Mittwoch, 21. Juni 2017

Seychellen - Teil 10. / Reise nach La Digue

8. Tag

Ich habe 7 Jahre lang ein ungarisches Reiseforum über die Seychellen gelesen und dort schrieben viele, daß La Digue (sprich: La Dik) von den drei Inseln die schönste ist. Ich wollte mich trotzdem nicht beeinflüssen lassen, ich habe die Länge der Aufenthalte auf den drei Inseln nach Inselgröße angepasst. So spendete ich für die kleine Insel, La Digue, mit 2 km Durchmesser nur vier Tage. Ich dachte es reicht auf jeden Fall. Ich muß aber zugeben, La Digue war wirklich die schönste Insel und wir hätten mindestens noch zwei Tage dort verbringen können und auf einen zusätzlichen Tag noch Bootsausflug zu nahliegenden anderen Inseln gemacht.

***

Wir stehen heute schon um 7 Uhr auf, damit wir bequem frühstücken und zusammenpacken können. Nora hat für uns auf 9 Uhr Taxi bestellt, aber dieses kommt schon um 8:45 Uhr und da wir schon fertig sind, fahren wir schon früher zu dem Hafen los. 
Unser Mietwagen steht noch immer im Garten. Wir machen davon Witz, daß Nora es behalten kann, damit ist unsere Bezahlung erledigt. :-) Nora hat schon öfter versucht den Kerl anzurufen, der ging aber nicht ans Telefon. Wir hoffen nur, daß ihm nichts schlimmes passiert ist. Wann er sein Auto abholt, erfahren wir dann nie mehr.  Nora verabschiedet sich von uns sehr herzlich, und sagt, wenn wir nochmal kommen, bekommen wir Rabatt.

Der Taxifahrer ist wie ein Gentleman angezogen und benimmt sich überhöflich gegenüber uns. Die Fahrt bis zu dem Färhafen dauert kaum 15 Minuten, so sind wir eine Stunde früher dort, da unsere Fähre um 10 Uhr fährt. Das Taxi kostet 300 Rupien (20 Euro). Wir warten im Hafen in einem Wartesaal und sind aufgeregt auf Neues. Wir verlassen eine Insel, wo wir uns schon gut zu Hause fühlen und fahren in das Unbekannte. Als ob jetzt eine neue Reise beginnen würde.



Die Fähre ist ein Speedkatamaran, die Art kennen wir schon gut aus Griechenland. Wir setzen uns auf das obere Deck, aber innerhalb einer Schutzfolie. Die außen sitzen, werden alle pitschnass. Das Meer ist wellig, aber nicht brutal, trotzdem wirft uns das Schiff hin und her. Gerade schaffe ich die halbstündige Fahrt ohne das es mir schlecht geht.

Wir kommen in den Hauptort von La Digue, in La Passe an. Auf der 9,81 km2 großen Insel gibt es keinen Autoverkehr, nur paar LKWs und paar Elektroautos (so Art Golfwagen) fahren rum. Nur 2.200 Bewohner besitzt die Insel und die leben hauptsächlich von Fischerei, Kopraproduktion (Kokosfleisch), Vanilleanbau und natürlich Tourismus. Die Insel wurde von dem Strand Source D' Argent weltberühmt, hier befinden sich die mächtigen glatten Granitfelsen, die schon in mehreren Fernsehwerbungen als Kulisse gedient haben. Dieser Strand steht auf Listen zwischen den ersten 10 schönsten Stränden der ganzen Welt. Die höchsten Felsen erreichen 330 m Höhe. Die meisten Touristen kommen wegen diesem Strand auf die Seychellen.



Viele Leute warten auf ankommende Gäste mit Namenschildern. Auf uns wartet niemand. Wir haben schon im Voraus besprochen, die 1,2 km bis zu unserer Unterkunft werden wir zu Fuß machen, zu Hause müssen wir auch so viel zu der S-Bahn mit Koffern laufen, der einzige Unterschied ist, daß es hier megaheiß ist. Natürlich versuchen uns Einheimische zu überreden, daß sie unere Koffer mitnehmen und uns Fahrräder ausleihen. aber wir brauchen es nicht, noch weniger unrealistische Preise dafür bezahlen. Auf dem Weg treffen wir unsere Exnachbaren von dem Appartment von Praslin, die schon zwei Tage vor uns hierher gekommen sind.

Natürlich läuft schon unser Schweiß runter, bis wir zur Unterkunft ankommen. Die nette Dame an der Rezeption empfängt uns mit Tüchern, die sie aus dem Eisfach rausnimmt und nach Menthol riechen und eiskalter Juice. Wir müssen noch viertel Stunde auf das Zimmer warten, das stört uns überhaupt nicht, wir erholen uns im Schatten. Das Zimmer ist schön (über alle Unterkünfte schreibe ich zum Schluß eine Zusammenfassung). Wir packen aus, duschen und nehmen sofort zwei Fahrräder. Jede Unterkunft hat hier Fahrräder für ihre Gäste, die kosten täglich 6-7 Euro pro Person.








Direkt in der Nähe entdecken wir ein take away Restaurant (Gala), und da wir schon Hunger haben, kaufen wir eine Portion Chickencurry, was für uns beide ausreicht. Es ist lecker und billig (50-80 Rupien kostet jedes Gericht).  


Die Inselmitte durchquerend, durch echte Dschungelpflanzen, auf die Straße hängende Lianen fahren wir zum Strand Grand Anse. Auch Kletterpflanzen mit gigantischen Blättern sehen wir, oder einige Mangobäume begleiten uns am Straßenrand, deren Früchte auf dem Boden liegen und gehrenden Geruch ausstrahlen. Es gibt auch sehr große Steigungen, wo wir die Fahrräder nur noch schieben können. Ab heute dreht sich das Wetter anders, es ist fast immer leicht oder mehr bewölkt, es kommen immer wieder ganz kurze aber starke Regenschauer und die Luft nimmt an Luftfeuchtigkeit derartig zu, daß man sich dauerhaft in dem Dampfbad fühlt und endlos und quälend schwitzt.











Bei Grand Anse sind schon hunderte Fahrräder an einem Zaun festgebunden, aber am Strand sehen wir kaum Menschen, die sitzen alle in dem großen Restaurant hier. Die Wellen sind hier gigantisch und laut, es wäre lebensbedrohlich ins Wasser zu gehen, darauf machen auch Schilder aufmerksam! Trotzdem gibt es immer welche, die reingehen. Ich würde es nicht probieren, wenn man schon am Rand bis zum Knöchel am Wasser steht, spürt man, daß die Welle den mit voller Kraft reinzieht und kaum stehen bleiben kann.












 

  










M.setzt sich in den Schatten und ich laufe zu den zwei Strandenden zum Fotografieren. Gerade jetzt kommt eine Wolkendecke und erreicht den Strand, daß die Lichter nicht mehr günstig sind. Auch der Wind ist sehr stark und streut mich und die Kamera mit Sand und Wasser voll. Von dem einen Ende des Strandes kann man über einem Pfad und einen kleinen Hügel zu dem nächsten Strandabschnitt, Petite Anse gehen. Das machen wir, aber dort kann man auch nicht baden, was uns enttäuscht, da wir aufgehitzt sind und wünschen uns ins Wasser zu springen. Der dritte Strand, Anse Cocos kann man mit einer halbstündigen Wanderung erreichen, dafür haben wir aber keine Kraft mehr, da uns diese Dampfbadhitze sehr schafft.





















Wir fahren in den Hauptort zurück und kaufen dort Wasservorräte und kalte Getränke ein. Bald erreicht uns der erste Regenschauer. Danach wollen wir noch in die andere Richtung radeln, aber wir treffen die zwei Bekannten von dem gestrigen Bootsausflug und reden so lang, bis es dann nur noch regnet, so bleibt uns nichts mehr anderes übrig, wir fahren nach Hause.

örtliches Taxi

Friedhof, wo wir unter einem großen Baum warten, daß der Regen aufhört

Ich las vor vielen Jahren in dem Reiseforum über Robert Agnes, einen hiesigen Tourguide, der sehr guten Ruf hat. Schon vor zwei Monaten vor der Reise schrieb ich ihm, daß wir mit ihm eine bestimmte Tour machen wollen. Er schrieb zurück, daß wir an unserem Ankunfttag ihn aus dem Hotel aus anrufen sollen. Aber die zwei Deutschen, die wir gestern kennengelernt haben, haben schon mit ihm für morgen was ausgemacht, und wir wollen gerne zusammen gehen. Auf La Digue kennt jeder Robert und wenn man nur seinen Namen erwähnt, lächelt man und langt sofort zu dem Telefon. So ruft unsere Rezeptionistin ihn sofort an und so kommt am Abend sein Bruder bei uns ins Hotel vorbei und wir besprechen die Details von unserer morgigen Tour.

Heute Abend essen wir in unserer Unterkunft, die sehr gutes Abendessen anbietet (allerdings nicht billig, 21 Euro pro Person). Das Essen besteht von drei Gängen, aus kreolischen Gerichten, ist sehr ausgiebig und lecker, aber jeden Tag wollen wir das Geld dafür nicht ausgeben.

Am Abend sieht man hier auf der Insel extrem viele Flughunde, die man hier tagsüber auch ständig in Blick bekommt.





Wir sind müde, trinken noch ein Bier auf unserer versteckten stimmungsvollen Terrasse und gehen früh ins Bett. Ein bißchen Sorgen haben wir, daß morgen ein regnerischer Tag wird und unsere Tour storniert wird.

Kommentare:

  1. Das hört sich nach einer guten Möglichkeit an direkt dort hinzureisen und von dort dann Touren zu machen. So wäre man nur an einem Ort und könnte sich auch noch ein wenig mehr "erholen". Schaut jetzt schon sehr schön aus und mit den Fahrrädern finde ich eine klasse Idee. Ideal wenn es nicht so bergig ist.

    Mit den Stränden bzw. dem Wasser ist natürlich doof, aber so ist die Natur. Traurig das dann immer noch Menschen meinen sie könnten die Gefahr "umgehen". Die sind sich gar nicht bewusst wie schnell man ins Meer gezogen werden kann. Leider auch hier in diesem Jahr schon mehr Ertrunkene als die Jahre zuvor.

    Dir noch einen tollen Tag wünschend sende ich liebe Grüsse

    N☼va

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    1. La Digue war ein Traum und mit dem dem Fahrrad zu fahren war ein Erlebnis (bei mir totgefährlich, da ich mich überhaupt nicht an Linksverkehr gewöhnen konnte :-) )aber es waren auch ganz schönen Steigungen dabei. War anstrengend. Ich sehne mich auf diese Insel so sehr zurück.
      Liebe Grüße

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  2. das hat sich gelohnt auch wenns pureres Dampfbadwetter war oder sehr anstrengend mit dem Fahrrad aber das ist Abenteuer pur diese Landschaft und das Meer und die Tiere grossartig da kann ich mir vorstellen dass du Sehnsucht hast wieder dort zusein. Als ich jung verheiratet war wollte ich immer gerne dort hin irgendwie ging e snie in Erfüllung.
    Um so mehr freu ich mich jetzt von dir jetzt verwöhnt zu werden mit deinen Fotos und Erklärungen.
    Lieben Gruss Elke

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    1. Danke elke, es freut mich, daß es dir gefällt.
      Liebe Grüße

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  3. Moin Moin liebe Andi,
    wenn man sich diese Fotos anschaut kann ich mir gut vorstellen das es Erholung pur ist... abgesehen von diesem feuchtwarmen Klima.
    Dein Mann sieht auch schon auf dem Foto total erschöft aus, wegen der Hitze.
    Eine schöne Unterkunft habt ihr, sie sieht sehr einladend aus, alles ist hübsch hergerichtet.

    Ein fantschtischer Strand und diese Felsen sehen aus wie ein Gemälde.
    Die Flughunde sehen ja echt putzig aus.

    Eine gute Idee mit dem Tourguide, finde ich toll und ich kann mir gut vorstellen das ihr mit ihm einen wundervollen erlebnisreichen Ausflug gehabt habt.

    Das dass Auto da immer noch stand ist ja auch seltsam... schade das ihr nun nie erfahren werdet ob und wie lange es dort noch stand.

    Liebe Grüße
    Biggi

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    1. Wir waren totgequält von der Hitze, wirklich, es war kaum mehr zu aushalten und wir wollen jetzt erstmal nicht mehr nach wärmen Ländern reisen. :-)
      Liebe Grüße

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  4. Ich hoffe, dass ich die Katamaranfahrt auch so gut überstehe...vielleicht ist das Meer ja weniger bewegt. Das wäre schön. Gut zu wissen, dass man dort längere Zeit verbringen kann, aber unsere Buchung ist jetzt auch schon abgeschlossen. Eure Unterkunft sieht sehr gemütlich aus. Mal sehen wie das Klima im August/September dort ist. Waren denn bei euch Mangos reif?
    LG Sigrun

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    1. Hallo Sigrun,
      Ich weiß es nicht, da bei den Straßenverkäufern keinen gesehen habe, und die wir beim Frühstück manchmal bekommen haben, waren noch absolut unreif, also ich denke, nicht.
      Liebe Grüße

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