Dienstag, 16. August 2016

Griechenland 2016 - Bootsausflug zu Egremni und Porto Katziki

Ich habe auf diesen Bootsausflug gewartet, ich kann kaum erwarten von oben in dieses durchsichtige unwirklich blaue Wasser reinzuschauen, und dann reinzuspringen.
Um 10 Uhr beginnt unser Bootsausflug von Vasilikis Hafen, das Meer ist ruhig.




Aber als wir um das  Cap Dukato herumfahren und danach auf der Westseite weiterfahren, wird es immer wilder und immer größere Wellen hauen das Boot hin und her, daß man kaum einen Schritt treten kann. Schnell merken wir, daß das Wasser nicht so ist, wie wir es erwartet haben, nicht mehr durchsichtig, sondern aufgewühlt und trüb. Wir fahren vor Porto Katziki vorbei zum Egremni Beach.



Solche mächtige Geröllhaufen liegen fast überall vor der Steilküste, dank des Erdbebens von 2015 mit Stärke 6,1.












Da hier das Gestein viel Kalk enthält, wird beim Wellengang dieses Kalkpulver von dem Meeresboden mit dem Wasser gemischt und entsteht dadurch auf der ganzen westlichen Küstenseite eine unglaubliche blaue Farbe des Wassers.





Dieses milchige Blau hypnotisiert jeden Menschen, es muß man einmal unbedingt sehen. 

Wir kommen zu dem Egremni Beach an, den das Erdbeben am stärkesten beschädigt hat und seitdem von oben nicht mehr erreichbar ist. Die Straße und die herunterführenden Treppen sind zerrissen und teilweise abgestürzt. Nur von dem Meer kann man hierher kommen und die Bootsgesellschaften profitieren gut davon. 
Wegen dem starken Wellengang können wir am Anfang gar nicht an der Küste ankern und aussteigen. Der Kapitän und seine Leute überlegen lange, was sein soll. 

Alle meine Fotos sind an diesem Tag mit einem CPL Polarfilter gemacht!
Dieser verändert die Farben nicht, nur filtert das zürückspiegelnde Glänzen von der Wasseroberfläche aus, dadurch verstärkt den Farbton und macht klares Wasser durchsichtiger. 












Lange dauert diese Überlegung und die Reihen von Versuchen irgendwie anzuhalten, bis es klappt. Das kleine Schiff schiebt sich so weit auf die Küste, wie es kann und eine sehr unstabile Leiter wird an seine Spitze angelehnt, die unter die Wellen ständig mitreißen. Selbst das Schiff wird immer von den Wellen weggerissen. Unten hält ein starker Mann die Leiter. Oft ist es aber so, daß zwischen dem Boot und Leiter ein Meter Abstand entsteht und die Leiter steht quasi frei in der Luft, währenddessen sie auch die Wellen hin und her werfen. Äußerst gefährliche Aktion ist es, und trotzdem schaffen alle Leute ohne daß was passieren würde nach unten.







Hier wurde uns 2 bis 2,5 Stunden Zeit versprochen. Das Boot färt dann sofort weiter rein und ankert ca. 50 m entfernt von der Küste. Es ist glühende Hitze und wenig Schatten spendet nur noch die Felsküste, worunter die abgestürzten Geröllhaufen liegen. Die Mehrheit zieht dorthin. Wir halten den Hang ständig in Blick. Ich halte es nicht ganz richtig, daß diese Ausflugsgesellschaften kein einziges Wort von dem Erdbeben erzählen und die Leute auf die Gefahr nicht hinweisen.
Es ist hier wirklich einzigartig und was besonderes, aber lohnt es sich Menschenleben zu riskieren? Aber, wie alle anderen, wollten auch wir es sehen und hier sein. Man nimmt die Gefahr in Kauf.









 
 


Immer mehr und immer größere Schiffe kommen, denen macht der Wellengang nichts aus, sie haben starke Motoren, schieben sich auf die Küste raus und spucken die Leute über stabile Leiter aus. Während kürzester Zeit kommen ca. 500 Menschen hierher und die Küste, die wir noch als erstes leer gefunden haben, wird innerhalb einer halben Stunde überströmt.
Diese Wasserfarbe ist was, was den einen wirklich verzaubert, aber anderseits ist es auch unheimlich da drinnen zu schwimmen. Man weiß nicht, was darunter ist, und von oben gesehen, wo es noch vor paar Tagen durchsichtig war, sahen wir hier auch mächtige Felsen unter dem Wasser. Nicht nur wir als Schwimmer, sondern auch die Schiffe konnten da hängen bleiben und verletzt werden. Ich muß an die strengen deutschen Regeln denken, sie würden so was wahrscheinlich gar nicht erlauben und wäre dieser Küstenabschnitt  komplett gesperrt. Wir und auch viele andere schwimmen weit innen, hinter den Schiffen und wenn neue, große Schiffe kommen, die schauen gar nichts, sie kommen nur einfach und könnten die Köpfe der Schwimmenden abreißen.

Wir bleiben ca. eine Stunden im Wasser und ich will danach zu dem hinteren Ende des Strandes spazieren, da sind kaum Menschen und ich will noch viel fotografieren. Gerade gehe ich vielleicht 50 m weit weg, als unser Schiff hupt. Es kommt uns aufzunehmen, wir fahren schon weiter. Was wurde mit der restlichen Zeit? Ich glaube, sie haben Angst, daß bei noch größeren Wellen wir nicht mehr einsteigen könnten.






































Schade. Wir fahren schon zum Porto Katziki. Dort strandet das Schiff leichter, spuckt uns aus und verschwindet danach für gute 2 Stunden. Hier fühlen wir uns nicht mehr wohl, kein Schatten ist, Hitze zum verrecken und mächtige Steine. Das Wasser ist auch nicht sauber, aller mögliche Dreck schwimmt darauf, was von den Schiffen abgelassen wird.









Auf dem Rückweg wird das Meer nach dem Cap Dukato, Richtung Vasiliki erneut glatt. So denken wir aber, daß diese Traumstrände an der Westküste jetzt tagelang so wellig werden und es macht uns Kopfzerbrechen, wohin wir dann zum Baden gehen sollen.


Wir kommen halbe Stunde früher zu Hause an, als gesagt wurde. Wir stillen unseren Hunger mit einem griechischen Salat und fahren dann später nach Kontarena, (ein Nachbardorf kaum 3-4 km entfernt) zu dem Restaurant Old Plane Tree, das ich in Reiseforum empfohlen bekommen habe. Hier essen wir dann nur 4 Vorspeisen: Tzatziki, frittierte Aubergine, Fischroggenpaste und gebackenen Feta. Alle kosten 4 Euro uns schmecken sehr gut, auch von Menge sind sehr ausreichend. Damit sind wir so satt, daß wir eigentlich einen großen Spaziergang brauchen könnten. Aber wir fahren direkt nach Hause.





Kommentare:

  1. Was für ein Blau...wow...jetzt habe ich Lust, schwimmen zu gehen...;-). LG Lotta.

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  2. Wahrscheinlich muss erst was passieren das dort nicht mehr angelegt und "ausgesetzt" werden darf^^ Ich finde nämlich man kann ganz schön diese Abgänge sehen und wie schnell könnte da wieder was runterkommen.

    Seis drum, es wird genutzt und leider viel zu viel, denn diese Menschenmassen sind dann nicht mehr so schön.

    Liebe Grüsse

    N☼va

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    1. Und trotz Gefahr war ich auch gerne dort gewesen und bin froh, daü ich es sehen konnte.
      Liebe Grüße

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  3. Ich bin volkkomen begeistert von diesem Blau. Da muss ich auch eines Tages hinreisen!!!

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    1. Ist nicht so weit weg von euch :-)
      Liebe Grüße

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  4. Hallo Andy,
    das Wasser ist wirklich unglaublich schön in diesen verschiedenen Blau-Tönen. Die große Bucht ist einladend und leer auch schön zum Ausruhen und Verweilen und Baden. Diese Kalk-Abbrüche kenne ich von Dänemark sehr gut. Wirklich nicht ungefährlich. Da muß jeder selbst entscheiden...
    Viele Grüße, Synnöve

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