Dienstag, 13. Dezember 2016

La Palma - Die Inselmitte (Roque de Muchachos)

Bevor ich meinen Bericht hier weiterschreibe, möchte ich euch darauf aufmerksam machen, daß ich vor kurzem ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis verfasst habe, wodurch ihr alles in meinem Blog super schnell finden könnt. 

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Nochmal mögen wir nicht um halb 7 aufstehen, aber um 7 Uhr müssen wir doch, damit wir zeitig zu dem Roque de Muchachos rauffahren können. Es ist ein sonniger Tag, aber mit mehr Wolken und nicht mit dem gigantischen Fernblick, wie es vor zwei Tagen war, als wir hier nicht rauffahren durften.Wir beobachten alles, was der Grund sein konnte, weshalb wir nicht hierher fahren durften, aber wir sehen nichts, nur noch ab und zu Schnee in Spuren.






Wir erreichen 2.000 Höhenmeter und da oben empfangen uns rote Felsen. Von einem Parkplatz gehen wir zu einem Aussichtspunkt, wovon man auf die Caldera de Taburiente sehen kann. Die erinnert mich an die drei mächtigen Kalderas auf der Insel Reunion, aber die waren viel viel grüner.











Der Roque de Muchachos ist mit 2.426 m der höchste Punkt der Insel, und ist Teil von dem Rand eines ehemaligen Vulkankraters und Teil  des Nationalparks La Caldera de Taburiente. Der Krater wurde von Wind und Regen stark erodiert und ist mächtig groß. Hier oben stehen etliche Gebäude der Sternenobservatorien des Astronomischen Institutes von La Palma. In klarem Wetter könnten wir Teneriffa und La Gomera sehen, aber dieses Glück haben wir nicht heute.














Als wir bei dem Roque de Muchachos in den Parkplatz ankommen, sind wir die dritten dort. Von hier kann man noch über einem gepflasterten Pfad paar hundert Meter zu einem anderen Aussichtspunkt weitergehen. Das machen wir auch. Unterwegs sehen wir einige ausgetrocknete Natternköpfe, die im Mai blüten, wie auch die Ginsterbüsche, von denen hier ganz viele gibt. So muß es hier im Mai am schönsten sein und wenn wir noch mal auf die Insel reisen, werden wir Mai dafür auswählen.










Von dem zweiten Aussichtspunkt sehen wir tief in die Caldera de Taburiente, links bei der La Cumbrecita, sehen wir die Passatwolken, die dort an den Berg stoßen und über dem Kamm langsam rüberfließen. Das ist echt ein wunderschönes und interessantes Phänomen.  









Zurückkehrend in den Parkplatz, sehen wir, daß dieser voll ist und immer mehr neue Autos kommen, die sich nervös hupend Platz schaffen wollen. Wir wollen aber noch gemütlich Sandwich essen und setzen uns vor unserem Auto auf zwei Steine. Hier fallen M. zwei komische Figuren auf, die die Autos anschauen, als sie die aufbrechen wollten.

Dann fahren wir los und gut zwei km nach dem Parkplatz sehe ich am Straßenrand unter einem Fels einen Rucksack, der mir sehr komisch vorkommt. Wir halten an. Der Rucksack ist mit der roten Farbe der Felsen geschmiert, als ob es von dem Berg runtergerollt gewesen wäre. Wir machen uns gedanken, daß vielleicht da oben ein Wanderer was davon rausnehmen wollte und es dabei runtergefallen ist. Nicht daß jemandem was passiert ist. So gucken wir herum, ob nicht jemand irgendwo verletzt liegt und rufen Hallo. Was sollen wir jetzt tun?

Dann merken wir, daß die Reißverschlüsse des Rucksackes aufgemacht sind und wir schauen darein und sehen in einem Fach zwei Geldbeutel und gucken von Neugierde rein, wen sie gehören können. Wir entdecken darin Bankkarten und Ausweise eines deutschen Paares, aber kein Bargeld. Dann denken wir sofort, der Rucksack wurde im Parplatz geklaut und die Täter haben nur das Bargeld rausgenommen und dann auf dem Fluchtweg den Rucksack einfach aus dem Auto geschmissen. Die zwei komischen Kerle. Was sollen wir jetzt machen? Wenn wir es zu einer Polizei irgendwo ganz unten in einer Stadt bringen, ist kaum wahrscheinlich, daß das Paar es genau dort suchen wird. M. sagt, daß als wir weggefahren sind, ist da oben gerade ein Ranger angekommen und wir sollten es zurückfahren dorthin. So tun wir auch.
Bei dem Roque de Muchachos geben wir den Rucksack beim Nationalparkranger ab, erzählen dazu, wie es alles war und in dem Moment kommen die zwei Deutschen zu uns, denen es gehört. Sie freuen sich sehr und wir auch, daß wir jemandem helfen konnten. Sie hätten ohne Papiere nicht mal heimfliegen können. Wir hätten in einem anderen Fall auch so getan. Das Paar hat den Rucksack im Auto hinter dem Fahrersitz gelassen, solange bis sie zu dem Aussichtspunkt gelaufen sind. Das würde ich nie tun, wir lassen im grundegenommen nie was im Auto, egal wo und wann. Oft ist es nervig, alle Sachen zusammenzusammeln, Rucksack, Kameratasche und noch was mitzunehmen, aber mir ist es doch ieber so.
Aber die Tatsache, daß hier so schnell so was passieren kann, macht uns einige Gedanken, die uns ein bißchen deprimieren.

Dann fahren wir auf einer sehr kurvenreichen schmalen Nebenstraße Richtung Puntagorda runter und nachher bei Los Llanos,zu dem Parkplatz wo sich der Barranco de las Angustias endet. Hier wollten wir nachschauen, welche Möglichkeiten für eine Wanderung in der Schlucht gibt, aber die Wanderungen, die wir gerne machen würden sind 5-6 Stunden lang, und auch wenn wir diese an einem anderen Tag machen täten, müssten wir erst von unserem Haus 1,5 Stunden hierher fahren.
Wir setzten uns hier unter einem Baum in den Schatten und essen unsere Brote, währenddessen ein Falke über uns auf dem Baum landet.










Danach sehen wir die zentral liegende Altstadt von Los Llanos an, die uns gut gefällt und fahren zu den Vulkanen von Cumbre Vieja.






Die Cumbre Vieja ist ein sehr langgezogener Bergrücken, die direkt durch die Inselmitte süd-nördlich führt und von lauter ausgelöschten schwarzen, roten und braunen Vulkankegeln besteht. Hier entlang zieht auch die fast 20 km lange Volcano Route, ein Wanderweg, der entlang dieser Vulkankegel führt und wir gerne davon ein kleines Stück abgewandert hätten. Aber nicht mehr heute, da es schon 17 Uhr ist und ab 18 Uhr wird langsam dunkel.







In den Parkplätzen wenn man anhält, kommen sofort mehrere Raben, die nach Essen betteln. Wir geben denen auch ein bißchen Brot.







Bei dem Refugio el Pilar beginnen die meisten Wanderwege, die erst durch dick mit Nadeln bedeckten Wäldern zu der Cumbre (Kamm glaube ich) führen.Wir wollen noch zurückkommen, aber weil wir hier diese podenco Hunde frei auf der Straße laufen sehen, würden wir uns hier nach dem Hundeerlebnissen von vorher nicht mehr wandern trauen.




Als wir dann an der anderen Inselseite abwärts fahren, sehen wir zusammenhängende Wolkendecken unter uns, aber wegen den Bäumen kann ich diese Erscheinung nie einmal richtig gut fotografieren.






Wir halten dann noch kurz bei Santa Cruz an, den Hafen, den schwarzen Strand und Schiffe zu fotografieren.






Wir grillen am Abend wieder Kaninchen:




Kommentare:

  1. Wäre wahrscheinlich böse wenn ich sagen würde: "Dummheit muss bestraft werden", aber so ist es eigentlich ja wirklich. Auch ich warne immer wieder Taschen und gerade Papiere oder Kameras im Auto zu lassen. Das Cabildo von Tenerife hat ja auch schon mehrsprachige Flyer herausgegeben weil es leider immer wieder vorkommt. Gerade auch in den "Wintermonaten" vermehrt, denn dann kommen die Banden z.B. von den Balearen auf die Kanaren um ihr Unwesen hier weiterzutreiben. Leider kann man nur sagen denn es sind schon teilweise organisierte Ost-Europäische Banden, davon auch in diesem Jahr wieder welche geschnappt.

    Wie schön das ihr helfen konntet, und die Ranger dürften dann wahrscheinlich auch wieder ihre Runden laufen.

    Eine schöne Tour gemacht, einiges gesehen und dann noch lecker gegessen, so wie der Tag sein sollte, gell.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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    1. Ja, mir wäre es nie eingefallen, was dort zu lassen. Noch weniger, wenn im Reiseführer dieser Parkplatz schon so berschrieben ist, daß die meisten Diebstähle hier passieren.
      Die Banden kenne nsich schon gut aus, wissen, wann der Ranger anfängt, die machen es noch vorher.
      Liebe Grüße

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  2. Liebe Flögi, gut dass der Rucksack von solch netten Menschen wie euch gefunden wurde, und so evtl. doch noch seinen Besitzer wieder finden konnte. Ich habe auch mal auf einer Raststätte Mitten in Deutschland meine Handtasche vergessen - ein guter Mensch hat sie an der Kasse abgegeben, ich wurde angerufen und es war noch alles da, auch Bargeld. Manchmal gibt es halt doch noch gute Menschen auf der Welt. Die Raben zu füttern, das hat sich wohl gelohnt ... die Fotos sind super geworden. Ansonsten wieder ein toller Beitrag über diese interessante Insel. Bezügl. der Hunde müsste ich wohl mal ein Training mit Dir machen .... Aber Respekt ist sicher angebracht! Liebe Grüße Marion

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    1. Danke Marion, paar gute Ratschläge wegen solchen Hunden nehme ich sehr gerne in Kauf!
      Ohh, wir haben schon heuer auch Geldbeutel am Strand in Griechenland gefunden und was weiß ich noch was, wir finden ständig was. :-)
      Liebe Grüße

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  3. Hallo liebe Andi,
    oh je wie kann an nur seine Sachen im Auto lassen *kopfschüttel*
    Gottseidank ward ihr in der Nähe und konntet helfen.

    Ihr habt wieder einen tollen Ausflug gemacht... herrlich.
    Bei uns sind es nur noch 10 Tage *freu*

    Liebe Grüße
    Biggi

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    1. Hallo Biggi,
      ich hoffe, du konntest noch die vorherigen Teile auch durchstöbern. In paar Tagen bin ich fertig mit dem Bericht, da kannst du davon dir noch Ideen schöpfen.
      Liebe Grüße

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