Samstag, 26. November 2016

La Palma - Abenteuerliche Ankunft

12. November 2016

Wir müssen um 04 Uhr aufstehen und fliegen um 7:35 mit der Iberia aus München nach Madrid. Alles läuft problemlos. Wir sind in Madrid schon öfter umgestiegen, kennen uns aus und wir haben fast zwei Stunden Zeit, so essen wir hier im Mc Donald's mittag.

Ich sehe aus dem Fenster des Terminals, als der Wagen von unserem Flugzeug mit den Koffern weitersausst und in einer scharfen Kurve 4-5 Koffer runterfallen und er merkt es nicht mal, sausst einfach weiter. Ich mache mir Sorgen, aber erkenne zum Glück dabei nicht unsere Koffer. Erst Minuten später fährt ein Auto dort vorbei und merkt die Koffer auf dem Boden und ruft jemanden an. Nur so viel zu wissen darüber, wie mit unserem Gepäck umgegangen wird.

Wir fliegen pünktlich weiter und fliegen zum Schluß neben Teneriffa vorbei. (Wer den Teide gerne sehen möchte, soll seinen Sitzplatz an der linken Seite des Flugzeuges buchen.)
Es ist alles in Ordnung, wir sinken schon lange und sind ca. noch 500 m weit über La Palma in der Luft, als unser Flugzeug auf einmal durchstartet und von der Insel wegbiegt. Okay, irgendwas hat halt nicht gepasst. Wir biegen und biegen und mein Mann meint, wir machen eine Runde und versuchen erneut zu landen. Man fühlt sich aber etwas unwohl, da man nicht weiß, was da los war. Ich sage, wir fliegen aber komplett weg von der Insel und wir fliegen schon zurück Richtung Teneriffa. So habe ich auch Recht, wie wir es bald von dem Piloten erfahren, wegen Wetterbedingungen konnten wir nicht landen und wir müssen warten und es später versuchen, so lange warten wir in der Maschine sitzen auf dem Flughafen von Teneriffa. So bin ich jetzt gerade 6. mal auf Teneriffa. :-)
Das Flugzeug wird betankt, wir bekommen alle ein Glas Wasser und ich schreibe auf englisch eine sms für unseren Unterkunftgeber, daß wir mindestens 2 Stunden später kommen. Da kommt aber keine Antwort.

Ich weiß gar nicht mehr, wieviel Zeit vergangen ist, dann fliegen wir zurück nach La Palma und landen problemlos. Vom Sturm sieht man nichts mehr, nur viel Wasser auf dem Boden. Es ist 17 Uhr (zu Hause 18), also wir sind schon 14 Stunden unterwegs, da könnte ich schon an dem anderen Ende der Welt angekommen sein.

Unsere Koffer kommen schneller am Band an, als wir zu Fuß dahin den Weg schaffen. Gott sei Dank unverletzt und alles da, nur alle Reißverschlüsse sind aufgezogen. Den großen Raum sperre ich immer ab, da ist er unberührt. Ich hänge außen und lege innen auch mehrere solche Zettel an/in den Koffer, da ich immer sicher gehen will, daß es ankommt, oder wenn irgendwo stehen bleibt, man uns finden kann:


Wir mieten diesmal Auto von der Firma Cicar. Bei unseren vorherigen Reisen auf die Kanaren haben wir die Autos immer von Autoreisen geholt. Cicar funktioniert genauso einfach. Diese Firma ist der marktführende Autovermieter auf den Kanaren, sie wurde schon 1967 auf Lanzarore gegründet (vorher Cabrera Medina geheissen) und jetzt hat sie auf den ganzen Kanaren 8000 Mietwägen und damit 1100 Arbeitsplätze. (Infos von homepage von cicar).

Es stehen schon zwei lange Schlangen bei der Autoaufnahme, trotzdem kommen wir schnell auf die Reihe. Der Ablauf ist einfach. Wir bekommen einen nagelneuen Opel Corsa Sport Turbo Sonderedition mit full extras (nicht so bestellt) und bezahlen 172 Euro für 10 Tage.
Wie schon von den Kanaren gewöhnt, niemandem interessiert ein Kratzer oder was anderes, es gibt keine Kaution sonst noch irgendwelche aufgezwungene Versicherung. Nur 36 Euro Kaution für den vollen Tank, falls wir das Auto nicht vollgetankt zurückbringen täten.
Ich frage immer, warum kann es nicht immer überall so sein? Warum wollen Autovermieter in anderen Ländern immer Haufen Zusatzkosten für Versicherungen kassieren??

Als wir in der Schlange zum Mietwagen stehen, versuchen wir unseren Vermieter anzurufen, aber er geht nicht ans Telefon. Wieder schlechte Gedanken. Warum reagiert er nie, vielleicht gibt es ihn gar nicht, vielleicht sind wir mit der Unterkunft betrogen worden? Oder er kann keine andere Sprache als spanisch und traut sich nicht? Es macht uns auf jeden Fall sehr unruhig.

Wir wollen erst einkaufen, da es morgen Sonntag ist und die Geschäfte nicht offen sind und wir haben ja auch Selbstversorgung. So fahren wir erst zum Lidl, der mit kleinem Abstecher auch auf dem Weg liegt. Wir dachten, wir könnten auch erst zur Unterkunft fahren (17 km) und dann zurück, aber wir wussten nicht ob er noch nach 20 Uhr offen hat. 
Aus dem Parkplatz beim Lidl rufen wir den Besitzer erneut an und er geht endlich ran und kann tatsächlich nur spanisch. Wir reden dauerhaft englisch, er dauerhaft spanisch und keiner versteht was von dem anderem. Zum Schluß können wir so viel ihm sagen "una hora", also, damit wollen wir sagen, in einer Stunde kommen wir und lassen wir gut sein.

Der Lidl hat letztendlich bis 22 Uhr offen. Wir kaufen alles ein, was wir brauchen und vergeht schon eine Stunde.

Es fängt zu regnen an und steigt ein dicker Nebel runter, daß man kaum 100 m weit sehen kann. Wir haben nur eine Beschreibung mit Hand aufgezeichneter Karte. Navi haben wir nicht, da ich die Karte der Insel nicht runtergeladen habe, da ich es bei so einer kleinen Insel eigentlich gar nicht brauche. 

Die Küstenlinie ist stark von Barrancos eingeschnitten. Eine Serpentinstraße führt nach Norden und fast nach jeder Kurve ist ein neuer Barranco (tiefe Schlucht) da. Unser Haus steht am Steilhang von einem Barranco und wir finden noch die richtige Abfahrt, die ich hier schwierig beschreiben kann. Die Straße führt entlang dem Barranco runter, ist teilweise wirklich bis zu 45 Grad Steil, nur ein Auto breit und sehr schlecht betoniert. Man fühlt sich wie auf einer Raketenausschußrampe und man kann nur beten, daß die Bremsen gut sind bzw. aufwärts genug PS da ist und man nicht von der Straße abrutscht und in den Barranco für immer verschwindet. Dies alles noch mit dem Nebel und von Regen rutschiger Straße ein Albtraum. Wir fahren runter, aber sehen und finden das Haus nicht und fahren nach einer Wendemöglichkeit wieder rauf. Dann machen wir es noch mit zwei paralellen Baranncoabfahrten genau so und finden nichts. Langsam herrscht schon Panik in uns, da wir wieder viel zu spät sind, wir mögen nicht andere Leute warten lassen und wir sind nervös, nicht das was passiert und wie es jetzt weiter soll.

Wieder rauf auf die Hauptsraße und keine Idee, keine Ahnung mehr weiter. Dann grabe ich aus dem Rucksack das kleine Reisewörterbuch aus, und stelle ich einfach die entsprechenden Wörter hintereinander und schreibe mit spanischen Worten eine sms dem Besitzer, laut der wir die Unterkunft nicht finden können.

Paar Minuten drauf klingelt das Handy und spricht eine nette Damenstimme mich deutsch an. Heureka!!!
Ich erkläre die Situation, sie erklärt, daß wir jetzt gerade bei der richtigen Abfahrt stehen und sollen da bleiben, der Besitzer fährt hoch und holt uns ab. Endlich. Erleichterung.


Dann kommt er und wir kommunizieren mit Händen und Füßen, dann bringt er uns noch zu dieser Nachbarfrau, die am Telefon war und wir lassen übersetzen, warum wir so spät gekommen sind und es uns unheimlich leid tut. 

Dann zeigt er uns das Haus, macht paar Witze dabei, er ist echt lustig und sehr sympatisch. Es tut uns leid, daß wir nicht sprechen können. 
Während wir die Papiere ausfüllen schleicht schon eine schöne Katze ins Haus rein, die ich sofort mag.

Es ist schon 20 Uhr und es regnet furchtbar. Wir tragen unsere Sachen rein, M. schmeißt den Grill an, bis ich alles auspacke. Wir haben keine Kohle bekommen, haben gehofft, daß was noch da wird, aber nicht Kohle, sondern richitge große Holzstücke warten hier auf uns, was wir äußerst Aufmerksam und toll fnden von dem Besitzer.

Leider brennt das Holz mit sehr viel Rauch und braucht immer wenigstens eine Stunde, bis Glut wird, worauf man dann schon grillen kann.

Das Haus ist groß und urig, ein kanarisches Landhaus ist es, schön renoviert, schön, geschmackvoll eingerichtet. Es wirkt feucht zu sein und riecht sehr motrig, müffelt. Die Küche ist mächtig, hat alles, was man braucht und der Besitzer hat noch einen großen Haufen Bananen auf den Tisch gestellt (wahscheinlich von eigener Plantage). Es gibt Mikrowelle, Waschmaschine, Föhn, Fernseher mit 400 Kanälen und Wlan. Und dies alles für 50 Euro pro Tag.
Die vier Räume haben alle einzeln ein Holzdach, der Baustil wirkt mir so, als jedes Zimmer einzeln ein kleines Häuschen wäre. Gefällt uns.



Schlafzimmer sogar mit Babybett.
Das Bett hatte einen sehr schönen stimmungsvollen Bezug, allerdings war es hier sehr kalt und extrem feucht,
wir mussten auch die zwei dicken Wolldecken aus dem Schrank holen und später auch die Heizung einschalten.


In der Küche standen auf einem Regal alte Sodaflaschen als Deko und eine Flasche Schnaps, wo der Besitzer angedeutet hat, wir sollen ruhig davon trinken, aber wir haben es nicht ausprobiert, wir sind nicht scharf auf Schnaps. 


Zweites Schlafzimmer für weitere zwei Personenen,
mit dieser typischen Nische, worin Regale gebaut sind und als Deko hier einige
Strohhüte da lagen.


und der Hof mit Pool und Grillhaus:


Endlich sind wir angekommen! Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch, d.h. endlich finden wir unsere innere Ruhe nach diesem langen und aufregenden Tag und vergessen alles andere, jetzt zählt nur das hier und jetzt. 


Unser heutiges Abendessen besteht von gegrilltem Schweinefleisch, Bratwürsten, Bratkartoffeln, Zucchini, Pilzen und Salat. Alles schmeckt sehr gut.
Wir haben auch eine Hauskatze, die sofort brav bei dem Grill abwartet und dann nach Essen bettelt. Bekommt natürlich auch was.
Ich war in meinem ganzen Leben Katzenliebhaberin und hatte selber schon mehrere Katzen. Leider nie einen Schmusetiger erwischt, sondern wildere Katzen, die sich nicht streicheln lassen mögen haben, sondern gekratzt und gebissen haben und die Wohnung auseinander geräumt haben. Diese wunderschöne feine Mieze hier, ist total liebevoll, klebt auf uns wie ein Blutegel, lässt uns keine Sekunde ohne Begleitung und schmust und schnurrt ständig. Ich schließe sie sofort in mein Herz und weiß noch nicht zu welchen großen seelischen Schmerzen es zum Schluß für mich führen wird.
 

Kommentare:

  1. Hallo Andi,
    Eure Anreise klingt wirklich sehr abenteuerlich und war sicher auch unangenehm.
    Es hat sich aber gelohnt, Das Haus sieht sehr einladend und schön aus und hoffentlich hattet ihr noch Sonne und es ist trockener geworden.
    Viele Grüße, Synnöve

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  2. Hallo liebe Andi,
    oh je das ist aber eine abenteuerliche Anreise gewesen, da wäre ich schon ins schwitzen gekommen. Jetzt weiß ich warum ich Koffergurte und Kofferaufkleber gekauft habe ;-) Gegen eine Ehrenrunde am Himmel kann man leider nichts machen, aber es nervt und man wird unruhig. Aber Gottseidank ist ja noch mal alles gut gegangen.
    Trotz der Sprachschwierigkeiten habt Ihr alles gut gemeistert und Eure Unterkunft ist super, sogar mit Schuse-Mieze ... was will man mehr.
    Schade das es geregnet hat, aber ich denke es gab bestimmt noch einige schöne Sonnentage.

    Bin schon gespannt wie es weiter geht...
    Liebe Grüße
    Biggi

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  3. Schön schaut es aus und halt auch mit eingehaltenen Vorgaben für eine Casa Rural. Finde ich klasse. Bei dem Wohnzimmertisch und der Aussenbank/Tisch/Stühlen musste ich grinsen denn die kannste hier im Gästehaus auch vorfinden ;-)

    Mit der Sprache sollte dich auf den Kanaren nie wundern. Selbst Englisch wird erst seit wenigen Jahren in den Schulen gelernt; die meisten Canarios sprechen nur Spanisch und darunter gibt es auch immer noch welche die entweder nicht lesen oder schreiben können.

    Liebe Grüsse

    N☼va

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    1. Hallo Nova,
      die Unterkunft wurde per booking.com durch ein örtlichen Reisebüro vermittelt. Die haben noch ca. 70 solche Häuser auf La Palma, fast alle habe ich schon angeschaut, von Neugierde. Alle sind diese "Casa rural" stil und alle haben fast identisch die selben Möbel.
      Mit der Sprache habe ich kein Problem, wenn ich es im Voraus weiß, dafür habe ich auch das Wörterbuch vorsichtshalber mitgenommen, aber hier muß ich dir noch was erzählen.
      Diese Reisebüro, bei denen meine Buchung angekommen ist, schrieb mir dann die Bestätigung und paar Infos auf deutsch, dazwischen den Namen und Tel.Nr. des Besitzers. Paar Wochen später habe ich denen zurcükgeschrieben auf deutsch, wann wir ankommen und wann wir ca. bei dem Haus sein werden, ob sie so lieb wären, daß sie es dem Besitzer Bescheid sagen. Und sie sollten mir seine E-Mail Adresse schicken (da ich dachte, wenn er nur spanisch kann, kann ich mit ihmnoch bequem Briefe wechseln mit Hilfe des google translets.
      Da kam eien überraschend freche Antwort, was will ich denn, ob ich kein Telefon habe, daß ich nicht ihn selber anrufen kann?
      Boah, ich war voll mit Wut. Weil ich eben nicht weiß, ob er englisch oder deutsch kann, deshalb wäre es so einfacher gewesen, daß sie meine Nachricht vermitteln. Ich schrieb nichts zurück, weil sonst hätte ich etwas grobes geschrieben. Aber sie haben es eben nicht erwähnt und wenn ich diesen mann angerufen hätte, hätte ich mit ihm auch nichts sprechen können. Da sie aber geschrieben haben, ich sollte ihn selber anrufen, dachte ich, das es selbstverständlich ist, daß er irgendeine Sprache kann.
      Liebe Grüße

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    2. Ja, als Casa Rural hat man bestimmte Vorgaben, so auch hier bei mir. Genau das soll es ausmachen und sich von den anderen Unterkünften abheben.

      Mit den Reisebüro und herausgeben von Infos musste anders sehen: Die geben nie etwas raus, weil, man könnte sich ja mit dem Vermieter in Verbindung setzen, dann bei ihnen alles stornieren und direkt beim Vermieter buchen. Das kommt günstiger für den Mieter. Diese "Vermittler" wissen genau wenn ein Gast nochmal dort einkehren möchte dann wird er es nicht mehr über sie machen. Ist ja auch logsich, und meine wiederkehrenden Gäste freuen sich immer wenn sie weniger bezahlen müssen.

      Meine ersten Gäste hier hatten erst für 14 Tage über ein Portal gebucht und weil es ihnen und von der Belegung möglich war haben sie dann vor Ort gleich nochmal für zwei Monate verlängert.

      Grundsätzlich kannste eigentlich von ausgehen das die meisten Canarios nur spanisch können, wobei es natürlich auch welche gibt die sogar Deutsch verstehen und sprechen. Somit immer Obacht wenn man etwas sagt ;-)

      (alles Dinge die ich früher auch nicht gewusst hätte)

      *liebwink*

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    3. Da hast du was falsch verstehen, die haben eben die Nummer von dem Mann gegeben und wollten, daß ich mit ihm selber spreche. Wenn sie nichts ausgeben wollen, dan hätten sie auch können ihm meine Infos weitergeben. ;-)
      Liebe Grüße

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  4. Liebe Flögi,

    welch abenteuerliche Reise ihr hattet. Da wäre es mir mit Sicherheit auch ziemlich mulmig geworden. Ein anstrengender Tag hatte dann doch noch einen entspannten Abschluss glücklicherweise.
    Aber hübsch sieht es aus wo ihr gewohnt habt.

    Liebe Adventsgrüessli
    Julia

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  5. Die vielen Schluchten beim Regen hören sich nicht so gut an (könten aber toll ausgesehn haben, so auf einem Bild :) Toll das es mit dem Auto so einfach geklappt hat und die Unterkunft sieht auch prima aus (insbesondere das Essen). Liebe Grüße, ich freu mich schon auf die weiteren Teile.

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