Freitag, 21. April 2017

Stürmischer Ausflug zu dem Velencei See (Naturlehrpfad und Abendessen)

Velence (spich: "Welenze") ist das gleiche Wort wie auf Ungarisch Venedig heißt. Und so heißt der See auf deutsch übersetzt "Venediger See". :-) 
Der Velencei See ist Ungarns drittgrößter natürlicher See. 1/3 Teil von seinem 26 km2 Gebiet besteht von Schilfen. Der See ist sehr seicht, hat eine Durchschnittstiefe von 1,60 m. Der See war in den '80-er Jahren ein absoluter Lieblingsbadeort von den Budapestern und viele hatten dort Wochenendhäuser.
Die umliegenden Schilfe bieten viele Lebensräume für Zugvögel und viele Gebiete sind davon Naturschutzgebiet. 
Der See ist Europas wärmster See, in den Sommermonaten erreicht sein Wasser bis zu 26-28 C Grad. 

Wir warteten sehr lang zu Hause, daß der Regen aufhört und fuhren erst gegen 14:30 Uhr zu dem See, der von Budapest über Autobahn innerhalb einer knappen halben Stunde erreichbar ist, los. 
Wir suchten gezielt die Ortschaft, Dinnyés, über die eine andere ungarische Bloggerin, die in Rosenheim lebt, gerade vor paar Wochen gepostet hat, und dort ein Naturschutzgebiert mit einem Lehrpfad vorgestellt hat. Nach diesem Schreiben habe ich diesen Ort direkt besuchen wollen.

Erst hielten wir bei einem Aussichtsturm an, wo uns aber der eisige Wind fast von oben weggeblasen hat, so konnten wir die Blicke auf das sumpfige Schilf nicht lange genießen.


Ich weiß nicht genau, was mit diesen Schilftürmen passiert, aber ich vermute, die werden für Hausdächer aufgehoben und bearbeitet.







An dem Anfang des Lehrpfades ist ein Bauernhof, wo man die ganz typischen ungarischen Graurinder sehen kann (in deutsch nennt man sie auch "Steppenrinder").









Der Himmel war so schwarz, daß wir Angst hatten, daß wir in jedem Moment Hagel um den Hals bekommen können und die Kälte kann ich euch kaum beschreiben. 
Auch eine kleine Schafherde haben wir gesehen und erneut solche Schilfhaufen, wie schon vorher. 
Als wir dann die Sümpfe erreicht haben, und dort drei Beobachtungstürme gesehen haben, waren wir sehr enttäuscht, da dort Schilder hingen, daß es höchst geschütztes Gebiet ist und der Eintritt ist verboten. Wie hat so ein besessener Naturfotograf Chance, selten vorkommende Vögel zu fotografieren??

















Herumgelaufen auf dem Pfad kamen wir dann im Ort zu der Hauptstraße an und mussten noch dieser entlang laufen. 
In Ungarn hat jedes Dorf das selbe Sysytem. Zwischen den Häusern  und der Straße läuft immer ein Wassergraben und daneben stehen fast 90% immer Kirschbäume auf der Straße. Die blauen Handdruckbrunnen hatte früher jeder Ort mehrmals in den Straßen. Diese gehören zu den Gemeinden und jeder Mensch darf davon sich Wasser holen. In heutigen Zeiten haben sie zu große Kosten und werden leider deshalb teilweise entfernt. Aber man findet noch viele davon. 
Als ich Kind war und meine Sommerferien am Dorf bei Omas Schwester, die meine Patentante war, verbracht habe, spielten wir Kinder oft mit diesen Brunnen herum. 
Die haben immer diese blaue Farbe.



Das ist hier ein "Pulihund" - so heißt die Rasse. Er ist ein ungarischer Schäferhund (gibt es auch in weißer Version, aber schwarz ist ganz typisch). Die Haare sehen immer so aus, wie von einem Rastamenschen. :-) 
Fast jeder Dorfhof hat so einen Hauswächter:


Auch ganz typisch sind Höfe, die man mit landwirschaftlichen Elementen dekoriert und die Kirschbäume (auch viel Sauerkirsche dazwischen) sind in jedem Hof ein Muß!
Viele haben in ihren Gärten eigenen Handkurbelbrunnen oder sogar manchmal noch alten Hebebrunnen (darüber in nächstem Bericht) oder eben Autos aus den '80-er Jahren stehen. :-) 
Leider sind viele Höfe verlassen und wie überall auf der Welt, werden diese Dörfer immer weniger bewohnt, da sich dort keine Arbeitsplätze bieten und die Jugend zieht sich in die größeren Städte oder sogar nach Ausland.



Die Zeit ist schnell verlaufen und wir mussten schon uns eilig auf den Weg zu unseren Freunden machen, zu denen wir eingeladen waren. Auf demWeg sahen wir diesen Bussard auf dem Strommast.


Auf die Frage, was sie uns kochen sollten, antworteten wir beide, daß wir lieber von der guten Paprikawurst essen möchten, die der Vater unseres Freundes selber herstellt. Dazu hat seine Frau Kurkumabrot gebacken (hier jetzt geflochten, damit besser aussieht). Es war alles so sehr lecker.



Kommentare:

  1. Das glaube ich auch mit dem Schilf, so kenne ich es auch noch teilweise aus Norddeutschland für die Reeddächer^^ Die Rinderart kannte ich noch nicht und habe ich auch noch nie gesehen.

    Bei professionellen Naturfotografen könnte ich mir gut vorstellen dass es eventuell eine Genehmigung für sie gibt, aber wohl nicht für den "Otto-Normal-Fotografen". Finde es aber gut das es solche Verbote gibt, auch wenn natürlich schade wenn man selbst keine Fotos machen kann. Die Tiere, der Schutz und vor allem auch immer die Brutzeiten müssen einfach geschützt werden. Leider gehen nicht alle Menschen so sorgsam mit der Natur um.

    Ein interessanter Post, einige neue Dinge gesehen und gelernt. Danke dass du uns mitgenommen hast.

    ...auch, und lecker schaut es auch aus. Wie gut dass ich schon gefrühstückt habe ;-)

    Liebe Grüssle

    N☼va

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    1. Ich habe solche Schilfbunde vorher noch nie gesehen. Die haben mich fasziniert.
      Ja, ich bin auch dafür, daß man nicht überall hinkam, und auf dem Schild stand noch, daß man mit einem Guide hin kann. Nur wo man so einen findet, keine Ahnung, im Internet habe ich nicht gefunden.
      Liebe Grüße

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  2. Ein herrlicher Bericht, so viel Neues und auch ich bedanke mich für die "Rundreise".
    Ja so wird das Reet hier auch getrocknet, da hast Du ganz Recht mit Deiner Annahme.
    Interessant finde ich, das alle Dörfer nach dem gleichen System gebaut sind, wieder etwas Neues gelernt. Genauso wie die Vorstellung der Rinder - schauen sehr beeindruckend aus.

    Was ich allerdings kenne ist der Puli (meine Schwiegermutter wollte immer mal so gerne einen haben), allerdings habe ich in echt noch nie einen gesehen.

    Liebe Grüße und einen guten Start in das Wochenende
    Kirsi

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    1. Vielen Dank für den Kommentar Kirsi!
      Diese Rinder kannst du in Ungarn überall sehen, und sind wo anders nicht heimisch, bzw. ich habe gelesen, in Polen gibt es ähnliche Rasse.
      Liebe Grüße

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