Freitag, 25. November 2016

La Palma: Infobericht und Gedanken darüber, warum wir auf diese Art reisen mögen

Bevor mein richtiger Reisebericht losginge, möchte ich paar allgemeine Infos über la Palma hier mitteilen und paar persönliche Gedanken, über unseren Reisestil, da eben mehrere Leute nachgefragt haben, wieso wir uns nicht in einem all inclusive Hotel bedienen lassen und wie kann man im Urlaub mit Einkäufen und Kocherei glücklich sein??? :-)

Aber erst über La Palma, die von den sieben Kanaren die Nordwestlichste ist und zu den sog. kleinen Kanaren gehört. Von der Inselkette, die von den folgenden Inseln besteht: Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, El Hierro, La Gomera und La Palma, haben wir schon bereits 5 Stück bereist: 5 mal Teneriffa, und einmal Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria und diesmal La Palma.

Quelle des Bildes: https://de.wikipedia.org/wiki/La_Palma#/media/File:Kanaren_Lage.jpg

Es hat sich schon bei unserem ersten Besuch auf die Kanaren (2004: Teneriffa) ergeben, daß wir diese Inseln äußerst interessant, schön und klimatechnisch sehr sympathisch finden und schon damals entschlossen uns, daß wir alle sieben sehen wollen.
Da die Kanaren relativ schnell und günstig erreichbar sind und wegen dem fast konstant guten Klima in jeder Jahreszeit für eine Reise geeignet sind, wussten wir es schon schnell, daß sie bei uns immer für den Zeitraum, wo wir in dem gegebenen Jahr keine große, neue Entdeckungsreise mehr machen wollen, nur einen lockeren Erholungsurlaub, bleiben die Kanaren immer als eine offene Option da stehen.
Mittlerweile reisen wir schon fast immer im November dahin, damit unser Winter zwischen zwei anderen Urlauben etwas gekürzt wird.

La Palma wirkte für mich sehr ähnlich zu Teneriffa, sogar nannte ich sie ihre kleine Zwillingsschwester. Sie ist genauso abwechslungsreich, mit grünen, üppigen Küsten und großen, abenteuerlichen Bergen, ist aber weniger bekannt, so ist sie viel ruhiger und günstiger (Unterkunft, Mietwagen). Sie hat einen Flughafen, wodurch leicht zu erreichen ist, deutsche Charterflüge wie Condor und Air Berlin fliegen aus unterschiedlichen deutschen Städten einmal pro Woche hin. Als Alternative kann man mit den täglichen Charterflügen auf die größeren Kanaren fliegen und von dort mit den innerkanarischen Fluggesellschaften Binter Canaria oder Canary Fly "rüber propsen" (Propellermaschinen) auf die Insel, oder aus einer deutschen Stadt aus nach Madrid oder Barcelona fliegen und von dort mit der spanischen Iberia auf die Insel gelangen.
Wir haben diesmal letzteres getan mit Umsteigen in Madrid. Unsere Tickets waren pro Person knapp über 300 Euro. Bei der Iberia muß man sein Essen und Getränke kaufen, dies tun wir aber nie, sondern nehmen es uns mit.

La Palma ist geologisch gesehen die Jüngste von den Kanaren. In der Mittellinie der schildförmigen Insel läuft eine Vulkankette, südlich Cumbre Vieja genannt, mit ganz vielen ausgelöschten Vulkanen und nördlich mit dem Kamm der Caldera de Taburiente, ein ehemaliger Vulkankrater, die mit der Zeit durch Erosion zu einem mächtigen Talkessel geworden ist. Die unmöglich viele Lava, die von diesen Vulkanen ausgelaufen ist, hat die Küstenlinien der Insel gebaut.

Auch diese Insel funktioniert klimatechnisch sehr ähnlich wie Teneriffa. Die Passatwinde bringen an der östlichen Inselseite die aus dem Ozean aufsteigende Luftfeuchtigkeit Richtung Küste mit und die wandelt sich dann zu Wolken um, die immer höher steigen und durch ihren Luftfeuchtigkeitsinhalt vewandeln sich zu Regenwolken. Diese Wolken stoßen in die hohen Berge ein und steigen entlang deren Hängen weiter hoch. Meistens erreichen sie den Kamm, aber gehen nicht mehr darüber. So bleibt die östliche Inselseite immer bewölkter und regnerischer, als die westliche, die oft schön sonnig und wärmer ist. Auch im Westen befinden sich die meisten guten Strände und so auch die touristisch entwickelte Ortschaften.

La Palma hat uns sehr gut gefallen, und wir denken, wir werden noch da hinreisen. Die bewahrt noch viel mehr Ursprünglichkeit, als andere Kanaren, die wir bis jetzt kennengelernt haben und weil dort  so wenig los ist, kann man diese schöne Ruhe richtig genießen.

Und jetzt kommt das Thema, was nicht jeder Freund von uns verstehen kann, warum wir einen Urlaub uns nicht in einer all inclusive Anlage wünschen.
Wie auch immer, jeder soll damit zufrieden und glücklich sein, was er mag und soll akzeptieren, daß einem anderen anders gut ist.

Wir verbringen den größten Prozentteil unseres Lebens mit einer Arbeit, wo wir den ganzen Tag mit fremden Menschen arbeiten, wo wir diese nach ihren unterschiedlichsten Splien bedienen, wo auch viele böse und unerträglich hinterlistige Menschen dazwischen sind, die nur damit beschäftigt sind, unsere letzten Nervenzellen auch kaputt zu machen, suchen wir schon elementar während unseren Urlauben die Ruhe und Isolation. Wir wünschen uns nicht in großen Hotels ähnliche Menschen zu sehen und ertragen, wir wollen nicht an Massenfressereien teilnehmen, diese Art von Urlaub ist für uns keine Entspannung, sondern ein neuerer Stress, was wir überhaut nicht brauchen.
Seit Jahren bevorzugen wir solche Unterkünfte, die möglicherweise nicht mal in einem Apartmenhaus sind, sondern komplett isoliert allein stehen, die jemand privat vermietet, die in der Pampa stehen, mit paradiesisch schönem Garten, Aussicht und Einrichtung, mit evtl. Pool und gut ausgerüsteter Küche, mit Blick auf das Meer. Wo man ankommt, Ruhe findet und noch mehr, nämlich das, was man (wir) sich im ganzen Leben wünscht, so leben zu dürfen. Selber ein Haus zu haben, selber so harmonisch schön haben, daß es für die Seele gut tut. Eine Klima zu haben, was man gut erträgt, was nicht zu heiß ist und auch nicht zu kalt. Lebensmittel kaufen und zubereiten können, was man zu Hause im frischen Zustand gar nicht oder nur schwierig und teuer bekommt. Irgendwo so sein, wie man sich es für immer vorstellt und wünscht, wie man es nicht erreichen kann, aber wenigstens für diese kurze Zeit, für einen Urlaub haben kann.
Wenn wir in der früh aufstehen, als erstes die Balkontür öffnen, und uns schlafbenommen, umgekämmt und in Schlafsachen auf den Balkon oder die Veranda stellen können, und solange, bis unser Inneres aufwacht, kocht schon Kaffee und Tee und wir setzen uns auf eigenen Balkon zum Frühstücken und ich bekomme meine Brotsorten und meine Käsesorten, die ich im Hotel nicht mal in Spurenelementen sehe. Ich kämpfe mit niemandem für das letzte Stück Schokocroissant (was ich gar nicht haben muß), ich bettele bei keinem Kellner, daß er ein Stück frische Zitrone bitte zu meinem Tee organisiert, ich zahle für ein gekochtes Ei nicht extra 50 Cent pro Stück und ich schau nicht in andere unerwünschte Gesichter rein und achte ich nicht darauf, wie ich mich halte, verhalte, was ich und wie laut rede. Ich bin frei und habe alles so, wie is es mag und ich mir wünsche. Und es ist schöner als alles anderes. Und es ist nicht anstrengend ein Frühstück auf den Tisch zu zaubern, oder Orangen frisch auszupressen, weil es besser schmeckt und Spaß macht. Alles ist still und ruhig und paradiesisch.

Die Selbstversorgung ergibt natürlich eine ganz andere Art Urlaub. Wir müssen tagsüber um Abendessen, um Einkäufe kümmern, sogar müssen deshalb manchmal ein Programm unterbrechen, damit wir noch rechtzeitig im Laden ankommen vor dem Schluß. Es raubt viel Zeit, aber macht Spaß, das auszusuchen, was man sich wünscht und ist meistens viel billiger, als in einem Restaurant zu essen. Es wird spät, wenn wir heimkommen, es dauert lang, Gambas zu putzen oder den Grill anzuschmeißen, abwarten, bis es glüht, Salatgemüse putzen und schnipseln. Aber wir sitzen dabei neben einander, und jeder von uns weiß von alleine, was er besser kann, was sein Teil von den Aufgaben ist. Es ist harmonisch. Und da entstehen die schönsten Gespräche und man spricht auch von dem Tag, von dem Gesehenen, man verdaut die Erlebnisse mehr, als sonst, man speichert davon mehr ab. Die Erinnerung wird intensiver. Weil es einfach schön ist zusammen zu sein, und das ist der eine Sinn von dem Urlaub, zusammen etwas zu machen, was uns beide glücklich macht.
Und dann entsteht ein äußerst leckeres Essen, es macht Spaß das selbstgemachte zu essen, es schmeckt, es ist viel und der Tag endet mit Zufriedenheit. Selbst der große Abwasch macht danach keine besondere Schmerzen oder Lustlosigkeit. Weil wir glücklich sind. So glücklich, wie zu Hause nie. Diese Art von Urlaub spendet uns eine Lebensform, wie wir immer leben möchten. 

Auch wenn wir diese Art zu reisen sehr lieben und bevorzugen, ist es doch für uns fast unmöglich an solche wunderbaren und ruhigen Häuser zu kommen, da sie meist in anderen Ländern für uns schlichtweg nicht zu bezahlen sind. Umso mehr haben wir uns diesmal gefreut, daß es so wunderbar geklappt hat.

Kommentare:

  1. Kann ich gut verstehen. Habe ich früher auch immer gerne gemacht, und kochen ist für mich auch Entspannung. Zudem kann man auch mal was Essen gehen. Zumindest ist man an keine Essenszeiten gebunden, kann sich an den Tisch setzen wie man möchte und auch genießen solange man möchte. Falls es mal Hotel war dann immer, wenn überhaupt, mit Frühstück und alles Andere unterwegs. Die einheimische Küche kennenlernen, die Produkte zu genießen ist in meinen Augen viel schöner als die Büffets an denen man sich anstellen muss und die meist doch den Touristen angepasst sind.

    Liebe Grüsse

    N☼va

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  2. Ich finde, wenn man einen stressigen Job hat (ich arbeite als Rechtsanwalt zbs) muss man einfach davon weg kommen. Besonders wenn man mit Menschen arbeitet. Da kann es immer stressig werden. Ich teile deine Liebe für Orte wo man ruhe finden kann (obwohl ich auch manchmal grösere Städte mag da es in meiner Nähe hier um Mostar, viele ruhige Orte gibt). Freue mich auf deine Bilder aus La Palma.

    Mersad
    Mersad Donko Photography

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  3. Hallo Andi,
    ich mag auch lieber diese individuellen Reisen und kenne es auch, dass die meisten Ferienhäuser, die schön gelegen sind, oft zu teuer sind.
    Ich freue mich mit Euch, dass diesmal alles so gut war.
    Viele Grüße, Synnöve

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  4. Hallo liebe Andi,
    Du hast vollkommen Recht, man muss sich an keine Zeiten halten, man kann seine Ausflüge planen wie man möchte. Wenn man zu zweit ist und sich gegenseitig hilft macht das Essen zubereiten auch Spaß und der Abwasch danach geht dann auch schneller.

    Ich hab ja schon auf FB ein paar Deiner Urlaubsbilder gesehen und war sehr beeindruckt... TOLL.
    Wir werden die Weihnachts- und Silvestertage auf La Palma verbringen. Bin schon gespannt was Du noch so über die Insel schreibst und was Du für schöne Fotos zeigst.

    Liebe Grüße
    Biggi

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