Montag, 5. August 2013

Sardinien - Südwesten, Costa Verde

1. Juli 2013 


Gerade sind wir gestern im Süden angekommen und heute wollen wir schon einen großen Ausflug machen. 
Wir konnten kaum schlafen, da die Umgebung voll mit Fröschen ist, die nach Mitternacht erst anfangen ein lautes Konzert zu geben. So stehen wir um 8 Uhr noch sehr betäubt auf. Der Weg zur Costa Verde schien auf der Karte nicht zu lang und kompliziert zu sein, in der Wirklichkeit sind da ganz schön kurvenreiche Serpentinen dabei und wir brauchen 3,5 Stunden bis wir ankommen. 
Die Costa Verde ist ein Naturschutzgebiet, das schwierig zu erreichen ist. Wir wollten danach noch nach Oristano, und rauf bis Bosa fahren, aber das es an einem Tag nicht zu lösen ist, merken wir ganz schnell. 

Pula: fast jedes Dorf hat solche Deko, die vielleicht (denke ich) von einer Dorffeier übriggeblieben sind:


Mächtige wachsige Blüten auf dem einen Baum, die laut meinen Recherchen mal Magnolie, mal eine Fikusart sein möchten. (?)


die Kirche von Arbus



Costa Verde
















Wir schauen hoch und sehen einen Regenbogenring um die Sonne: 






Bei den Dünen verbringen wir nicht lange Zeit und irgendwie war es für heute auch genug. Schon wieder dieses Gefühl, wie im Norden auch schon mal gehabt: warum sollen wir uns in der Hitze 4 Stunden auf furchtbaren Kotzserpentinen quälen dafür, daß wir eine halbe Stunden lang was anschauen, was sowieso so erscheint, als schon immer wieder das gleiche wäre??? Nein, es war genug von der Rumfahrerei, ab morgen wollen wir nur noch faulenzen. :-) 

In dieser Umgebung waren früher ganz viele Erzbergwerke und man sieht überall deren Spuren, abgebaute Berghänge oder zerfallene Fabrikgebäude.  







Auf dem Rückweg schauen wir die Stadt Iglesias an, aber wir finden sie als nichts besonderes und wollen in der Hitze lieber baden, also machen wir uns auf den Weg nach Süden zurück. 

Iglesias





Als nächtes halten wir in einem ausgestorbenen, verlassenen Dorf, Tratalias an. Hier befindet sich eine mittelalterliche Basilika, die schön erhalten ist. Komische Stimmung spüren wir, daß hier alle ehemaligen Läden, Restaurants zu sind, nirgends ein Mensch, leere Häuser, Totesstille. Es wundert mich, daß überhaupt aus dem Brunnen noch Wasser läuft. 





Porto Pino ist das erste Küstendorf, wo wir zum Meer ankommen. Der Strand hat schneeweißen Sand und weit weg, an dem anderen Ende der Bucht große Dünen - da wollen wir hin. Der Binnensee ist hier auch voll mit Flamingos. Wir versuchen auf einem fürchterlichen Weg zwischen Bauernhöfen zu den Dünen zu kommen, aber zum Schluß sperrt ein Stacheldrahtzaun unseren Weg: Militär Zone. Schade. 

Porto Pino


Wir sind so müde von dem wenig Schlaf, daß wir kaum mehr die Augen offen halten können, und wollen nur noch nach Hause. 30 km weit wohnen wir nur noch, aber erst müssen wir durch eine kurvige Bergstraße.  

Ich gehe joggen, es tut gut, aber ich muß dabei fast bis zum Tote erschrecken. Viele Grundstücke sind hier ohne Zaun und als ich laufe, bellen mich viele Hunde an, zum Glück, viele davon an der Kette. Aber ein kleiner bulldogmäßiger Hund rennt voll auf mich los, und will mich an dem Bein beißen. Ich sterbe fast vor lauter Schreck und schreie automatisch ganz laut. Ich habe leider keine Zeit mehr zu überlegen, was am besten zu tun wäre, deshalb halte ich erst an und schaue erst den Hund an. Er hält auch an, ein Meter vor mir und fletscht und knurrt auf mich. Ich habe Totesangst und versuche (wie es man in den Fernsehsendungen immer hört) ihm zu zeigen, daß ich hier der Herr bin (mit Scheiße in der Hose). Ich strecke meine rechte Hand "Stopp" zeigend gegen ihn und sage bestimmend "no" zu ihm. Er bleibt da, aber wenn ich mich bewege, will wieder auf mich los. Ich gehe ganz langsam weg und später laufe ich weiter, aber mir geht es direkt schlecht, habe solchen Herzschlag. Total erledigt vor lauter Angst komme ich heim. Und es wäre so gutes Gelände zum Joggen gewesen, flache, geradeaus Straße, mit Schatten von den Eukalyptusbäumen ohne Verkehr. 

Zum Abendessen gibt es Pommes mit dünner, angebratener Karree und Salat. Das Fleisch schmeckt so gut. Wir sitzen lange auf der Terasse, hier ist es abends viel wärmer, als im Norden war, man muß sich nicht so anziehen. Wir machen Bekanntschaft mit den Bewohnern unserer Terasse. 



Kommentare:

  1. Na, da haste aber so einiges erlebt^^

    Nicht gerade sehr schön die Begegnung mit dem Hund, aber er wollte bestimmt nur das Revier vor Eindringlingen verteidigen. Dumm natürlich dass man nicht erkennen kann wo es anfängt und aufhört.

    Mit den Fröschen das kenne ich auch ganz gut, allerdings stört es mich nicht, im Gegenteil ich mag das Quaken und es wirkt auch beruhigend auf mich.

    Bei den Serpentinen habe ich das Gefühl dass du bzw. dein Magen da empfindlich ist. War das schon immer so und kannst du da nicht durch Ablenkung gegensteuern?? Finde nämlich gerade diese Straßen toll weil man von dort noch mehr die Landschaft kennenlernen kann^^

    Die Froschfotos finde ich klasse...genial wie er sich so an der Hauswand "festsaugt" :-)))

    Wünsche dir einen tollen Wochenstart und sende liebe Grüsse

    Nova

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    1. Hallo Nova,

      Ja, es war bestimmt so, mit dem Hund, obwohl ich auf der Straße war, er in dem Garten. Sie reagieren auf laufenden Mensch so, weil sie diesen Instinkt in sich haben, war wegläuft, daß ist Beute, also sie wollen fangen. Deshalb war auch gut, daß ich angehalten habe, dann war er auch ruhiger. Aber wenn es ein größerer Hund gewesen wäre...mag ich gar nicht denken.

      Paar Tage später haben wir uns auch auf die Froschquake in der Nacht gewohnt, aber in der ersten Nacht, war es schlimm. Dieser Frosch auf dem Balkon, hat uns ganz schön erschreckt, da er auf einmal runtergesprungen hat, wo wir in Dunkel nicht sehen konnten, was das ist. Übrigens er kakkte einfach von der Wand runter auf uns, was nicht gerade freundlich war. :-)

      Ich habe schon als Kind selbst Autofahren ohne Kurven nicht ertragen. Ich habe im Auto immer erbrochen, mußte immer eine Tablette vor der Fahrt nehmen, und davon schlief ich aber die ganze Zeit. Schiff vertrage ich auch nicht. Mir sind diese Serpentinen sehr qualvoll. Aber ich kann nicht Tabletten nehmen, da die immer betäuben und man schläft ein, bzw. stunden lang ist man gar nicht bei sich. Ich habe jetzt eine Freundin, deren 2-jährige Tochter auch jedes mal wenn das Auto in Bewegung kommt, sofort erbricht.

      Liebe Grüße

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    2. Hast du es schon einmal mit Bachblüten (Tropfen) versucht? Die haben doch eine beruhigende Wirkung und könnten da vielleicht auch helfen^^

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    3. Hallo NOva, habe noch nie was darüber gehört, ich weiß nicht, was das ist, muß ich erst dann nachgoogeln. danke

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  2. Boah...da sind so viele super Fotos dabei...Alle schick :)

    LG

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    1. Danke, es freut mich, wenn sie dir gefallen. ;-) LG

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  3. Wunderschöne Bilder . Bekomme ich gleich wieder Lust auf Urlaub . :) Liebe Grüsse Heike

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    1. Danke. Ich könnte auch schon so gerne wieder irgendwo am Meer sein...:-) LG

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  4. Toll Toll Toll. Die Bilder mit dem bunten Wimpelchen finde ich am Allerschönsten. Am Liebsten würde ich sofort meine Koffer packen, aber ich befrüchte Sardinien mitten in den Sommerferien ist unbezahlbar. :( LG, Nadine

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    1. Eigentlich habe ich immer gedacht, daß Sardinien so teuer sein soll, daß es nur ein Traumziel für uns bleibt und jetzt denke ich, daß wenn man so den Urlaub verbringt wie wir, dann ist es eben total günstig und immer wieder eine Reise Wert. Aber bestimmt nicht im Hauptsaison, schon wegen Menschenmassen und voll gefüllten Stränden. LG

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