Mittwoch, 14. Juni 2017

Seychellen - Teil 6. / Anse Volbert, Cote D'or

5. Tag

Wir stehen hier jeden Tag um 7:50 Uhr auf, aber ich bin meistens schon viel früher wach. Für heute war der Strand Anse Lazio geplant, aber wonach es dort gestern so mörderisch wellig war, wollen wir gar nicht mehr dorthin. Am liebsten möchten wir auf unseren Lieblingsstrand bei Cote D'or, auch wenn es wegen dem Auto ein Blödsinn ist, nur 2,5 km weit zum Strand zu fahren. Aber was anderes fällt uns nicht ein. 

Als wir ankommen, sind in dem ersten Moment sehr enttäuscht, da wir Einsamkeit wollten und vergasen dabei, daß es Wochenende ist. Wie auf Mauritius und Réunion schon gesehen, gehen die Einheimischen am Wochenende in großen Gruppen auf die Strände, Familien und Freunde sind zusammen, sie grillen, sie beten, sie feiern, es ist eine sehr schöne Tradition. Am Anfang sind schon so um die 20 Menschen an dem kleinen Strand, die mich richtig unruhig machen, da ich um unsere Sachen Angst habe. Muß ich aber nicht, die sind alle so höflich und wenn ihre kleinen Kinder über unsere Handtücher laufen, kommen die Mütter gleich und entschuldigen sich und schütteln sogar unsere Handtücher ab, daß es schon uns etwas ungemütlich ist, daß hiesige Menschen wegen uns sich entschuldigen müssen. Wir sind hier Fremde und fühlen uns angespannt, wie Eindringlinge.
Die kleinen Kinder spielen den ganzen Tag im Sand und im Wasser, aber nur am Rand. Die Frauen beobachten sie, aber sie gehen nur ganz selten ins Wasser, dann auch in ihren Kleidungen, was sie anhaben. Auf Mauritius sind die Hindu Frauen sogar in wunderschönen Kleidern, von bestimmt teueren Stoffen ins Wasser gegangen. Ich verstehe es, daß sie so gewöhnt sind, daß es ihre Religion so verlangt, aber ich verstehe nicht, wie kann man danach den ganzen Tag in diesen nassen, kühlen, klebrigen Sachen bleiben. Vom Salzwasser werden die Stoffe besonders ekelig, klebrig und trocknen in mehreren Tagen nicht richtig. Wir können nicht mal 5 Minuten unsere nassen Badehosen ertragen,und noch weniger, wenn wir uns damit aufs Handtuch legen würden und dann immer auf dem kühlen feuchtem Tuch liegen müssten. Wir wechseln ständig trocken und nass ab.

Die Männer stehen in Gruppen bei dem Grill und beschäftigen sich nicht mal kurz mit ihren Kindern oder Frauen. Ich habe gehört, die Hiesigen haben Angst bzw. Respekt vor Wasser und viele können nicht mal schwimmen, sie gehen ungerne ins Wasser, das merkt man hier genau. Für uns wieder unvorstellbar, am Meer zu wohnen und nicht ständig im Wasser zu sein oder nicht schwimmen zu können.
Einmal nimmt der Wind den großen aufblasbaren Ball der Kinder mit. Er fliegt schnell auf der Wasseroberfläche weg. Die Kinder schauen verzweifelt nach, die Mütter stehen tatlos am Wasserrand und die Männer gucken da nicht mal hin. Ich schicke meinen Mann hinter den Ball und die Kinder freuen sich sehr, als er ihn zurückbringt.
Mittlerweile kommt viel Rauch und immer bessere Düfte von dem Grill zu uns und wir essen unsere trockenen Toastbrote, die wir von dem Frühstück mitgenommen haben und läuft unser Speichel und träumen davon, wie schön wäre hier mitessen zu dürfen.
Ein ganz großer länglicher Tisch wird mit Essen vollgepackt, wie ein Buffet: große Warmhalteschüsseln mit Gemüsereis, Gemüsenudeln, Kartoffeln, gegrilltes Fleisch, Fisch, Würstchen...
Und auf einmal kommt ein älterer Mann zu uns und legt uns zwei Plastikteller auf die Handtücher und lädt uns sehr freundlich zum Essen. Wir gucken sehr überrascht und etwas schämig, aber voll Freude gehen wir mit. Unvertraut nehmen wir wenig von paar Sachen, aber sie hauen noch einen Haufen auf den Teller.

Wie ein Lotto Sechser ist dieses Essen. Mächtige Portion und total lecker alles!

Wir haben noch nicht einmal geschnorchelt, und hier kann man es auch nicht, das Wasser ist grünlich, aufgewühlt, undurchsichtlich. Ein Stück weiter, wo die mini Felsinsel ist, ist das Wasser klarer, aber auf der inneren Seite ist es nur bis zum Knöchel tief, und außen vielleicht um die 3 Meter, da trauen wir uns nicht rein, weil wir Angst vor Haien haben (nicht ganz ohne Grund, da hier schon Haiangriffe passiert sind und auch andere Urlauber erzählen uns immer wieder, Haie gesehen zu haben).
Heute habe ich den Fotoapparat nicht dabei, nur paar Bilder mit dem Handy:


Der kleine süße Hund ist wieder da, der uns an dem ersten Tag sogar ins Meer bis zu den Felsen begleitet hat, der liegt immer vor unserem Handtuch. Die Einheimischen geben ihm was von dem gegrilltem Essen, aber nie was zum Trinken. Ich lege meine Alufolie zu einem flachen Schälchen zusammen und wir geben dem Hund trinken, der auch alles gierig trinkt. Auf den Inseln sind ganz viele streunende Hunde, aber alle sind freundlich und oft ganz abgemagert.



Nachmittag irgendwann gehen wir nach Hause, duschen, trinken paar kalte Getränke und fahren danach auf den Berg, Zimbabwe, den höchsten Punkt der Insel. Wir erwarten dort einen Aussichtspunkt, aber den finden wir nicht, die Straße endet in einem Zaun und dahinter stehen Sendungstürme.Nur von der Straße runterwegs bekommen wir manchmal Blicke auf die gegenüber liegende Insel, Curieuse.







Danach fotografiere ich noch lange Flughunde und stechen mich die Mücken zusammen. Die Mücken sind hier oft so klein, wie die Obstfliegen, man sieht sie kaum. 
Unser Abendessen sind die zusammengesammelten Joghurts, die wir von den Frühstücken haben. 

Kommentare:

  1. Der Hund is so süß. Schön das Du ihm auch Wasser gegeben hast. Die müssen ja richitg dursig sein bei diesen Temperaturen. Schöne Bilder vom Strand has Du auch gemacht. Das Essen sieht richtig lecker aus.

    Mersad
    Mersad Donko Photography

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  2. Hallo Andi,
    die Landschaft ist wirklich atemberaubend schön und der Hund ganz süß.
    Viele Grüße, Synnöve

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  3. Siehste, da hatte der "normale Wochenendbetrieb" auch was Gutes....lecker Essen und viel Atmosphäre. Sowas finde ich immer klasse, und so haben wir hier auch schon gute "Charco-Bekannte" gefunden. Man trifft sich dort und hat auch miteinander viel Spaß. Ich mag sowas.

    Toller Aufenthalt und schöner Ausflug. Bei dem kleinen Kerle wäre mir das Herz aufgegangen, was für ein süser Hund.

    Liebe Grüsse

    N☼va

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    1. Der war wirklich super süß. :-)
      Liebe Grüße

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  4. Hallo liebe Andi,
    das ist ja wie bei uns an der Ostsee, da ist am Wochenende auch Hochbetrieb.
    Aber es hatte ja etwas gutes für Euch, ihr habt ein lecker Essen bekommen und noch Einheimische kennengelernt... so etwas gefällt mir und ist immer schön.
    Das ist ja ein süßer Kerl... ein Jack Russel Terrier, da wäre ich auch dahingeschmolzen.

    Liebe Grüße
    Biggi

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    1. Danke für den Namen der HUndesorte, ich kenne mich da null aus.
      Liebe Grüße

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  5. Moin liebe Flögi,
    ach herrje, so einen Hund würde ich ja glatt nach Hause schmuggeln.
    Die Bilder erzeugen Fernweh.
    Liebe Grüße
    Angela

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  6. :-) Ohh, nee, ich denke nicht, daß es so leicht ginge. :-)
    Aber letztes Jahr, habe ich fast eine Katze aus La Palma mitgenommen. :-)
    Liebe Grüße

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