschen